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Die Gartenbohne: Anbau von Busch- & Stangenbohne

Gartenbohnen sind nicht nur eiweißreich und damit besonders gesund. Sie schmecken köstlich und der Anbau im eigenen Garten gelingt leicht mit unseren Tipps.

Bohnen anbauen aus dem eigenen Garten

Bohnen müssen nicht nur grün sein – bringen Sie Farbe in Ihre Küche! [Foto: cristinaCC BY 2.0]

Auch wenn man es von der reinen Form nicht vermuten mag, aber Gartenbohne (Phaseolus vulgaris) und Feuerbohne (Phaseolus coccineus) stellen zwei unterschiedliche Bohnenarten dar. Häufiger bezeichnet man die Gartenbohne auch als Grüne Bohne, Busch- oder auch Stangenbohne.

Neben der Dicken Bohne zählt die Gartenbohne zu den pflanzlichen Eiweißlieferanten. Die Körner der Gartenbohne enthalten im Schnitt 21% Eiweiß, übertroffen von der Dicken Bohne mit bis zu 30%. Nur noch Sojabohnen toppen diesen Eiweißgehalt. Wahrscheinlich hat auch der Sojatrend den rückläufigen Bohnenverzehr in Deutschland bedingt. Es muss aber nicht immer das Sojaprodukt aus Übersee sein. Denn die Gartenbohne wächst im hiesigen Garten bestens. Eventuell auch ein Grund, warum diese Bohnenart vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt zum Gemüse des Jahres 2004 gewählt wurde.

Synonyme: Grüne Bohne, Buschbohne, Stangenbohne, Fisole (AT)

Gartenbohnen-Anbau leicht gemacht:

Die Gartenbohne mag es gerne sonnig und warm. Auch halbschattige Standorte können gewählt werden. Hier wird jedoch später geerntet, was zum Problem werden kann, wenn man die Bohne als Vorfrucht ziehen will. Sät man die Bohnen früh aus, kann man nach der Ernte im Sommer weiteres Gemüse anpflanzen. Dieses Gemüse muss sich als Nachfrucht eignen. Ein großer Vorteil der Gartenbohne als Vorfrucht ist, dass diese Stickstoff aus der Luft in ihrem Wurzelbereich bindet. Genauer gesagt übernehmen das Bakterien, mit denen die Gartenbohne, wie auch andere so genannte Leguminosen in einer Symbiose leben.

Der Boden sollte locker und humusreich sein. Am besten lockert man ihn vor der Saat noch auf. Hierbei kann gleich eine Portion gut abgelagerter Kompost eingearbeitet werden. Dies sorgt für eine ausreichende Nährstoffversorgung. In Folge muss bei Bohnen nicht mehr gedüngt werden. Viel wichtiger ist ein regelmäßiges Gießen an trockenen Frühjahrstagen.

Die Aussaat der Bohnen nimmt man am besten ab Mitte Mai vor. Die jungen Pflanzen vertragen nämlich keinen Frost. Will man in Deutschland die Gartenbohne als Vorfrucht ziehen, sollten die Pflanzen auf der hauseigenen Fensterbank vorgezogen werden. Egal in welchem der beiden Fälle werden die Körner 5cm tief in die Erde gesteckt. Sind die Pflanzen bereits 10 bis 15cm groß und bereits im Freiland, kann um die Pflanzen etwas Erde angehäuft werden. Feuchtigkeit bleibt so besser im Boden gespeichert und vor allem gewinnen die Pflanzen an Standfestigkeit. Ab dieser Größe benötigen Stangenbohnen ebenfalls eine Rankhilfe. Diese kann man entweder kaufen oder sich aus Bambus oder Haselnusstrieben selber basteln. Die Notwendigkeit einer Rankhilfe macht die Zucht von Stangenbohnen komplizierter als die der Buschbohnen die ohne weitere Wachstumshilfe gut gedeihen.

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Gartenbohnen-Sorten

Bei Gartenbohnen wird der Wuchshabitus verwendet, um die Sorten näher einzugrenzen. So heißen die (in)determinaten Bohnen im Volksmund Buschbohnen, denn sie weißen ein begrenztes Wachstum auf. Die starkwachsenden, schwach bis stark windenden Typen werden meistens als Stangenbohne bezeichnet. In der Fachsprache wird nach Filetbohnen (fleischige Hülse die mitgegessen werden kann), Kernbohnen (Samen werden bis zur weiteren Verarbeitung getrocknet) und Zwiebohnen, die für beiden erstgenannten Verwendungen in Frage kommen.

