Purpurglöckchen: Standort, Schneiden & die schönsten Sorten

Laura
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Meine Faszination für die Pflanzenwelt hat mich dazu gebracht, Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zu studieren. Seien es Nutzpflanzen oder Ziergewächse, in den Tropen vorkommend oder bei uns heimisch – jede Pflanze birgt ihre eigene Besonderheit.
In botanischen Gärten lasse ich mich gerne von der unglaublichen Vielfalt inspirieren und versuche, möglichst viel Natur in meine Wohnung und auf meinen Balkon zu bringen.

Lieblingsobst: Mango, Banane
Lieblingsgemüse: Knoblauch, Aubergine

Heuchera überzeugen trotz ihrer vergleichsweisen kurzen Blütezeit mit ihren auffallenden Blättern. Bietet man den Purpurglöckchen einen geeigneten Standort, schmücken sie Gärten bis in den Winter hinein.

Heuchera
Schöne Blätterpracht des Purpurglöckchens [Foto: Inna Giliarova/ Shutterstock.com]

Das Purpurglöckchen ist Hobbygärtnern auch unter ihrem Gattungsnamen Heuchera bekannt. Die Blattschmuckstaude ist vergleichsweise anspruchslos und vielseitig im Garten oder in Pflanzgefäßen einsetzbar. Mittlerweile darf man sich zwischen zahlreichen Purpurglöckchen-Sorten entscheiden. Eine Auswahl der schönsten Heuchera-Arten und deren Sorten haben wir gesammelt. Wir erklären außerdem, wie die optimalen Standorte aussehen und wie Sie das Purpurglöckchen ideal pflegen.

Purpurglöckchen: Blütezeit, Eigenschaften und Herkunft

Die Gattung Heuchera entstammt ursprünglich dem nordamerikanischen Erdteil und ist vor allem in Felsspalten und küstennahen Wäldern anzutreffen. Heuchera zählt zur Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae) und birgt um die 50 verschiedenen Arten, zum Beispiel das Kleinblütige Purpurglöckchen (Heuchera micrantha) und das Blut-Purpurglöckchen (Heuchera sanguinea). Das Purpurglöckchen ist Ihnen womöglich auch als Silberglöckchen bekannt. Die Blätter ähneln Ahornlaub und können je nach Sorte verschiedene Farben und Zeichnungen aufweisen. Die Blattränder sind gezähnt bis gelappt.

Die Blütezeit des Purpurglöckchen ist wie ihr Aussehen je nach Sorte unterschiedlich. Die meisten Heuchera-Sorten blühen von Mai bis Juli, wobei Zuchtformen wie das Zottige Silberglöckchen (Heuchera villosa var. macrorrhizza) erst im Herbst ihre Blüten zeigen. Ihren deutschen Namen verdankt das Purpurglöckchen jedoch nicht ihren auffallenden Blättern, sondern ihren glockenähnlichen Blütenständen. Die Blütenrispen ragen inmitten der bunten Blätter nach oben und erreichen je nach Sorte eine Wuchshöhe von 40 bis 100 cm. Die Blüte der Heuchera kann unterschiedliche Farben zeigen, von Grünlich-Weiß bis zu Rosa und Dunkelrot.

Heuchera-Blüten
Heuchera mit ihren glockenförmigen Blüten

Das krautige Purpurglöckchen ist mehrjährig und immergrün, beziehungsweise wintergrün, schmückt den Garten ganzjährig und zeigt im Frühjahr einen ganzen Satz neuer Blätter. Darüber hinaus erfreuen sich ebenso Schmetterlinge und Bienen an den Purpurglöckchen.

Die schönsten Heuchera-Sorten und -Arten

Heuchera bietet eine erstaunliche Vielzahl an Arten und Sorten. Eine Entscheidung zu fällen, ist nicht einfach – wir zeigen Ihnen hier eine hübsche Auswahl.

Heuchera micrantha

Diese Art erscheint in der natürlichen Form eher unscheinbar, dient jedoch als wichtige Elternart verschiedener Sorten und Hybriden. Im Juni bis Juli ragen die grünlich-weißen bis rosa Blüten an Blütenrispen bis zu 100 cm in die Höhe. Ohne die Blütenstände erreicht Heuchera micrantha eine Höhe von 40 cm. Ein humoser, frischer und lockerer Boden an einem geschützten, halbschattigen Standort wird hier bevorzugt. Insgesamt ist die Art robust und recht anspruchslos, sofern der Platz geschützt vor Staunässe und tiefen Bodenfrösten liegt. Achten Sie auf einen Pflanzabstand von circa 20 bis 30 cm in kleinen Gruppen von 5 bis maximal 10 Pflanzen pro m².

