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Bodenaktivator: Für ein lebendiges & gesundes Bodenleben

Die wenigsten wissen, was ein Bodenaktivator ist. Wir erklären, was es damit auf sich hat und wie man Bodenaktivator für ein gesundes Bodenleben einsetzt.

Erde
Humose schwarze Erde kann mit einem Bodenaktivator gefördert werden [Foto: Madrolly/ Shutterstock.com]

Der Begriff klingt aufs Erste vielleicht ein bisschen sonderbar, doch verbirgt sich dahinter eine sehr nützliche Sache, die auch Sie als Hobbygärtner kennen sollten. Zu Zeiten von humusarmen Böden und Nitratbelastungen rückt die Gesundheit von Böden immer mehr in den Fokus – gut so, finden wir von Plantura. Damit Sie wissen, was es mit einem Bodenaktivator auf sich hat, haben wir hier alles zum Thema zusammengefasst.

Bodenaktivator

Wissen Sie, was ein Bodenaktivator ist, wozu er verwendet wird und woraus er besteht? Nachfolgend werden alle diese Fragen beantwortet und wir zeigen, was bei der Wahl und Anwendung von Bodenaktivator zu beachten ist.

Was ist Bodenaktivator?

Bodenaktivatoren sind nichts anderes als Bodendünger. Das bedeutet, dass die Ausbringung eines Bodenaktivators nicht direkt die Ernährung von Pflanzen zum Ziel hat, sondern die Erhöhung der Bodenqualität. Ein gesunder und aktiver Boden wirkt dann wiederum positiv auf die Pflanzen ein, die in ihm wachsen. Die Wirkung von Bodenaktivatoren beruht größtenteils darauf, dass organisches Material gemeinsam mit einer begrenzten Menge von Nährstoffen eingetragen wird. In manchen Mischungen sind dabei lebende Mikroorganismen enthalten, die einen verarmten Boden neu besiedeln können. Hinzu kommen eventuelle Bodenhilfsstoffe, die ein für Mikroorganismen optimales Milieu herstellen sollen. Der Effekt besteht in einer erhöhten Aktivität und Vermehrung von Mikroorganismen sowie einer Förderung des Humusaufbaus und anderer wichtiger Prozesse, die im Boden ablaufen.

Erde
Ein Bodenaktivator gibt dem Boden das, was ihm oft fehlt: Strukturmaterial [Foto: Rassamee Cafe/ Shutterstock.com]

Wozu braucht man Bodenaktivator?

Um den Sinn von Bodendüngern zu verstehen, muss der Boden mit etwas anderen Augen betrachtet werden: Was auf den ersten Blick wie eine Menge Staub und Dreck anmutet, kann im Fall eines gesunden Gartenbeetes von 10 m2 Größe gut 25 Kilogramm Kleinstlebewesen enthalten. Innerhalb dieser Organismen besteht eine gewaltige Vielfalt: Bakterien, Pilze, Fadenwürmer und Insekten, Würmer und Asseln sind nur einige Vertreter. Grob umrissen ist ihr Lebensauftrag und ihre Lebensgrundlage die Umsetzung von allerlei organischem Material, das auf und in dem Boden anfällt. Einerseits sorgen sie für den Aufbau von neuem, fruchtbaren Humus, andererseits setzen sie Nährstoffe frei.
Kommt es jedoch zu dem Fall, dass zu wenig organisches Material für die Gemeinschaft der Mikroorganismen zur Verfügung steht, beginnen die kleinen Helfer zu hungern und teilweise sogar auszusterben. Dies geschieht auf intensiv und kommerziell bewirtschafteten Ackerflächen besonders stark, sodass zum Teil nur vier bis fünf Tonnen Bodenorganismen pro Hektar Land übrigbleiben – etwa ein Fünftel der ursprünglichen Masse.

Tipp: Die Gesamtheit der Bodenflora und -fauna wird Edaphon genannt. Die Zusammensetzung kann zwar je nach Bodentyp, Bewuchs und Umweltbedingungen stark schwanken, der nachstehenden Tabelle können Sie jedoch einige Richtwerte entnehmen:

Bestandteil des EdaphonsAnteil
Bakterien40 %
Algen und Pilze40 %
Regenwürmer12 %
Makrofauna: Größere Insekten, Schnecken, Tausendfüßer etc.5 %
Mikrofauna: Kleinste Insekten, Milben, Fadenwümer, Springschwänze etc.3 %

