Hochbeet bepflanzen: Pflanzplan, Mischkultur und Gründüngung

Ob Erdbeeren, Kartoffeln oder Salat: Ein Hochbeet kann mit vielen Pflanzen bestückt werden. Hier gibt es Tipps, wie Sie Ihr Hochbeet am besten bepflanzen.

Hochbeet Holz mit Kohl

Kohl sollte max. alle 3 Jahre am selben Standort angebaut werden [Foto: iStock.com/jess311]

Hochbeet bepflanzen: Worauf grundsätzlich zu achten ist

Prinzipiell muss bei einem Hochbeet der Standort beachtet werden. Die meisten Hochbeete sind schließlich nicht mobil, also muss die Bepflanzung an die Verhältnisse des Hochbeet-Standorts angepasst werden. Besonders wichtig ist auch, das Hochbeet nicht zu dicht zu bepflanzen. Oft wird unterschätzt, wie groß und üppig die anfangs winzigen Setzlinge oder Keimlinge werden können. Beispielsweise eine einzelne Zucchini- oder Kürbispflanze nimmt auf einem nährstoffreichen Hochbeet gerne mal einen knappen Quadratmeter Platz ein. Diesen Platz sollte man aber auch gewähren, immerhin können von einer Zucchini- oder Kürbispflanze oft zahlreiche Früchte geerntet werden. Stehen die Pflanzen allerdings zu eng, konkurrieren sie sehr stark um Licht, Wasser und Nährstoffe und behindern sich dadurch gegenseitig in ihrem Wuchs. Durch zu dichte Bepflanzung sind die Pflanzen ebenfalls oft schlecht durchlüftet und neigen zu Pilzbefall.

Ideale Gemüsearten für das Hochbeet sind deshalb jene, die schon mit wenigen Pflanzen eine große Ernte hervorbringen, seien es Zucchini oder Gurke, die den ganzen Sommer über Früchte hervorbringen oder Pflücksalate und Kräuter, von denen fortlaufend Blätter geerntet werden können. Auch Mangold und Rhabarber zählen zu diesen dankbaren Pflanzen, die über sehr lange Zeit immer neue Ernte hervorbringen. Pflanzen wie Buschbohnen oder Mais besitzen einen relativ hohen Platzanspruch bei langer ernteloser Standzeit und sind somit eher nicht für ein Hochbeet geeignet. Ebenso unpraktisch sind sehr hoch wachsende Gemüsearten wie Tomaten oder Stangenbohnen. In tiefere Beete bis ca. 40 cm Höhe können jedoch durchaus höher wachsende Gemüsearten oder Beerensträucher gepflanzt werden.

Tipps für das Bepflanzen von Hochbeeten zusammengefasst:

  • Standortansprüche der Bepflanzung muss zum Hochbeet Standort passen
  • Nicht zu dicht bepflanzen und Gemüsearten mit hohem Ertrag pro Pflanze bevorzugen
  • Hochwachsende Gemüsearten nur in tiefere Hochbeete pflanzen
  • Vorhandenen Platz clever einteilen

Hochbeet bepflanzen: Pflanzplan nach Stark-, Mittel- und Schwachzehrern

Ein frisch befülltes Hochbeet bietet bei Befüllung mit dem richtigen Material ein riesiges Nährstoffreservoir. Die oberen Schichten bestehen aus guter Erde und Kompost und das organische Material im Inneren des Hochbeets zersetzt sich langsam und wird ebenfalls verfügbar für die Pflanzen. Daher sollte das Hochbeet in den ersten beiden Jahren bevorzugt mit sogenannten „Starkzehrern“ bepflanzt werden, also Pflanzen, die einen hohen Bedarf an Nährstoffen haben. Als „Mittelzehrer“ werden diejenigen Gemüsearten bezeichnet, die zwar einen gewissen, aber nicht allzu großen „Hunger“ an Nährstoffen haben. Sie werden vorwiegend im zweiten Jahr gemeinsam mit einigen Starkzehrern und im dritten Jahr angepflanzt.

Ist das Hochbeet schon weniger nährstoffreich und hat sich vielleicht auch schon etwas abgesenkt, dann ist die Zeit der „Schwachzehrer“ gekommen. Sie liefern selbst bei Nährstoffknappheit gute Ernteerträge. Dieser typische Ablauf ist wichtig, um Nährstoffauswaschung zu vermeiden und gesundheitsschädigende Nitrat-Einlagerung in Salaten oder Spinat, wenn diese in zu stickstoffreicher Erde angebaut werden, zu verhindern. Werden im ersten oder zweiten Jahr lediglich Schwachzehrer gepflanzt, kann es sein, dass ein Teil der wertvollen Nährstoffe nicht von den Pflanzen aufgenommen wird und mit dem Regen- oder Gießwasser ins Grundwasser ausgeschwemmt werden. Nach drei bis vier Jahren hat sich das Hochbeet normalerweise um ein ganzes Stück abgesenkt und kann mit gereiftem Mist oder Kompost aufgefüllt werden. Anschließend beginnt das Spiel wieder von Neuem: Erst Stark-, dann Mittel- und dann Schwachzehrer.