Eine umfangreiche Sortenübersicht finden Sie hier: Gartenbohnen: die richtige Sorte zum Anbauen wählen.

Buschbohnen Sorten:

  • Amethyst: violett gefärbte Hülsen, fadenlos und ertragreich; kompakter Wuchs ermöglicht den Anbau auf dem Balkon.
  • Berggold: Buschbohne mit gelber, fadenloser Hülse; altbewährte Sorte mit gutem Aroma und kompaktem Wuchs.
  • Bluevetta: violett-schwarze Hülsen; intensiv guter Geschmack.
  • Borlotto (rosso): auffällig rotweiß gesprenkelte Hülsen mit rot-braunen Kernen; gut zum Trocknen geeignet; spätreif.
  • Borlotto Di Vigevano: sehr ertragreiche Sorte; cremefarben-rot gesprenkelt; fadenlos.
  • Brittle Wax: frühreife, hellgelbe Sorte mit hell-schwarz gesprenkelten Kernen; guter Geschmack.
  • Brown Dutch: außergewöhnliche Sorte mit grünen Hülsen und kaffeebraunen Kernen.
  • Dickfleischige Wachs: goldgelbe, fadenlose Sorte mit hellen Kernen.
  • Purple Teepee: dunkelviolette und fadenlose Sorte; sehr aromatisch; 15cm lange und aromatische Hülsen.
  • Speedy: sehr frühreife Buschbohnensorte mit satt grünen Hülsen; gute Resistenz gegen Brenn- und Fettflecken.

Stangenbohnen Sorten:

  • Blauhilde: fadenfreie, dunkelviolette Stangenbohne mit einem sehr aromatischen Geschmack; robuster Wuchs und widerstandsfähig gegen diverse Krankheiten.
  • Anellino Giallo: spätreife, italienische Sorte mit goldgelber Hülse und roten Kernen mit kleinen, weißen Sprenkeln; optisch sehr auffällig, da die Hülse deutlich gebogen ist (teilweise halbkreisförmig).
  • Borlotto Lingua Di Fuoco 3: italienische Sorte mit feuerrot und leicht gesprenkelten Hülsen; cremefarbene Kerne mit roten Sprenkeln.
  • Eva: frühreife, grünhülsige Stangenbohne mit sehr langen Hülsen (bis zu 30cm); ertragreich und sehr aromatisch.
  • Goldmarie: eine der frühsten gelb-hülsigen Stangenbohnen; fadenlos und fleischig mit gutem Aroma; robuster Wuchs.
  • Mombacher Speck: frühreife und reichtragende Sorte mit grünen Hülsen; ein Klassiker, der sich bewährt hat.
  • Neckarkönigin: traditionelle und sehr produktive Sorte mit zarter Textur und gutem Geschmack; hellgrüne, sehr lange Hülsen; robust und widerstandsfähig gegen den Mosaikvirus.
  • Smeraldo: Stangenbohne mit sehr langen und sehr breiten Hülsen; hellgrün; frühreif und sehr guter Geschmack.

Ernte und Lagerung von Gartenbohnen

Je nach Aussaat, Standort und Klimazone können die Bohnen im Freiland ab Ende Juni geerntet werden, die späteren Sorten noch bis in den Oktober hinein. Will man sich beim Ernten die Suche ersparen, sollte man zu Sorten greifen, die Hülsen oberhalb vom Laub bilden. Somit sieht man schnell, welche Hülsen erntereif sind und tut sich auch beim Pflücken entsprechend leichter. Je früher man die Hülsen erntet, desto zarter sind diese. Besonders bei nicht fadenlosen Sorten sollte man diese beerntet, solange sie noch zart sind und keinen Faden ausgebildet haben. Dies fördert auch die erneute Fruchtbildung.

