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Gartenkresse: selber säen, anbauen und ernten

Gartenkresse anzubauen ist keine Zauberei. Ihr würziges Aroma und die wertvollen Inhaltsstoffe verzaubern aber sicherlich so manchen Hobbygärtner.

Kresse in Eierschalen

Witzige Idee für Ihr Frühstück – Kresse in Eierschalen [Foto: Nicolas HukCC BY 2.0]

Die Gartenkresse (Lepidium sativum) ist wohl die perfekte Pflanze, um den Einstieg ins Gärtnern mit Erfolg zu krönen. Das der Familie der Kreuzblütler (Brasicaceae) angehörige Gewächs ist im Anbau nämlich so einfach zu handhaben, dass es nahezu überall und jederzeit angebaut werden kann. Das Kraut, welches vermutlich seinen Ursprung in Asien hat, erfreut sich seiner Beliebtheit aufgrund seiner mildscharfen Würze. So leitet sich die Kurzform Kresse auch vom Altdeutschen „cresso“ – scharf – ab. Karl der Große ordnete einst ihren Anbau an und in Grabstätten aus dem alten Ägypten fand man Kressesamen als Grabbeilage. Trotz der verblüffenden Anspruchslosigkeit der Kresse sind ein paar Kleinigkeiten zu berücksichtigen, um den Anbau dieses Krautes mit der Ernte erfolgreich abzuschließen.

Anbau der Gartenkresse

Das einjährige Gartenkraut wird über Aussaat vermehrt. Soll die Gartenkresse im Freiland ausgesät werden, so ist ein sonniger Standort förderlich. Aber auch mit einem Schattenplatz gibt sich das Kreuzblütengewächs zufrieden – dann dauert es nur ein paar Tage länger, bis geerntet werden kann. Die Aussaat kann nach Belieben erfolgen. Ob in Reihe oder dicht an dicht in Breitsaat ausgesät wird, ist der Kresse vollkommen egal. Jedoch sollte die Aussaat nicht vor den Eisheiligen Mitte Mai erfolgen, da die zierlichen Keimlinge sehr frostempfindlich sind. Außerdem benötigen die Samen mindestens 15 °C, um keimen zu können. Auch für die Gartenkresse gilt bei der Aussaat: Der Samen muss unbedingt dauerhaft feucht gehalten werden. Zudem sollte die Aussaat nicht mit einer vor Austrocknung schützenden Substratschicht bedeckt werden, da die Gartenkresse ein sogenannter Lichtkeimer ist. Kresse keimt bereits nach wenigen Tagen. Somit kann sie auch noch im Herbst im Freien ausgesät und dennoch bis zur Erntereife gebracht werden.

Während der Freilandanbau der Gartenkresse nur zu frostfreien Jahreszeiten in Frage kommt, so kann das würzige Kraut auf dem Fensterbrett an einem hellen Standort ganzjährig kultiviert werden. Erfolg ist dabei quasi garantiert, egal wo oder in was man die Kresse aussät. Kresse ist nämlich bekannt dafür, dass sie in nahezu jedem Substrat keimt. Ob Watte, feuchtes Küchenpapier oder normale Gartenerde – bei Raumtemperatur keimt die Gartenkresse bereits nach einigen Tagen. Nach vier Tagen ist sie schon ernte- und genussreif. Deshalb bietet sich ein Anbau in kurz aufeinander folgenden Blöcken an. Die Kultur von Kresse in Watte oder anderen keimfreien Substraten sollte sogar bevorzugt werden. So einfach ihr Anbau ist, so anfällig ist sie nämlich für den Befall mit Keimen und Pilzen. Vor allem erdige Substrate weisen meist eine große Vielfalt an verschiedensten Schaderregern auf. Sollten Sie sich dennoch für eine Kultur der Gartenkresse in gewöhnlicher Erde entscheiden, so sollte das Substrat vor der Aussaat im Backofen erhitzt werden. Das dezimiert den Schädlingsdruck im Substrat.

