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Flüssigdünger für Rasen: Nachteile & Erfahrungen

Viele Gärtner greifen gerne auf flüssigen Rasendünger zurück. Wir zeigen, warum dieser trotz einfacher Anwendung eher weniger zum Rasendüngen geeignet ist.

Nahaufnahem wie Rasen mit Flüssigdünger gedüngt wird

Die Düngung des Rasens mit Flüssigdünger birgt einige Gefahren [Foto: Zoom Team/ Shutterstock.com]

Der Rasen ist der Mittelpunkt vieler Gärten und gilt als Beweis des mehr oder weniger grünen Daumens seines Besitzers. Denn einen Rasen dicht, grün und unkrautfrei zu halten, ist eine wahre Kunst. Leichter sein soll es mit Rasen-Flüssigdüngern, die wir in diesem Artikel genau unter die Lupe nehmen.

Flüssigdünger für Rasen

Seit einiger Zeit werden Flüssigdünger für Rasenflächen angeboten und versprechen einen geringen Arbeitsaufwand sowie schnelle Effekte. Wir erläutern Ihnen die Wirkung und Varianten von Flüssigdüngern für Rasen und weisen Sie auf wichtige Vor- und Nachteile sowie Alternativen hin.

Flüssigdünger für Rasen: Wirkung und Anwendung

Die wenigsten Menschen wissen, dass Pflanzen ihre Nährstoffe sowohl über die Wurzeln als auch über alle oberirdischen Pflanzenorgane aufnehmen können. Bei Wasserkontakt quillt die wächserne Kutikula auf und es entstehen mikroskopisch sichtbare Poren. Durch diese gelangt die Nährlösung an die Membranen der obersten Zellschicht und wird von diesen aufgenommen. Flüssigdünger ermöglichen die Düngung auf zwei Wegen: Einerseits bringen sie Nährstoff-Ionen in wässriger Lösung in den Boden ein, andererseits wirken sie als Blattdüngung. In beiden Fällen erfolgt die Aufnahme schneller, als es mit jedem anderen Düngeverfahren möglich wäre. Da alle gedüngten Nährstoffe innerhalb kürzester Zeit verfügbar sind, können jedoch nur geringste Mengen gedüngt werden, wenn es nicht zur Überdüngung kommen soll. Dies kann insbesondere dann passieren, wenn direkt nach der Blattdüngung eine erhöhte Sonneneinstrahlung zur Verdunstung des Wasseranteils der Düngelösung führt. Mehr zur Überdüngung von Rasen können Sie auch hier nachlesen. Nährstoffe, die nicht bald von Pflanzen aufgenommen werden, werden außerdem sehr leicht ungenutzt in tiefere Bodenschichten ausgewaschen.

Nahaufnahme eines Blattes mit Tropfen darauf

Die schützende Wachsschicht des Blattes quillt bei Feuchtigkeit auf und kann Nährstoffe aufnehmen [Foto: Ian Dyball/ Shutterstock.com]

Flüssigdünger für Rasen im Vergleich

Die klassischen, mineralischen Flüssigdünger enthalten alle Nährstoffe eines festen Rasendüngers in Flüssigkeit gelöst und trumpfen mit einer besonders zügigen, staubarmen und gleichmäßigen Verteilung auf. Saisonale Bedarfsspitzen sollen mit einer schnellen, starken Düngung befriedigt werden. Tatsächlich führt die Anwendung hochkonzentrierten Stickstoffs aber leider zu einem plötzlichen Wachstumsschub, der durch weiche, pilz- und trockenheitsanfällige Halme erfolgt. Wenige Tage bis Wochen nach der Ausbringung klingt die Wirkung ab und die Düngung muss wiederholt werden.

