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Brennnesseljauche: Wirkung & Ansetzen der Jauche

Brennnesseljauche stärkt die Pflanzen auf natürliche Weise. Wir zeigen Vorteile, Anwendung der beliebten Jauche und wie man sie richtig ansetzt.

Brennnesseln

Eine Jauche aus Bernnnesseln stärkt Ihre Pflanzen auf natürliche Weise [Foto: svklimkin]

Jeder Hobbygärtner hat wohl schon mal von einer Pflanzenjauche gehört. Es soll ein Allheilmittel gegen Pflanzenschädlinge und zudem auch ein guter biologischer Dünger sein. Eine besonders beliebte Jauche ist die allseits bekannte Brennnesseljauche. Auch einige Fachleute schwören auf die Wirkung der Jauche, obwohl diese bis heute nicht wissenschaftlich bewiesen werden konnte. Egal, ob bewiesen oder nicht, wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten und Stärken in einer Brennnesseljauche stecken.

Vorteile & Wirkweise der Brennnesseljauche

Die Brennnesseljauche entsteht wie alle Pflanzenjauchen durch einen Gärungsprozess. Mikroorganismen sorgen dafür, dass Nährstoffe wie Stickstoff aus den Blättern und Stängeln der Brennnessel (Urtica) freigesetzt werden. Für die Pflanze sind die Nährstoffe wie bei einem mineralischen Dünger sofort verfügbar. Die Düngerwirkung tritt bei Jauchen also sofort ein und das ist auch der Grund, warum sie auch so gerne als biologischer Dünger eingesetzt werden. Zusätzlich werden bei der Gärung auch allerhand andere pflanzliche Inhaltsstoffe freigesetzt wie zum Beispiel Enzyme. Ein besonders interessanter Inhaltstoff ist bei der Brennnessel aber die Kieselsäure. Dieser Bestandteil der Brennnessel sorgt für starke Zellwände und damit für einen besseren Schutz gegen Insektenbefall und Pilzkrankheiten. Durch die unterschiedlichsten Inhaltstoffe, die durch die Jauche freigesetzt werden, ergeben sich viele Anwendungsgebiete.

Normalerweise wird eine Brennnesseljauche nur verdünnt benutzt, da sie zu Verbrennungen an den Pflanzen führen kann. Verantwortlich dafür ist wahrscheinlich der hohe Ammoniumgehalt (eine Form vom Stickstoff). Allerdings kann eine unverdünnte Brennnesseljauche als Grunddüngung auf ein noch unbepflanztes Beet ausgebracht werden. Dort sollte die Jauche leicht eingearbeitet werden und nach ungefähr einer Woche kann das Beet dann bedenkenlos bepflanzt werden. Für Starkzehrer reicht so eine Düngung aber nicht: Hier empfiehlt sich eine zusätzliche Düngung mit Kompost.

Generell eignet sich die Brennnesseljauche sehr gut als Dünger für Gemüse (Gurken, Kohl, Tomaten, Zucchini), jedoch nicht bei Bohnen, Erbsen und Zwiebeln und bei Obst sowie Blumen. Stehen die Pflanzen bereits auf dem Beet, sollte nur mit einer 1:10-20 Verdünnung gegossen werden, aber das dafür regelmäßig. Übrigens eignen sich Jauchen eher für eine Gießbehandlung. Spritzen verstopfen schnell bei dem Einsatz von Jauchen. Soll die Brennnessel gegen Schädlinge wie Blattläuse und Spinnmilben helfen oder gegen Pilzkrankheiten, dann empfehlen wir den Einsatz einer Brühe. Auf den Unterschied gehen wir im nächsten Abschnitt bei der Herstellung noch genauer ein. Die Brühe soll Pflanzenschädlinge einerseits von den Pflanzen fernhalten und andererseits die Pflanzenzellen stärken. Dabei ist auch wieder eine regelmäßige Anwendung entscheidend. Eine Wirkung gegen Ameisen, Schnecken und Wühlmäuse zweifeln wir allerdings stark an. Am besten erfolgt die Ausbringung der Brühen und Jauchen am Abend. Auf keinen Fall aber sollte die Brennnesseljauche bei voller Sonne ausgebracht werden.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Brennnesselpulver: zur Herstellung von Brennnesselbrühen
  • Brennnsselpellets: Kräuterpräparat zur Herstellung von Brennnesselbrühe; für ökologischen Landbau zugelassen

Herstellung: Brennnesseljauche ansetzen

Das Ansetzen einer Brenneseljauche ist eigentlich relativ einfach. Sie brauchen dafür nur ein Gefäß aus Plastik oder Steingut (kein Metall). Das Fass wird möglichst in der Sonne platziert, da durch die Wärme der Gärungsprozess beschleunigt wird. In das Fass werden die möglichst frischen und nichtblühenden Brenneseln gegeben. Alternativ kann auch auf getrocknete Brennnessel zurückgegriffen werden, die es unter anderem in Pellet-Form gibt.

Mischungsverhältnis: 10 kg frische Brennnesseln oder 500 – 1000g getrocknete Brennnesseln auf 50 Liter Wasser.

Anschließend sollte das Fass mit einem Gitter oder ähnlichem abgedeckt werden, damit keine Tiere in dem Fass ertrinken können. Nun muss man sich in etwas Geduld üben, da die Gärung 10 bis 14 Tage dauern kann. Auf unzähligen Seiten wird nun der Tipp gegeben, dass dann täglich umgerührt werden muss für eine bessere Sauerstoffversorgung. Eine Gärung ist aber ein Prozess, bei dem kein Sauerstoff gebraucht wird. Also vergessen Sie diesen Schritt! Gegen unangenehme Gerüche hilft hier Gesteinsmehl, das die Jauche zusätzlich durch seine Inhaltsstoffe aufwertet.

Brennnesselbrühe: Hier darf der Ansatz mit den Brennnesseln nur 12 bis 24 Stunden ziehen und muss am selben Tag noch verbraucht werden. Dafür die Brühe erst durch einen Kaffeefilter abseihen und dann unverdünnt auf die Pflanzen sprühen.

Im Gegensatz zu der geruchsneutralen Brennnesselbrühe ist die Brennnesseljauche lagerfähig. Sie kann dafür zum Beispiel in Kanister abgefüllt werden. Eine exakte Lagerzeit kann an dieser Stelle leider nicht angegeben werden, da dies natürlich auch auf die Lagerbedingungen ankommt. Weil eine Brennnesseljauche aber regelmäßig ausgebracht werden sollte, dürfte der Vorrat schnell zu Neige gehen.

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