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Heidelbeer-Substrat: Anlage einer Heidelbeerplantage

Heidelbeerplantagen lassen sich meist nur mit dem richtigen Substrat anlegen. Welche Komponenten in jedem Heidelbeer-Substrat enthalten sein sollten und welche Anbausysteme gängig sind, erfahren Sie in diesem Artikel.

Heidelbeeren in Schalen
Die Nachfrage an frischen Heidelbeeren stieg in den letzten Jahren beständig [Foto: Alexandr Vorobev/ Shutterstock.com]

Der wachsende Markt für frisches Beerenobst befördert auch die Nachfrage nach frischen Heidelbeeren. Die Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum) eignet sich aufgrund ihrer Robustheit gegenüber Krankheiten und des hohen Ertrags bestens für den Anbau in Plantagen. In diesem Artikel geben wir einen Überblick über verschiedene Anbausysteme und Hinweise zur Wahl des optimalen Substrates.

Heidelbeerplantagen: Heidelbeeren in gewachsenem Boden oder bodenungebunden anbauen?

Heidelbeerplantagen können in verschiedenen Anbausystemen in gewachsenem Boden oder als Containerkultur bodenungebunden angelegt werden. Beide Systeme besitzen Vor- und Nachteile, welche vor der Anlage bedacht werden sollten.

Heidelbeeren in gewachsenem Boden anbauen

Bei der Anlage von Plantagen in gewachsenem Boden unterscheidet man grundsätzlich die Graben- und die Dammkultur. Die Grabenkultur bei Heidelbeeren ist die älteste und typische Anbauvariante. Hierbei wird der Mutterboden durch geeignetes Heidelbeer-Substrat ausgetauscht. Je Pflanze wird ein Graben von einem Meter Breite und 40 bis 60 cm Tiefe ausgehoben. Ein Einscharpflug oder Kleinbagger eignet sich für die Grabenziehung sehr gut. Die ausgehobene Erde wird nun durch ein geeignetes Substrat ersetzt und die Heidelbeeren werden etwas erhöht gepflanzt. Mit der Zeit setzt sich die saure Heidelbeere-Erde und liegt bald auf derselben Höhe wie der Mutterboden. Bei kalkhaltigen Unterböden und somit dem Vorhandensein eines großen Unterschieds zwischen den pH-Werten gleichen sich beide Erden meist nach wenigen Jahren in Richtung alkalisch aus. Eine löchrige Folie am Grunde des Grabens zögert diesen pH-Ausgleich hinaus. Bei stark alkalischen Böden sollte jedoch eher auf bodenungebundene Anbauweisen zurückgegriffen werden.

Heidelbeer-Plantage
Nach der Aushebung der Gräben wird das Heidelbeer-Substrat etwas höher als bodeneben aufgeschüttet, damit es sich setzen kann [Foto: JoannaTkaczuk/ Shutterstock.com]

Eine weitere Anbauweise in gewachsenem Boden ist die Heidelbeer-Dammkultur. Statt den Mutterboden auszuheben, wird auf die gelockerte und unkrautfreie Oberfläche ein bis 50 cm hoher Damm aus Heidelbeer-Substrat aufgeschüttet. Die Dämme müssen einige Male verdichtet werden, bevor gepflanzt werden kann. Der Boden in der Dammkultur erwärmt sich im Frühjahr schneller und kann somit zu einer zeitigeren Ernte führen. Die Kosten der Plantagengründung sind niedriger als bei der Grabenkultur und auch das Unkrautmanagement ist einfacher. Alle zwei bis drei Jahre muss jedoch erneut Substrat aufgeschüttet werden. Ein substratsparendes Mischsystem aus beiden Systemen ist die schweizerische „Grammkultur“. Hier wird ein seichter Graben von etwa 20 cm Tiefe ausgehoben und seitlich am Rande der Grube aufgeworfen. Nun wird ein Substratdamm aufgeschüttet, der von Mutterboden begrenzt und gesichert wird.

