Bleiwurz: Standort, Sorten & Winterhärte

Regina
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Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Die Bleiwurz zählt zu den seltenen Gartenpflanzen, die blau blühen. Wir stellen die mehrjährige Pflanze vor und geben Tipps zu Standort und Pflege.

Blüte des Chinesischen Bleiwurzes
Die Chinesische Bleiwurz ist die bekannteste Bleiwurz-Art in unseren Gärten

Die Bleiwurz (Ceratostigma) ist eine der wenigen blau blühenden Gewächse. Wir stellen die ausdauernde Pflanze im Steckbrief vor und geben Tipps zur Pflanzung und Pflege von Bleiwurz.

Bleiwurz: Blütezeit und Eigenschaften

Die Bleiwurz gehört zur Familie der Bleiwurzgewächse (Plumbaginaceae) und wird auch als Hornnarbe bezeichnet. In der Gattung Ceratostigma sind weniger als 10 Arten vertreten, die in Südostasien, China und Afrika natürlicherweise verbreitet sind. Eng damit verwandt ist der Bleiwurz-Strauch (Plumbago), welcher auch in Südeuropa heimisch ist. Bei der Bleiwurz handelt es sich um Stauden bis kleine Sträucher, die eine Wuchshöhe von 25 bis 100 cm erreichen.

Der Austrieb erfolgt bei der Hornnarbe spät, erst zwischen April und Mai. Die Blätter der Bleiwurz sind eiförmig, behaart und wechselständig angeordnet. Die Blüten der Bleiwurz sind fünfteilig und sternförmig, dabei himmel- bis azurblau gefärbt. Sie sitzen in kopfigen Blütenständen einzeln oder zu mehreren Einzelblüten zusammen. Die Blütenblätter verbreitern sich nach außen hin deutlich. Aufgrund der späten Blütezeit der Bleiwurz-Arten zwischen Mai und Oktober dient die Pflanze als Anflugsziel für Insekten, und damit auch zur Einlagerung von Wintervorräten für Bienen. Nach der Bestäubung bilden sich die Samen der Bleiwurz in Kapselfrüchten aus, die in Form von stacheligen, kugeligen Samenständen zusammensitzen und sich erst bei Samenreife öffnen. Vögel fressen die Kapselfrüchte der Hornnarben gern und tragen so zur Verbreitung bei.

Hornnarbe
Die Samen der Bleiwurz werden von Vögeln verbreitet [Foto: A.Luna/ Shutterstock.com]

Die schönsten Arten

Unter den Bleiwurz-Arten haben nur wenige den Einzug in unsere Gärten geschafft, eigene Sorten wurden kaum jemals gezüchtet. Wir stellen hier die schönsten Arten für den Hausgarten vor.

Burma-Bleiwurz (Ceratostigma griffithii)

Die auch als Griffiths Bleiwurz bekannte Burma-Bleiwurz wächst zu kleinen Sträuchern von 20 bis 80 cm Höhe heran. Die kleinblättrigen Gehölze können kriechend wachsen und als Bodendecker eingesetzt werden. Von Juli bis Oktober erscheinen zahlreiche blaue Blüten. Spät im Jahr zeigt sich eine goldgelbe Herbstfärbung.

Burma-Bleiwurz
Die Burma-Bleiwurz blüht zwischen Juli und Oktober [Foto: Yundengogo/ Shutterstock.com]

Chinesischer Bleiwurz (Ceratostigma plumbaginoides)

Die Chinesische Bleiwurz ist die bekannteste und weitverbreitetste Art in den Gärten. Die mehrjährige, mäßig winterharte Staude wird auch als Zwerg-Bleiwurz oder Kriechende Hornnarbe bezeichnet, da sie lediglich 20 bis 30 cm hoch wird. Sie bildet Ausläufer und kann daher als Bodendecker und Unterpflanzung unter Gehölzen genutzt werden. Zwischen August und Oktober erscheinen die himmel- bis königsblauen Blüten der Bleiwurz. Im Herbst zeigt sich dann ein weiteres Highlight: Der Herbstzauber der Bleiwurz. Das Laub färbt sich zunehmend weinrot und bildet so einen außergewöhnlich schönen Kontrast zur blauen Blütenfarbe. Weitere schöne Herbststauden finden Sie in unserem Spezialartikel.