  • Shanghai fällt durch dunkle, violette Blätter auf. Von Mai bis August erscheinen die beigen bis zart violetten Blüten. Diese Sorte übersteht – 15 °C, wobei Frostschäden bei ungeschützten Lagen auftreten können. ‘Shanghai’ freut sich über einen absonnigen bis sonnigen Standort.
Purpurglöckchen
Heuchera micrantha ‘Shanghai’ [Foto: Anna Gratys/ Shutterstock.com]
  • ‘Paris’ blüht von Juni bis Juli intensiv pink. Die grün gefärbten Blätter weisen eine silbrige Musterung auf, welche einen wunderschönen Kontrast zu den farbintensiven Blüten bildet. Der Boden sollte frisch, durchlässig und nährstoffreich sein. Wählen Sie für diese Sorte geschützten Halbschatten. Temperaturen bis zu – 15 °C stellen kein Problem dar.
Purpurglöckchen Paris
Das Purpurglöckchen ‘Paris’ bildet einen schönen Akzent im Blumenbeet [Foto: Open_Eye_Studio/ Shutterstock.com]
  • ‘Obsidian’ überzeugt durch eine schwarzrot, seidig schimmernde Blätterpracht, welche bis zu 50 cm hoch werden kann. Die schneeweißen Blüten der Pflanze mit roten Blättern erscheinen von Juli bis August. Beachten Sie bei dieser Sorte einen größeren Pflanzabstand von circa 30 bis 40 cm. Temperaturen von – 22 °C übersteht ‘Obsidian’ problemlos.
Purpurglöckchen Obsidian
Heuchera micrantha ‘Obsidian’ [Foto: Trybex/ Shutterstock.com]

Heuchera villosa

Die Heuchera-Art gilt ebenso als wichtige Elternart einiger beliebter Sorten. Die Wildform zeichnet sich durch kräftig-grüne und besonders gemusterte Blätter aus. Im blühenden Zustand wird eine Höhe von 70 cm erreicht. Wie bei anderen Heuchera-Arten führen langanhaltende Bodenfröste zu Schäden an der Pflanze, ebenso wie Staunässe, wobei Heuchera villosa zu den unempfindlichen Arten zählt und Temperaturen bis zu – 15 °C übersteht.

  • Berry Smoothie fasziniert durch ihre purpurfarbenen, silbrigen Blätter. Die weißen Blüten erscheinen von Juni bis Juli, wobei diese Sorte insgesamt blühfaul ist. Beliebt ist diese Sorte durch ihre Langlebigkeit und Ausdauer. Ein Pflanzabstand von 20 bis 30 cm bietet ‘Berry Smoothie’ ausreichend Platz.
Purpurglöckchen Berry Smoothie
Heuchera ‘Berry Smoothie’ mit ihren beerenfarbigen Blätter [Foto: Michael Warwick/ Shutterstock.com]
  • Caramel‘ zählt ebenso zu den blühfaulen Heuchera-Sorten, was ihren Zierwert jedoch nicht beeinflusst. Die großen, karamellfarbenen Blätter mit dunkler Unterseite strahlen vor allem inmitten grünblättriger Nachbarn intensiv. ‘Caramel’ blüht von Juni bis August und weist eine gute Hitzetoleranz auf. Pflanzen Sie diese Sorte mit einem Abstand von 35 cm, also zu circa 8 Exemplaren pro m².
Heuchera villosa Caramel
Heuchera villosa ‘Caramel’ [Foto: Bankiras/ Shutterstock.com]

Heuchera sanguinea

In ihrer Wildform ist Heuchera sanguinea eher unscheinbar, jedoch bekannt durch die Sorte ‘Leuchtkäfer’. Insgesamt werden diese Arten bis zu 40 cm hoch, im blühenden Zustand sogar bis zu 100 cm. Die ursprüngliche Variante wächst vorzugsweise auf einem grobkörnigen, humosen Kalkgesteinsboden.

