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Echter Sellerie: Suppenwürze im eigenen Garten anbauen

Sellerie gibt es in verschiedenen Variationen. Wir stellen sie vor und zeigen, wie die Hürden im Anbau des würzigen Krautes zu meistern sind.

frischer Staudensellerie

Staudensellerie erkennt man an der kleinen Knolle und den ausgeprägten Stängeln [Foto: apiumCC BY 2.0]

Der echte Sellerie (Apium graveolens) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Ungefähr dreißig verschiedene Arten umfasst die Pflanzengattung des Selleries (Apium), allerdings sind drei Variationen der Art des echten Selleries am häufigsten in unseren Gärten präsent:

  • Knollensellerie (Apium graveolens rapaceum)
  • Staudensellerie (Apium graveolens dulce)
  • Schnittsellerie (Apium graveolens secalinum)

Dabei hat jede Variation des echten Selleries von Anbau über die Ernte bis hin zur Verwendung ihre Eigenarten. Alles in allem begeistert er jedoch in der Küche durch seine markante Würze und eignet sich deshalb hervorragend für frische, deftige Eintöpfe oder Suppen. Die ursprüngliche Wildform des echten Selleries ist in der ganzen Welt verbreitet und wurde letztlich irgendwann gezielt angebaut. In der Regel wächst die krautige Pflanze in unseren Breiten nur einjährig. Allerdings kann sie gut vorbereitet auch einen Winter überstehen. Auch beim Sellerie hat der botanische Name eine tiefere Bedeutung. So meint „graveolens“ sinngemäß „stark riechend“. Und neben dem charakteristischen Aroma, das der Sellerie verbreitet, soll er auch noch wohltuend für das Herzkreislaufsystem sein – ein weiterer Grund, sich intensiver mit dem Anbau der verschiedenen Variationen dieses Doldenblütlers auseinanderzusetzen.
Synonyme: Zeller, Zellerich

Echter Sellerie: Drei begehrte Variationen im Vergleich

Der echte Sellerie kann einem in verschiedensten Variationen im Garten begegnen. Ob Knollen-, Stauden- oder Schnittsellerie entscheidet über die Würzigkeit des Selleries. Doch was zeichnet die einzelnen Variationen aus und unterscheidet sie von den übrigen? Hier ein kleiner Überblick:

  • Knollensellerie (Apium graveolens rapaceum)
    Der Knollensellerie ist auch als Wurzelsellerie bekannt. Er bildet ein Speicherorgan aus, das halb oberhalb und halb unterhalb der Erde sitzt. Es besteht sowohl aus verdickten Teilen der Wurzel als auch verdickter Sprossachse. Somit handelt es sich um eine Knolle, welche allerdings nicht frosthart ist. Das Grün kann als Suppengrün in der Küche Verwendung finden. Die Knolle kann roh oder gekocht verarbeitet werden und so die Speisen würzen oder aber auch geröstet werden.
  • Staudensellerie (Apium graveolens dulce)
    Der Staudensellerie wird auch als Stiel- oder Stangensellerie bezeichnet. Im Gegensatz zum Knollensellerie bildet er nur eine kleine Knolle aus. Dafür sind die Blattstiele kräftiger und verdickt. Das Aroma ist etwas milder und garniert so Gemüse oder Salate. Der Geschmack kann noch veredelt werden, indem die Stängel im Spätsommer abgedunkelt werden. Dann bleichen diese aus – sogenannter Bleichsellerie entsteht. Staudensellerie kommt mit Kälte etwas besser zurecht und kann deshalb in milderen Wintern durchgehend frisch geerntet werden.
  • Schnittsellerie (Apium graveolens secalinum)
    Beim Schnittsellerie ist die Knolle noch weniger ausgeprägt als beim Staudensellerie. Das Blattwerk ähnelt dem der Petersilie und kann ebenso in gekrauster Form auftreten. Schnittsellerie kann im Gegensatz zur Petersilie allerdings getrocknet werden, ohne dass seine Aromen verloren gehen.

