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Flüssigdünger: Eigenschaften, Anwendung & selber machen

Flüssigdünger gibt es in vielen Varianten. Hier informieren wir Sie über Inhaltsstoffe und Anwendung – und dazu, wie man Flüssigdünger selbst herstellt.

Flüssigdünger wird in Petunien gegossen

Flüssigdünger kann einfach in das Gießwasser gegeben werden [Foto: ViktoriaIvanets/ Shutterstock.com]

Der findige Gärtner wird es bereits bemerkt haben, als er über seinen grünen Daumen peilend das Düngemittelregal abschätzend betrachtet hat: Der offensichtlichste Unterschied zwischen festem Dünger und Flüssigdünger ist der Preis. Vergleicht man die absolut enthaltenen Nährstoffgehalte, tritt diese Differenz noch viel stärker zutage: Für flüssigen Dünger bezahlt man leicht einmal das Zehnfache. Warum also greift man aber doch einmal beherzt etwas tiefer ins Portemonnaie? Dies liegt daran, dass ein Flüssigdünger einfach einiges kann, was dem altbewährten Universaldünger im Schuppen nicht gelingt:

  • Die schnelle Wirkung: Dünger in flüssiger Form wird von Pflanzen deutlich schneller aufgenommen
  • Die variable Anwendung: Mit dem Gießwasser oder mit der Sprühflasche als Blattdüngung
  • Die enthaltenen Nährstoffe: Viele Flüssigdünger enthalten sogenannte chelatierte Spurenelemente. In dieser Form sind die Mikronährelemente optimal pflanzenverfügbar

Um diese Eigenschaften vorweisen zu können, werden Flüssigdünger aus speziellen chemischen Verbindungen hergestellt, denn nicht jede Form der Nährelemente ist in der flüssigen Form stabil. Zum Einsatz kommen dabei sowohl mineralische als auch organische Bestandteile – diese beiden Begriffe erläutern wir Ihnen im kommenden Abschnitt in aller Kürze. Die besondere Zusammensetzung ist also der Grund für den höheren Preis. Wer die Vorzüge einer Flüssigdüngung genießen will, ohne sich in Unkosten zu stürzen, kann die Nährlösungen aber auch selbst herstellen.

Flüssigdünger: Eigenschaften und Zusammensetzung

Die Rohstoffe, die bei der Herstellung von Flüssigdüngern verwendet werden, können verschiedenen Ursprungs sein. Eine Möglichkeit ist hierbei die Gewinnung von mineralischen Nährstoffen. Hierzu werden diese Nährstoffe aus fossilen Vorkommen abgebaut oder in chemischen Verfahren künstlich hergestellt. Sie liegen dann in einer sehr reinen Form vor. Die andere Möglichkeit besteht in der Verwendung organischer Rohstoffe. So enthalten etwa Gülle und Jauche große Mengen nutzbarer Stickstoffverbindungen. Überbleibsel aus der Agrar- und Forstindustrie können zudem weitere Nährstoffe in Form von recyclebaren Naturmaterialien liefern. In diesem Fall liegt der Nährstoff in einer Art Verpackung aus organischen Strukturen vor. Enthält ein Flüssigdünger Bestandteile gemischter Herkunft, so wird er als organisch-mineralischer Flüssigdünger bezeichnet. Allgemein lässt sich sagen, dass Dünger organischen Ursprungs einen positiven Effekt auf die langfristige Versorgung der Pflanzen haben, indem sie das Bodenleben stärker fördern und die Bodenstruktur verbessern. Eine etwas genauere Einführung zur Bedeutung der Nährstoffe für die Pflanze finden Sie in unseren Artikeln zu NPK-Düngern sowie zu Volldüngern.

Mineralische Flüssigdünger und organisch-mineralische Flüssigdünger

Es gibt mineralische Flüssigdünger, die ausschließlich die Hauptnährelemente Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) enthalten (sogenannte NPK-Dünger). Viele Flüssigdünger beinhalten zusätzlich zu den Hauptnährelementen – also den Elementen, welche die Pflanze in den allergrößten Mengen aufnimmt – noch weitere sogenannte Makronährelemente. Hierbei handelt es sich um Calcium, Schwefel und Magnesium, die von der Pflanze auch in recht großen Mengen benötigt werden.

