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Alles über die Ackerbohne und Dicke Bohnen: Herkunft & Anbau

Die Ackerbohne oder auch Dicke Bohne wird seit Urzeiten angebaut. Wir zeigen alles rund um dieses Gemüse und beschreiben, wie der Anbau im Garten gelingt.

Tagesernte der Ackerbohne in Schale auf Holzhintergrund

Baut man die Dicke Bohne im eigenen Garten an, kann man sich etliche Wochen über frische Bohnen freuen. [Foto: julesCC BY 2.0]

Für viele ist die Ackerbohne (Vicia faba), auch Dicke Bohne genannt, nicht gerade ein bekanntes Gesicht aus der eigenen Küche. Wenn überhaupt, dann kennt man diese Bohnenart eher als Viehfutter. Auch in den hiesigen Supermärkten und Discountern trifft man sie nur selten an. Früh geerntet, ist dieses Gemüse jedoch sehr schmackhaft und auch ernährungspsychologisch wertvoll. Wieso also nicht mal den eigenen Anbau probieren?

Archäologische Ausgrabungen datieren den Anbau bis 6000 Jahre v. Chr. zurück. Ab dann verbreitete sich die Ackerbohne weiter aus. Ihr hoher Protein- und Kohlenhydratgehalt waren besonders wichtige Eigenschaften, um die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Heutzutage kennt man die Dicke Bohne meistens nur noch aus Omas Garten. Auf dem Teller landen mittlerweile meistens die Gartenbohne oder (Zucker-)Erbsen. Besonders in der rustikalen Küche macht sich die Dicke Bohne jedoch sehr gut. Mehr dazu finden Sie weiter unten im Artikel.
(Synonyme: Ackerbohne, Dicke Bohne, Saubohne, Puffbohne, Schweinsbohne, Große Bohne, broad bean (engl.))

Sie wollen noch mehr Informationen? Dann schauen Sie doch mal hier vorbei: Ackerbohne: Herkunft, Ursprung und Synonyme.

Ackerbohne richtig anbauen

Im großen Maßstab wurde die Dicke Bohne erstmals im Mittelmeerraum angebaut. Sie mag die feuchte und leicht salzige Meeresluft. Am besten steht die Pflanze an einem sonnigen Platz. Sie verträgt schwere und lehmige Böden, die aber vor der Pflanzung leicht gelockert werden sollten. Bei der Gelegenheit rät es sich, gleich auch etwas Kompost einzuarbeiten.

Die Ackerbohne zählt zu den Leguminosen und wird gerne in der Vorkultur angebaut. Die Pflanzen binden eine tiefe Pfahlwurzel aus in deren Bereich Stickstoff gebunden wird. Das Saatgut wird Anfang März direkt ins Beet gesteckt (5cm tief). Zur Aussaat sollte der Boden nicht gefroren sein. Die Pflanzen wachsen recht ordentlich und brauchen besonders im Wurzelbereich Platz. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte daher 15cm betragen. Den Reihenabstand wählt man am besten ebenfalls etwas großzügiger.

Nach etwa zwei Wochen keimen die Samen. Sind die Jungpflanzen bereits ein Stückchen gewachsen, kann man diese an einem Stecken anbinden. Dies ist besonders bei wüchsigen Sorten an windigen Standorten zu empfehlen.

Eine Düngung ist bei einem guten Boden nicht notwendig. Die Nährstoffe im Kompost reichen meistens vollkommen aus. Wichtiger ist, dass der Boden stets ausreichen feucht ist. Besonders in einem trockenen Frühling oder Frühsommer sollte regelmäßig gegossen werden.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anbau finden Sie hier: Ackerbohnen anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit.

Sorten der Dicken Bohne

Es gibt zahlreiche Sorten der Dicken Bohne. Für den Gebrauch im eigenen Garten sollte man besonders auf die Kornqualität achten. Diese sollten möglichst zart und aromatisch sein. Einige Sorten der Ackerbohne haben wir für Sie nachfolgend zusammengestellt:

  • Dreifach Weiße: bewährte Sorte mit sehr frühem Ertrag; Körner sind sehr wohlschmeckend und bleiben auch beim Kochen zart und weiß.
  • Hangdown: traditionelle Sorte mit grünem Korn; altbewährt.
  • Hunsrück: sehr großfruchtige Sorte mit gelb-beigem Korn.
  • Listra: diese Ackerbohne ist geschmacklich sehr gut; die Körner bleiben zart und aromatisch.
  • Osnabrücker Markt: altbewährte, mittelfrühe Sorte mit hellem Korn.
  • Perla: beliebte Sorte, da recht zart und fein im Aroma; grünes Korn.
  • Piccola: grünkörnige, wüchsige und standfeste Sorte; guter Ertrag.
  • Robin Hood: niedrig bleibende Sorte, die auch für die Kultur auf Terrasse und Balkon geeignet ist; zarter und guter Geschmack.
  • Witkiem: sehr frühe Sorte mit hellem, großem Korn.

