Straßenbeete: Tipps für das Gärtnern in der Stadt

Alina
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Seit mehreren Jahren pflanze ich hobbymäßig in meiner Freizeit viel verschiedenes Gemüse an, wodurch ich letztendlich zu dem Studiengang Gartenbau an der Hochschule in Freising gefunden habe. Ich bin davon fasziniert, die Pflanzen vom Samen bis zur Frucht wachsen zu sehen und am Ende die Ernte zu verarbeiten.

Lieblingsobst: Kirschen und Erdbeeren
Lieblingsgemüse: Kartoffeln, Tomaten und Knoblauch

In vielen Städten mangelt es an Grünflächen und viele Menschen wünschen sich ein Stück Grün zum Bewirtschaften. Straßenbeete lösen beides: Sie verschönern das Stadtbild, stärken die Nachbarschaft und bieten Insekten einen Lebensraum.

Straßenbeet
Straßenbeete bieten Insekten einen dringend benötigten Lebensraum [Foto: Catherine Zibo/ Shutterstock.com]

Schluss mit grauen Straßenzügen: Straßenbeete sind eine tolle Möglichkeit, Ihre Stadt etwas grüner zu machen! In diesem Artikel lernen Sie, was genau Straßenbeete sind, welche positiven Effekte sie in der Stadt haben und was Sie beim Anlegen eines Straßenbeets beachten sollten.

Was versteht man unter Straßenbeeten?

Straßenbeete begegnen uns oft alltäglich, dennoch nehmen wir sie aufgrund der typisch schlichten Bepflanzung kaum wahr. Unter einem Straßenbeet versteht man zum Beispiel die Randstreifen an einer Straße oder Verkehrsinseln sowie generell jegliche Grünanlage im öffentlichen Straßenraum der Gemeinde. Baumbeet nennt man den Bereich um einen Straßenbaum herum. Auf diesen Bereichen wächst das sogenannte Straßenbegleitgrün, welches in den meisten Fällen Rasen ist und somit keinen hohen ökologischen Wert erfüllt und zudem optisch nicht wirklich ansprechend ist.

Welche Probleme gibt es bei Baumbeeten in der Stadt? Leider werden diese Bereiche oft mit Müll verschmutzt, als Hundeklo benutzt oder als Fahrradparkplatz verwendet. Auf das Straßenbeet geparkte Autos verdichten den Boden stark und verlangen von Straßenbäumen und anderen Pflanzen eine große Robustheit und Regenerationsfähigkeit.

Baumbeet in der Stadt
Dieser Baum ist vor Verdichtung geschützt, doch die Baumscheibe ist kaum bepflanzbar [Foto: JJY Photography/ Shutterstock.com]

Was sind die Vorteile von Straßenbeeten?