Flüssigdünger im Labor

Calcium kann in Flüssigdüngern nicht enthalten sein [Foto: Bignai/ Shutterstock.com]

Außerdem können allerlei Spurenelemente enthalten sein. Diese sind dann häufig mit dem Zusatz „als Chelat“ oder „als Chelat aus EDTA“ versehen. Dies bedeutet, dass die Spurenelemente durch eine spezielle chemische „Ummantelung“ in gelöstem Zustand gehalten werden. Das kann wichtig sein, denn nur im gelösten Zustand ist das Element für die Pflanze gut verfügbar, sodass diese „Chelatierung“ maßgeblich zu der guten Pflanzenverfügbarkeit der Flüssigdünger beiträgt.

Hinweis: Warum enthalten Flüssigdünger niemals Calcium?

Obwohl Calcium ebenfalls ein Makronährelement ist, kann es in Flüssigdüngern nicht enthalten sein. Der Grund hierfür ist, dass sich Calcium und Phosphor, salopp gesagt, chemisch unwiderstehlich finden. Liegen Phosphor und Calcium beide in einer Lösung vor, sind sie bestrebt, sogenannte Calciumphosphate zu bilden. Diese sind schwer in Wasser löslich und das heißt, sie können von Pflanzen in dieser Form nicht aufgenommen werden. Aus diesem Grund wird darauf verzichtet, Flüssigdüngern Calcium zuzusetzen. Aus demselben Grund sollten Sie natürlich nicht direkt nach einer Düngung mit phosphorhaltigem Flüssigdünger Calcium düngen, sondern besser einige Monate zwischen den Düngegaben verstreichen lassen.

Organische Flüssigdünger

Was eben zu den mineralischen Flüssigdüngern gesagt wurde, gilt zunächst einmal auch für die organischen Flüssigdünger. Auch in diesem Sortiment werden sowohl einfachere als auch vielfältigere Mischungen angeboten. Allerdings enthalten die Ausgangsstoffe der organischen Dünger in der Regel viele Spurennährelemente, sodass reine NPK-Dünger unter den organischen Flüssigdüngern nur selten zu finden sind. Wie eingangs erwähnt fördern die enthaltenen organischen Bestandteile auch in Form von Flüssigdüngern die Gesunderhaltung des Bodens durch eine Förderung der Mikroorganismen und die damit verbundene Stabilisierung der Bodenstruktur.

Tipp: Bei Natrium handelt es sich eigentlich nicht um ein essentielles Pflanzennährelement. Es gibt allerdings einige Pflanzen, die Kalium in ihrer Physiologie zum Teil oder vollständig durch Natrium ersetzen können oder sogar dringend Natrium benötigen. Diese Pflanzen werden „Halophyten“ genannt und zu ihnen zählen zum Beispiel die Strandaster (Aster tripolium), der Strandwegerich (Plantago maritima) und verschiedene Sauer- und Süßgräser (Cyperaceae und Poaceae).

Düngen mit organischem Dünger

Dünger organischen Ursprungs haben einen positiven Effekt auf die langfristige Versorgung der Pflanzen [Foto: N-sky/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung: Eigenschaften und Zusammensetzung von Flüssigdüngern

  • Mineralische Flüssigdünger werden aus Rohstoffen hergestellt, die aus fossilen Quellen abgebaut oder in chemischen Verfahren erzeugt werden. Das Ergebnis sind reine Düngersalze, die in Flüssigdüngern in wässriger Lösung vorliegen
  • Mineralische Flüssigdünger sind als NPK-Dünger oder vielfältige Spezialdünger erhältlich. Calcium ist nie enthalten
  • Organische Flüssigdünger enthalten fast immer nützliche Spurenelemente und fördern die Gesundheit des Bodens durch die Unterstützung des Bodenlebens

Bio-Flüssigdünger selber machen

Nährstoffe in flüssiger Form zuzuführen, ist keine neue Idee: Die Herstellung von Pflanzenjauchen und Auszügen zur Anwendung als Pflanzenstärkungsmittel ist eine sehr alte Praxis. Außerdem ist es doch sehr erfreulich, dass einige der als „Unkräuter“ verschrienen Bewohner unserer Gärten so doch einen wertvollen Beitrag leisten können. Wir wollen Ihnen hier zwei Rezepte zum Ausprobieren vorstellen, deren Wirksamkeit in jahrelanger Anwendung bestätigt wurde.

