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Engerlinge: Käferlarven bestimmen & erfolgreich bekämpfen

Bei Engerlingen handelt es sich um Larven verschiedener Käfer. Manche können großen Schaden anrichten, andere können nützliche Helfer im Garten sein.

Engerlinge weiße Larven in Erde

Bei Engerlingen handelt es sich um Larven verschiedener Käfer [Foto: S.O.E/ Shutterstock.com]

Als Engerlinge bezeichnet man die Larven der Blatthornkäfer (Scarabaeoidea). Die am häufigsten bei uns vorkommenden Blatthornkäferarten sind die Mai- und Junikäfer (auch gerippter Brachkäfer), die Gartenlaubkäfer und die Rosen- und Nashornkäfer. Während die ausgewachsenen Käfer sich durch Blattfraß ernähren (nur minimaler Schaden), finden die Engerlinge ihre Nahrung unter der Erde und können zum Beispiel durch Wurzelfraß großen Schaden anrichten. Aber nicht alle Engerlinge sind Schädlinge.

Engerlinge bestimmen und Unterschiede erkennen

Nachfolgend haben wir nützliche und schädliche Engerlinge unterteilt und verraten, wie Sie die Unterschiede erkennen können.

Engerlinge: Nützliche Arten erkennen

Die Larven der Rosen- und Nashornkäfer gelten als Nützlinge. Der Nashornkäfer (Oryctes nasicornis) ist der größte Vertreter unserer heimischen Blatthornkäfer und steht unter Naturschutz. Er kann zwischen 2,5 und 4 cm groß werden. Die Männchen der Nashornkäfer tragen ein nach hinten gebogenes Horn auf ihrem Kopf, das stark an das Horn ihrer schwergewichtigen Namensvetter erinnert. Die weiblichen Tiere haben an gleicher Stelle nur eine kleine Erhebung. Die Larven haben die typische Form aller Blatthornkäferlarven. Sie sind sehr groß, derb und weiß gefärbt. Am Vorderleib befinden sich drei relativ lange Beinpaare und die braune Kopfkapsel. Der gesamte Körper der Larve ist C-förmig gekrümmt.

Auch der Rosenkäfer (Cetoniinae) gehört zu den geschützten Käferarten. Sein Panzer hat eine grünglänzende bis kupfergoldene Farbe. Seine Unterseite ist stark behaart. Er ist oft auf Rosenblüten zu finden und trägt daher auch seinen Namen. Wirklich schädlich ist er für diese Pflanzen aber nicht.

Die Larven der Rosen- und auch der Nashornkäfer sind sehr nützlich. Sie ernähren sich vorwiegend von abgestorbenen Pflanzen- und Holzresten und sorgen somit für die Humusbildung. Auch die Weibchen beider Käferarten legen ihre Eier gern in Komposthaufen ab.

Um die „guten“ Engerlinge erkennen zu können, hier ein paar eindeutige Merkmale:

  • Der Rosenkäfer-Engerling ist weiß mit gräulicher Schattierung. Sein Vorderteil ist ein gutes Stück schlanker als das Hinterteil. Legt man ihn auf eine glatte Fläche, dann streckt er sich, dreht sich und kriecht auf dem Rücken davon. Dabei streckt er drei Paar kleiner Beine auf Brusthöhe empor.
  • Auch für die Larve des Nashornkäfers sind drei Beinpaare und ein verdicktes Hinterteil typisch. Er überragt allerdings die Larve des Rosenkäfers um gut das Doppelte und kann bis zu 10 cm lang werden. Die Entwicklung der Engerlinge beträgt beim Rosenkäfer zwei bis drei Jahre. Beim Nashornkäfer dauert sie sogar zwischen zwei und fünf Jahren. Die unterschiedlichen Zeitangaben werden durch das Klima des Lebensraumes der Tiere beeinflusst.

Beide Engerlingarten ernähren sich von abgefallenem beziehungsweise  abgestorbenem Pflanzenmaterial oder verrottendem Holz und Rinden. Sie beschädigen also keine lebenden Pflanzen durch Wurzelfraß, wie die Engerlinge der anderen Blatthornkäferarten. Erst wenn sie völlig ausgebildete Käfer sind, ernähren sie sich von Blättern. Aber auch dies führt fast nie zum Kahlfraß.

Engerlinge: Schädliche Arten erkennen

Die Larven von Mai- (Melolontha), Juni- (Amphimallon solstitiale) und Gartenlaubkäfern (Phyllopertha horticola) gelten als Schädlinge. Sie ernähren sich hauptsächlich von den Wurzeln lebender Pflanzen.