  • Verschönerung der Straße: Ein blühendes Straßenbeet bietet mehr für das Auge als kahler Boden oder Rindenmulch. Außerdem überlegt es man sich bei einem hübsch bepflanztes Baumbeet zweimal, ob man gedankenlos seinen Müll dort fallen lässt, wie es leider auf einer kahlen, verunkrauteten Fläche oft passiert.
  • Ein Beitrag für Artenvielfalt: Vor allem Insekten finden in unseren Städten immer weniger Lebensräume. Das ist unter anderem ein Grund für den Rückgang heimischer Insektenarten. Rasenflächen, wie sie meist an Straßenrändern oder in der Stadt generell vorkommen, sind von geringem ökologischen Wert und können durch insektenfreundliche Blumen ersetzt werden. Dabei sollten Sie natürlich auf umweltfreundliches Gärtnern achten und Pflanzen aussuchen, die einen Wert für unsere Insekten haben und nicht nur schön aussehen. So können auch Menschen ohne einen Garten etwas zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen.
Blühstreifen in der Stadt
Ein Blühstreifen mit insektenfreundlichen Blumenmischungen ist ein guter Anfang [Foto: VOJTa Herout/ Shutterstock.com]
  • Verbesserung des Stadtklimas: Pflanzen filtern Schadstoffe, feinste Staubpartikel und natürlich Kohlenstoffdioxid aus der Luft und tragen somit zu einer verbesserten Luftqualität in der Stadt bei. Außerdem haben Pflanzen eine große Wirkung auf das sie umgebende Mikroklima, denn durch ihre Transpiration befeuchten sie die Umgebungsluft. Außerdem kann sich das Wasser von Regen und Tau besser in der Vegetation halten und damit im Sommer für ein kühleres Stadtklima sorgen.
  • Verbesserte Vitalität der Straßenbäume: Die Wurzeln der Pflanzen auf dem Baumbeet lockern den oft verdichteten Boden um den Baum herum auf und verbessern so die Bodenqualität. Mehr Sauerstoff und Wasser gelangen dadurch zu den Baumwurzeln und ermöglichen dem Baum ein besseres Wachstum. Zudem werden Hundebesitzer ihre Hunde bei einem liebevoll bepflanzen Beet eher davon abhalten, ihr Geschäft dort zu verrichten – so wird der Baum vor zu viel Nährstoffeintrag geschützt. Hundeurin enthält nämlich sehr hohe Konzentrationen an Phosphor, Kalium und vor allem Stickstoff in Form von Harnstoff. Zu viel dieser Nährstoffe führen dazu, dass Pflanzen anfällig für Schädlinge und Frost werden – Sie nehmen also indirekt Schaden durch die tierischen Hinterlassenschaften.
Blumenbeet am Randstreifen
Ein bepflanztes Straßenbeet erhöht die Lebensqualität in der Stadt [Foto: Beekeepx/ Shutterstock.com]
  • Gemeinschaft stärken: Ein Straßenbeet kann das Miteinander in Ihrem Viertel stärken. Vom Anlegen des Beetes bis hin zur Pflege bietet das Beet Möglichkeiten, den Kontakt zu anderen Menschen zu stärken. Die Aufgaben und Pflegearbeiten können in der Nachbarschaft aufgeteilt werden und auch Senioren oder bisher nicht gut integrierte, beispielsweise geflüchtete Menschen können sich gut beteiligen. Durch die Fürsorge für ein und dieselbe Sache entsteht eine Verbundenheit zwischen den Gärtnern. Vorbeilaufende Interessenten sprechen Sie bestimmt auf das Projekt an und es entstehen neue Bekanntschaften. Vielleicht lassen sich ja auch andere durch Ihre bepflanzte Straßenbeete inspirieren und beginnen, selbst ein solches anzulegen und zu pflegen.

Straßenbeete bepflanzen und anlegen: Die besten Tipps

Natürlich ist es ein schönes Projekt, Straßenbeete zu bepflanzen. Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten, ehe Sie mit Schaufel und Saatgut losziehen:

Rechtliche Bestimmungen der Stadt beachten: Grundsätzlich sollte jedem, der ein Straßenbeet bepflanzen möchte, klar sein, dass dies strenggenommen als Sachbeschädigung gilt. Um rechtlichen Konsequenzen aus dem Weg zu gehen, benötigt es einen gewissen bürokratischen Aufwand, um das Projekt im öffentlichen Grün umzusetzen. Ansprechpartner in diesem Bereich sind oft die kommunale Grünflächenpflege, das Grünflächenmanagement und nicht selten auch Naturschutzbehörden. Es ist sogar möglich, für förderwürdige Projekte finanzielle Zuschüsse zu erhalten, aber auch dies ist mit etwas Aufwand verbunden. Allgemein muss man damit rechnen, dass das Vorlegen eines Konzeptes, Benennen fester Ansprechpartner und weiteres verlangt wird. Förderpartner könnten beispielsweise bestimmte Stiftungen oder Serviceclubs sein, aber auch Crowdfunding ist eine gute Methode, mit der man finanzielle Unterstützung für Projekte bekommen kann. Wenn Sie vorhaben, die Straßenbeete vor einer lokalen Firma, Bankfiliale oder ähnlichem zu gestalten, dann lohnt es sich auch dort nachzufragen, ob sie bereit wären, das Projekt zu fördern. Denn es könnte je nach Gestaltung auch gute Werbung für sie sein. Oftmals gibt es Regeln für die Bepflanzung von Straßenbeeten, beispielsweise eine Maximalhöhe der Bepflanzung, um die Sicht auf den Straßenverkehr nicht zu behindern. Außerdem muss die Pflege der Stadtbäume durch die Mitarbeiter des Grünflächenamtes zu jeder Zeit gewährleistet sein. Daher ist ein bestimmter Pflanzabstand zum Baum oftmals vorgegeben.