Pflanzenjauche aus Brennnesseln

Anwendung: Als Stickstoff-, Magnesium- und Eisendünger; enthält zudem noch weitere Spurennährstoffe; guter Kompoststarter und vor allem in Kombination mit dem Bodensatz wertvoll

Herstellung Brennnesseljauche:

  1. Für 10 Liter Jauche werden etwa ein Kilogramm frischer oder 400 g getrockneter Brennnesseln zerkleinert
  2. In einem entsprechend großen Gefäß werden die zerkleinerten Pflanzenteile und das Wasser zusammengegeben. Regenwasser ist hierfür am besten geeignet. Ist keines vorhanden, kann Leitungswasser vor der Verwendung einige Tage an der Luft stehengelassen werden, ehe es verwendet wird
  3. Zugegebenes Urgesteinsmehl reduziert den entstehenden Geruch und hat zudem einen positiven Effekt als Bodenverbesserer. Etwa zwei Hände voll genügen
  4. Alles gut durchrühren und so abdecken, dass ein Gasaustausch möglich ist, zum Beispiel mit einem Gitter oder einem Deckel mit Löchern
  5. An einem schattigen, warmen Ort für eine bis drei Wochen gären lassen. Dabei täglich umrühren
  6. Die Jauche ist gebrauchsfertig, wenn sie nicht mehr schäumt sowie dunkel und klar aussieht
Dünger Zubereitung mit Brennnesseln

Bio-Flüssigdünger kann ganz einfach selbst gemacht werden [Foto: ViktoriaIvanets/ Shutterstock.com]

Verwendung Brennnesseljauche:

Die Jauche wird nur verdünnt benutzt. Vor der Verwendung immer einmal durchrühren. Als gegossenen Flüssigdünger im Verhältnis 1:10 verdünnen.

Düngerjauche aus verrottetem Stallmist

Anwendung: Als Stickstoff-, Phosphor-, Kalium- und Magnesiumdünger

Herstellung Düngerjauche:

  1. Mischen Sie gut verrotteten Stallmist im Verhältnis 3:2 mit Holzasche
  2. Geben Sie beides in ein engmaschiges Netz oder einen durchlässigen Plastiksack und verschnüren Sie das Bündel fest, sodass nichts herausfällt
  3. Legen Sie das Bündel in Wasser ein. Je mehr Wasser zur Jauchebildung benutzt wird, umso weniger muss sie später verdünnt werden.
  4. Die Jauche an einen warmen, schattigen Platz stellen. Nach einigen Wochen ist sie fertig, was daran erkennbar ist, dass die Flüssigkeit dunkelbraun und klar ist

Verwendung Düngerjauche:

Verwenden Sie die Jauche wie einen flüssigen NPK-Dünger. Verdünnen Sie diese soweit, dass das Gießwasser etwa die Farbe von schwarzem Tee annimmt.

Tipp: Auch andere Jauchenbestandteile sollen einen positiven Effekt auf das Wachstum und die Gesundheit von Pflanzen haben: Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense), Beinwell (Symphytum officinale) und Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris) sollen den gedüngten Gartenpflanzen ebenfalls Nährstoffe liefern, Zwiebeln(Allium cepa) und Knoblauch (Allium sativum) können zu Jauche verarbeitet und dann auf das Laub gesprüht vor Pilz- und Insektenbefall schützen. Die Wirksamkeit all dieser Anwendungen wurde bisher kaum wissenschaftlich untersucht und so kann man sich nur auf die jahrelange erfolgreiche Anwendung erfahrener Gartenbesitzer verlassen, wenn man mit Jauchen experimentiert. Beachten Sie bei der Verwendung von Stallmist aber immer, dass der Mist verschiedener Tiere sich im Gehalt an Nährstoffen stark unterscheidet. Jauche aus Hühner- oder Kaninchenmist muss stärker verdünnt werden als zum Beispiel Pferdemist. Diese unterschiedlichen Zusammensetzungen können Sie auch der nachfolgenden Tabelle entnehmen.

