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Bärlauch: Der wilde Knoblauch frisch aus dem eigenen Garten

Bärlauch ist nicht nur sehr gesund, sondern auch sehr schmackhaft. Wir zeigen hier Tipps und Tricks zum Anbau im eigenen Garten sowie die besten Rezepte.

Bärlauch Pflanzen

Bärlauch ist eng verwandt mit Knoblauch, Lauch und Zwiebeln [Foto: Simon Groewe/ Shutterstock.com]

Woher der Begriff Bärlauch (Allium ursinum), der auch im Englischen als bear’s garlic bekannt ist, stammt, ist bis heute ein Rätsel. Für die Germanen war Bärlauch eine Heilpflanze, der sie die Kräfte eines Bären zuschrieben. Andere vermuten den Namensursprung in der Tatsache, dass so mancher ausgehungerte Meister Petz nach einem langen und kargen Winter auch schon mal das Grün des Bärlauchs aß, um so seinen Hunger zu stillen. Auch wenn die Namensherkunft ungeklärt bleibt, so weiß man, dass der Bärlauch mit Knoblauch, Lauch und Zwiebeln eine enge Verwandtschaft pflegt. Das geschmacksintensive Kraut wächst in vielen Teilen Europas und vereinzelt auch in den Wäldern Asiens und Nordamerikas. Aufgrund seines besonderen Aromas, ist der im Frühjahr austreibende Bärlauch eine begehrte Beute von Waldspaziergängern und wird gerne gesammelt.

Die Pflanze wird ungefähr 20-30 cm hoch. Zu Beginn sind die Blätter noch leicht hellgrün gefärbt. Später im Sommer sind sie deutlich größer, etwas faseriger und dunkelgrün. Die Zwiebeln des Bärlauchs sind mit 2-3cm deutlich kleiner als Gemüsezwiebeln oder die Knollen des verwandten Knoblauchs.
Während frischer Bärlauch an Wochenmärkten und Feinkostläden meistens ein Vermögen kostet, kann man das leckere Blattgemüse problemlos im eigenen Garten ansiedeln.
Synonyme: Bärenlauch, wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Ramsen, bear’s garlic (engl.), ramsons (engl.), wild garlic (engl.)

Anbau: Samen oder Zwiebeln

Vorwiegend trifft man Bärlauch in (Au)Wäldern an und es verwundert kaum, dass die Pflanze einen halbschattigen Standort bevorzugt. Der Boden sollte humos, nährstoffreich und leicht feucht sein.

Der leckere Bärlauch kann durch zwei Methoden vermehrt werden. Entweder sät man die Samen aus oder man greift direkt zu den Zwiebeln. Zum Keimen benötigen die Samen Frost, denn Bärlauch ist ein klassischer Kaltkeimer. Deshalb stratifiziert man die Samen entweder vorab oder sät diese im Herbst direkt ins Beet aus. Die Aussaattiefe beträgt zwei bis drei Zentimeter. Es kann recht dicht gepflanzt werden – drei bis fünf Zentimeter Abstand reichen aus. Bessere Ergebnisse erzielt man jedoch mit Zwiebeln. Diese werden etwa vier bis fünf Zentimeter tief gesteckt. Die Zwiebel entwickelt sich am richtigen Standort meistens im ersten Jahr zu einer kräftigen Pflanze. Im zweiten Standortjahr kann bereits geerntet werden. Will man noch schneller Ernten kann man den Bärlauch auch als Topfpflanze kaufen.
In unserem Artikel Bärlauchsorten: Samen oder Steckzwiebeln zum Anbauen wählen, erfahren Sie noch mehr Wissenswertes.

Bärlauch mit Wurzeln

Bärlauch kann sowohl aus Samen als auch über Zwiebeln vermehrt werden [Foto: Ivan Marjanovic/ Shutterstock.com]

Bärlauch ist ein sehr dankbares Kraut und muss nur spärlich gegossen und gedüngt werden. Vor dem Pflanzen sorgt man am besten für einen guten Boden, der auch Feuchtigkeit einige Zeit halten kann. Magere Böden werden mit Kompost angereichert. In unseren Breitengraden kann aufs Gießen getrost verzichtet werden. Ausnahme stellen jedoch sehr sonnige Standorte mit einem trockenen Boden dar. Im Sommer, wenn die Temperaturen höher werden und der Boden ab und an trocken ist, zieht der Bärlauch ohnehin ein.
Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anbau finden Sie hier: Bärlauch anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Floragard Bio-Erde: Bio-Allround-Erde aus natürlichen Rohstoffen und ohne Torf. Kräftige Pflanzen durch den besonderen Dünger Flora Bio-Mix. Auch für Hochbeete geeignet.
  • Cuxin Hochbeet- & Kräuterdünger: Hochwertiger, Organisch-mineralischer und veganer Dünger auf pflanzlicher Basis für ein optimales Wachstum und eine reiche Ernte. Ideal für die Anwendung in Hochbeeten und für die Nährstoffversorgung von Kräutern.

