Sterndolde: Standort, Winterhärte & die schönsten Sorten

Alina
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Seit mehreren Jahren pflanze ich hobbymäßig in meiner Freizeit viel verschiedenes Gemüse an, wodurch ich letztendlich zu dem Studiengang Gartenbau an der Hochschule in Freising gefunden habe. Ich bin davon fasziniert, die Pflanzen vom Samen bis zur Frucht wachsen zu sehen und am Ende die Ernte zu verarbeiten.

Lieblingsobst: Kirschen und Erdbeeren
Lieblingsgemüse: Kartoffeln, Tomaten und Knoblauch

Die dekorative Sterndolde ist besonders aufgrund ihres Wildstauden-Charakters und den außergewöhnlich filigranen Blüten beliebt. Sie ist durch ihre Optik gut zur Auflockerung eines jeden Beetes geeignet.

Sterndolden
Die auffälligen Hüllblätter erzeugen das sternförmige Aussehen der Sterndolde [Foto: Alex Manders/ Shutterstock.com]

Aktuell liegt die Sterndolde (Astrantia) genau im Trend und ziert viele Blumensträuße. Zudem neigt die Staude dazu, sich an geeigneten Standorten selbst zu vermehren und auszubreiten. Wie Sie die Sterndolde in Ihrem eigenen Garten optimal integrieren und welche Eigenschaften diese mit sich bringt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Sterndolde: Blütezeit, Herkunft und Eigenschaften

Die Sterndolde wird in die Familie der Doldenblütler (Apiaceae) eingeordnet. Die bekannteste Art der Gattung, die Große Sterndolde (Astrantia major), ist je nach Region bekannt als Stränze, Sternblume, Moister, Holznägeli oder Rietdolden. Von den 9 Arten der Gattung kommen die Bayerische Sterndolde (Astrantia bavarica), die Krainer Sterndolde (Astrantia carniolica), die Große Sterndolde und die Kleine Sterndolde (Astrantia minor) in Mitteleuropa vor. Diese 4 Arten sind interessant für die Kultur in unseren Gärten. Zum Naturstandort der Großen Sterndolde zählen Bergwiesen und Hochstaudenfluren, aber auch halbschattige Gehölzränder mit kalkreichen, mäßig stickstoffreichen, frischen bis feuchten Böden.

Die sommergrünen, ausdauernden Stauden werden je nach Sorte etwa 40 bis 70 cm hoch und haben ein horstiges Wuchsverhalten. Sie bilden hohe, kahle Stängel, die zum Ende hin verzweigen und je eine Blütendolde tragen. Die Blattformen unterscheiden sich innerhalb der Gattung. Die meist glänzend grünen Blätter der Großen Sterndolde sind fünf- bis siebenteilig und grob gesägt. Das grundständige Laub ist meist größer als das am Stängel. Die zahlreichen Blüten der Sternblume sind in Dolden zusammengesetzt und von einigen strahlenförmig angeordneten Hüllblättern umgeben, welche je nach Sorte weiß, pink oder rötlich gefärbt sind. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich längliche Spaltfrüchte.

Sterndolden mit Biene
Nicht nur Bienen besuchen den Doldenblütler gelegentlich [Foto: Tom Meaker/ Shutterstock.com]

Der gesamte Insektenbesuch der Sterndolde fällt verhältnismäßig spärlich aus. Immerhin lassen sich verschiedenste Insekten von Schmetterlingen über Bienen und Fliegen bis hin zu Käfern an der Sterndolde beobachten. Letztere sind die Hauptbestäuber der Blüten. Für die Raupen von zwei Schmetterlingsarten stellt die Große Sterndolde außerdem eine wichtige Nahrungspflanze dar.

Wann hat die Sterndolde Blütezeit? Je nach Art beginnt die Blütezeit der Sterndolde bereits im Mai und erstreckt sich aufgrund des remontierenden Verhaltens bis in den September hinein. Sie können sich also sehr lange an dem wunderschönen Anblick der Astrantia erfreuen.

Die schönsten Sterndolden-Sorten

Es gibt eine Vielzahl an verschiedenfarbigen Sorten der Sterndolden, welche aus der Art Astrantia major hervorgehen. Die schönsten und bewährtesten davon stellen wir Ihnen folgend vor. Die meisten der genannten Sorten blühen von Juni bis Juli und nochmals im September.