  • ‘Leuchtkäfer’ gehört mit ihren purpurroten Blüten zum Standardsortiment. Die Sorte blüht von Juni bis Juli und verträgt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Wählen Sie maximal 10 Pflanzen pro m², um ausreichend Platz zu bieten. Es gelten dieselben Bodenvorlieben – frisch, durchlässig und nährstoffreich.
Heuchera sanguinea
Heuchera sanguinea [Foto: Marian Uradnik/ Shutterstock.com]

Tipp: Die beliebte Zierstaude Heucherella, auch als Schaumglöckchen bekannt, ist eine Kreuzung aus Heuchera und Tiarella (Schaumblüte). Die Hybriden vereinen die wunderschönen Blätter der Heuchera und die attraktiven Blüten der Schaumblüte.

Heucherella Plum Cascade
Heucherella ‘Plum Cascade’ [Foto: Olga Glagazina/ Shutterstock.com]

Purpurglöckchen pflanzen: Standort und Vorgehen

Wählen Sie eine Purpurglöckchen-Art aus, die zu Ihren Standortgegebenheiten passt – artspezifische Standortvorlieben finden Sie bei den Beschreibungen der Arten und Sorten oben. Generell ist ein sonniger bis halbschattiger Platz zu wählen, der einen Schutz vor Frösten bietet.

Tipp: Orientieren Sie sich an der Blattfarbe – je dunkler die Blätter, desto sonniger sollte der Standort sein. Ansonsten kann es zur Vergrünung dieser Sorten kommen. Umgekehrt sollten hell belaubte Arten und Sorten keiner starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein.

Für die meisten Arten und Sorten sind ein durchlässiger und lockerer Boden und eine konstante Bodenfeuchte bedeutend. Trockenheit wird nur kurz toleriert – zu hohe Bodenfeuchte begünstigt Krankheiten und Schädlingsbefälle. Rostpilze und Dickmaulrüssler kommen bei Heuchera-Arten besonders an zu feuchten Standorten vor, Schnecken lassen die Purpurglöckchen dafür völlig unbeachtet.

Haben Sie einen geeigneten Standort gefunden, können Sie die Purpurglöckchen nahezu ganzjährig pflanzen. Der Boden sollte dabei nicht gefroren sein, weshalb sich die Monate von März bis Oktober anbieten. In kleinen Gruppen von 3 bis 10 Pflanzen und einem Pflanzabstand von 30 bis 45 cm, je nach Art und Sorte, hat das Purpurglöckchen ausreichend Platz zum Wachsen. Den Boden bereitet man vor, indem er aufgelockert und von Unkräutern befreit wird.

Purpurglöckchen-Pflanzen
Die Pflanzung der Purpurglöckchen erfolgt von März bis Oktober [Foto: Summer 1810/ Shutterstock.com]

Die meisten Purpurglöckchen-Arten benötigen einen nährstoffreichen Boden. Bei extrem sandigen Böden sollte eine humose Erde beigemischt werden, ansonsten reicht eine Düngung im Frühjahr aus. Zum Beispiel unser Plantura Bio-Blumendünger könnte Heuchera die benötigten Nährstoffe liefern. Er verfügt über eine mindestens 3-monatige Langzeitwirkung. Das bedeutet, eine Düngung im Frühjahr lässt das Purpurglöckchen gesund durch das Jahr kommen. Ist Ihr Boden sehr tonhaltig und daher anfällig für hohe Bodenfeuchte, mischen Sie großzügig bis zu 50 % Sand hinzu, um diesen abzumagern.

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Orientieren Sie sich bei der Pflanztiefe am Wurzelstock. Die Purpurglöckchen sollten so tief eingesetzt werden, dass die Blattrosette eben auf dem Boden aufliegt. Nach Pflanzung dürfen Sie die Heuchera großzügig angießen.

Wunderschön lassen sich Heuchera-Arten in Blumenkästen oder Töpfen präsentieren. Die Purpurglöckchen wachsen bis zu 30 bis 40 cm in die Breite. Dementsprechend sollte der Topf mindestens 30 cm Durchmesser aufweisen. Ein Wasserabzugsloch und eine Drainageschicht aus Kies oder Splitt verhindert die unbedingt zu vermeidende Staunässe. Am besten eignet sich ein humoses Substrat wie zum Beispiel unsere Plantura Bio-Blumenerde. Sie ist nährstoffreich und bietet durch den vorhandenen Blähton die notwendige Durchlässigkeit. Zudem besteht sie zu 100 % aus natürlichen Rohstoffen, was bei der Herstellung CO2 einsparen lässt. Es empfiehlt sich eine Drainageschicht.

