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Eierschalen als Dünger: Anwendung & Wirkung

Eierschalen müssen nicht in den Müll, sondern können als Nährstoffquelle für Pflanzen dienen. Wir erklären, wie man Eierschalen als Dünger verwendet.

Eierschalen in Erde im Beet
Eierschalen können Ihre Pflanzen als zusätzliche Düngung stärken [Foto: Eva Foreman/ Shutterstock.com]

Im Durchschnitt verspeist ein Bundesbürger 245 Eier im Jahr. Die anfallenden Eierschalen landen dabei für gewöhnlich im Biomüll. Einige findige Gärtner schätzen die Schalen jedoch als Dünger. Wir erläutern Ihnen, welche Wirkung Eierschalen haben können und wie genau sie zu verwenden sind.

Eierschalen als Dünger

Nach der Vorstellung der Inhaltsstoffe und der Wirkung erklärt Ihnen dieser Artikel die richtige Verwendung von Eierschalen. Wichtig ist auch, dass nur die richtigen Pflanzen mit ihnen gedüngt werden, weshalb der letzte Absatz eine Auswahl geeigneter Gartenpflanzen vorstellt.

Wie wirken Eierschalen als Dünger?

Eierschalen bestehen zu 90 bis 95 % aus Calciumcarbonat (CaCO3), der auch „kohlensaurer Kalk“ genannt wird. Kalk ist zum Anheben oder Stabilisieren des Boden-pH-Wertes geeignet, allerdings entfaltet sich die Wirkung von Eierschalen nur recht langsam. Zur Lösung des Kalks muss im Boden Kohlensäure (HCO3) vorliegen, welche durch die Atmung der Pflanzenwurzeln entsteht. Mithilfe von Kohlensäure entsteht die Verbindung Ca(HCO3)2, welche wiederum in dem Calcium-Ion Ca2+ , Kohlenstoff und Wasser aufgeht – bei diesem Vorgang steigt der pH-Wert. Leider ist dies nicht bei tonreichen Böden der Fall, da diese chemisch zu stabil sind, um sich von der langsam wirkenden Kalkgabe beeinflussen zu lassen.

Tipp: Schwere Böden werden besser mit Branntkalk oder Löschkalk behandelt, wenn der pH-Wert angehoben werden muss. Beispielsweise ist in unbehandelter Holzasche Branntkalk enthalten – ihre genaue Verwendung können Sie in diesem Artikel kennenlernen[. Testen Sie vor der Ausbringung von Kalk in jedem Fall zunächst einmal den pH-Wert Ihres Bodens.

Die in der Reaktion mit Kohlensäure frei werdenden Calcium-Ionen (Ca2+)sind unerlässlich bei der Verkittung von Bodenteilchen: Sie stellen die Verbindung von Tonmineralen zu Humusmolekülen her und sorgen so für stabile Krümel, die das Pflanzenwachstum in vielerlei Hinsicht fördern. Und natürlich ist das freigesetzte Calcium ein für Pflanzen unerlässliches Nährelement: Es dient der Zellwandstabilisierung und als Signal-Ion, das etwa an der Öffnung der Spaltöffnungen beteiligt ist.

Zerbrochene Eierschalen nah
Eierschalen bestehen zu etwa 90 % aus kohlensaurem Kalk (CaCO3) [Foto: Joanna K-V/ Shutterstock.com]

Neben Calcium sind auch die Nährelemente Kalium, Phosphor und Magnesium in geringen Mengen enthalten. Insgesamt sind die im Haushalt anfallenden Mengen von Eierschalen ohnehin so gering, dass der Einsatz als Dünger sich nur in einigen Fällen lohnt, wie Sie im folgenden Absatz erfahren werden.

Zusammenfassung: Wie wirken Eierschalen als Dünger?

  • Eierschalen bestehen vor allem aus Calciumcarbonat
  • Calciumcarbonat kann den Boden-pH-Wert langsam anheben
  • Die pH-Wirkung ist auf leichte, tonärmere Böden begrenzt
  • Frei werdende Calcium-Ionen sind wertvolle Verkitter von Bodenteilchen und können zusammen mit Humus und Tonmineralen die Bodenstruktur verbessern
  • Calcium ist eines der für Pflanzen essentiellen Nährelemente

Da Eierschalen fast nur Calcium liefern, ist die alleinige Düngung mit ihnen natürlich nicht möglich. Wir empfehlen daher einen organischen Langzeitdünger für die Versorgung Ihrer Pflanzen: Dieser fördert den Aufbau von Humusmolekülen, welche in Verbindung mit Ca2+ zu stabilen Bodenkrümeln werden. Unsere Plantura Bio-Dünger sind solche organischen Langzeitdünger, die sogar völlig ohne tierische Bestandteile auskommen.