Nährstoffbedarf – Aufzählung der Kulturen:

  • Starkzehrer“ (1./2. Jahr): alle Kohlarten außer Kohlrabi, Gurke, Kartoffel, Kürbis, Lauch, Sellerie, Zucchini
  • Mittelzehrer“ (2./3. Jahr): Endivie, Fenchel, Kohlrabi, Mangold, Möhre, Radicchio, Rettich, Rote Beete, Zuckerhut, Erdbeere
  • Schwachzehrer“ (3./4. Jahr): Bohne, Erbse, Knoblauch, Radieschen, Salate (Kopfsalat, Eisberg, Pflücksalat, Feldsalat), Spinat, Zwiebel, Kräuter

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Hochbeet bepflanzen: Misch-, Vor- und Nachkultur

Mischkultur

Die Mischkultur ist darauf bedacht, die verschiedenen Pflanzen mit ihren unterschiedlichen Ansprüchen so zu kombinieren, dass Platz, Nährstoffe und Wurzelraum optimal ausgenutzt werden. Idealerweise ergibt diese Kombination auch die größtmögliche Ernte. Das Prinzip besteht darin, Pflanzen mit tiefer Pfahlwurzel neben Pflanzen mit oberflächennahem Wurzelsystem zu pflanzen, damit die Pflanzennachbarn nicht um Nährstoffe und Wasser konkurrieren müssen. Großwüchsige Pflanzen neben schmalwüchsigeren nutzen den Platz im Beet ideal aus. Außerdem sondern viele Pflanzen, vor allem stark riechende Kräuter, Düfte aus, die verschiedene Schädlinge vertreiben. So hält der starke Basilikumduft Schädlinge davon ab, sich zu wohlschmeckenden Tomatenpflanzen zu gesellen. Welche Pflanzen welche Kulturen schützen können, können Sie hier nachlesen

Auch das Prinzip, erst stark-, dann mittel und als letztes schwachzehrende Pflanzen zu setzen, gehört zur Thematik der Mischkultur. Aus den vielen verschiedenen Faktoren der Mischkultur können Schlüsse zu guter beziehungswiese schlechter Nachbarschaft von Pflanzen gezogen werden. Folgende Tabelle verrät Ihnen, welche Pflanzen gut nebeneinander passen und welche sich nicht so gut miteinander vertragen:

Grünes Kreuz: Diese Arten fördern sich gegenseitig
Rotes Kreuz: Diese Arten vertragen sich nicht
Kein Kreuz: Keine Wirkungen zwischen den Arten; können ohne Probleme nebeneinander angebaut werden

Hochbeet bepflanzen Gemüsearten

Übersicht zu Gemüsearten, die sich für eine Mischkultur eignen

Vor- und Nachkultur

Pflanzen wie Fenchel oder Chinakohl, die erst spät ausgesät oder gepflanzt werden, bieten die Möglichkeit, auf deren „Platz“ vorher eine schnellwachsende, frühreifende, sogenannte Vorkultur anzupflanzen. Auf der anderen Seite können nach frühräumenden Gemüsearten, die zum Beispiel schon im Juli oder Anfang August geerntet werden, gut nochmal schnellwachsende, sogenannte „Nachkulturen“ gesät oder gepflanzt werden. Sowohl als Vor- als auch als Nachkultur eignen sich Salate, Spinat und Radieschen (frühe Sorten) sehr gut. Die Begriffe Vor- und Nachkultur können auch in Bezug auf die Vorjahreskultur und die darauffolgende Kultur verwendet werden. In diesem Fall ist besonders darauf zu achten, dass Pflanzen aus verschiedenen Pflanzenfamilien und mit unterschiedlichen Nährstoffansprüchen aufeinander folgen. Es ist nämlich beispielsweise nicht ratsam, Erdbeeren nach Kartoffeln zu pflanzen, da beide Kulturen einen hohen Bedarf an Kalium haben.