Düngen und Gießen der Gartenkresse

Der Anbau von Gartenkresse ist auch für Einsteiger ideal geeignet. Der Lichtkeimer ist äußerst anspruchslos. Während der Keimung muss der quellende Samen dennoch unbedingt feucht gehalten werden. Ebenso erfreuen sich die jungen Pflanzen an einer gleichmäßigen Versorgung mit Wasser. Die Versorgung mit Nährstoffen können Sie bei der Gartenkresse ganz außer Acht lassen. Das Kreuzblütengewächs hat zwar nichts gegen gut aufgedüngte Böden beziehungsweise Substrate, doch gibt sich dieses Kraut auch mit einem nährstoffarmen und mageren Boden zufrieden. Die geringfügigere Bereitstellung von Nährstoffen mindert nicht den Ernteerfolg. Dementsprechend muss keine ergänzende Düngung während der kurzen Kulturzeit der Kresse erfolgen.

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Kressesorten: auch hier gibt es Unterschiede

Neben der einfachen Gartenkresse (Lepidium sativum) gibt es noch zwei bekannte Kresse-Kollegen: Die Brunnenkresse (Nasturtium officinale) und die Kapuzinerkresse (Tropaeolum). Die Blätter aller drei Kresse-Arten sind essbar. Die Sektion Standard-Gartenkresse weist jedoch keine große Sortenvielfalt auf. Getreu dem Motto: Hauptsache sie keimt gut und hat das charakteristische Aroma. Größere züchterische Bemühungen sind hingegen bei der Kapuzinerkresse festzustellen. Hier sind viele Sorten mit Unterschieden in Wuchs und Blütenfarbe auf dem Markt erhältlich.

Gartenkresse – Ernten und Lagern

Bei einer günstigen Temperatur um die 20 °C ist die Gartenkresse bereits nach vier Tagen erntereif. Wohl kein anderes Kraut findet den Weg schneller von der Aussaattüte auf den Teller. Die kleinen Pflänzchen können einfach circa einen Zentimeter über der Substratoberfläche mit einer Schere abgeschnitten werden. Es sollte nur so viel geerntet werden, um den aktuellen Bedarf zu decken. Kresse sollte jedoch nur bis zum Eintreten der Blüte verwendet werden. Da Kresse schon innerhalb kürzester Zeit nach dem Schnitt an Aroma verliert, ist eine direkte Verwendung ratsam. Auf dem Weg aus dem Anzuchtbeet auf den Teller die Kresse keinesfalls waschen. Dadurch verliert die Gartenkresse an knackiger Frische und wird stattdessen matschig. Eine Konservierung des würzigen Krautes ist leider in keiner Form möglich. Will man dennoch permanent Kresse zur Verfügung haben, führt also kein Weg um eine mehrmalige Aussaat in kurzweiligen Abständen. Wird ein Teil der Kresse mal nicht rechtzeitig vor der Blüte geerntet, kann diese zur Saatgutproduktion verwendet werden.

Gartenkresse – Verwendung und Inhaltsstoffe

Ein echter Klassiker: Eine frische Brotscheibe mit Streichkäse und erntefrischer, würziger Gartenkresse garniert. Dank der enthaltenen Senfglykoside erhält die Kresse ihre charakteristisch pfeffrige Note, die ebenso frische Salate und viele andere Gerichte im Geschmack abrundet. Die optische Verfeinerung der Gerichte ist dabei ein ansehnlicher Nebeneffekt. Aber die Gartenkresse kann noch viel mehr als würzig sein und gut aussehen. Der sogenannte Kressetest ist ein einfacher und schneller Indikator zur Messung der Luftbelastung mit Schadstoffen. Dabei wird das Wachstum von Kressekeimlingen, die einer belasteten Umgebung ausgesetzt sind, mit dem unbelasteter Keimlinge verglichen. So kann grob auf die in der Luft enthaltenen Emissionen geschlossen werden.

Überraschenderweise trumpft die Gartenkresse außerdem noch mit hohem Gehalt an Vitamin C, Eisen, Calcium und Folsäure auf. Wird die Gartenkresse auf der Fensterbank kultiviert, kann sie somit besonders im Winter eine wertvolle und Energie bringende Ergänzung sein. Frisches und nahrhaftes Obst und Gemüse sind zu dieser Jahreszeit nämlich oft Mangelware. Eine weitere positive Wirkung bei regelmäßigem Verzehr der Gartenkresse: Knochenbrüche wachsen schneller zusammen. Diese Heilkraft des Krautes konnte sogar durch Studien bestätigt werden.

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