Anwendung von Eierschalen als Dünger

Eierschalen sind geeignet, Calcium einzubringen, den pH-Wert zu erhöhen und Bodenteilchen zu verkitten. Absolute Calciummängel sowie sehr niedrige pH-Werte sind in deutschen Gärten jedoch selten, sie treten zum Beispiel auf ehemaligen Moorflächen auf. In Pflanzerden auf Torfbasis kann es häufiger zu Problemen mit Calcium und dem pH-Wert kommen, denn Torf ist sehr calciumarm. Werden torfhaltige Pflanzerden in großen Mengen ins Beet eingebracht, kann nach längerer Zeit ein Kalkmangel an dort wachsenden Pflanzen auftreten. Dies gilt vor allem in Pflanzgefäßen, in denen das Volumen begrenzt ist und keine Verbindung zum kalkhaltigen, natürlichen Boden besteht. Besonders anfällig hierfür sind selbstredend alle kalkliebenden Pflanzen. In Gemüsebeeten mit kalkliebenden Sorten und Pflanzgefäßen ist die Ausbringung von Eierschalen also sinnvoll, während die großflächige Verteilung auf Rasen- oder Beetflächen allein schon durch die geringe Menge eher effektlos bleibt.

Eierschalen im Schnittlauchtopf nah
Besonders bei der Topfkultur machen Eierschalen als Dünger Sinn [Foto: Pascal Lagesse/ Shutterstock.com]

Auf leichten Böden und mit Torferden verbesserten Beeten können Sie alle drei bis vier Jahre etwa 100 bis 200 Gramm Eierschalen pro Quadratmeter ausbringen – sofern der pH-Wert nachweislich zu niedrig ist. Dies sollten Sie in jedem Fall vorher mithilfe eines pH-Tests prüfen, um den pH-Wert nicht in pflanzenschädliche Höhen zu beeinflussen. Grundsätzlich wird die Wirkung von Eierschalen stark verbessert, wenn sie fein gemahlen werden: Durch die Vergrößerung der Oberfläche geht die Lösung des Calciumcarbonats schneller vonstatten. Diese ist übrigens davon abhängig, dass ausreichend Wasser zur Lösung zur Verfügung steht, weshalb sich das Ausbringen zusammen mit Wasser anbietet.

Tipp: Zermahlen Sie die Eierschalen in einem Mörser oder zerklopfen Sie sie in einem Geschirrtuch. Anschließend können Sie das entstandene Puder in einer Kanne mit Regenwasser einen Tag lang ziehen lassen. Bei der Ausbringung sollten Sie allerdings darauf achten, nur den Boden und nicht die Pflanzen zu benetzen – andernfalls gibt es unschöne Kalkflecken. Bei der Ausbringung von Kalk sollten Sie möglichst Handschuhe tragen, da der hohe pH-Wert die Haut angreift.

Bitte beachten Sie: Calciumcarbonat und auch Eierschalen sollten nie in Verbindung mit Ammonium oder Phosphaten verteilt werden. Halten Sie daher zwischen der Verteilung von ammoniumhaltigen Düngern oder Phosphaten und Eierschalen eine Pause von mindestens drei Monaten ein. Bei Kontakt zwischen Calcium und Ammonium entsteht gasförmiges, stinkendes Ammoniak. Calcium und Phosphat bilden zusammen schwer lösliche Calciumphosphate, wodurch beide Nährstoffe für Pflanzen unerreichbar werden.

Eierschalen auf dem Komposthaufen

Eine weitere mögliche Anwendung von Eierschalen ist die Verteilung auf dem Komposthaufen. Ein hoher pH-Wert regt die Aktivität bakterieller Bodenbewohner an und kann so die Kompostierung beschleunigen. Ein zu aktives Wirken der kleinen Kompostierer führt allerdings dazu, dass das Volumen des Kompostes geringer ausfallen kann. Daher sollten Eierschalen eigentlich nur in Verbindung mit saurem Material – wie Rhododendron-Schnitt, Moorbeetpflanzen, Torferden, Nadelholz oder Eichenlaub – auf den Kompost gelangen. Ein feines Überstäuben dieses Materials mit gemahlenen Eierschalen ist ausreichend.