Warum aber ist ein Verlust von Bodenorganismen etwas Negatives? Man könnte meinen, dass all diese Springschwänze, Nematoden, Pilze und Insekten unseren geliebten Gartenpflanzen schaden wollen, um sich an ihrem Gewebe zu laben. Doch das entspricht in keiner Weise der Realität. Tatsächlich stehen alle Pflanzen, die im Boden wachsen, mit Mikroorganismen in Verbindung. Da sie nur durch die kleinen Lebewesen auf natürliche Weise an Nährstoffe gelangen können, locken viele Pflanzen sogar Bakterien an, indem sie ein kohlenhydratreiches Gel an ihren Wurzelspitzen ausscheiden. Mit den Mykorrhiza-Pilzen gehen sie gar eine so enge Bindung ein, dass ihre Wurzelzellen mit deren Pilzfäden in ständiger direkter Verbindung stehen. Der Pilz liefert Stickstoff, Phosphat und Wasser, im Gegenzug erhält er einen Einfachzucker als Energiequelle, den er nicht selbst herstellen kann. Abgesehen von diesem direkten Einfluss, hat die Aktivität im Boden starken Einfluss auf den Wasser- und Nährstoffhaushalt, den pH-Wert und die Wärmeleitfähigkeit des Bodens. Sind diese physikalischen Faktoren stabil, erleichtert dies das Pflanzenwachstum.

Regenwürmer
Regenwürmer machen im Schnitt 12 % des Bodenlebens aus [Foto: KaliAntye/ Shutterstock.com]

Einen Bodenaktivator zu verwenden, ergibt auf ausgezehrten, beanspruchten Böden Sinn, wenn kein organisches Material aus anderen Quellen zur Verfügung steht. Denn nur durch die Ernährung und eventuelle Neuansiedlung von Mikroorganismen lässt sich der Boden wiederbeleben, sodass die Humusreproduktion in Schwung kommt, Bodenverdichtungen und Staunässe vermindert werden und Pflanzen von all den genannten positiven Effekten profitieren können.

Woraus besteht Bodenaktivator?

Letztlich ist ein Bodenaktivator nur das, was einem falsch oder zu intensiv bewirtschafteten Boden fehlt: Organisches Material, also die Nahrungsgrundlage für Mikroorganismen und der Ausgangsstoff für die Humusbildung. Hinzu kommen eventuell lebende Organismen oder deren Überdauerungsformen. Das organische Material selbst bringt in der Regel auch die Nährstoffe mit, die vom Bodenleben benötigt werden. Wenn auf einem Bodenaktivator also Nährstoffangaben gemacht sind, dienen diese in erster Linie der Versorgung von Kleinstlebewesen. Vor allem Stickstoff ist bedeutsam, denn dieser wird zum Aufbau von Enzymen und DNA benötigt. Hinzu kommt häufig auch Kalk, denn gerade die an der Humusbildung beteiligten Bakterien haben bei höheren pH-Werten ein leichteres und produktiveres Leben. Außerdem sind in den natürlichen Inhaltsstoffen alle für Pflanzen wichtigen Spurennährstoffe enthalten, die ein Mineraldünger nicht liefert. Seltener sind Tonminerale wie Bentonit enthalten, bei denen es sich um mineralische Bodenhilfsstoffe handelt, mit denen Mikroorganismen aber nicht viel interagieren.

Bodenaktivator im Test: Darauf sollte man achten

Aus der Wirkweise von Bodenaktivatoren leitet sich ab, worauf beim Kauf zu achten ist:

  1. Ein Bodenaktivator sollte keine hohen Nährstoffgehalte aufweisen, da diese die Humusbildung vermindern würden.
  2. Flüssige Bodenaktivatoren bringen zwar Mikroorganismen und Nährstoffe ein, doch oft fehlen Strukturmaterialien auf verarmten Böden viel dringender. Die Anwendung von flüssigem Bodenaktivator am Boden sollte nur mit gleichzeitiger Einarbeitung von organischem Material erfolgen.
  3. Bodenaktivatoren können auf Rohstoffen tierischen oder pflanzlichen Ursprungs basieren. Wer kommerziellen Massentierhaltung nicht unterstützen möchte, sollte daher die Deklarierung von Bodenaktivatoren im Blick behalten und die tierfreie Variante wählen.
Düngergranulat
Beim Bodenaktivator sollte auch darauf geachtet werden, ob tierische Inhaltsstoffe enthalten sind [Foto: SIM ONE/ Shutterstock.com]

Mehr zur Humuswirtschaft – also der humusfördernden Bewirtschaftung von Böden – können Sie in diesem Spezial-Artikel lesen.

Mineralischer Bodenaktivator

Da organische Substanz die wichtigste Zutat eines Bodenaktivators ist, gibt es natürlich keine mineralischen Bodenaktivatoren. Vielmehr führt erst die vermehrte Anwendung von rein mineralischen Düngern dazu, dass die Verwendung eines Bodenaktivtors nötig wird. Die Wirkkette gestaltet sich folgendermaßen:

