Blauraute: Standort, Schneiden & Winterhärte

Elisabetta
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Durch mein Studium der Agrarwissenschaften in Hohenheim konnte ich meine Begeisterung für Pflanzen vertiefen und viel faszinierendes Wissen über die Pflanzenwelt gewinnen. Meine Freizeit verbringe ich gerne in der Natur, denn dort fühle ich mich am wohlsten und komme zur Ruhe. Aus diesem Grund gedeihen auf meinem Balkon neben einer Weinrebe auch viele Sommerblumen und verschiedene Kräuter, an denen ich meine Pflanzenliebe ausleben kann.

Lieblingsobst: Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Spinat, Tomaten

Mit tiefblauen Lippenblüten schmückt die Blauraute mediterrane Gartenanlagen oder Steingärten hervorragend. Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen die Besonderheiten dieser Pflanze.

Blüten und Stängel des Silberstrauchs
Blaue oder violette Lippenblüten schmücken die grünen bis silbernen Stängel der Blauraute [Foto: Ioana Rut/ Shutterstock.com]

Die Blauraute (Salvia yangii), im Englischen als “Russian sage” (Russischer Salbei) bekannt, gehört erst seit 2017 zur Gattung der Salbei. Sie wird aufgrund ihrer silber-blauen Blüten oft auch Silberstrauch oder Silber-Perowskie genannt. Ihre Robustheit gegenüber Trockenheit und Hitze macht sie zu einer geeigneten Pflanze für das immer wärmer werdende Klima.

Tipp: Noch nicht alle haben sich an die neue Namensgebung der Blauraute gewöhnt. Im Handel ist der Name Perovskia atriplicifolia daher nach wie vor geläufig.

Blauraute: Blütezeit, Eigenschaften und Herkunft

Der aufrecht und locker wachsende Halbstrauch ist in den Steppen und Hügeln Südwest- und Zentralasiens beheimatet. Die Blauraute gedeiht in einem breiten Spektrum von Klima- und Bodenbedingungen und ist inzwischen sehr beliebt und weit verbreitet. Die Blauraute hat ihre Blütezeit von Juni bis September – ihre insektenfreundlichen Lippenblüten erinnern an Lavendel und zieren die Pflanze in blau-violetten Farben. Aber auch der Duft der Blauraute zieht viele Insekten an. Durch ihre Mehrjährigkeit und Winterhärte ist dieses Steppengewächs robust und kann je nach Sorte eine Wuchshöhe von bis zu 120 cm erreichen. Im Handel werden vorrangig die Hybride aus S. abrotanoides und S. atriplicifolia verwendet.

Die schönsten Arten und Sorten

Aus den Arten S. atriplicifolia, S. yangii und S. abrotanoides wurden viele schöne Sorten gezüchtet, die sich in ihren Standortansprüchen allesamt nicht unterscheiden.

  • ‘Blue Sprite’: Diese Sorte hat lavendelblaue, dunkle Blüten. Die Blätter sind tief eingeschnitten und die Blütenstände lang. Diese Blauraute erreicht eine Wuchshöhe von etwa 120 cm und hat ihre Blütezeit von Juli bis Oktober.
Biene an der Blauraute
Die lavendelblauen Blüten der Sorte ‘Blue Sprite’ ziehen viele Insekten an [Foto: Ioana Rut/ Shutterstock.com]
  • ‘Lacey Blue’: Durchaus elegant zeigt sich diese Sorte mit silbergrauem Laubstängel. Ihre Blüten nehmen eine blauviolette Farbe an und blühen von Juli bis September. Diese Variante erreicht eine kompakte Höhe von etwa 80 cm.
Blauraute im Steingarten
Diese auffälligen Silbersträuche zieren Steingärten besonders schön [Foto: Traveller70/ Shutterstock.com]
  • ‘Little Spire’: Silbriges Laub und violett-blaue Blüten zieren die Blauraute ‘Little Spire’. Von August bis Oktober blüht diese Sorte und sie erreicht eine Wuchshöhe von etwa 90 cm.
silbergraues Laub des Silberstrauchs
Die Sorte ‘Little Spire’ sticht mit ihrem außergewöhnlichen, silbergrauen Laub hervor [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

Blauraute pflanzen

Beim Pflanzen des Silberstrauches ist es wichtig, den richtigen Standort und Pflanzzeitpunkt zu wählen. Im Folgenden geben wir Ihnen ein paar Tipps dafür.

Der richtige Standort für die Blauraute

Am besten eignet sich für die Blauraute ein geschützter, warmer, vollsonniger und mäßig trockener Platz, wie zum Beispiel im Steingarten mit dem Lebensbereich Freifläche mit Steppenheidecharakter. Der trockene und schwach saure bis alkalische Boden sollte sehr gut durchlässig sein, denn die Blauraute verträgt keine Staunässe. Unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde eignet sich aufgrund ihres niedrigen pH-Wertes perfekt für diese Steppenpflanze. Die Blauraute ist auch im Kübel kultivierbar, benötigt dann aber mehr Strukturmaterial und etwas Kalk oder basisch wirkendes Gestein. Hier sollte ebenfalls auf einen trockenen Boden geachtet werden und nur bei Trockenheit sollte man die Pflanze mäßig gießen.