Ernte und Lagerung der Acker- und Dicken Bohne

Je nach Standort kann ab Ende Mai geerntet werden. Die Ernte geht bis Ende Juni, teilweise auch bis Anfang Juli, wenn die Aussaat spät erfolgte. Will man die Dicke Bohne inklusive Hülse zubereiten, müssen die Schoten sehr jung geerntet werden. Später sind die Hülsen zu faserig und nur die Körner können gegessen werden.

Will man die „Bohnen“ sprich die Kerne essen, sollten diese in den Hülsen schon gut ausgebildet und deutlich erkennbar sein. Erst dann kann geerntet werden. Alle paar Tage sollte man die Pflanzen absuchen. Am besten lagert man die Ackerbohne samt Hülse an einem kühlen Platz oder dem Kühlschrank. Bis zu eineinhalb Wochen kann man die Dicke Bohne so aufbewahren. Auch können die Kerne für eine spätere Zubereitung getrocknet werden. So halten sich die Körner über viele Monate problemlos.

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Die Kerne sind sehr reich an Proteinen und Kohlenhydraten. Sie enthalten zudem bis zu 2% Fett. Mit bis zu 30% Proteingehalt ist die Dicke Bohne ein besonders wertvolles Gemüse, um gut Muskeln aufzubauen. Dies ist auch einer der Gründe warum diese Gemüseart eben hauptsächlich als Futterpflanze angebaut wird. Mit einem Bestandteil von bis zu 50% bietet sich die Dicke Bohne zwar nicht zur kohlenstoffarmen Diät an. Jedoch gilt die Bohne als gesund und ideal für eine natürliche Ernährung.

Die Dicke Bohne dünstet man kurz und brät sie anschließend in Butter oder Fett an. Sie ist ein idealer Begleiter zu deftigen Gerichten, wie Schweinehaxen oder Geschmortem. Will man sie vegetarisch zubereiten kann man sie mit etwas Spinat anbraten und anschließend beispielsweise Parmesan garnieren. Veganer können den Käse natürlich problemlos weglassen. Auch kann man die Ackerbohne mit Rinderhack zusammen anbraten und genießen. Will man dem Gericht eine exotische Note geben, kann man etwas frische Minze hinzugeben.

Diese Schädlinge und Krankheiten machen der Dicken Bohne zu schaffen

Eine Pilzart und ein Schädling können der sonst robust wachsenden Ackerbohne deutlich zusetzen. Ein Rostpilz, der auf den komplizierten Namen Uromyces viciae-fabae hört, kann zum Problem werden. Man erkennt einen Befall an rostartigen Flecken und Pusteln auf der Blattoberfläche. Zwar gibt es Mittel gegen den Pilz, aber unserer Meinung nach sollte man die gesamte Pflanze möglichst schnell entfernen und im Restmüll entsorgen. Im selben Beet rät es sich dann für einige Jahre keine Ackerbohnen mehr zu kultivieren, da der Pilz sich im Boden halten kann.

Ferner kann die Schwarze Bohnenlaus den Pflanzen schaden. Wirtspflanzen für die Schwarze Bohnenlaus sind der Schneeball und das Pfaffenhütchen. Hat man einen regelmäßigen Befall im Sommer, sollten diese Wirtspflanzen im Frühjahr ebenfalls gespritzt werden. Alternativ kann man zerkleinerte Rhabarber Blätter aufbrühen und anschließend einen Tag ziehen lassen. Mit dieser Brühe können die Ackerbohnen gespritzt werden. Dies behagt der Schwarzen Laus sehr wenig.

Nacktschecken sind besonders für kleinere Pflanzen ein Problem. Hier hilft es Schneckenkorn zu streuen oder die Jungpflanzen mit einem Schneckenzaun zu schützen. Auch japanische Laufenten sind regelrecht hungrig nach den schleimigen Schnecken.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Neudorff – Neem Plus SchädlingsFrei: Gut pflanzenverträgliches Kontakt- und Fraßinsektizid mit Sofort- und Langzeitwirkung.
  • Neudorff Cueva Pilzfrei: Flüssigkonzentrat gegen Echten und Falschen Mehltau an Gemüse, Kartoffeln, Wein und Zierpflanzen sowie Schorf an Äpfeln. Umweltschonend durch reduzierte Kupfermenge und nicht bienengefährlich sowie für den ökologischen Landbau zugelassen.
  • Schneckenkorn: Mit natürlicher Eisenverbindung; wirkt effektiv und schützt dabei Haustiere, Igel und Regenwürmer; naturverträglich und regenstabil.

 

Felix

Ich bin studierter Wirtschaftsingenieur, aber im Herzen schon immer ein begeisterter Hobbygärtner. Seit über zehn Jahren baue ich Obst und Gemüse im eigenen Garten an, dabei liegt meine Leidenschaft vor allem bei seltenen und besonderen Sorten.
Lieblingsobst: Rotfleischige Pfirsiche und Pluots (Kreuzung Aprikose und Pflaume)
Lieblingsgemüse: Palmkohl, Tomaten und Kardonen

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