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Guano-Dünger: Zusammensetzung, Anwendung & Erfahrungen

Guano als Zusatz in Düngern wird eifrig beworben. Doch was ist Guano eigentlich genau und was bringt er den Pflanzen?

Humboldt Pinguine

Durch den kommerziellen Abbau wurde die Umwelt der Guano-Gebiete sehr geschädigt [Foto: Douglas725/ Shutterstock.com]

Hinter dem melodisch klingenden Namen „Guano“ versteckt sich ein bereits seit Langem bekannter Dünger aus Tierkot, um den sogar bereits Kriege geführt wurden. Besonders beliebt ist dieser wegen seines hohen Stickstoff- und Phosphorgehalts. Die Ursprünge des Guanos liegen in Südamerika. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelangte dieser Dünger nach Europa. Mehr zu Guano-Düngern haben wir nachfolgend für Sie zusammengetragen.

Guano-Dünger

Guano wird besonders oft als biologischer Super-Dünger angepriesen, doch das entspricht leider nicht ganz der Realität. Was Sie über Guano wissen müssen und wie er als Dünger wirkt, finden Sie hier.

Was ist Guano eigentlich?

Guano ist ganz einfach Kot von unterschiedlichen Tieren. Das erste Mal entdeckt wurde Guano in den Gebieten rund um die Westküste von Südamerika (Chile, Peru) und stammte von Seevögeln wie Pelikanen oder Kormoranen.

Herkunft und Eigenschaften von Guano

Die ersten Proben von Guano fanden bereits 1804 ihren Weg von Peru nach Europa. Alexander von Humboldt führte die ersten chemischen Untersuchungen des Guanos in Paris durch. Die ersten größeren Guano-Lieferungen trafen 1840 in Großbritannien ein und gelangten 1841 zum ersten Mal nach Deutschland. Doch dieser Dünger hat eine bewegte Geschichte hinter sich, denn es wurden sogar Kriege um Regionen mit einem hohen Guano-Vorkommen in Südamerika geführt. Nachdem der Dünger zunächst heiß umkämpft war, ging mit der Erfindung des Haber-Bosch-Verfahrens die Nachfrage nach diesem zurück.

Guano Dünger in einer Schale mit Blättern

Guano stammt ursprünglich aus Südamerika [Foto: Chadchai Krisadapong/ Shutterstock.com]

Denn mit diesem Verfahren war es möglich, Stickstoff aus der Luft zu gewinnen und als Dünger zu verwenden – infolgedessen sank der Bedarf an Düngern aus Südamerika. Vor uns Europäern hatten aber bereits die Inkas entdeckt, dass dieser Vogelkot als Dünger verwendet werden kann, und steigerten damit den Ertrag auf ihren Feldern. Jedoch bauten die Inkas diesen Stoff mit einem nachhaltigen Gedanken ab: Sie entnahmen nur so viel Guano, wie auch wieder regeneriert werden konnte – ganz im Gegensatz zum späteren kommerziellen Abbau des Vogelkots, der das Gleichgewicht in diesem Ökosystem stark ins Schwanken brachte.

Nachteile von Guano

Die Umwelt der Guano-Gebiete wurden durch dessen Abbau sehr geschädigt. Es wurden sogar zwei Kriege um diesen Rohstoff geführt, die auch als Spanisch-Südamerikanischer und als Salpeterkrieg in die Geschichte eingegangen sind. Die Küsten dienten diesen Tieren als Brutplätze, wodurch sich meterdicke Schichten von Kot ansammelten. Dieser Kot wurde dann als Dünger abgebaut und nach Europa verschifft. Infolgedessen litten aber besonders die dortigen Pinguine sehr. Die Pinguine graben in den Guano ihre Bruthöhlen und durch den kommerziellen Abbau von Guano verloren die Pinguine ihre Brutstätten. Dies führte zu starken Schäden in der Population der Tiere. Dieser verantwortungslose Guano-Abbau hat das Ökosystem stark geschädigt. Auch der Transport von Guano über den halben Erdball ist nicht sehr nachhaltig. Auch die Arbeitsbedingungen der dortigen Guano-Abbauer werden oft als menschenunwürdig beschreiben. Es wird also klar, dass Guano sehr belastend für die Natur und nicht unbedingt ressourcenschonend ist. Daher sollten Sie besser auf lokal produzierte organische Dünger setzen, welche die Umwelt geringer belasten – so wie unsere Plantura Bio-Dünger.