Eierschalen auf dem Kompost neben Resten
Man muss Eierschalen nicht direkt ins Beet einbringen, sondern kann sie auch zum Kompost hinzugeben [Foto: Marina Lohrbach/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung Anwendung von Eierschalen als Dünger:

  • Das Calciumcarbonat in Eierschalen kann zum Erhöhen des pH-Wertes saurer Böden verwendet werden – diese sind in Deutschland allerdings recht selten
  • Häufiger nötig werden kann die Anwendung in Beeten, die mit Torferden verbessert wurden, oder bei Topfpflanzen in torfbasierten Pflanzerden
  • In jedem Fall sollten Sie vor der Verteilung einen pH-Test des Bodens durchführen
  • Fein zermahlen und mit Wasser vermischt wirkt das Calciumcarbonat der Eierschalen am schnellsten
  • Calciumcarbonat dürfen Sie nie in Verbindung mit Ammonium oder Phosphaten verteilen
  • Auf dem Komposthaufen können Eierschalen den niedrigen pH-Wert von saurem Rottegut ausgleichen

Welche Pflanzen können mit Eierschalen gedüngt werden?

Kalkliebende Pflanzen in Beeten und Kübeln bedanken sich für eine Versorgung mit fein gemahlenen Eierschalen. Die nachfolgende Tabelle zeigt eine Auswahl kalkliebender Gartenpflanzen. Einige weitere kalkliebende Exemplare finden Sie in unserem Artikel zur Düngung mit Asche.

Kalkliebende GehölzeKalkliebendes GemüseKalkliebende Stauden
Rosen (Rosa)Alle Kohlsorten (Brassica)Akelei (Aquilegia)
Brombeeren und Himbeeren (Rubus fruticosus/R. idaeus)Möhren (Daucus carota subsp. sativus)Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
Gewöhnliche Felsenbirne
(Amelanchier ovalis)
Rhabarber (Rheum x hybridum)Gewöhnliche Haselwurz (Asarum europaeum)
Berberitzen (Berberis)Zichoriensalat (Cichorium)Astern (Aster)
Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii)Spargel (Asparagus officinalis)Blauschwingel (Festuca cinerea)
Buchsbaum (Buxus sempervirens)Knoblauch (Allium sativum)Kleine Traubenhyazinthe (Muscari botryoides)
Pfingstrosen (Paeonia i. S.)Tomaten (Solanom lycopersicum)Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
Johannisbeeren (Ribes)Zwiebeln (Allium cepa)Alpenveilchen (Cyclamen)
Spiraen (Spiraea)Sellerie (Apium graveolens)Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale)
Holunder (Sambuccus)Porree (Allium porrum var. Porrum)Sternkugellauch und Riesenlauch (Allium chrisophii, A. giganteum)
ObstbäumeRüben (Beta vulgaris)Steppen-Salbei (Salvia nemorosa)
Und viele weitereUnd viele weitereUnd viele weitere
Eierschalen im Korb gesammelt
Eierschalen können gesammelt und zur Düngung verwendet werden [Foto: NANTAWAN PATAMAROT/ Shutterstock.com]

Wenn Sie Informationen zu weiteren Naturdüngern suchen, finden Sie diese im passenden Verteilerartikel.

Eierschalen allein können jedoch den Nährstoffbedarf der meisten Pflanzen nicht vollständig decken. Wir empfehlen daher, zusätzlich mit einem organischen Langzeitdünger nachzuhelfen. Unsere Plantura Bio-Dünger sorgen langfristig und auf natürliche Weise für starke und gesunde Pflanzen und ergänzen somit die Düngung mit Eierschalen ideal.

Wir empfehlen unsere organischen Dünger:
  • Plantura Bio-Universaldünger: 100% bio-zertifizierter und tierfreier Dünger für ein gesundes Bodenleben.
  • Plantura Bio-Blumendünger: Bio-zertifizierter und organischer Langzeitdünger. Mit extra Kalium-Anteil für eine Verringerung der Frostempfindlichkeit von Blumen im Beet. Versorgt blühende Zierpflanzen optimal mit Nährstoffen und ist frei von tierischen Produkten.
  • Plantura Bio-Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.
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