Sellerie anbauen: So wachsen die Variationen im eigenen Garten

Standort
Für den Sellerie – egal in welcher Variation – ist ein nährstoffreicher, feuchter Standort in sonniger Lage optimal. Dabei kann es sich ruhig um etwas schwerere wie zum Beispiel lehmhaltige Böden handeln. Allerdings sollte er nicht zu verdichtet sein. Ein lockerer Boden ist nämlich insbesondere für die Ausbildung einer vernünftigen Knolle essentiell.
Sellerie wird zudem eher im Beet als im Topf angebaut. Er braucht nämlich relativ viel Platz und müsste im Topf auch sehr oft gegossen werden.

Sellerie auf dem Feld anbauen

Sellerie bevorzugt nährstoffreiche, feuchte Standorte in sonniger Lage [Foto: JimmieCC BY 2.0]

Vermehrung
Die Aussaat sollte spätestens im März in geschützter häuslicher Lage erfolgen. Da es sich beim Sellerie um einen Lichtkeimer handelt, ist der Samen nicht mit Erde zum Schutz vor Austrocknung abzudecken. Entweder befeuchtet man das Saatgut regelmäßig und bewahrt den Samen während der Keimung so vor der Austrocknung oder es wird eine Folie über die Aussaatschale gespannt. So kann die Feuchtigkeit nicht entweichen. Sobald die ersten Keimlinge aus den Samen herausbrechen, ist die Folie zu entfernen.

Sofern ab Mitte Mai nach den Eisheiligen kein Frost mehr droht, können die vorgezogenen Jungpflanzen ausgepflanzt werden. Ein Abstand von 40 mal 40 cm ist dabei optimal. Insbesondere beim Knollensellerie ist darauf zu achten, die Pflanze nicht zu tief zu setzen. Das könnte die Ausbildung der Knolle beeinträchtigen.

Gießen und Düngen
Sellerie muss vor allem bei anhaltender Trockenheit regelmäßig gegossen werden. Staunässe ist allerdings auch im Falle des Selleries zu vermeiden, insbesondere um nicht die Knolle durch Fäulnis in Gefahr zu bringen.
Auch zu gelegentlichem Düngen wird geraten, selbst wenn das Beet im Frühjahr mit Kompost oder anderem organischem Material aufbereitet wurde. Dies sollte drei bis vier Wochen vor dem Auspflanzen der Jungpflanzen erfolgen, damit die organische Masse bereits etwas zersetzt werden kann.

Pflege
Wenn die Knolle des Selleries einen Durchmesser von ungefähr drei Zentimetern hat, kann im oberen Bereich der Sellerie-Knolle zudem die Erde abgetragen werden. Das fördert nämlich deren Wachstum. Da Sellerie äußerst selbstunverträglich ist, bietet es sich außerdem an, ihn in Kombination mit Kohlrabi zu pflanzen, um das Wachstum zu fördern. Nach der Pflanzung ins Freiland muss zudem regelmäßig Unkraut entfernt werden, damit dieses dem Sellerie nicht zu große Konkurrenz bereitet.

Noch mehr Tipps und Tricks finden Sie in unserer Anbauanleitung.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Cuxin Bio-Flüssigdünger Gemüse & Kräuter: Flüssigdünger für den Anbau von Kräutern und Gemüse in Treibhäusern und Freiland. Der hohe Kaliumanteil sorgt für feste und saftige Früchte.
  • Cuxin Naturdünger Gemüse: Organischer Grunddünger mit Langzeitwirkung für die umfassende Versorgung von Nährstoffe aller Gemüse.
  • Neudorff Aromastark: Kaliumdünger mit natürlicher Sofort-und Langzeitwirkung für eine reiche Ernte. Steigert die Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit, Frost, Krankheiten und Schädlingen.

Sellerie richtig ernten und aufbewahren

Ernten

Um Knollensellerie ernten zu können, sollte das verdickte Speicherorgan wenigstens 5 cm im Durchmesser sein. Spätestens im Oktober ist der Knollensellerie allerdings zu ernten, damit er nicht dem Frost zum Opfer fällt. Der Stangensellerie kann nach und nach beerntet werden, sobald einzelne Stangen eine passende Größe erreicht haben. Dabei werden die jeweils größten und kräftigsten Stangen von außen nach innen geerntet. Eine andere Variante ist es, den Stangensellerie so dicht oberhalb der Erdoberfläche abzuschneiden, dass die Stangen zusammenbleiben und alle als gemeinsames Ganzes geerntet werden. Der Schnittsellerie wird wie Petersilie zu jeder Zeit je nach Bedarf geschnitten.