rote Blätter des Ceratostigma plumbaginoides
Im Herbst verfärbt sich die Chinesische Bleiwurz zunehmend weinrot

Willmotts Hornnarbe (Ceratostigma willmottianum)

Die Bleiwurz Ceratostigma willmottianum ist im Gegensatz zur Chinesischen Bleiwurz keine Staude, sondern ein halbimmergrüner Kleinstrauch mit 80 bis 125 cm Höhe. Die verholzenden Triebe bilden lockere Horste aus. Die Herbstfärbung ist nicht ganz so prächtig, es zeigen sich verschiedene Gelb- und Orangetöne. Die Blätter bleiben lange Zeit am Strauch hängen. Die blauen Blüten von Willmotts Bleiwurz sind mittig heller gefärbt und erscheinen zwischen August und Oktober.

Ceratostigma willmottianum
Willmotts Bleiwurz wächst zu einem kleinen Strauch heran [Foto: demamiel62/ Shutterstock.com]

Bleiwurz pflanzen: Standort und Vorgehen

Der beste Standort für Bleiwurz findet sich auf durchlässigen, kalkhaltigen und steinigen, leicht humosen Böden mit einem pH-Wert zwischen 7 und 9. Insgesamt sind Bleiwurze jedoch anpassungsfähig und wachsen auch auf sandigen oder lehmigen Böden. Die Hornnarben sind trockenheitstolerant und gedeihen bestens auf windgeschützten, warmen Standorten in Sonne bis Halbschatten. Als Unterpflanzung oder am Waldrand sowie in Stein- und Steppenbeeten kann sich die Bleiwurz bestens etablieren.

In Kombination mit weiteren ausbreitungsfreudigen Stauden ist die Bleiwurz ein wunderbares Mitglied in einem Blütenteppich. Hierfür eignen sich verschiedene Storchschnabel-Arten (Geranium), Lippenblütler (Lamiaceae) wie der Heilziest (Stachys officinalis), aber auch Wolfsmilch (Euphorbia), Fetthenne (Sedum) oder Katzenminze (Nepeta). Frühblühende Zwiebelpflanzen wie Narzissen (Narcissus) und Tulpen (Tulipa) sind ebenfalls geeignete Partner, da sie sich bereits wieder in den Boden zurückziehen, bis die Bleiwurz mit ihrem Laubaustrieb beginnt.

Bleiwurz als Bodendecker
Der Steingarten ist ein ideales Biotop für Bleiwurz als Bodendecker [Foto: Elliotte Rusty Harold/ Shutterstock.com]

Da Bleiwurz als etwas frostempfindlich gilt, sollte eine Neupflanzung im Frühjahr ab März erfolgen. Der Pflanzabstand von Bleiwurz zu anderen Pflanzen beträgt etwa 25 bis 40 cm. Möchte man Bleiwurz als Bodendecker pflanzen, so werden für einen flächigen Bewuchs etwa 16 Exemplare je Quadratmeter eingesetzt. Die Stauden und Sträucher werden ebenso tief gepflanzt, wie sie zuvor im Topf saßen. Im Laufe von 3 bis 4 Jahren haben die Ausläufer der Chinesischen Bleiwurz den neuen Standort eingenommen.