Andere Rasen-Flüssigdünger werden mit dem Prädikat „Langzeit-“ beworben und wirken bis zu 50 Tage. Dies ist möglich, weil Stickstoff in Form von Harnstoff (Urea) enthalten ist. Dieser kann im Boden von Mikroorganismen zu pflanzenverfügbarem Ammonium umgesetzt werden. Durch die Aktivität anderer Organismen, welche das Enzym Urease besitzen, wird Urea allerdings in gasförmiges Ammoniak überführt. Dies verursacht einen Verlust des gedüngten Stickstoffs an die Umwelt. Zudem führt die Düngung von Harnstoff zu einem Anstieg des pH-Wertes. Ein solcher Wert wiederum begünstigt die Rückwandlung pflanzenverfügbaren Ammoniums in Ammoniak. Wir raten daher von der Verwendung harnstoffhaltiger Flüssigdünger ab, da ihre Wirkung für die meisten Privatgartenbesitzer nicht abschätzbar ist.

Traktor düngt Rasen mit Flüssigdünger

Auch organischer Flüssigdünger kann falsch verwendet zu Stickstoff-Auswaschungen führen [Foto: Lisa S./ Shutterstock.com]

Tipp: Nur die Verwendung sogenannter Urease-Hemmstoffe in der Düngerformulierung verhindert das Ausgasen von Ammoniak, doch deren Anwesenheit wird von den Düngemittelherstellern nicht erwähnt.

Auch Rasen-Flüssigdünger auf biologischer Basis sind erhältlich: Als rein pflanzliche und phosphatarme Dünger sollen sie für eine schnelle Nährstoffzufuhr sorgen, ohne die häufig stark phosphathaltigen Gartenböden zu belasten. Die enthaltene organische Substanz führt zu einer dickflüssigen Konsistenz und einem strengen Geruch, denn es handelt sich um Pflanzenjauchen.

Schließlich gibt es noch Flüssigdünger, die nicht mit enthaltenen Nährstoffen, sondern mit Pflanzenhormonen und Aminosäuren werben. Sie enthalten in der Regel Seegras-Extrakte, die schon seit Jahrhunderten als schonende Nährstofflieferanten verwendet werden. Die enthaltenen Pflanzenhormone sollen dabei für eine Anregung von Spross- und Wurzelwachstum sorgen. Da auch auf den Internetseiten der Hersteller allerdings keine genauen Angaben zur wirkungsentscheidenden Hormonkonzentration zu finden sind, muss der Anwender die Wirksamkeit selbst überprüfen.

Tipp: Nicht verwechselt werden sollten Flüssigdünger mit flüssigen Unkrautvernichtern, die häufig ebenfalls mit dem Zusatz „Flüssigdünger“ beworben werden.

Nachteile von mineralischem Flüssigdünger für Rasen

Leider überwiegen bei mineralischen Flüssigdüngern sehr viele Nachteile, die wir Ihnen nachfolgend erläutern möchten.

Nahaufnahme eines kleinen Stücks Rasen

Eine Investition in die Qualität des Bodens ist immer auch eine Investition in die Rasengesundheit [Foto: valzan/ Shutterstock.com]

  1. Verglichen mit festen Düngern ist die Wirkdauer sehr begrenzt.
  2. Die Anwendung führt zu stoßartigem Wachstum, die Halme sind oft nicht widerstandsfähig gegenüber Krankheiten, Hitze oder Kälte.
  3. Die hohen Nährstoffkonzentrationen können bei falscher Dosierung leicht zur Überdüngung führen.
  4. Die Stickstoffform Urea ist für Laien schwer einschätzbar und führt leicht zu einem Verlust von Stickstoff an die Umwelt und zu einem Nutzenverlust für den zahlenden Kunden.
  5. Die chemische Formulierung sorgt dafür, dass die enthaltenen Nährstoffe möglichst in der Lösung gehalten werden. Dies führt auch dazu, dass sie sich nicht an Bodenteilchen anlagern können. Der nächste stärkere Schauer kann sie in tiefere Bodenschichten spülen, wo sie für die recht kurzen Rasenwurzeln unerreichbar sind. Schließlich können sie so im Grundwasser landen und somit Naturstandorte eutrophieren.
  6. Die häufig geringe Packungsgröße ist der besseren Anwendbarkeit geschuldet, führt jedoch zu sehr hohen Preisen pro gedüngtem Quadratmeter.
  7. Wie auch feste mineralische Rasendünger bringen die Flüssigdünger keinerlei organische Substanz ein und führen damit bei wiederholter Anwendung zu einem Verlust der Bodenqualität. Zudem kann die Anwendung die Bodenchemie stören und den pH-Wert ungewollt beeinflussen.
Rasen wird mit Flüssigdünger besprüht