Lagern lassen sich die Hülsen einige Tage im Kühlschrank. Erntet man mehr als man verbrauchen kann, können die überzähligen Hülsen auch gut eingefroren werden. Einige bevorzugen die Hülsen in saurem Wasser einzulegen. Unserer Meinung nach verwässert dies jedoch zu sehr den feinen Geschmack der Gartenbohne. Eine auch etwas in Vergessenheit geratene Methode ist das Trocknen. Die Hülsen sind somit länger haltbar und können besonders für Eintöpfe und Suppen gut verwendet werden.

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Die Kerne der Busch- und Stangenbohne enthalten viel Eiweiß. Zusätzlich enthalten die Hülsen und Kerne auch Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium und Eisen sowie etliche Vitamine (A, B, C, E) und Aminosäuren. Deshalb sollten die Bohnen auch nicht übermäßig lange gekocht oder gebraten werden. Enthalten sind auch Kohlenhydrate die teilweise für den Menschen nicht abbaubar sind. Diese Polysaccharide können auch zu Blähungen führen.

Bohnen sollten generell nicht rohverzehrt werden, da sie in diesem Zustand leicht giftig sind. Entweder kocht man die Hülsen für etwa 10 Minuten in heißem Wasser (etwas Salz hinzugeben!) oder man brät die Hülsen mit etwas Wasser und Fett an. Bohnen eignen sich für allerlei Gerichte: Beilage von Salaten, zu Deftigem wie gegrillten Steaks oder einem Braten oder auch in Suppen.

Schädlinge und Krankheiten

Der Anbau von Bohnen im eigenen Garten macht viel Freude. Dennoch sollte man die Pflanzen regelmäßig auf Krankheiten und Schädlinge kontrollieren.

Die Brenn- und Fettfleckenkrankheit äußert sich durch schwarze Flecken oder durchsichtige, wachs-/fettartige Flecken auf dem Blattwerk. Ist der Pilzbefall nicht mehr einzudämmen, sollte die betroffene Pflanze direkt im Restmüll entsorgt werden. Am selben Standort sollten für mindestens drei bis vier Jahre keine Bohnen mehr gepflanzt werden. Der Erreger kann nämlich einige Jahre im Boden überleben und eine erneute Infektion auslösen.

Bohnenfliege (Phorbia platura) legt ihre Eier an den Pflanzen ab. Die Maden befallen Samen und junge Keimlinge, welche in Folge deutliche Wachstumsprobleme haben. Einem Befall kann man gut vorbeugen. Erstens sollten Bohnen nicht nach einer Vorkultur von Spinat oder Kartoffeln gezogen werden. Auch auf frisch gemistetem Boden sollten keine Bohnen ausgesät oder gepflanzt werden. Der Geruch von Mist lockt bekanntlich Fliegen an – hierzu zählt auch die Bohnenfliege. Jungpflanzen können mit einem Gemüseschutznetz überdeckt werden. Zieht man die Bohnen auf der Fensterbank vor, und setzt erst größere Pflanzen ins Beet ein, ist ein Befall mit der Bohnenfliege unwahrscheinlich. Auch Insektizide können bei einem Befall helfen. Ob man diese Pflanzenschutzmittel jedoch im Hausgarten verwenden will, sollte gründlich überlegt werden.

Auch Bohnen können unter dem Mosaikvirus leiden. Dieser wird beispielsweise von Blattläusen übertragen, weshalb man bei einem Laus- oder Insektenbefall auch schnell handeln sollte. Betroffene Blätter verfärben sich erst gelblich. Im weiter fortgeschrittenen Stadium bilden sich an den Blättern hell- bis dunkelgrüne Verfärbungen auf. Der Virus kann nicht direkt bekämpft werden. Entweder greift man zu resistenten, neueren Sorten oder man versucht den Überträger (saugende Insekten) zu bekämpfen.

Den Bohnenrost, eine Pilzerkrankung, erkennt man auf der Blattunterseite. Hier bilden sich weiß-gelbliche Pusteln. Der Befall verschlimmert sich und schließlich verlieren die betroffenen Pflanzen ihre Blätter. Auch ein Überspringen des Bohnenrosts auf die Hülsen ist teilweise möglich. Generell sind eher Stangen- als Buschbohnen betroffen. Nach einem Befall sollte man auch die Rankhilfe entweder für einige Jahre bei Seite stellen oder mit Industriealkohol desinfizieren.

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

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