  1. Mineralische Dünger stellen den Bodenorganismen Nährstoffe bereit, was deren Aktivität anregt. Es fehlen jedoch frische, kohlenstoffreiche Verbindungen als Energiequelle.
  2. Die Mikroorganismen machen sich somit über andere organische Substanz im Boden her: Fruchtbarer Bodenhumus wird zersetzt und der enthaltene Kohlenstoff wird aufgenommen und anschließend teilweise als CO2 von den Bakterien ausgeatmet.
  3. Durch die Nährstoffzufuhr angekurbelt, hat sich das Bodenleben stark vermehrt, viel Humus wird mineralisiert, es werden noch mehr Nährstoffe frei.
  4. Der Humusgehalt sinkt und die Nahrungsgrundlage der Mikroorganismen mit ihm. Die Mikroorganismen können sich nicht mehr weitervermehren und sterben wieder ab. Ihre Körper sind ebenfalls kohlenstoffhaltig, werden von anderen Organismen zersetzt und noch mehr Kohlenstoff wird in die Luft veratmet.
  5. Das Ergebnis ist ein an humusärmerer Boden und eine dezimierte Zahl von Bodenorganismen. Kurzfristig waren viele Nährstoffe verfügbar. Das ist jedoch nur ein schlechter Trost, bedenkt man, dass der Aufbau von wertvollem Humus Monate dauert und sich in mehreren Jahrzehnten nur wenige Zentimeter bilden. Die Bodenqualität ist somit mit dem Verlust des Humus gesunken.
Mineralischer Dünger
Die regelmäßige Anwendung mineralischer Dünger führt zu einem Verlust der Bodenqualität [Foto: Singkham/ Shutterstock.com]

Bodenaktivatoren sind folglich immer organische Dünger – eventuell mit geringen Anteilen mineralischer Nährstoffe.

Organischer Bodenaktivator

Alle Bodenaktivatoren sind also zum allergrößten Anteil organisch. Doch woher stammt die organische Substanz? Wie bei allen organischen Düngern gibt es hier zwei Möglichkeiten: Die Rohstoffe können tierisch oder pflanzlich sein. Weil Schlachtabfälle und Exkremente von Tieren oft zu nährstoffreich sind, werden in der Regel verschiedene Ausgangsstoffe kombiniert. Wer hier allerdings Wert darauf legt, dass die tierischen Rohstoffe aus nachhaltig und biologisch wirtschaftenden Quellen stammen, sollte auf eine Bio-Zertifizierung achten. Dies dürfte vor allem bei Tierfreunden, Vegetariern, Veganern und umweltbewussten Gärtnern der Fall sein.

Bio-Bodenaktivator

Bodenaktivatoren mit Bio-Zertifikat versprechen eine nachhaltige und ethisch vertretbare Quelle ihrer Rohstoffe. Zu den Bio-zertifizierten Bodenaktivatoren zählt auch der von uns entwickelte Plantura Bio-Bodenaktivator. Er kommt völlig ohne tierische Inhaltsstoffe aus und wird hier in diesem Artikel noch einmal gesondert vorgestellt. Neben der Komponente des Gewissens ist übrigens auch der Geruch ein Pluspunkt von tierfreien Bodenaktivatoren und Düngern allgemein: Gemahlene Schlachtabfälle haben oft einen unangenehmen Geruch, der sogar Rabenvögel oder die Katzen der Nachbarschaft anziehen kann.

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Anwendung von Bodenaktivator

Bodenaktivatoren sind auf allen Flächen anwendbar, auf denen der Boden verbessert werden soll. Einige Flächen sind natürlich bedürftiger als andere: Rasenflächen und Gemüsebeete sind stark beansprucht durch die immer wiederkehrende Mahd, Bearbeitung und die Entfernung von Erntegut beziehungsweise Rasenschnitt. Doch auch alle Flächen, die in den vergangenen Jahren fast ausschließlich mineralisch gedüngt wurden, zeigen nach der Anwendung eines Bodenaktivators eine verbesserte Leistung. Da es sich um komplexe und teils langwierige Prozesse handelt, die zum Humusaufbau führen, ist ein Soforteffekt natürlich unmöglich – genauso wie eine einmalige mineralische Düngung nicht sofort zu einer dramatischen Abnahme der Bodenqualitäten führt.

Die Aufwandmenge des Bodenaktivators richtet sich nach Art und Zustand des gedüngten Bodens. Rasenflächen und Gemüse- sowie Gewächshausflächen haben einen höheren Bedarf als eher naturnahe Beetflächen, auf denen auch ab und an ein Stängel oder Blatt zu Boden fällt und von Bodenorganismen verzehrt werden konnte. Wichtig ist die richtige Ausbringung: Bodenaktivator wird ausgestreut und dann nur in die obere Erdschicht eingearbeitet. Herrscht trockenes Wetter, kann im Anschluss gewässert werden. Normalerweise übernimmt aber der nächste Regen diese Aufgabe.

Mehr zur Anwendung unseres Plantura Bio-Bodenaktivators können Sie hier nachlesen. Weil Rasenflächen eine stark beanspruchte Dauerkultur darstellen, die von einem Bodenaktivator besonders profitieren kann, behandeln wir das Thema Bodenaktivator für den Rasen in diesem Artikel ausführlich.

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