Die Verwendung von mineralischem Flüssigdünger führt leicht zu Überdüngung [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Nachteile von organischem Flüssigdünger für Rasen

Auch wenn organische Dünger in der Regel den mineralischen vorzuziehen sind, ist die organischen Flüssigdüngung von Rasen nur selten sinnvoll. Auch für sie gilt, dass die Nährstoffkonzentration in einem ungünstigen Verhältnis zum Preis steht. Durch die flüssige Form ist der Gehalt organischer Festsubstanz extrem gering. Hohe Stickstoffgehalte können so tatsächlich auch ausgewaschen werden, wie es ja auch mit Gülle und Jauche in der Landwirtschaft geschieht. Positiv zu bewerten sind die enthaltenen Spurennährelemente und der häufig niedrige Phosphor-Gehalt. Denn Phosphate liegen in der Regel zu Genüge in Gartenböden vor, nur sind sie nicht pflanzenverfügbar. Durch ein aktives Bodenleben und eine entsprechende Bodenpflege können sie jedoch wieder verfügbar werden.

Alternativen zu flüssigen Rasendüngern

Eine schnelle und effektvolle Rasendüngung ist der Wunsch vieler Rasenbesitzer. Wie so oft in der Natur sollte allerdings auch bei Rasen die Geduld eine hohe Tugend sein: Stoßartiges Wachstum, plötzliche Nährstoffschwemmen und Änderungen in der Bodenchemie sind kaum im Sinne der Dauerkultur Rasen. Nur der akute und sehr starke Nährstoffmangel eines Rasens würde einen Grund zur Anwendung eines Flüssigdüngers liefern. In diesem Übersichtsartikel werden wichtige Mangelsymptome von Rasenflächen beschrieben.

Zwei Schachteln Plantura Bio-Rasendünger und Herbstrasen-Dünger

Feste organische Rasendünger, wie unsere Plantura Bio-Rasendünger, sorgen für ein gesundes Bodenleben

Sehr viel wertvoller sind leistungsfähige Böden mit guter Nährstoffspeicherfähigkeit, kräftigem Wasserhaltevermögen und guter Belüftung. Bei der richtigen Pflege kann ein solcher Boden dafür sorgen, dass Ihr Rasen auch im Winter dunkelgrün bleibt, im Frühjahr ohne eine Startdüngung austreibt und nur zwei- bis dreimal im Jahr gedüngt werden muss. Um einen solchen Zustand zu erreichen, ist der Eintrag fester organischer Substanz unerlässlich: Sie kann zum Humusaufbau genutzt werden, ernährt ein gesundes Bodenleben und liefert Nährstoffe gleichmäßig fließend und umweltverträglich. Sogenannte Bio-Rasendünger sind zum Teil sogar geeignet, auf extrem verarmten Böden wieder Stämme nützlicher Mikroorganismen anzusiedeln. Ebenfalls zu den Bio-Rasendüngern zählen unser Plantura Bio-Rasendünger sowie unser Plantura Bio-Herbstrasendünger.

Mehr zum nachhaltigen Düngen für Ihren Garten finden Sie hier.

Allgemeine Informationen zum Thema Rasendünger haben wir hier für Sie zusammengefasst.

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