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Brennnesseljauche und Ackerschachtelhalmtee: bewährter Dünger für den Garten

Pflanzenjauche aus Brennessel und Ackerschachtelhalm sind ein altbewährtes Spritzmittel gegen Blattläuse und Ameisen und ein guter Dünger für Ihre Pflanzen.

Brennesseljauche

Aus Brennnesseln lässt sich eine sehr gute Pflanzenjauche herstellen. [Foto: Justus BlümerCC BY 2.0]

Die im Handel oft teuren Präparate lassen sich mit etwas Geschick auch problemlos zu Hause ansetzen. Der Vorteil liegt ganz klar auf der Hand, denn durch den Einsatz von Spritzbrühen ist die Chemiekeule meist überflüssig. Ob selbst angesetzte Jauche, Tee, Brühe oder Kaltwasserentzug, alle Methoden haben dasselbe Ziel: Die wertvollen Inhaltsstoffe der benutzen Kräuter und Pflanzen freizusetzen. Wie das genau passiert und wo trotzdem kleine Unterschiede liegen erfahren Sie hier.

Anwendungsgebiete und Grenzen

Die angesetzten Brühen gehören zu den Pflanzenstärkungsmitteln. Diese Mittel stärken zum Beispiel das Zellgewebe, damit Pilze erst gar nicht in die Pflanze eindringen können. Oder es wird auf die Wirkung von ätherischen Ölen gesetzt, die Schädlinge fernhalten. Fast alle Spritzbrühen wirken ebenfalls wie eine leichte Düngung, egal ob auf das Blatt oder auf den Boden aufgetragen. Manche Brühen können den Befall von Schädlingen sogar eindämmen, aber Sie können einen Schädlingsbefall nicht direkt bekämpfen! Diese Anwendungsgrenze unterscheidet die Brühen und Pflanzenjauchen von richtigen Pflanzenschutzmitteln. Deswegen müssen Pflanzenstärkungsmittel in der Regel vorbeugend eingesetzt werden, also vor dem Befall von Schädlingen. Damit die eingesetzten Brühen auch helfen, ist eine regelmäßige Anwendung unerlässlich, da die Wirkungszeit oft begrenzt ist. Wer also auf eine erfolgreiche Ernte (ohne den Einsatz von chemischen Mitteln) hofft, muss deswegen etwas mehr Zeit in die Pflege der Pflanzen investieren.

Hier erfahren Sie die wichtigen Grundlagen für die Herstellung eigener Jauchen, Tees und Brühen. Für alle pflanzlichen Spritzmittel gilt: Es ist egal ob Sie getrocknete Pflanzen aus dem Handel benutzen oder frische Pflanzen aus eigener Ernte. Mischen Sie bei frischen Pflanzen in einem Verhältnis von 1:10 (Also z.B. 1 kg Pflanzen auf 10 Liter Wasser) und bei getrockneten Kräutern nehmen Sie 100 – 200 g für 10 Liter Wasser.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Brennnesselpulver: zur Herstellung von Brennnesselbrühen
  • Brennnsselpellets: Kräuterpräparat zur Herstellung von Brennnesselbrühe; für ökologischen Landbau zugelassen

Pflanzenjauche

Die Herstellung einer Jauche ist wohl die zeitaufwändigste Methode, um ein eigenes pflanzliches Stärkungsmittel herzustellen. Es lohnt sich aber, weil durch die Gärungsprozesse die allermeisten wertvollen Inhaltsstoffe freigesetzt werden. Durch genau diesen Gärungsprozess ist übrigens auch das beliebte Sauerkraut so gesund! Für einen Gärungsansatz verwenden Sie am besten ein Plastikfass (kein Metall). Füllen Sie die Pflanzen mit dem Wasser hinein und stellen das Fass möglichst warm auf. Die Gärung startet nach 1-2 Tagen und ist ungefähr nach 14 Tagen abgeschlossen. Das Ende der Gärung ist an der fehlenden Blasenbildung zu erkennen. Der doch recht markante Geruch der Pflanzenjauche lässt sich mit der Zugabe von Gesteinsmehl abmildern. Zusätzlich reichern Sie damit Ihre Jauche mit wichtigen Spurenelementen an. Für die Anwendung auf den Blättern muss die Jauche 1:50 mit Wasser verdünnt werden. Bei einer Bodenanwendung nur 1:20. Unser Tipp: Gerade Jauchen können durch ihren hohen Mineralstoffgehalt eventuell zu Verbrennungen auf den Blättern führen. Die Spritzung sollte deswegen morgens oder abends durchgeführt werden.

Ackerschachtelhalm

Neben Brennesseln ist auch der Ackerschachtelhalm sehr beliebt bei der eigenen Herstellung von Jauchen. [Foto: NY State IPM Program at Cornell UniversityCC BY 2.0]

Brühe

Bei der Herstellung einer Brühe müssen die Pflanzen 24 Stunden im Wasser eingeweicht werden und anschließend wird der Ansatz für ca. 15 Minuten gekocht. Nachdem die Brühe abgekühlt ist, kann die Anwendung mit einer 1:10 oder 1:20 Verdünnung beginnen. Die Brühe muss nicht so stark wie die Jauche verdünnt werden, weil hier weniger Mineralstoffe gelöst werden.

Tee

Diese Herstellungsform ist wohl die schnellste, allerdings werden durch die Teezubereitung meistens auch weniger Inhaltsstoffe gelöst. Kochen Sie für die Zubereitung einfach Wasser mit dem Pflanzenmaterial auf. Danach decken Sie das benutzte Gefäß ab und lassen es mindestens 20 Minuten lang ziehen. Eine Verdünnung ist hier nicht notwendig.

Kaltwasserentzug

Einfacher geht es wohl nicht! Die Pflanzen in das Wasser geben und 1-2 Tage stehen lassen, fertig. Auch bei dieser Methode kann auf eine Verdünnung verzichtet werden.

 

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