  • Astrantia major ˈAbbey Roadˈ: Die Blüten dieser Sorte sind dunkel purpurrot. Sie erreicht eine Höhe von 60 – 70 cm und gehört zu den besten der neueren Sterndolden-Varianten.
Sterndolden-Blüten
Wer möchte nicht gern so ein purpurrotes Blütenmeer in seinem Garten? [Foto: Karina Kowalska/ Shutterstock.com]
  • Astrantia major ˈSunningdale Variegatedˈ: Die Besonderheit hier ist die cremefarbene Zeichnung auf den Blättern, die sich im Laufe des Jahres verändert. Die Blüten erscheinen in einem zarten weiß-rosa Ton. Die Wuchshöhe beträgt ebenfalls 60 – 70 cm.
Astrantia major mit auffälligen Blättern
Die panaschierten Blätter dieser Sorte sind auch mit Vergissmeinnicht zusammen hübsch anzusehen [Foto: Gardens by Design/ Shutterstock.com]
  • Astrantia major ˈMoulin Rougeˈ: Die karmesinroten Hüllblätter von ˈMoulin Rougeˈ besitzen purpurviolette Spitzen. Diese Sorte ist nicht nur eine hervorragende Beetstaude, sondern überzeugt auch mit einer ausgezeichneten Schnittqualität. Sie erlangt eine Höhe von 40 – 50 cm.
Rote Sterndolde
Die kräftige Farbe der Blüten sticht einem sofort ins Auge [Foto: Anna Gratys/ Shutterstock.com]
  • Astrantia major ˈShaggyˈ: Diese Sterndolde ist ebenso unter dem Namen ˈMargery Fishˈ bekannt und trägt silbrig-weiße Blütenköpfchen, deren Hüllblätter grünliche Spitzen besitzen. Sie wird etwa 50 – 60 cm hoch.
Sterndolde 'Shaggy'
Der silberne Farbton lässt die Blüten sehr edel wirken [Foto: Alex Manders/ Shutterstock.com]
  • Astrantia major ˈRomaˈ: Die Blütenfärbung dieser Sorte ist sehr facettenreich und variiert von Altrosa über silbrig Rosa bis kräftig Rosa. Ihre Wuchshöhe beträgt circa 40 – 60 cm.
Sterndolde mit dunklen Stängeln
Sogar die Stängel dieser Sorte sind dunkel gefärbt [Foto: Alex Manders/ Shutterstock.com]
  • Astrantia major ˈFlorenceˈ: Die Blüten dieser außergewöhnlichen und reichblühenden Variante sind silbrig, rosa und lavendelfarben gefärbt. Sie erreicht ebenfalls 40 – 60 cm.
  • Astrantia major ˈElmblutˈ: Die Sorte ist von einem eher kompakten Wuchs mit einer Höhe von etwa 40 cm geprägt und hat wunderschöne, kräftig weinrot gefärbte Blüten.

Sterndolde pflanzen

Vor dem Pflanzen der Sterndolde muss ein geeigneter Standort gefunden werden, der den Ansprüchen des Doldenblütlers entspricht. Lebensbereiche, an denen sich die Stauden wohlfühlen, sind lichte Gehölzränder und feuchte Freilandflächen. Der Boden sollte konstant frisch bis feucht sein und am besten kalkreich oder zumindest neutral sowie mäßig nährstoffreich. Lehmige, humose Böden eignen sich zum Beispiel aufgrund der guten Wasserspeicherkapazität. Die Sterndolde kommt gut mit der Durchwurzelung des Bodens durch benachbarte Pflanzen zurecht. Der Standort sollte absonnig oder halbschattig liegen – eine vollsonnige Lage ist zu vermeiden. Was die Geselligkeit betrifft, kann die Sternblume in kleineren Gruppen von etwa 3 bis 10 Pflanzen gesetzt werden, wenn ein Abstand von circa 45 cm eingehalten wird.

Im Freiland wird die Sterndolde entweder im Herbst ausgesät oder zwischen April und Mai eingepflanzt. Wenn Sie die Jungpflanzen selbst kultivieren, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Nachdem es sich bei diesen Stauden um Kaltkeimer handelt, benötigen sie eine Kältebehandlung zur Keimung. Deshalb ist es am sinnvollsten, die Samen entweder direkt ins Freiland auszubringen oder sie dort ab Februar in Töpfen an einem geschützten Ort vorzuziehen. Für die Aussaat in Töpfchen verwenden Sie am besten eine hochwertige Aussaaterde, die für optimale Bedingungen noch mit etwas Kalk vermischt wird. Dafür eignet sich zum Beispiel unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde ideal, die mit dem optimal ausgewogenen Nährstoffverhältnis für kräftige Jungpflanzen mit ausgeprägtem Wurzelwachstum sorgt. Für die weiteren Schritte gehen Sie wie folgt vor:

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  • Aussaat im Herbst oder März im Freiland
  • Kalk-Aussaaterde-Gemisch in Aussaatschale oder Töpfe füllen
  • Substrat leicht andrücken und darauf mehrere oder einen Samen pro Topf verteilen
  • Saatgut des Lichtkeimers nicht mit Erde bedecken
  • Substrat feucht halten
  • Keimung nach ca. 4 – 6 Wochen bei Temperaturen von 5 – 12 °C
  • Mehrere eng gesäte Pflanzen im Keimblattstadium pikieren
  • Kräftige Jungpflanzen mit ausgeprägtem Wurzelsystem auspflanzen
Sterndolde im Staudenbeet
An absonnigen oder halbschattigen Standorten fühlt sich die Sterndolde besonders wohl [Foto: photoPOU/ Shutterstock.com]

Sterndolde kombinieren: Die Sterndolde lässt sich mit vielen Partnern in halbschattigen Beeten kombinieren. Die Kombination mit Funkien (Hosta), Frauenmantel (Alchemilla), Bergenien (Bergenia), der Prachtspiere (Astilbe) oder dem Fingerhut (Digitalis) lässt ein wunderschönes Gesamtbild entstehen.