Festmist vonStickstoffgehaltPhosphatgehaltKaliumoxidgehaltMagnesiumoxidgehalt
Rind6,9 kg/t4,3 kg/t11,9 kg/t2,4 kg/t
Schwein9,8 kg/t8,2 kg/t6,9 kg/t3,0 kg/t
Pferd5,0 kg/t3,8 kg/t12,6 kg/t2,0 kg/t
Huhn17,5 kg/t15,0 kg/t15,5 kg/t6,3 kg/t
Kaninchen18,0 kg/t19,0 kg/t45,0 kg/t0 kg/t

Zusammenfassung: Bio-Flüssigdüngung selber herstellen

  • Jauchen aus Pflanzen oder tierischen Hinterlassenschaften herzustellen, ist ein bereits seit Langem praktizierter Ansatz
  • Die Wirksamkeit dieser Jauchen ist wissenschaftlich kaum untersucht
  • Der Effekt bei der Verwendung verschiedener Rohstoffe kann variieren und sollte selbst erprobt werden. Mögliche Effekte können eine Düngung oder die Abwehr von Schädlingen und pilzlichen Krankheitserregern sein
  • Die Jauche wird immer verdünnt verwendet

Flüssigdünger: Vor- und Nachteile

Wenn Flüssigdünger so viele positive Eigenschaften haben, warum benutzt man dann überhaupt noch feste Dünger? Wir führen Ihnen mittels dieser Tabelle noch einmal die wichtigsten Vor- und Nachteile von Flüssigdüngern vor Augen.

Vorteile von FlüssigdüngernNachteile von Flüssigdüngern
Optimale PflanzenverfügbarkeitGefahr der Überdüngung bei falscher Dosierung, da sofort vollständig verfügbar
Verwendung als Flüssigdüngung oder BlattdüngungVerhältnismäßig teuer verglichen mit festen Düngern
Leichtere Dosierung als bei festen Düngern, da die Geschwindigkeit der Freisetzung nicht beachtet werden mussKeine Langzeitwirkung, häufige Anwendung in niedriger Dosierung nötig
Enthalten häufig viele SpurennährelementeCalcium nie enthalten, den mineralischen Flüssigdüngern fehlen häufig noch viele weitere Nährelemente
Bei der Verwendung mit dem Gießwasser entfällt ein ArbeitsschrittKein Einbringen von fester organischer Substanz
Schnelle Behandlung bei akutem Nährstoffmangel möglichKein vollständiger Ersatz für vollwertige organische Düngung

Die Anwendung eines flüssigen Düngers ist also nicht immer die beste Wahl. Wenn Sie sich trotzdem dafür entscheiden, finden Sie im Anschluss Anwendungsempfehlungen für verschiedene Gartensituationen wie die Rasendüngung oder die Balkonpflanzendüngung.

Flüssigdünger anwenden: Die Blattdüngung

Flüssigdünger können gegossen oder als Blattdüngung auf das Laub gesprüht werden, denn Pflanzen sind in der Lage, alle nötigen Nährstoffe allein über das Blatt aufzunehmen. Hier haben wir für Sie ein paar allgemeine Fakten zum Thema der Blattdüngung zusammengetragen.