Generell kann Sellerie allerdings auch über den Winter stehen gelassen werden. Im Fall des Knollenselleries muss die Knolle allerdings etwas mit Sand angehäufelt werden, damit diese nicht von Frost heimgesucht wird. Im zweiten Jahr erfolgt dann ein kräftiger Austrieb und der Sellerie blüht. Auch die Samen können als exklusives Gewürz in der Küche verwendet werden. Dazu werden die reifen Blütenstände im September des zweiten Jahres einfach abgeschnitten und nachgetrocknet.

Lagern und aufbewahren

Auch der Sellerie soll natürlich möglichst lange durch das Küchenjahr begleiten. Doch um das zu erreichen, muss er auf irgendeine Art und Weise gelagert werden. Je nach Variation bieten sich verschiedene Möglichkeiten, ihn zu konservieren und seine Verwendbarkeit zu verlängern.

  • Knollensellerie
    Zunächst sollte er nach der Ernte generell nicht gewaschen werden. Allein das wirkt sich schon verlängernd auf die Lagerbarkeit der Knolle aus. Im Kühlschrank oder im Keller sind sie bereits für einige Wochen lagerbar, bis die Konsistenz langsam aber sicher von fest zu weich wechselt. Die Knolle des Selleries kann aber auch eingefroren und so für mehrere Monate verwendbar gemacht werden. Dazu wird sie geschält und zerkleinert und ist somit bereit für das Gefrierfach. Die kleingehackte oder geraspelte Sellerieknolle lässt sich auch prima mit Salz mischen und so konservieren. Im Mischungsverhältnis 1:1 Sellerie mit Salz erhält man so ein würziges Sellerie-Salz.
  • Stangensellerie
    Das Einfrieren des Stangenselleries ist grundsätzlich auch möglich, gestaltet sich jedoch wesentlich aufwendiger als im Falle des Knollenselleries. In wenige Zentimeter zerschnitten, wird er zunächst in Salzwasser für etwa drei Minuten aufgekocht. Nach einer Abkühlung in kaltem Wasser und ausreichendem Abtropfen, kann auch der Stangesellerie in das Gefrierfach. Aufgrund der relativen Frostresistenz des Stangenselleries ist es jedoch angenehmer, ihn in milden Wintern zunächst im Beet stehen zu lassen und sich so möglicherweise den gesamten Winter über an erntefrischem Sellerie bedienen zu können.
  • Schnittsellerie
    Schnittsellerie ist ähnlich wie Petersilie. Auch er wird am besten erntefrisch verwendet. Allerdings kann das würzige Grün im Gegensatz zu seinem wesentlich berühmteren Kräuterkollegen gut getrocknet werden. Der Schnittsellerie verliert nämlich durch den Trocknungsprozess nicht an geschmackgebenden Aromen und ist somit nach der Trocknung für bis zu zwei Jahre verwendbar.

Werden die Samen im zweiten Standjahr des Selleries geerntet, müssen diese lediglich getrocknet werden und sind so bis zu zwei Jahre ohne Probleme als Gewürz verwendbar.

Mehr zur Ernte und Lagerung erfahren Sie hier.

Verwendung des echten Selleries

Schon in der Antike wurde Sellerie bewusst verwendet. Der Pflanze wurde eine verdauungsfördernde Wirkung nachgesagt. Des Weiteren war schon damals von einer positiven Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem die Rede. Heutzutage wird Sellerie – egal in welcher Form – jedoch hauptsächlich als würziges Knollengemüse oder Kraut in Eintöpfen und Suppen der deftigen Küche und Hausmannskost verwendet. Das interessante Aroma bereichert dabei das Geschmackserlebnis. Und auch die Samen können als Gewürz in der Küche dienen.

 

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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