Engerling Larve Maikäfer

Die schädlichen Engerlinge haben alle einen C-förmig gekrümmten Körper, eine bräunliche Kopfkapsel und drei Beinpaare im Brustbereich [Foto: fotosav/ Shutterstock.com]

Die Engerlinge der oben genannten drei Käfer lassen sich nicht so leicht voneinander unterscheiden. Alle haben einen C-förmig gekrümmten Körper, eine bräunliche Kopfkapsel und drei Beinpaare im Brustbereich. Sie unterscheiden sich allerdings in ihrer Größe. Die Larve des Gartenlaubkäfers ist mit knapp 2 cm die kleinste. Die des Junikäfers misst bis zu 3 cm und die des Maikäfers kann bis zu 6 cm erreichen. Doch Vorsicht: Jüngere Stadien der Maikäferlarven können leicht mit denen des Junikäfers verwechselt werden. Wer auf Nummer Sicher gehen will, muss sich beim Identifizieren Hilfe vom Profi holen. Die Vorder- und Hinterteile aller drei Arten haben in etwa den gleichen Durchmesser. Durch ihr Kriechverhalten kann man sie auch gut von den nützlichen Engerlingen der Rosen- und Nashornkäfer unterscheiden. Während diese sich strecken und auf dem Rücken wegkriechen, behält die Maikäferlarve die gekrümmte Körperhaltung bei, während Juni- und Gartenlaubkäfer sich zwar auch strecken, aber in Bauchlage versuchen voran zu kommen.

Hier noch kurz eine Beschreibung der jeweiligen ausgewachsenen Käfer:

Der Maikäfer:

Die Engerlinge der Maikäfer bleiben je nach Wärme der Lebensregion drei bis fünf Jahre in der Erde. Der Käfer hat braune Flügel, ein schwarzes Halsschild und eine schwarz-weiße Zeichnung, die an Dreiecke erinnert, an den Seiten. Seine Fühler sehen wie winzige Fächer aus.

Maikäfer auf Ast

Der Maikäfer hat braune Flügel, ein schwarzes Halsschild und eine schwarz-weiße Zeichnung an den Seiten. Seine Fühler sehen wie winzige Fächer aus [Foto: Aleksey Stemmer/ Shutterstock.com]

Der Junikäfer:

Die Larven des Junikäfers überwintern zweimal und verpuppen sich im Frühjahr des dritten Jahres. Die Käfer haben ebenfalls fächerartige Fühler. Die Farbe ihres Panzers  reicht von Braun bis zu dunklem Gelb. Wobei sich der Halsschild am dunkelsten abhebt und durch eine helle Mittellinie geteilt ist.

Junikäfer auf Blatt

Die Käfer haben ebenfalls fächerartige Fühler. Die Farbe ihres Panzers reicht von Braun bis zu dunklem Gelb [Foto: StudioNewmarket/ Shutterstock.com]

Der Gartenlaubkäfer:

Der Lebenszyklus des Gartenlaubkäfers von der Eiablage bis zum fertigen Käfer beträgt zwischen einem und drei Jahren, je nach Klima. Sie werden etwa 1 cm lang. Ihre Flügeldecken sind hellbraun gefärbt. Der Rest des Körpers ist schwarzgrün und glänzt metallisch.

Gartenlaubkäfer auf Blatt

Ihre Flügeldecken sind hellbraun gefärbt. Der Rest des Körpers ist schwarzgrün und glänzt metallisch [Foto: Martin Fowler/ Shutterstock.com]

Die Engerlinge der Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfer begehen den größten Wurzelfraß auf Rasenflächen und in Kübel- und Topfpflanzen.

Engerlinge bekämpfen: Schädliche Engerlinge loswerden

Die Larven von Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfern befinden sich in vielen Gärten, oft ohne dass man sie bemerkt. Wenn es sich nur um wenige Schädlinge handelt, dann ist der Wurzelfraß nicht bedrohlich für die Pflanzen und sie können sich gut regenerieren. Wenn allerdings eine große Anzahl von Engerlingen vorhanden ist, dann sollte man über eine Bekämpfung der Schädlinge zum Schutz der Pflanze nachdenken.

Folgende Nützlinge helfen beim Kampf gegen schädliche Engerlinge:

Engerlinge im Blumentopf und Hochbeet

Ist eine Pflanze im Blumentopf kümmerlich und Sie möchten herausfinden, ob Engerlinge der Grund dafür sind, dann tauchen Sie den Topf komplett in einen Eimer mit Wasser. Warten Sie ein oder zwei Stunden. Die Tierchen mögen das totale Nass überhaupt nicht und erscheinen bald an der Oberfläche. Jetzt können Sie die Schädlinge absammeln.

Wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, sollte die Pflanzen mit Wasser gießen, das mit Nematoden der Gattung Heterorhabditis bacteriophora gemischt ist. Diese sind im gut sortierten Fachhandel erhältlich und stellen die effektivste Methode der Engerlingsbekämpfug dar. Die fast nicht sichtbaren Fadenwürmer lagern sich an den Schädling an, parasitieren ihn und töten diesen dann ab. Auch hier gilt: Die Umweltbedingungen entscheiden über Erfolg oder Misserfolg des Nematodeneinsatzes.

Weitere nützliche Tipps und Fakten zum Einsatz von Nematoden finden Sie hier.

Engerlinge weiße Larven in Erde auf Schaufel

Die schädlichen Larven sollten schnell aus der Erde entfernt werden [Foto: S.O.E/ Shutterstock.com]

Grundsätzlich sollten Sie nie Blumentöpfe ohne Untersetzer in den Garten stellen. Auch hilft es zusätzlich zu den Topfpflanzen einen Geranienableger miteinzupflanzen. Geranien mögen die Engerlinge gar nicht. Auch um Rittersporn machen sie einen großen Bogen.

Beim Hochbeet wäre noch zu empfehlen, dass die Erde vor Neueinsaat oder Neueinpflanzung durch ein Sieb geschüttet wird. Dann hat man schon mal eine gewisse Sicherheit, dass keine Engerlinge im Boden sind.

Zu guter Letzt darf man aber nicht vergessen, dass in jedem schönen Garten ein paar Engerlinge wohnen. In begrenzter Zahl richten sie auch keinen nennenswerten Schaden an.

Engerlinge im Rasen

Wenn man in seinem Rasen Kahlstellen entdeckt, dann könnten Engerlinge der Grund dafür sein. Sie fressen die Wurzel der Gräser ab, worauf diese verkümmern. Die Grasnarbe der vogelnestgroßen Plätze kann ohne Mühe einfach abgezogen werden. Gleich unter der Oberfläche findet man die Larven eines oder mehrerer der oben benannten Käfer. Wenn dann auch noch Krähen, Amseln oder andere Vögel die Kahlstelle nach eiweißreicher Beute durchforsten, wird der Schaden umso größer.

Engerling Larve Maikäfer auf Rasen

Engerlinge fressen die Wurzel der Gräser ab, worauf diese verkümmern [Foto: Albert Yarullin/ Shutterstock.com]

Genau wie zur Bekämpfung der Engerlinge im Blumentopf oder Hochbeet, können hier gut Nematoden, sogenannte Fadenwürmer der Gattung Heterorhabditis bacteriophora, zum Einsatz kommen. Dabei sind optimale Bedingungen ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Achten Sie darauf, dass Ihre kleinen Helfer bei mindestens 12 °C zum Einsatz kommen, damit Sie effektiv die Engerlinge bekämpfen können.

Engerlingfallen lenken die Tiere auf andere Stellen im Garten. Dazu benötigen Sie große Übertöpfe oder Wassereimer. Diese werden bis auf 10 cm mit Kompost oder Pferdemist gefüllt. Diese Gefäße werden in den Garten circa einen halben Meter tief eingegraben und der freigelassene Rand mit Erde aufgefüllt. Graben Sie die Engerlingfallen am besten in den Frühjahrsmonaten nahe der befallenen Rasenflächen in den Boden. Erst nach einem Jahr werden sie wieder entfernt, neu aufgefüllt und wieder eingegraben. Tipp: Lassen Sie ringsherum auch noch reichlich Löwenzahn wachsen.

Wenn Sie so die Engerlinge auf eine Stelle im Garten begrenzen können, ihnen sozusagen ein Paradies geschaffen haben, dann können  tief senkrechte Platten (zum Beispiel Rhyzomsperren) in die Erde eingelassen werden, um dieses Gebiet nochmals einzudämmen. Möchten Sie einem Befall der Rasenfläche vorbeugen, verteilen Sie auf der gesamten Rasenfläche Knoblauchtee. Davon werden die Engerlinge abgeschreckt.

Engerlinge weiße Larven auf Wiese

Begrenzen Sie die Engerlinge auf ein kleines Stück im Rasen [Foto: ingae/Shutterstock.com]

Tipp: Viele Gärtner denken, dass häufiges Rasenmähen den Engerlingbesatz minimieren kann. Zu häufiges Rasenmähen oder gar Vertikutieren erleichtert den Engerlingen jedoch sogar den Eintritt in das Erdreich. Sorgen Sie deshalb für eine dichte, geschlossene Rasendecke und lassen Sie den Rasen ruhig etwas länger wachsen. Der optische Nachteil entpuppt sich als großer Vorteil für die Schädlingsbekämpfung und kann den Befall durch Engerlinge um bis zu 70 % reduzieren.

Für mehr Tipps zur Bekämpfung von Engerlingen im Rasen, finden Sie hier weiterführende Informationen.

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