  1. Pflanzen können Nährstoffe in wässriger Lösung über alle oberirdischen Organe – also auch den Stängel oder die Frucht – aufnehmen. Das Blatt eignet sich wegen der großen Fläche und des sehr aktiven Stoffwechsels am besten. Jüngere Blätter nehmen die Nährstoffe am schnellsten auf
  2. Blattdüngungen sollten nur bei Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C durchgeführt werden, wenn der Stoffwechsel der Pflanze weder durch Kälte noch durch Wärme gehemmt wird. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung und großer Trockenheit sollten Sie keine Blattdüngung durchführen. Am besten eignen sich Tage mit bedecktem Himmel oder die Abendstunden. Bei abweichenden Bedingungen kann es zu Verbrennungsschäden durch hohe Salzkonzentrationen auf dem Blatt kommen. Eine von Vornherein niedrige Konzentration der Düngerlösung ist der sicherste Schutz vor diesen Schäden. Daher sollte unbedingt die Dosierungsanleitung auf der Verpackung des verwendeten Mittels beachtet werden
  3. Um ein Abtropfen der Düngerlösung zu verhindern, ist eine feine Zerstäubung förderlich. Auch kann eine sehr kleine Menge Spülmittel in der Lösung die Benetzung des Laubes verbessern. Füllen Sie die Düngerlösung in ein Sprühgerät und benetzen Sie einfach gleichmäßig die Blätter der Pflanze, die Sie düngen möchten
    Himbeerpflanze mit Mangel

    Bei akutem Mangel von Stickstoff oder Spurenelementen können Blattdüngungen sinnvoll sein [Foto: Sarah2/ Shutterstock.com]

  4. Blattdüngung ist wegen der niedrigen Dosierung für fast alle Nährelemente viel zu aufwändig, da die Anwendungen sehr häufig erfolgen müssten. Lediglich bei akutem Mangel ist eine solche Anwendung sinnvoll. Stellen Sie zum Beispiel einen Mangel von Mikronährelementen an neuen Blättern Ihrer Pflanze fest, wird die Blattdüngung mit einem Flüssigdünger die schnellste Abhilfe schaffen. Die Düngung von Stickstoff als Blattdüngung kann in Form von Harnstoff (auch Carbamidstickstoff oder UREA genannt) erfolgen. Die Behebung des Nährstoffmangels geschieht so deutlich schneller. Harnstoff entfaltet zudem auch in hohen Konzentrationen kaum eine schädliche Wirkung für das Blatt. Dabei ist der Stickstoffgehalt von Harnstoff so hoch, dass die Düngung auch eine Weile vorhält
  5. Die Blattdüngung kann bei allen Pflanzen angewendet werden, allerdings nehmen sehr behaarte oder mit einer dicken Wachsschicht bedeckte Blätter die Nährlösung deutlich schlechter auf

Zusammenfassung: Flüssigdünger als Blattdüngung verwenden

  • Pflanzen können an jedem oberirdischen Organ Nährstoffe in wässriger Lösung aufnehmen
  • Bei zu hohen Konzentrationen von Nährstoffen in der Lösung kommt es zu Pflanzenschäden
  • Aus diesem Grund wäre eine alleinige Nährstoffversorgung über das Laub viel zu aufwändig
  • Blattdüngungen können bei akutem Mangel von Stickstoff oder Spurenelementen sinnvoll sein
  • Führen Sie Blattdüngungen nur bei feuchtem, mäßig warmem Wetter und bei geringer Sonneneinstrahlung durch

Flüssigdünger anwenden an Rasen, Tomaten und Co.

So unterschiedlich Flüssigdünger zusammengesetzt sind, so unterschiedlich sind auch ihre Anwendungsbereiche. Wir möchten Ihnen hier die Anwendung an Rasen, Tomaten und Gemüse, Sommerblumen und Gehölzen vorstellen.

Flüssigdünger an Rasen anwenden

Die Anwendung von Flüssigdünger an Rasen ist in keinem Fall eine alleinige Dauerlösung. Durch die Düngung in wässriger Lösung erfolgt nicht nur eine Düngung des Bodens, sondern zugleich eine Blattdüngung. Die Nährstoffaufnahme geschieht also sehr schnell und ein eventueller Mangel ist bald behoben. Allerdings benötigt der Rasen als stark zehrende Kultur ständig Nachschub. Tatsächlich wird von den Produzenten von Rasen-Flüssigdüngern damit geworben, dass die Düngung sehr schnell durchzuführen sei, was eine Zeitersparnis bedeute. Doch da die Anwendung häufig wiederholt werden muss, bedeutet das zweimal jährliche Ausbringen eines festen Rasendüngers vermutlich einen deutlich geringeren Zeit- und Geldaufwand.