Bärlauch ernten und konservieren

Zwischen März und Juni kann man das Kraut am laufenden Band ernten. Am besten ist es, erst die äußeren Blätter zu ernten, dann treiben die inneren Blattpaare nämlich umso schneller nach. Aber Achtung: Sollten Maiglöckchen im eigenen Garten stehen, besteht eine Verwechselungsgefahr. Auch Kinder sollten hiervor gewarnt werden. Der knoblauchartige Geruch ist jedoch ein einfaches und geeignetes Unterscheidungsmerkmal, weshalb dem sicheren Verzehr nichts im Wege steht. Das Kraut sollte frisch verarbeitet werden, denn wie beispielsweise Basilikum verliert Bärlauch beim Trocknen sein Aroma. Ebenso kann man es gut einfrieren oder mit reichlich Öl einlegen (Pesto). Im Kühlschrank oder in einem kühlen Keller lässt sich das Grün feucht eingeschlagen auch einige Tage lagern.

Bärlauch Ernte

Zwischen März und Juni kann man den Bärlauch ernten [Foto: images72/ Shutterstock.com]

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Viele wissen die guten Eigenschaften und Inhaltsstoffe des Bärlauchs sehr zu schätzen. Dies dürfte auch den Bärlauch-Trend während des letzten Jahrzehnts ausgelöst haben. Während viele Eigenschaften aus veralteter Medizinlehre stammen oder purer Aberglaube sind, ist mittlerweile die antibakterielle Wirkung medizinisch bestätigt. Frischer Bärlauch, als Salat oder Pesto soll besonders Husten und Fieber lindern. Neben Vitamin C und Mineralstoffen wie Eisen und Magnesium sind Alliin und Allicin enthalten. Letzteres ist für den typischen Knoblauchgeruch verantwortlich und gilt als pharmakologisch wirksamer Stoff. In einigen Apotheken kann man mittlerweile eine aus dem Trendgemüse hergestellte Tinktur beziehen. Laut Werbung werden dieser mehrere Eigenschaften zugeschrieben: Lindert Husten und Fieber, senkt den Blutdruck und Cholesterinspiegel und fördert das Herz. Unserer Meinung nach genießt man Bärlauch jedoch am besten frisch aus dem eigenen Garten. Nur so weiß man genau, was man zu sich nimmt. Wissenswert: Entgegen der häufigen Meinung können auch die Zwiebeln verzehrt werden.

Hier unsere Tipps für Bärlauchrezepte:

Bärlauchpesto: Hier sollte das Bärlauchgrün feingehackt und mit Pinienkernen, Walnüssen oder Mandeln sowie reichlich geriebenem Parmesan vermengt werden. Der Brei wird beispielsweise mit einem guten Olivenöl und etwas Salz abgeschmeckt. Nach der Abfüllung in ein geeignetes Glas muss das Pesto mit Öl bedeckt werden. Anderenfalls beginnt es schnell zu schimmeln.

Bärlauch Pesto

Bärlauch lässt sich zu einem leckeren Pesto verarbeiten [Foto: A_Lein/ Shutterstock.com]

Bärlauchbrot: Man kann entweder den Brotteig selber anrühren oder man greift auf eine Brotbackmischung zurück. Diese findet man häufig im gut sortieren Lebensmittelhandel. Zu dieser wird kleingeschnittener, frischer Bärlauch hinzugegeben. Gibt man zu dem Teig etwas Butter oder Öl hinzu, kommt das Aroma des Bärlauchs besonders gut zur Geltung.

Bärlauchpizza: Besonders lecker ist eine Verwendung von Bärlauch auf einer Pizza. Hier kann man entweder gehackten, frischen Bärlauch kurz anbraten und damit die Pizza belegen oder man greift auf ein Bärlauch-Pesto zurück. Wem ein purer Bärlauchbelag zu viel ist, kann auch Spinat (und ggf. Ricotta) beimischen.

Bärlauch als Kraut zum Verfeinern von Fleisch- und Fischgerichten: Ähnlich wie Knoblauch ist Bärlauch ein idealer Begleiter zu Fleisch und Fisch. Der feingehackte Bärlauch sollte erst vor dem Ende des Kochens oder direkt frisch begeben werden.

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