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Tipp: Besonders wichtig ist, dass ein nährstoffarmer Boden gewählt wird. Denn bei einem zu hohen Nährstoffangebot wächst die Blauraute mastig, blüht weniger und fällt auseinander. Das liegt daran, dass die Triebe mehr liegen, als dass sie straff aufrecht stehen.

Wird die Blauraute von Schnecken gefressen? Die Blauraute wird in aller Regel von Schnecken verschont.

Vorgehen beim Pflanzen

Am besten pflanzt man die Blauraute im Frühjahr. Es ist möglich, die Blauraute entweder als Solitärgewächs, aber auch in Gruppen mit einem Pflanzabstand von etwa 1 m zu pflanzen. Beim Pflanzen hebt man ein Pflanzloch von doppelter Größe des Wurzelballens aus. Dies sollte man vor allem dann machen, wenn man den umliegenden Boden verbessern und eine Drainageschicht aus Stein gegen Staunässe einbauen muss. Anschließend setzt man die Blauraute in die steinige, durchlässige Erde. Wichtig ist das großzügige Angießen danach.

Blauraute kombinieren

In Kombination mit Lavendel (Lavandula), Salbei (Salvia), Katzenminze (Nepeta), Ziergräsern, Heiligenkraut (Santolina) und anderen trockenliebenden Gewächsen sieht die Blauraute am schönsten aus. Rosen (Rosa) eignen sich ebenfalls als Pflanzpartner.

Blauraute im Garten
Den Silberstrauch kann man mit vielen weiteren Pflanzen und Halbsträuchern kombinieren [Foto: loflo69/ Shutterstock.com]

Pflege: Blauraute schneiden, gießen und düngen

Bei der Pflege der Blauraute sollte der zeitige Rückschnitt im Frühjahr bis etwa eine Handbreite über dem Boden nicht vergessen werden, damit der Strauch wieder voll austreibt und seine Blütenpracht entfaltet. Gießen sollte man den Silberstrauch nur während langer Trockenperioden im Sommer regelmäßig. Ansonsten verträgt er Trockenheit gut und ist an sich sehr robust. Die Blauraute müssen Sie nicht düngen, denn sie bevorzugt nährstoffarme Böden.

Tipp: Die kahlen Triebe sehen im Winter wenig attraktiv aus. Es tut also auch nicht weh, sie schon im späten Herbst 10 bis 15 cm über dem Boden abzuschneiden. Kürzen Sie besser nicht bodennah, sonst ist die Anfälligkeit für Frost noch höher.

Sind Blaurauten winterhart?

Die Blauraute friert häufig an winterkalten Standorten bis zum Boden zurück. Wenn sie aber keiner Staunässe ausgesetzt ist, treibt sie meist im Frühjahr einfach wieder aus. Der Silberstrauch kann einer Kälte von -17 bis -23 °C trotzen. Auch als Kübelkultur überstehen Blaurauten den Winter sehr gut und in eher milden Lagen an einem windgeschützten Platz überwintern sie sogar komplett ohne Schutz.

Blauraute vermehren

Die Blauraute kann man am einfachsten über Stecklinge von kräftigen, krautigen Trieben im Sommer vermehren. Die Blaurauten-Stecklinge sollten über zwei Knospen und Blattansätze verfügen, die restlichen Blätter werden vorsichtig entfernt. Über der Schnittstelle wird die Rinde mit einem scharfen Messer abgelöst. Anschließend steckt man den Steckling in die Erde. Der Topf wird an einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung gestellt. Idealerweise deckt man den Pflanztopf noch mit einer Frischhaltefolie ab, um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu erzeugen. Um Schimmelbildung zu vermeiden, sollte die Folie einmal am Tag zum Lüften entfernt werden.

Lila Blüten des Silberstrauchs
Nach einer erfolgreichen Vermehrung gedeiht die Blauraute schon bald [Foto: valkoinen/ Shutterstock.com]

Ist die Blauraute giftig?

Die wunderbar duftende Blauraute ist weder für Katzen und Hunde noch für den Menschen giftig. Dies gilt für alle Arten und Sorten des Silberstrauches. Die ätherischen Öle der Pflanze werden sogar als mildes Anregungsmittel oder Kräutertabak genutzt.

Der schöne Silberstrauch ist ein pflegeleichter und robuster Halbstrauch, der viele Insekten anlockt. Ein guter und gesunder Nachbar für die Blauraute ist Griechischer Bergtee (Sideritis scardica).

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