Guano von Fledermäusen

Es gibt auch Guano, der von Fledermäusen produziert wird. Im Vergleich zum Vogel-Guano ist die Ausbeute einer Fledermauskolonie aber eher gering. Weitere Probleme stellen die Bewirtschaftung und der Abbau von Fledermaus-Guano dar, denn die Höhlen sind meistens nicht sehr gut zu erreichen. Sollten Sie jedoch Fledermäuse auf Ihrem Dachboden haben, können Sie sich über den kostenlosen Dünger freuen, der sich dort ansammelt.

Fledermäuse in einer Höhle

Fledermaushöhlen sind oft schwer erreichbar und erschweren so den Guano-Abbau [Foto: Hendrasu/ Shutterstock.com]

Guano als Dünger

Bezüglich der Zusammensetzung muss man sich zwischen rotem und weißem Guano unterscheiden. Der rote Guano kommt fossil vor und hat einen Phosphorsäuregehalt von 20 bis 30%, da er im Vergleich zum täglich anfallenden Guano um einiges älter ist. Er wird als organisches Düngemittel verwendet und findet oft Verwendung im Biolandbau als Phosphordünger. Der weiße Guano hingegen ist der tagtäglich produzierte Kot der Tiere und hat eine Nährstoffzusammensetzung von 10 bis 12% Stickstoff, 10 bis 12% Phosphor sowie bis zu 3% Kalium. Je nach Tierart, die den Guano produziert, variiert die Nährstoffzusammensetzung des Düngers. So lassen sich die Unterschiede im NPK-Verhältnis (also im Stickstoff-Kalium-Phosphor-Verhältnis) deutlich erkennen:

  • Fledermausguano (stickstoffbetont): 10 – 3 – 1
  • Fledermausguano (phosphorbetont): 3 – 10 – 1
  • Seevogelguano (stickstoffbetont): 12 – 8 – 1
  • Seevogelguano (phosphorbetont): 1 – 10 – 1

Guano-Dünger anwenden

Nun haben Sie bereits einiges über die Herkunft und Zusammensetzung des Guano-Düngers erfahren, doch wie wendet man diesen Dünger nun richtig an? Die richtige Anwendung hängt natürlich allein schon davon ab, in welcher Form sich Ihr Dünger befindet. Erhältlich ist Guano als Pulver oder Granulat sowie als Flüssigdünger und es gibt sogar Düngerstäbchen, die Guano enthalten.

Guano Dünger

Guano Dünger gibt es in verschiedenen Formen [Foto: LifeLoveLiberty/ Shutterstock.com]

Meistens jedoch findet man Guano in organischen Düngern als Beimischung, um den Stickstoff- und Phosphorgehalt zu erhöhen. Durch den Guano haben die Dünger einen höheren Nährstoffgehalt, jedoch können Sie auch einfach organische Dünger mit Langzeitwirkung ohne Guano einsetzen wie unsere Plantura Bio-Dünger.

Wie verwendet man Guano-Dünger?

Verwenden Sie Guano in fester Form, dann sollten Sie den Dünger immer in den Boden einarbeiten. Nach der Anwendung ist es ratsam, den Boden ordentlich zu wässern. Eine weitere erfolgsversprechende Methode ist das sofortige Einbringen beim Pflanzen. Wenn Sie zum Beispiel gerade etwas auspflanzen, geben Sie einen Teelöffel voll Guano-Dünger mit in das Pflanzloch. Damit befindet sich der Dünger genau dort, wo er benötigt wird – bei den Wurzeln Ihrer Pflanzen. Flüssige Guano-Dünger werden meistens mit ins Gießwasser gemischt. Achten Sie dabei am besten auf die Anwendungshinweise des jeweiligen Produkts. Düngestäbchen mit Guano gibt es auch bereits am Markt und diese bestechen durch ihre einfache Anwendung. Sie nehmen einfach ein Stäbchen aus der Packung, stecken dieses einige Zentimeter vom Topfrand entfernt in die Erde und schon ist die Düngung erledigt. Diese Stäbchen geben den Dünger über einen längeren Zeitraum ab und damit ersparen Sie sich das dauernde Nachdüngen speziell bei Balkon- oder Topfpflanzen. Verwendung findet Guano-Dünger generell bei allen Pflanzen im Garten oder im Haus. Er wird am besten in den Monaten März bis September angewendet.