Purpurglöckchen im Kübel
Die unglaubliche Vielfalt der Heuchera bezaubert auch im Blumentopf [Foto: claire norman/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

Wurden die Bedingungen für die Pflanzung eingehalten, ist die Purpurglöckchen-Pflege nicht weiter zeitintensiv.

Gießen und Düngen

Gießen Sie das Purpurglöckchen mit Fingerspitzengefühl – kurze Trockenphasen verträgt das Purpurglöckchen besser als ständige Feuchtigkeit. Generell gilt, dass die Erde nicht zu nass, jedoch auch nicht ausgetrocknet sein darf. Im Beet ist eine alljährliche Düngung der Purpurglöckchen mit einem vornehmlich organischen Blumendünger oder etwas frischem Kompost möglich. Verteilen Sie den Dünger für beste Ergebnisse im Frühjahr. Im Kübel kultivierte Pflanzen sollten unbedingt durch einen Langzeitdünger, jedoch maximal einmal im Frühjahr und einmal im Spätsommer, unterstützt werden.

Purpurglöckchen-Pflege
Die pflegeleichte Heuchera muss bei guter Bewurzelung nur bei Trockenheit gegossen werden [Foto: fotodrobik/ Shutterstock.com]

Purpurglöckchen schneiden

Ein regelmäßiges Ausschneiden der welken Blätter verschönert nicht nur die Erscheinung der Heuchera, sondern führt zu mehr Kraft für die übrigen Blätter. Schneiden Sie die Purpurglöckchen zur Pflege im Frühjahr. Achten Sie dabei auf eine Schnitthöhe von circa 10 cm, um die Pflanze im unteren Bereich nicht zu schädigen. Vermeiden Sie einen Schnitt im Herbst, da das Laub als Winterschutz dient und zudem auch im Winter noch ansprechend den Garten schmückt.

Wichtiger als das Schneiden der Blätter ist eine Teilung des Wurzelstocks alle 2 bis 3 Jahre. Das Purpurglöckchen bildet unterirdisch Rhizome. Diese speichern Nährstoffe, dienen aber auch zur vegetativen Vermehrung. Nahestehende Ableger konkurrieren mit der Mutterpflanze um Licht, Wasser und Nährstoffe, wodurch der gesamte Pulk mit der Zeit an Vitalität verliert. Wie Sie Heuchera erfolgreich teilen, erklären wir Ihnen im weiteren Verlauf des Artikels.

Sind Purpurglöckchen winterhart?

Purpurglöckchen sind winterhart, sofern sie an einem geschützten Ort gepflanzt wurden. Sie überstehen an geeigneten Standorten Temperaturen von bis zu – 22 °C problemlos. Um Ihren Purpurglöckchen genügend Nährstoffe für das kommende Frühjahr und somit für ihren Neuaustrieb zu bieten, können Sie die Heuchera mit einer Laubabdeckung für den Winter vorbereiten. Stellen Sie die im Kübel kultivierten Purpurglöckchen an einen geschützten, aber nicht frostfreien Ort, da diese eine Kälteperiode benötigen, um im Frühjahr wieder austreiben zu können.

Heuchera im Winter
Heuchera sind gut winterhart [Foto: Kate-Nick/ Shutterstock.com]

Heuchera vermehren

Die einfachste und häufigste Methode, Heuchera zu vermehren und ihr zu neuer Wüchsigkeit zu verhelfen, erfolgt über die oben genannte Teilung. Dazu gräbt man die Pflanze vorsichtig aus und teilt die Rhizome in Teilstücke mit jeweils einer Terminalknospe. Das gelingt mit einer einfachen Rosenschere. Die neugewonnenen Stücke können anschließend mit ausreichendem Pflanzabstand eingepflanzt werden. Gießen Sie die neu gepflanzten Rhizome gut an und pflegen diese wie beschrieben.

Sind Purpurglöckchen giftig?

Das Purpurglöckchen ist nicht giftig, weder für uns Menschen noch für Tiere. Sie können die farbenfrohe Heuchera unbesorgt im Garten pflanzen und sich an ihrer Schönheit erfreuen.

Purpurglöckchen im Beet
Eine wunderschöne Gemeinschaft aus Heuchera und Hosta [Foto: Maria Evseyeva/ Shutterstock.com]

Im halbschattigen Garten lassen sich die Purpurglöckchen wunderbar mit Funkien (Hosta) kombinieren. Diese Gattung zeigt ebenfalls wunderschön gemusterte Blätter, elegante Blüten und bietet eine reiche Anzahl an verschiedenen Sorten.

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