Feld mit Heidelbeeren
Die Dammkultur von Heidelbeeren erleichtert das Unkrautmanagement [Foto: TanyaCPhotography/ Shutterstock.com]

Heidelbeeren bodenungebunden anbauen

Bei bodenungebundenem Heidelbeer-Anbau greift man auf Pflanzen in Containern oder Trögen zurück. Diese Form kann im Freien und im geschützten Anbau angewendet werden. Die mit Heidelbeer-Substrat gefüllten Pflanzgefäße können je nach Strauchgröße auf den gewünschten Pflanzabstand gestellt werden. Ausfälle lassen sich ohne großen Aufwand und Maschineneinsatz leicht ersetzen. Die Unkrautbekämpfung gestaltet sich deutlich einfacher als auf gewachsenem Boden. Das benötigte Material für diese Anbauweise lässt die Anschaffungskosten allerdings deutlich anwachsen.

Freiland-Anbau von Heidelbeeren
Im bodenungebundenen Anbau werden Heidelbeersträucher in Container mit passendem Substrat gesetzt und im Freiland oder unter Glas kultiviert [Foto: TREMONTI/ Shutterstock.com]

Heidelbeer-Substrat: Wichtige Eigenschaften

Bei der Wahl des optimalen Substrates für die Anlage einer Heidelbeerplantage sollten einige Punkte bezüglich des pH-Werts und der Zusammensetzung beachtet werden.

Komponenten eines geeigneten Heidelbeer-Substrates

In Heidelbeer-Substraten sollten ein hoher Humusgehalt sowie bei Zersetzung sauer wirkende Komponenten enthalten sein. Es muss locker und durchlässig sein sowie dabei ausreichend Feuchte speichern. Trockenheit oder Staunässe lassen die Feinwurzeln von Heidelbeeren rasch absterben.

Heidelbeeren anbauen: pH-Wert im Fokus

Der pH-Wert eines geeigneten Substrates für den Heidelbeer-Anbau liegt zwischen 4 und 5 (gemessen in CaCl2) im sauren Bereich. Dieser enge Toleranzbereich bedarf eines genauen pH-Managements der Interaktionen von Düngung, Bodenbeschaffenheit und Zersetzungsvorgängen im Substrat.

Torfersatzstoffe im Heidelbeer-Substrat

Früher nutzte man für die Heidelbeerkultur ausschließlich Rohtorf, heutzutage weicht man aus ökologischen Gründen auf Torfersatzstoffe aus. Sauer wirkende Materialien wie Holzfaser, Sägespäne, Hackschnitzel oder Rindenmulch von Nadelgehölzen sind in zerkleinerter und kompostierter Form im Heidelbeer-Substrat enthalten. Sie speichern weniger Feuchte und besitzen eine geringere Pufferkapazität als Torf, binden gleichzeitig aber erhöhte Stickstoffmengen bei der Zersetzung und sind somit anspruchsvoller in der Handhabung. Eine regelmäßige Ausgleichsdüngung und ammoniumbetonte Düngung oder Gießen mit Regenwasser zur Anpassung des pH-Werts sowie eine standortgerechte Bewässerung sind hierbei notwendige Pflegemaßnahmen.

Heidelbeersubstrat
Heidelbeer-Substrat enthält sogenannte Torfersatzstoffe mit hohem Holzanteil, sodass eine Ausgleichsdüngung notwendig wird [Foto: Christopher Lyzcen/ Shutterstock.com]

Kulturheidelbeeren biologisch anbauen: Bio-Heidelbeerplantage

Aufgrund der Robustheit der Kulturheidelbeere lassen sich Heidelbeerplantagen gut biologisch bewirtschaften. Bis vor wenigen Jahren traten kaum je Pathogene an Heidelbeersträuchern auf. Daher ist die Anlage einer biologisch bewirtschafteten Plantage gewinnbringend und trägt rasch zur Kostendeckung der Anlage bei. Eingeschleppte Arten wie die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) können mithilfe von Lockfallen in ihrer Verbreitung eingeschränkt werden. Neben der Wahl geeigneter Sorten werden Krankheiten wie das Godronia-Triebsterben (Fusicoccum putrefaciens & Godronia cassandrae) oder die virale Ringfleckenkrankheit (Red Ringspot Virus) durch gezielte Schnittmaßnahmen oder die Entfernung des gesamten Strauchs auch im ökologischen Beerenobstbau in Zaum gehalten. Vogelfraß und Hagelschäden können durch eine effektive, jedoch kostenintensive Netzkombination verhindert werden.

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