Beet am Straßenrand
Einige heimische Wildpflanzen sind den rauen Bedingungen direkt neben der Straße gewachsen [Foto: ChBsc/ Shutterstock.com]
  • Das Straßenbeet vorbereiten: Unerfreulicherweise liegt in Baumbeeten oft jede Menge Müll. Als erster Schritt muss dieser entfernt werden. Achten Sie dabei darauf, sich nicht an Scherben oder ähnlichem zu verletzen. Leider ist die Erde im Straßenbeet oft nicht hochwertig und stark verdichtet. Der Boden sollte also vor dem Bepflanzen bis in mindestens 10 cm Tiefe aufgelockert und mit einem hochwertigen Substrat verbessert werden. Dazu eignet sich zum Beispiel unsere Plantura Bio-Universalerde. Die Pflanzerde kommt ohne Torf aus und hat somit einen geringeren CO2-Fußabdruck als gewöhnlichen Pflanzerden. Alternativ kann auch reifer Kompost verwendet werden, der von einem Recycling-Hof geholt werden kann. Häufen Sie aber nicht zu viel Substrat um den Baumstamm herum an.
Plantura Bio-Universalerde
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  • Die richtigen Pflanzen auswählen: Je nach Lichtbedingungen sollten Sie Ihre Bepflanzung auswählen. Generell gilt es, sehr robuste Pflanzen auszusuchen, die den Extrembedingungen direkt neben der Straße standhalten. Besonders wichtig ist, dass die Pflanzen in einem Baumbeet mit viel Wurzeldruck zurechtkommen, da der Boden vom Baum schon stark durchwurzelt ist. Beim Bund deutscher Staudengärtner kann man kostenlos Konzepte zum Bepflanzen von Baumscheiben erhalten. Auch die Aussaat auf solchen Flächen ist möglich. Hierfür eignen sich besonders insektenfreundliche Blumenwiesenmischungen wie unsere Plantura Bienenweide. Die pflegeleichte Blumenmischung besteht aus über 20 ein- und mehrjährigen Arten. Achten Sie bei der Auswahl generell darauf, insektenfreundliche Pflanzen auszuwählen, um einen Mehrwert für Ihre Stadt zu schaffen.
bepflanztes Straßenbeet
Der Sonnenhut ist nicht nur ein Blickfang im Straßenbeet sondern auch insektenfreundlich [Foto: Beekeepx/ Shutterstock.com]

Geeignete Pflanzen für sonnige Baumbeete sind zum Beispiel:

  • Bienenfreundliche Bodendecker: Teppich-Phlox (Phlox subulata), Blutroter Storchschnabel (Geranium sanguineum), Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)
  • Mittelhohe Stauden: Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare), Große Fetthenne (Sedum telephium), Sonnenbraut (Helenium), Schlangen-Knöterich (Bistorta officinalis), Sonnenhut (Echinacea purpurea), Gemeine Wegwarte (Cichorium intybus), Rudbeckie (Rudbeckia), Färberkamille (Anthemis tinctoria), Wiesensalbei (Salvia pratensis), Glockenblume (Campanula glomerata)

Weitere Insektenfreundliche Blumen finden Sie in unserem passenden Plantura-Artikel.

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  • Die richtige Pflege: Vor allem am Anfang sollte das Straßenbeet regelmäßig gegossen werden, um das Anwachsen der Pflanzen oder Aufgehen der Samen zu gewährleisten. Je nach Pflanzenanspruch können Sie nach ein paar Wochen weniger gießen. Es empfiehlt sich, das Gießen unter Freunden oder in der Nachbarschaft aufzuteilen. In regelmäßigen Abständen sollte außerdem Unkraut gejätet und etwaiger Müll entfernt werden. Das Düngen von Baumbeeten ist in manchen Städten nicht gestattet, um unkontrollierten Nährstoffeintrag zu verhindern. Fragen Sie daher vor dem Düngen beim zuständigen Grünflächenamt nach.
  • Das Straßenbeet schützen: Um die Baumscheibe als Beet erkenntlich zu machen, ist eine kleine Einzäunung von Vorteil. Auch das sollte aber mit der Stadt abgesprochen werden, denn nicht überall ist das erlaubt. Alternativ können Sie Hinweisschilder aufstellen oder am Baum befestigen, selbstverständlich ohne diesen zu schädigen. Besonders am Anfang, wenn die Samen noch nicht gekeimt haben, können entsprechende Schilder Vorbeilaufende zu mehr Rücksicht anregen.
Gemüse im Straßenbeet
Sogar Gemüse lässt sich mitten in der Stadt in Beeten anbauen [Foto: spiv/ Shutterstock.com]

Auf einen Blick: Die wichtigsten Schritte zum Anlegen eines Straßenbeets

  1. Regularien der Stadt recherchieren
  2. Beet von Müll und Unkraut befreien
  3. Erde lockern und verbessern
  4. Angepasste und umweltfreundliche Bepflanzung planen
  5. Pflanzen oder säen
  6. Optional: Baumbeet schützen

Eine weitere Idee fürs Urban Gardening ist ein Kräuterbeet aus Paletten, das auf jedem noch so kleinen Balkon Platz findet.

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