Dosierung von Guano-Dünger

Bei der Dosierung von Düngern sollten Sie zuallererst immer die Produktinformation beachten. Prinzipiell können Sie mit 40 g festem Guano-Dünger pro m² im Frühjahr beziehungsweise vor der Aussaat nichts falsch machen. Wenn Bedarf besteht, können Sie im Sommer auch noch einmal mit der gleichen Menge nachdüngen. Ein Kilo eines organischen Düngers mit Guano-Beimischung, der ein Nährstoffverhältnis von 7 – 3 – 4 hat, reicht ungefähr für 33 m³ Erde aus. Das entspricht einer Düngermenge von etwa 30 g pro m³ Erde.

Flüssigdünger

Die Dosierung von flüssigen Düngern kann oft einfach mit dem Deckel vorgenommen werden [Foto: nito/ Shutterstock.com]

Bei flüssigen Düngern verdünnen Sie die Düngerlösung einfach im Gießwasser. Vor dem Gebrauch ist es wichtig, die Flasche ordentlich zu schütteln, damit sich der Bodensatz auflöst und mischt. Oft kann man mit dem Deckel die Dosierung vornehmen, denn dort befinden sich Einkerbungen zum Abmessen der Düngermenge. Wenn Sie nun zum Beispiel einen flüssigen Guano-Dünger mit einem NPK-Verhältnis von 7 – 3 – 6 verwenden, sollten Sie folgende Dosierungen einhalten:

  • Bei Balkon- und auch Terrassenpflanzen sollten Sie einmal in der Woche 10 bis 15 ml Flüssigdünger pro Liter Gießwasser verwenden.
  • Bei Zimmerpflanzen reichen einmal in der Woche 5 ml Flüssigdünger pro Liter Gießwasser aus. Im Winter müssen Sie – je nach Pflanzenart – wesentlich seltener düngen.

Beachten Sie beim Dünger aber immer, dass es Kulturen gibt, die mehr Nährstoffe benötigen, und andere, die mit weniger auskommen. Beachten Sie daher immer die Herstellerinformationen und erkundigen Sie sich am besten in unseren Spezialartikeln über Ihre Pflanzen und darüber, wie viele Nährstoffe diese benötigen.

Guano-Dünger kaufen

Auf dem Markt sind verschiedene Dünger erhältlich, die Guano enthalten. Es wird dabei oft mit dem Argument geworben, dass dieser Dünger biologisch ist. Es stimmt natürlich, dass der Dünger aus natürlichen Inhaltsstoffen besteht und keine synthetisch hergestellten Komponenten enthält, jedoch ist es fraglich, ob er biologisch vertretbar ist.

Guano Seevögel

Bei dem Abbau von Guano wird immer wieder in ein bestehendes Ökosystem eingegriffen [Foto: Sviluppo/ Shutterstock.com]

Man sollte immer bedenken, dass der Seevogel-Guano einen weiten Weg zurückgelegt hat, bis er bei uns im Garten landet und durch den Abbau immer wieder in ein bestehendes Ökosystem eingegriffen wird. Wenn Ihnen nachhaltiges Gärtnern wichtig ist, dann probieren Sie doch mal unsere Plantura Bio-Dünger aus.

Ist Guano giftig?

Dünger zu sich zu nehmen, ist generell keine gute Idee, sollten Sie jedoch Guano-Düngerreste eingeatmet haben, ist es auf jeden Fall zu empfehlen, an die frische Luft zu gehen. Bei Hautkontakt reicht es, die Stelle mit Wasser und Seife gründlich abzuwaschen, und auch beim Kontakt mit den Augen sollten Sie diese für 15 Minuten gründlich spülen. Sollten Sie den Dünger versehentlich verschluckt haben, spülen Sie den Mund mit Wasser aus und trinken Sie anschließend viel Wasser. Falls Sie in Kontakt mit dem Dünger gekommen sind und sich danach unwohl fühlen, sollten Sie unbedingt immer einen Arzt aufsuchen.

Wir empfehlen unsere organischen Dünger:
  • Plantura Bio-Rasendünger: BIO-Rasendünger mit Langzeitwirkung (3 Monate) für einen dichten und tiefgrünen Rasen ohne Unkraut und Moos.

  • Plantura Bio-Blumendünger: Bio-zertifizierter und organischer Langzeitdünger. Mit extra Kalium-Anteil für eine Verringerung der Frostempfindlichkeit von Blumen im Beet. Versorgt blühende Zierpflanzen optimal mit Nährstoffen und ist frei von tierischen Produkten.

  • Plantura Bio-Tomatendünger: Ein hoher Kalium-Anteil sorgt für aromatisch duftende und schmackhafte Tomaten. Als organischer Dünger ist er für die langfristige Nährstoffversorgung von Tomaten und vielen anderen Gemüsearten hervorragend geeignet.
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