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Buchsbaum vermehren: Vermehrung durch Stecklinge & Teilung

Anstatt für die Anlage einer großen Buchsbaumhecke viele neue Pflanzen zu kaufen, kann man seinen Buchs auch einfach selbst vermehren. Wir verraten wie.

Eine Reihe von Buchsbäumen

Der Buchsbaum lässt sich durch verschiedene Methoden vermehren [Foto: Helena Green/ Shutterstock.com]

Wenn Ihr Gartenbudget begrenzt ist und Sie trotzdem nicht auf den schönen Buchsbaum (Buxus) verzichten wollen, lohnt es sich, die vegetativen Vermehrungsmethoden anzuwenden – sprich Ihren Buchsbaum selbst zu vermehren. Voraussetzung dafür ist, dass Sie viel Zeit mitbringen, denn der Buchs wächst nun einmal nicht mehr als 10 Zentimeter pro Jahr. Im folgenden Artikel zeigen wir Ihnen, wie die Vermehrung durch Stecklinge, Teilung und Samen funktioniert.

Buchsbaum vermehren

Für die Vermehrung des Buchsbaumes stehen mehrere vegetative Methoden zur Auswahl. Die am häufigsten verwendete ist die Vermehrung durch Stecklinge. Mit ihr können am raschesten viele Jungpflänzchen gewonnen werden. Weniger verbreitet ist die Teilung des Buchses – einerseits weil auf diese Weise weniger Nachkommen aus einer Mutterpflanze gewonnen werden, andererseits wegen des höheren Ausfallrisikos. Die Vermehrung durch Aussaat wird kaum praktiziert, wir wollen aber der Vollständigkeit halber auch darauf eingehen.

Buchsbaumstecklinge auf der Erde und in einer Vase

Die Verwendung von Stecklingen ist eine Methode zur Vermehrung des Buchsbaumes [Foto: Natali Samorod/ Shutterstock.com]

Buchsbaum durch Stecklinge vermehren

Beim Buchs gibt es, je nach Ausgangsmaterial, zwei Arten von Stecklingen: die älteren, verholzten Steckhölzer oder die einjährigen, eher krautigen Stecklinge. Die Vermehrung über Stecklinge erfolgt bevorzugt im Spätsommer oder Herbst. Der Grund dafür ist, dass dann die neuen Triebe bereits genug ausgereift sind, um die Strapazen der Vermehrung zu überstehen und einem möglicherweise drohenden Pilzbefall standzuhalten. Möchte Sie lieber im Frühjahr Ihre eigenen Buchsbaum-Stecklinge herstellen, können Sie versuchen, diese bei günstigen Wetter- und Bodenbedingungen direkt in die Gartenerde zu stecken. Wichtig ist dabei: Der Standort muss absonnig sein, gedüngt wird erst in der Wachstumsphase.

Große Stecklinge: Risslinge vom Buchsbaum

Dient eine starke und buschige Pflanze als Quelle, können ältere, gut verzweigte Triebe großzügig geschnitten werden. Von diesen werden dann etwa 15 Zentimeter lange zweijährige Triebe (zu erkennen an der bräunlichen Rinde) entgegen der Wuchsrichtung abgerissen. Man kürzt die Triebspitzen um ein Drittel ein, um die Transpiration zu reduzieren, befreit das untere Drittel des Zweiges von Blättern und schneidet die überstehende Rindenzunge ab, welche durch das Abreißen entstehen kann. Diese sogenannten „großen Stecklinge“ oder „Risslinge“ werden dann bis zum Blattansatz in Töpfe mit Stecklingserde gepflanzt, angegossen und konstant feucht gehalten. Die Stecklinge wurzeln am besten bei Zimmertemperatur. Der Vorteil hierbei ist, dass diese Pflänzchen von Anfang an schön verzweigt sind und die Auspflanzung ins Freiland schon im nächsten Jahr erfolgen kann.

In einer Schale gepflanzte Buchsbaumstecklinge

Zuerst müssen die Stecklinge in Stecklingserde gepflanzt werden [Foto: Daria Katiukha/ Shutterstock.com]

Kleine Stecklinge vom Buchsbaum

Wenn die zur Verfügung stehende Mutterpflanze selbst noch jung ist oder nur wenig beschnitten werden kann, eignen sich auch einjährige Triebe als Stecklinge. Sie sollten über den Winter stärker vor Frost geschützt werden und benötigen bis zur Auspflanzung voraussichtlich zwei Jahre. Beim Ziehen der Pflänzchen auf der Fensterbank kann ein kleines Gewächshaus oder eine Plastiktüte helfen, ein feuchtes Mikroklima zu schaffen. Das tägliche Lüften sollten Sie aber nicht vergessen, um einer Pilzerkrankung keinen Vorschub zu leisten.

Buchsbaum durch Teilung vermehren

Auch die Teilung ist eine mögliche Methode, den Buchsbaum vegetativ zu vermehren. Dabei wird die Pflanze großzügig um den Wurzelballen herum ausgestochen, wobei der Radius mindestens der aktuellen Höhe des Buchses entsprechen sollte, denn oftmals ist das Volumen seines Wurzelballens größer als die eigentliche Pflanze. Der Ballen wird dann auf einer harten Unterlage mit dem Spaten oder der Säge geteilt. Eine neue Teilpflanze sollte mindestens zwei Triebe haben, um sich gut zu entwickeln. Oft fällt dies schwer, da der verholzte Stock des Buchsbaumes durchtrennt werden muss. Dabei werden Schnittwunden hinterlassen, die verschiedenen Pathogenen wie Pilzen und Bakterien eine willkommene Eintrittspforte bieten. Die darauffolgende Pflanzung kann entweder direkt ins Freiland in der ursprünglichen Pflanztiefe erfolgen – der Boden sollte dann mit guter Komposterde versetzt sein, der Standort nach Möglichkeit schattig – oder die geteilten Buchsbäume kommen in Töpfe mit kalkhaltiger Kübelpflanzenerde, wo sie bis zur kompletten Durchwurzelung verbleiben.