In großen Töpfen mit mindestens 20 l Erdvolumen oder Balkonkästen ist die Kultur von Bleiwurz auf dem Balkon und der Terrasse möglich. Eine bodendeckende Drainageschicht im Pflanzgefäß, bestehend aus Kies, Sand oder Blähton, verhindert Staunässe selbst bei stärkerem Regen. Denn diese vertragen Bleiwurzen gar nicht. Für die Bepflanzung eignet sich eine nährstoffreiche, kompostreiche, torffreie Pflanzerde wie unsere Plantura Bio-Blumenerde. Das vorgedüngte Substrat ist in seiner Nährstoffzusammensetzung perfekt auf die Bedürfnisse von Blühpflanzen abgestimmt und versorgt sie in der ersten Zeit nach der Auspflanzung optimal.

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Die richtige Pflege

Bleiwurz gehört zu den pflegeleichten Gewächsen und benötigt kaum Aufmerksamkeit. Das Gießen ist im Hochsommer nur bei langanhaltender Trockenheit besonders auf sandigen, flachgründigen und steinigen Böden notwendig. Im Frühjahr zum Neuaustrieb stärkt eine Kompost- oder Düngergabe die Bleiwurz-Pflanzen im Wuchs und in der Blühfreude. Ein vorwiegend organischer Langzeitdünger wie unser Plantura Bio-Blumendünger kann bei frostfreiem Boden ab März locker über den Bleiwurz-Pflanzen verstreut werden. Indem Sie danach gut wässern, wird die Freisetzung der Nährstoffe rasch in Gang gebracht.

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Da die Bleiwurz-Staude im Winter oberirdisch verwelkt, ist es im Frühjahr Zeit, die Bleiwurz zu schneiden. Hierbei werden die abgestorbenen Triebe komplett zurückgeschnitten, um dem Neuaustrieb Platz zu schaffen. Bei strauchartig wachsenden Bleiwurzen sollten kranke, frostgeschädigte und abgestorbene Triebe ebenfalls komplett herausgeschnitten werden. Bleiwurz ist robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Mehltau kann bei kühlem, feuchtem Frühjahr jedoch vermehrt auftreten. Hier empfiehlt es sich, die betroffenen Blätter frühzeitig zu entfernen.

Ist Bleiwurz winterhart?

Bleiwurz ist mäßig winterhart bis etwa – 20 °C und benötigt in rauen Gegenden daher einen Winterschutz. Eine Schicht Laub oder Nadelzweige reichen in der Regel aus. Die Pflanzen treiben auch bei leichteren Frostschäden im folgenden Frühjahr zuverlässig aus. Bleiwurz im Topf sollte unbedingt mit Jute, Laub und Nadelzweigen vor starken Frösten geschützt oder frostfrei überwintert werden.

Bleiwurz im Winter
Bleiwurz ist mäßig winterhart und sollte in rauen Lagen einen Schutz erhalten [Foto: gianpihada/ Shutterstock.com]

Bleiwurz vermehren

Die ausläuferbildende Chinesische Bleiwurz kann sehr leicht vermehrt werden, indem einfach bewurzelte Triebe abgestochen und an den neuen Standort verpflanzt werden. Bei der verholzenden Hornnarbe können Stecklinge im Sommer geschnitten werden. Da Bleiwurz-Sträucher gern kriechend wachsen, gibt es noch eine andere Möglichkeit: Man schneidet die Triebe, die bei Bodenkontakt Wurzeln gebildet haben – sogenannte Absenker – von der Mutterpflanze ab und setzt sie an einem passenden Standort ein.

Ist Bleiwurz giftig?

Zur Bleiwurz gibt es keinerlei Hinweise auf eine Giftigkeit für Mensch oder Tier. Der Name beruht auf der bleiblauen Blütenfarbe und hat nichts mit einer etwaigen Giftigkeit zu tun. Da es sich allerdings auch nicht um eine genießbare Pflanze handelt, sollten keine Pflanzenteile verzehrt werden.

Eine weitere Staude für den Halbschatten und für den Waldrand ist die Krötenlilie (Tricyrtis). Welche Ansprüche diese exotisch anmutende Pflanze besitzt und wie sie erfolgreich im Garten gepflanzt und gepflegt werden kann, erfahren Sie bei uns.

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