Dünger in Granulatform

Organische Langzeitdünger in Granulatform sind nachhaltiger als Flüssigdünger

Auch ist die Gefahr der Auswaschung bei flüssigen Düngern viel größer, denn durch die chemische Formulierung, in der sie vorliegen, werden sie immer in der wässrigen Lösung gehalten und können sich nicht an Bodenteilchen anlagern. Beim nächsten Regen werden sie also in tiefere Bodenschichten gespült und sind so nicht mehr unbedingt für die kurzen Wurzeln des Rasens erreichbar. Daher empfehlen wir, auf organische Langzeitdünger bei Ihrem Rasen zu setzen wie unsere Plantura Bio-Rasendünger.

Flüssigdünger an Tomaten und Co. anwenden

Die Anwendung von Flüssigdünger an Tomaten und anderem Gemüse kann insbesondere bei der Kultur in Kübeln oder Balkonkästen eine Option sein. Die Pflanzgefäße sind ja häufig recht klein und wenn die Nährstoffvorräte der verwendeten Blumenerde aufgebraucht sind, braucht die Pflanze schnellen Nachschub. Da wirken vor allem die festen Dünger oft zu langsam und das Granulat in die völlig durchwurzelten Ballen einzuarbeiten, verletzt womöglich das Wurzelwerk der Pflanzen. Wenn dies so sein sollte, bietet sich aber vermutlich auch ein Umtopfen an. Die Anwendung von organischen Flüssigdüngern für Gemüse ist daher nicht generell abzulehnen. Spezielle Mischungen für Gemüse enthalten häufig höhere Konzentrationen an Phosphor und Kalium, um den Blütenansatz zu verstärken und die Trockenheitsresistenz und Fruchtfestigkeit zu verbessern. Wird jedes Jahr neue Pflanzerde verwendet, reicht ein NPK-Dünger völlig aus, denn die Spurenelemente sind im Normalfall in frischem Kultursubstrat in ausreichender Menge vorhanden.

Tipp: Wer vorrausschauend gärtnert, muss nicht auf die schnelle Hilfe von Flüssigdüngern zurückgreifen. Wenn bei der Pflanzung ein langsam umgesetzter, organischer Tomaten- und Gemüse-Dünger wie unser Plantura Bio-Tomatendünger mit ins Pflanzgefäß gegeben werden, dann werden diese Nährstoffe erst sehr spät frei, sodass gar keine „Hungerphase“ für die Pflanzen entsteht. Eine andere Alternative stellt die Anwendung von Düngestäbchen dar, die mit etwas Vorlauf ebenfalls das Ausgehen der Nährstoffe bis zur Ernte überbrücken können.

Plantura Bio-Tomatendünger

Unser Plantura Bio-Tomatendünger versorgt Ihre Pflanzen mit allen Nährstoffen, die für ein gesundes Wachstum und einen herausragenden Geschmack nötig sind

Auch im Freiland kann die Verwendung von Flüssigdüngern nützlich sein. Wenn Sie einen Nährstoffmangel an Ihren einjährigen Gemüsepflanzen feststellen, können Sie ihn mit einem Flüssigdünger schnell beheben, um einen negativen Effekt auf die Ernte auszuschließen. Im Optimalfall lernen Sie natürlich aus der Situation und kümmern sich für das kommende Jahr rechtzeitig darum, dass das Pflanzbeet optimal vorbereitet ist. Schließlich ist ohne die Verwendung von Flüssigdüngern die Gefahr einer Überdüngung am kleinsten und auch Ihr Geldbeutel wird sich bedanken.