Eingepflanzte Buchsbäume

An einem schattigen Standort kann man die getrennten Buchsbäume wieder einpflanzen [Foto: Ralf Geithe/ Shutterstock.com]

Die Nachteile der Teilung gegenüber der Stecklingsvermehrung:

  • Sie ist weniger effizient, weniger Jungpflanzen können so gewonnen werden
  • Die große Verletzungsfläche bildet eine Eintrittspforte für Pathogene
  • Der neue Buchsbaum hat eine belaubte und eine kahlere Seite, auch wenn bei regelmäßigem rigorosen Schnitt der Buchs nicht unbedingt alle inneren Blätter abwirft

Buchsbaum aus Samen vermehren

Für echte Liebhaber, Spezialisten und Profis kommt vielleicht sogar das Heranziehen des Buchses aus Samen infrage. Dieses einfache, aber zeitaufwendige Unterfangen macht vor allem Sinn, wenn Sie vorhaben, selbst zu züchten und eine eigene Sorte zu kreieren. Wenn Sie zu einem solchen Experiment entschlossen sind, wird es für Sie sicher keine Neuigkeit sein, dass einige Buchsbaumsorten wenig bis überhaupt nicht blühen und somit auch keine Samen tragen werden. Passionierte Buchsbaumexperten werden sich wohl auch nicht davon abschrecken lassen, dass sie selbst bei den blühenden Sorten 20 bis 25 Jahre auf die ersten Samen warten müssen. Je nach Sorte dauert es zwischen 30 und 190 Tagen bis zur Keimung. Alles in allem ist die Anzucht des Buchses aus Samen für die meisten Hobbygärtner aber eher uninteressant. Doch wer weiß? Vielleicht setzt sich die Methode in Zukunft durch, wenn heiße Sommer und anhaltende Dürre der Pflanze zu schaffen machen: Die Sämlinge bilden nämlich im Gegensatz zu den Stecklingen eher Pfahlwurzeln aus, die tief in den Boden reichen und so auch in Trockenperioden noch ans Bodenwasser kommen.

Nahaufnahme eines Buchsbaumes

Es dauert einige Zeit, bis ein Buchsbaum aus den Samen wächst [Foto: Andrew Pustiakin/Shutterstock.com]

Anleitung Buchsbaum aus Samen ziehen:

  • Buchsbaumsamen vorbereiten: Buchsbaumsamen sind hartschalig und benötigen einen Kältereiz (Stratifizierung) oder auch eine mechanische Ritzung (Skarifikation), um zu keimen. Zur Skarifikation legen Sie die Samen zwischen zwei Schichten Sandpapier, rauen Sie mit kreisenden Bewegungen vorsichtig die Schale auf. Anschließend folgt der Kältereiz: Für die Stratifizierung kommen die Samen zwei Monate lang bei circa 4 °C in den Kühlschrank. Legen Sie die Samen dafür zwischen mehrere angefeuchtete Schichten Küchenkrepp und halten Sie sie konstant feucht, aber nicht nass, um Pilzen keinen Vorschub zu leisten. Es sollte ausreichen, die Saat zweimal pro Woche zu kontrollieren.
  • Buchsbaumsamen keimen lassen und einpflanzen: Nach der Vorbereitung des Saatgutes folgt die Keimung bei möglichst konstanten Temperaturen zwischen 15 und 21 °C. Sobald die Samen aufbrechen und sich die ersten weißen Wurzelkeime zeigen, können die Keimlinge eingepflanzt werden. Bereiten Sie dazu pro Samen einen kleinen Topf mit circa 5 cm Durchmesser vor. Geben Sie eine dünne Drainageschicht aus Kies oder Blähton auf den Boden und füllen Sie den Topf dann mit spezieller Anzuchterde auf. Diese darf nicht zu nährstoffreich sein, damit die Wurzeln des zarten Keimlings nicht verbrennen. Pflanzen Sie die Keimlinge mit der Wurzel nach unten doppelt so tief ein, wie der Samen groß ist. An einem hellen Platz versorgen Sie die Töpfchen nun regelmäßig mit Wasser. Die Erde sollte dabei niemals austrocknen, darf aber auch nicht zu nass sein.
  • Die kleinen Buchsbäume pflegen: Nach dem Erscheinen der ersten richtigen Laubblätter kann zum ersten Mal mit stark verdünntem Dünger gedüngt werden. Innerhalb eines Jahres sollten sich die lichthungrigen Keimlinge zu fünf bis 10 Zentimeter großen Pflänzchen entwickelt haben. Die Töpfe sind nun durchwurzelt und die kleinen Buchsbäume können – am bestem im Frühjahr nach dem letzten Frost – an den Ort ihrer Bestimmung ausgepflanzt werden.

Fall Sie mehr über die richtige Pflege Ihres Buchses erfahren möchten, schauen Sie doch hier in unserem Spezial-Artikel vorbei.

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