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Cime di rapa: Köstliches Wintergemüse aus Bella Italia

Cime di rapa: Das mediterrane Wildkraut bildet mit seinem leicht bitteren Aroma einen guten Kontrast zu deftiger Pasta oder gegrilltem Fleisch.

Cime di rapa im Garten anbauen Blüte
Die zarten Blütenknospen ähneln dem Brokkoli [Foto: Gareth Richards]

Cime di rapa oder zu Deutsch auch Stängelkohl (Brassica rapa var. cymosa) ist eine Kohlart, die vor allem in Italien, Spanien und Portugal sehr geschätzt wird. Seit einigen Jahren verbreitet sich das an Brokkoli erinnernde Gemüse jedoch auch in den USA und Deutschland.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Kohlarten blüht die Cimi di rapa bereits im ersten Jahr. Der Fachmann spricht hier vom sogenannten Schossen. Es bilden sich viele kleine Blütenstände die dem Brokkoli sehr ähneln und ebenfalls sehr lecker sind. Vermutet wird seine Herkunft in den Regionen Apulien oder Kampanien, wo die Bevölkerung die Pflanze schon seit jeher als schmackhaftes Wintergemüse zu schätzen weiß.

Synonyme: Stängelkohl, Rappa, ital. Brokkoli, rapini (ital./engl.), broccoli rabe, broccoli raab, grelo (span.)

Cime di rapa anbauen: Auch bei uns lohnenswert

Je nach Region wird Cime di rapa zwischen Juni und Oktober ausgepflanzt. Sät man direkt ins Freiland sollten die Samen einen Abstand von etwa 15-30 cm und einen Reihenabstand von 40 cm haben. Der große Unterschied im Abstand zwischen den Pflanzen variiert je nachdem wie man das Gemüse ernten will. Will man möglichst früh und junge Pflanzen ernten kann er 15 cm betragen. Wird recht spät geerntet, sollte man lieber 30 cm einplanen. Das Saatgut wird dann am besten mit etwa 2 cm Erde bedeckt. Bei Temperaturen über 15°C keimt Cime di rapa meistens nach einer Woche.

Cime di rapa mag nährstoffreichen Boden und einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Karge Böden sollten mit reichlich Kompost und Mist aufgebessert werden. Um unerwünschte Stoffe zu vermeiden, greift der versierte Hobbygärtner zu Mist aus biologischer Tierzucht.

Mit einer Hacke kann während der Wachstumsphase ein- bis zweimal der Boden aufgelockert werden. Im Hochsommer braucht Cime di rapa Wassergaben. Zwar kommt die Pflanze auch mit Trockenheit einigermaßen zurecht, jedoch hilft ein leicht feuchter Boden beim Wachstum erheblich. Eine zusätzliche Düngung muss nicht zwangsweise erfolgen. Ein Verzicht auf Kunstdünger fördert ohnehin das Aroma.

Cime di rapa: Die besten Sorten

Bei uns muss man etwas suchen bis man Händler mit Saatgut von Cima di rapa findet. Die italienische Firma Franchi hat die hier aufgelisteten Sorten im Angebot. Mit etwas Glück findet man im spezialisierten Fachhandel das ein oder andere Samentütchen.

  • Cinquantina: Sorte aus der mittleren Reifegruppe; geschmacklich sehr gut mit großen Blättern und Blütenständen; wird in Italien meistens nach 50 Tagen geerntet.
  • Maceratese: Italienische Sorte mit besonders viel Blattanteil; nach 50 Tagen erntereif.
  • Novantina: Mittelfrühe Reifezeit und sehr intensiver Geschmack; wird in Italien meistens 45-50 Tage nach Pflanzung geerntet (auch wenn novantina neunzig bedeutet).
  • Quarantina: Sehr frühe und groß blättrige Sorte, die in Italien bereits nach 35-40 Tagen geerntet wird.
  • Sessantina: Mittelspäte Sorte mit recht dickem Stamm und einem leicht bitteren Geschmack; wird in Italien nach 60 Tagen geerntet.
Frischer Cime di rapa aus dem eigenen Garten
Frischer Cime di rapa aus dem eigenen Garten [Foto: Rachel Demuth]

Wenn Sie mehr über die Sorten erfahren möchten, schauen Sie doch mal hier vorbei: Stängelkohl: die richtigen Sorten zum Anbauen wählen.

Cime die rapa ernten und lagern

Erntet man deutlich vor der Blüte ist der Geschmack recht mild. Sind bei der Ernte die Blütenstände schon deutlich ausgebildet, ist Cime di rapa besonders aromatisch. Je nach Pflanzzeit und Sorte kann zwischen September und Dezember geerntet werden. Schlägt man Cime di rapa in einem feuchten Handtuch ein, hält er sich für etwa eine Woche. Man sollte stets also nur so viel ernten wie man auch direkt verbrauchen kann. Im Boden hält sich der Stängelkohl sehr gut und verträgt auch leichte Nachtfröste problemlos.

Cime di rapa Anbau und Ernte im Garten
Frisch geernteter Cime di rapa in einem Flechtkorb [Foto: Rachel Demuth]

Cime die rapa: Typische Krankheiten und Schädlinge

Cime di rapa gilt als robuster als die in Deutschland gängigen Kohlarten. Allerdings kann er auch von der Kohlfliege, dem Kohlweißling und Erdflöhen befallen werden. Ist der Boden mit dem Pilz der Kohlhernie befallen, können die Wurzeln von Cime di rapa auch daran erkranken. Am selben Standort sollte generell nur alle vier bis fünf Jahre angebaut werden.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

Cime di rapa in der Küche verwenden

Cime di rapa ist reich an Vitamin C, Mineralstoffen und sekundären Pflanzstoffen. Er hat einen intensiv-aromatischen, leicht bitteren Geschmack und gilt mit etwa 30 kcal/100g als sehr kalorienarm. Vielleicht ist er gerade deshalb in der italienischen Küche so beliebt. Aber auch geschmacklich kann der Cime di rapa überzeugen: Sein Geschmack bildet einen guten Kontrast zu deftiger Pasta oder gegrilltem Fleisch. Ist einem der Geschmack zu intensiv sollte recht früh und einige Wochen vor dem Ausbilden der Blüte geerntet werden. Kurz vor dem Blühen ist der Geschmack intensiv, leicht bitter und scharf.

Gnocci mit Cime di rapa Rezept
Rezept 1: Bella Italia für Zuhause – Gnocci mit Cime di rapa [Foto: Rachel Demuth]

Man kann Stängelkohl auch als Rohkost zu einem Salat (ähnlich wie Rucola) verarbeiten. Kurz blanchiert und anschließend eine Minute scharf angebraten kann er als lauwarmer Salat mit Anchovi Vinaigrette genossen werden. Alternativ kann man ihn auch nach dem Blanchieren mit etwas Salz, Balsamico und viel Olivenöl zu allerlei Gerichten essen. Unserer Meinung nach passt Steak oder Pasta sehr gut dazu. Probieren Sie es doch mal aus.

Ein besonderer Dank geht an die Photographen: Rachel Demuth, Herbolario Allium, Svea Heinemann und Gareth Richards

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