Flüssigdünger an Sommerblumen anwenden

Die Anwendung von Flüssigdünger an einjährigen Sommerblumen ist teilweise nötig. Denn sehr viele Sommerblumen sind aus ihrer Anzucht in spezialisierten Gärtnereien eine hohe Nährstoffkonzentration gewohnt. Manch einer hat schon erleben müssen, wie eine prachtvolle Blütenpflanze nach wenigen Tagen auf dem heimischen Balkon alle Viere von sich streckte und fast jedes Blatt verlor. Aus diesem Grund enthalten Flüssigdünger für Balkonpflanzen meist recht kräftige Nährstoffkonzentrationen und kommen mit der Empfehlung daher, sie wöchentlich anzuwenden. Einjährige Sommerblumen können ebenfalls mit einfachen NPK-Mischungen in fester Form versorgt werden, sofern die Pflanzerde im kommenden Jahr ganz oder teilweise ausgetauscht wird. Wenn Sie die Pflanzerde mit einem organischen Blumendünger – wie beispielsweise unserem Plantura Bio-Blumendünger – versorgen, müssen Sie sie nicht jährlich austauschen. Denn organische Dünger liefern Haupt- und Spurennährstoffe in ausreichender Menge nach und erhalten die Qualität des Substrates.

Plantura Bio-Blumendünger

Unser Plantura Bio-Blumendünger versorgt Ihre Blumen langfristig mit allen wichtigen Nährstoffen

Anderes gilt natürlich für mehrjährige Kübelpflanzen wie Schmucklilie (Agapanthus) oder Strauchmargerite (Argyranthemum frutescens), die im Sommer die Sonne im Freien genießen dürfen: Sie benötigen eine gute Grundversorgung, die das Austreiben im Frühjahr befördert. Um ausreichende Ressourcen für die üppigen Blüten zu haben, kann insbesondere bei großen Pflanzen in kleinen Kübeln mit Flüssigdünger nachgeholfen werden. Die Dauerversorgung lässt sich jedoch einfacher mit einem organischen Blumendünger durchführen, der langfristig Nährstoffe liefert.

Flüssigdünger an Ziergehölzen und Hecken anwenden

Die Anwendung von Flüssigdüngern an Ziergehölzen und Heckenpflanzen im Garten ist in der Regel gar nicht nötig. Sofern es sich nicht um einen Notfall handelt, in dem eine jahrelang vernachlässigte, im Sterben begriffene und dahinsiechende Pflanze sofort gerettet werden muss, ist die Düngung in fester Form für Gehölze im Garten die beste Option. Auch in diesem Fall empfehlen wir organische Dünger, denn die lange Standzeit von Gehölzen gebietet es, dass der Standort langfristig gesund erhalten wird. Und dies ist vor allem durch die natürlichste verfügbare Nährstoffzufuhr in Form von organischer Substanz zu gewährleisten. Zudem bedeutet die Anwendung organischer Dünger für Sie die geringste Arbeit. Zu hoch dosierte oder sofort verfügbare mineralische Dünger können Gehölze sogar schädigen: Das plötzlich angeregte, schnelle Wachstum führt zu weichen Triebspitzen und damit zu Anfälligkeit gegenüber saugenden Insekten und Frost.

Eine Reihe von Buchsbäumen

Die Anwendung von Flüssigdüngern an Ziergehölzen und Heckenpflanzen im Garten ist in der Regel nicht nötig [Foto: Yarygin/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung: Anwendung von Flüssigdüngern

  • Die schnelle und kurzfristige Wirksamkeit von Flüssigdüngern macht sie optimal zur Behebung akuter Nährstoffunterversorgungen
  • Die alleinige Anwendung ist aufwändiger als eine vorrausschauende Vorratsdüngung mit organischen Düngern
  • Gemüsepflanzen und einjährige Sommerblumen können von Flüssigdüngern profitieren, wenn sie einen hohen Nährstoffbedarf haben
  • Die Anwendung von Flüssigdüngern an Gartengehölzen ist in der Regel nicht sinnvoll

Wenn Sie mehr zum Thema nachhaltiges Düngen erfahren möchten, finden Sie hier mehr Informationen.

Wir empfehlen unsere organischen Dünger:
  • Plantura Bio-Rasendünger: BIO-Rasendünger mit Langzeitwirkung (3 Monate) für einen dichten und tiefgrünen Rasen ohne Unkraut und Moos.

  • Plantura Bio-Blumendünger: Bio-zertifizierter und organischer Langzeitdünger. Mit extra Kalium-Anteil für eine Verringerung der Frostempfindlichkeit von Blumen im Beet. Versorgt blühende Zierpflanzen optimal mit Nährstoffen und ist frei von tierischen Produkten.

  • Plantura Bio-Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.
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