Die richtige Pflege

Die Pflegemaßnahmen der Sterndolde stellen keine große Herausforderung dar und sind unkompliziert. Je besser der Standort auf die Ansprüche der Pflanze zugeschnitten ist, desto weniger aufwendig fällt die Pflege aus.

Gießen, düngen und Co.

An einem sonnigen Standort und vor allem auf leichten Böden muss die Sterndolde sehr regelmäßig gewässert werden, da sie einen durchgehend leicht feuchten Untergrund benötigt. Daher sollte an heißen Tagen auf ausreichendes Gießen geachtet werden.

Durch eine einmalige Kompost- oder Düngergabe im Frühjahr können Sie der Sterndolde essenzielle Nährstoffe zuführen. Da die Staude nur einen mäßigen Nährstoffbedarf hat, ist eine weitere Düngung nicht notwendig. Wenn Sie keinen Kompost haben oder beziehen können, ist zum Beispiel unser Plantura Bio-Blumendünger eine gute Wahl. Seine vornehmlich organische Zusammensetzung sorgt für eine langsame Nährstofffreisetzung und erhält die Bodenfruchtbarkeit.

Sterndolde-Blüten
An sonnigen und warmen Standorten muss die Sterndolde mehr gegossen werden

Sterndolde schneiden

Ein Schnitt ist bei der Sterndolde nicht zwingend notwendig. Um eine Nachblüte im September zu erreichen, können Sie jedoch die alten Blütenstände direkt nach der ersten Blütezeit tief zurückschneiden. Die verwelkten Blütenstände sollten generell entfernt werden, wenn Sie eine Verwilderung der Sterndolde durch Versamung verhindern wollen.
Erwähnenswert ist auch der hohe floristische Wert der Sterndolden: Die bezaubernden Blüten sind hervorragende Schnittblumen und ergänzen mit ihrer Extravaganz jeden Sommerstrauß.

Ist die Sterndolde winterhart?

Die Sterndolden werden der Winterhärtezone Z6 zugeordnet. Das bedeutet, sie halten Temperaturen bis etwa – 23 °C stand. In härteren Wintern kann es durchaus zu leichten Schäden kommen, deshalb wird grundsätzlich ein geschützter Standort für die Staude gewählt. Mit einer Abdeckung aus Laub oder Reisig kann der Sterndolde nichts passieren.

Vermehrung

Das Vermehren der Sterndolde ist eine unkomplizierte Sache, denn meist nimmt die Staude die Vermehrung selbst in die Hand, wenn die Blütenstände stehen gelassen werden. Wer die Pflanze jedoch gezielt vermehren möchte, kann dies entweder durch Aussaat oder Teilen der Sterndolde tun. Hierbei muss beachtet werden, dass die über Aussaat vermehrten Jungpflanzen mehr Zeit benötigen, bis sie kräftige Stauden mit reichem Blütenansatz entwickeln.

Die Samen der Sterndolde werden im Herbst an einem trockenen Tag geerntet. Das weitere Vorgehen bei der Aussaat läuft genauso ab, wie bereits oben beschrieben wurde.

Abgetrocknete Sterndolden-Blüte
Wenn die Blütenstände ausgereift und abgetrocknet sind, kann geerntet werden [Foto: Uellue/ Shutterstock.com]

Die Teilung der Staude findet im Frühjahr statt. Dafür wird der Wurzelballen vorsichtig ausgegraben und freigelegt. Nun teilt man die Pflanze zum Beispiel mit einem Spaten und die einzelnen Stücke werden mit dem eingehaltenen Pflanzabstand wieder eingesetzt und angegossen.

Tipp: Die Sämlinge sind meist nicht sortenecht. Zur sortenreinen Vermehrung muss die Staude im Frühjahr geteilt werden, um im Folgejahr Jungpflanzen derselben Sorte zu erhalten.

Ist die Sterndolde giftig?

Die Sterndolde enthält Inhaltsstoffe wie Rosmarinsäure, Flavonoide, Flavonolglykoside und Saponine. Bei diesen Stoffen kommt es bei der Verträglichkeit oder dem Auftreten von Vergiftungserscheinungen stark auf die Menge an. Die Saponine sind nur zu einem minimalen Anteil von 0,1 bis 0,2 % enthalten.
Aufgrund der Heilwirkung der Sterndolde bei Atemwegserkrankungen, Wunden und Blutungen im Magen-Darm-Trakt findet die Pflanze sogar in der Volksmedizin Verwendung.
Von einem Verzehr größerer Mengen durch Menschen und Tiere wird allerdings auf jeden Fall abgeraten.

Wegen ihrer Fähigkeit der Selbstaussaat und der Neigung zur Verwilderung ist die Sterndolde ein idealer Kandidat für das Blackbox Gardening. Was genau das eigentlich ist und wie man das Konzept am besten umsetzt, lesen Sie in unserem Spezialartikel.

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