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Der Maulwurf: Nicht fangen oder gar töten, sondern vertreiben!

Zwar ist der Maulwurf äußerst nützlich gegen viele Schadinsekten, wären da nicht die ungeliebten Erdhügel. Wir geben Tipps, um den Maulwurf zu vertreiben.

Maulwurf Nahaufnahme

Um sich tief in das Erdreich zu graben, benötigt der Maulwurf seine ausgeprägten Grabhände [Foto: zeneraCC BY-SA 2.0]

Man braucht wirklich kein geschulter Experte zu sein, um einen Maulwurf als störenden Untermieter im eigenen Garten zu erkennen. Die charakteristischen Maulwurfshügel sind meistens nicht zu übersehen und bestimmt auch keine Augenweide auf dem schön gepflegten Rasen. Aber was kann man gegen den kleinen Insektenfresser tun und ist es überhaupt sinnvoll, ihn vom Grundstück zu verjagen?

Maulwurf-Steckbrief

Der Europäische Maulwurf (Talpa europae) gehört wie der Igel zu den Insektenfressern. Eine direkte Schädigung der Wurzeln Ihrer Kulturpflanzen durch den Maulwurf kann also schon mal ausgeschlossen werden. Der nur 11-16 cm große Säuger ist außerdem nach der Bundesartenschutzverordnung geschützt und darf weder gefangen noch getötet werden. Frühere Bekämpfungsmethoden, wie ein gezielter Spartenschlag und das Ertränken der Tiere durch Wässern gehören damit hoffentlich der Vergangenheit an.

Am wohlsten fühlt sich ein Maulwurf übrigens in humusreicher Erde, da dort seine Leibspeise (der Regenwurm) ebenfalls beste Lebensbedingungen vorfindet. Von denen kann der Maulwurf auch eine ganze Menge verdrücken: Bis zu 30 kg Insekten pro Jahr sind kein Problem für den Maulwurf! Da er aber auch gleichzeitig Larven von pflanzenschädigenden Käfern und anderes Getier frisst, ist die Anwesenheit eines Maulwurfs bestimmt nicht schlecht für den Hobbygärtner.

Wo und wann trifft man den Maulwurf am häufigsten an?

Im Frühjahr und Sommer lebt der Insektenfresser auch gerne auf offenen Wiesen und Rasenflächen. Im Winter dagegen bevorzugt er eine schützende Vegetationsschicht über der Erdoberfläche und verzieht sich deswegen oft an Waldränder und andere bewachsene Stellen zurück. Sollten Sie also in der Gartensaison Probleme mit Erdhaufen auf dem Rasen haben, dann kann sich das Problem auch ganz von alleine lösen. An solchen Stellen überwintert der Maulwurf nämlich äußerst ungern. Zusätzlich ist er ein typischer Einzelgänger, wenn also nicht gerade Paarungszeit ist, wird ein zusammenhängendes Tunnelsystem auch nur von einem Maulwurf bewohnt. Die Tunnel befinden sich meist recht nah an der Oberfläche und reichen nur sehr selten tiefer als 50 cm in den Boden. Der Maulwurf ist übrigens eine richtige Grabmaschine! Bei lockerer Erde ist das Erschließen von 20 m neuen Tunnel am Tag eine Leichtigkeit für ihn. Damit die kleinen Tiere in ihrem Tunnelsystem nicht ersticken, sind sie auf Luftlöcher angewiesen. Aus diesem Grund dürfen die Maulwurfshügel auch nicht einfach platt getreten werden, da dort der Luftaustausch stattfindet.

Den Maulwurf vergraulen? Aber dann bitte nur mit schonenden Methoden!

Eine direkte Bekämpfung ist aufgrund des oben genannten Naturschutzstatus nicht erlaubt. Wenn die Maulwurfshügel nicht zu lästig sind, dann wird der Maulwurf es Ihnen danken, wenn Sie ihn in Ruhe lassen. Das Lebensgebiet der Maulwürfe wird durch die intensive Landwirtschaft nicht gerade größer. Sie können also selber entscheiden ob Sie Maulwürfen ein Rückzugsort in Ihrem Garten bieten wollen oder nicht. Ist die Grabtätigkeit nicht mehr zu ertragen, kann man mit einigen Tricks dafür sorgen, dass das intelligente Tier eine neue Bleibe sucht. Dabei macht man sich die empfindlichen Geruchs- und Gehörsinne des Maulwurfs zu nutze. Der Einsatz von sogenannten Ultraschall-Sonden kann zwar helfen, aber auch für Ärger sorgen. Manche Modelle sind durchaus hörbar und können schnell einen Nachbarsstreit ausrufen. Auch ist die Wirksamkeit bis heute umstritten. Deswegen sollten Sie lieber zu Duftstoffen greifen. Unser Tipp: Kochen sie etwas Wasser auf und lassen dort ein paar Knoblauchzehen ziehen. Wenn das Wasser abgekühlt ist, kann es in kleinen Mengen auf die Maulwurfshügel gegeben werden. Das Tier soll ja schließlich nicht ertränkt werden. Die Anwendung wird effektiver, wenn sie öfter durchgeführt wird. Daneben gibt es auch bewährte Mittel auf Pflanzenölbasis im Handel. Dazu zählen zum Beispiel Maulwurf-Schreck und Maulwurf-Stopp von Neudorff. Wir möchten an dieser Stelle nochmal darauf hinweisen, dass die Vertreibung des Maulwurfs, ohne dabei seine Gesundheit zu gefährden, die einzige legale Lösung ist. Viele Seiten preisen den Einsatz von Fallen an, aber auch das ist verboten! Erstens können die Tiere dort gefangen, schon nach kurzer Zeit sterben und zweitens bleibt auch das lebend Fangen verboten. Nicht nur die Landwirtschaft hat eine Verantwortung gegenüber dem Ökosystem und der Artenvielfalt. Auch der Hobbygärtner kann dazu beitragen Ökosystem und Artenvielfalt positiv zu beeinflussen.

Maulwurf auf Hügel

Ein eher seltener Anblick – Ein Maulwurf auf seinem Hügel [Foto: andy muirCC BY 2.0]

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