Erdbeeren in Hochbeet

Auch Erdbeeren lassen sich problemlos im Hochbeet anbauen [Foto: Jay CrossCC BY 2.0]

Hochbeet bepflanzen: Schritt für Schritt zum Pflanzplan

  1. Für die Erstbepflanzung des Hochbeets einige gewünschte starkzehrende Gemüsearten auswählen.
  2. Überprüfen, ob die Standortansprüche (Schatten, Sonne, windgeschützt etc.) der ausgewählten Arten mit dem Standort des Hochbeets übereinstimmen.
  3. In der Mischkulturtabelle nachschauen, ob sich geplante Arten miteinander vertragen und ggf. andere Gemüsearten auswählen.
    Gerade beim Gärtnern im engen Hochbeet, wo Wurzeln unmittelbar in Kontakt miteinander treten, sollten keine Pflanzen nebeneinander gepflanzt werden, die sich gegenseitig im Gedeihen ausbremsen.
  4. Nicht bei Erstbepflanzung, sonst aber sehr wichtig: Überprüfen Sie, ob die geplante Bepflanzung nicht aus der gleichen „empfindlichen“ Pflanzenfamilie stammt wie die letzt- oder vorletztjährige Ernte und wählen Sie ggf. Pflanzen aus anderen Familien aus.
    Vor allem bei Kohlgewächsen ist es wichtig, sie jeweils so lange wie möglich nicht am selben Standort anzupflanzen und bei sehr kleinen Gärten nach dem Anbau einige Jahre eine Anbaupause einzulegen. Mehr zu Nachbaukrankheiten finden Sie hier.
  5. Früh- und spätreifende Pflanzen kombinieren
    Während die frühreife Kultur schnell heranwächst und viel Standraum benötigt, wird sie noch nicht von der spätreifenden Pflanze bedrängt. Beginnt die spätreifende Pflanze mehr Platz zu benötigen, ist das frühreife Gemüse bestenfalls schon reif und kann geerntet werden. Ein Beispiel wären Radieschen neben Salat. Sobald der Salatkopf eine gewisse Größe erreicht, werden die Radieschen geerntet.

Hochbeet bepflanzen: Pflanzplan – Beispiele im Sinne der Mischkultur

Ein übersichtlicher Pflanzplan kann sehr hilfreich sein

Alternativ: Wem die Mischkultur-Planung zu aufwendig ist und wem bestenfalls mehrere Beete zur Verfügung stehen, der kann auch jedes Jahr pro Beet nur eine Gemüseart anbauen und dann jedes Jahr eine neue Gemüseart auswählen. Auf diese Weise muss man nur die Nährstoffansprüche (stark-, mittel-, schwachzehrend) der Pflanze und die Pflanzenfamilien beachten.

Hochbeet bepflanzen im Winter: Gründüngung oder Wintergemüse

Wenn das Hochbeet oder auch jedes andere Gemüsebeet im Herbst abgeerntet ist, denken sich die meisten Hobbygärtner, dass die Arbeit für das Gartenjahr erledigt sei. Doch wenn das Beet den ganzen Winter über brachliegt, können vor allem auf sandigen Böden mit dem Niederschlag des Spätherbsts oder des Winters viele Nährstoffe ausgeschwemmt und ins Grundwasser getragen werden. Das ist schade und kann auf relativ simple Weise vermieden werden und zwar mit einer Winter-Bepflanzung. Klassische Wintersalate wie Endivie, Frisée und Feldsalat oder Spinat können noch im Herbst gesät oder gepflanzt werden und sorgen für frische Vitamine im Winter. Mehr zur essbaren Winterbepflanzung im Hochbeet können Sie hier finden.

Wem das nicht zusagt oder wer dem Beet besondere Fruchtbarkeit bescheren will, der sollte sich für eine Gründüngung entscheiden. Als Gründüngung werden Pflanzen bezeichnet, die nicht geerntet werden. Mit ihrem Aufwuchs speichern sie die in der Erde vorhandenen Nährstoffe und mit ihrer Verrottung werden diese im Frühjahr wieder langsam für die neue Bepflanzung des Hochbeets verfügbar. Außerdem lockern Zwischenfrüchte mit ihren Wurzeln den Boden auf und reichern ihn teilweise sogar mit Stickstoffen an (Leguminosen). Diejenigen Pflanzen, die nicht winterhart sind, wie Ölrettich oder Buchweizen, sterben im Winter auf natürliche Weise ab und werden zersetzt. Winterharte Gründüngungspflanzen wie Esparsette oder Klee müssen im Februar umgebrochen werden, verbleiben aber auf dem Beet. Oft haben Gründüngungspflanzen auch eine sehr erfreuliche unkrautunterdrückende Wirkung. Wird früh genug gesät, können sie sogar noch zum Blühen kommen und bieten damit im Herbst eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen.

Bei der Auswahl der Gründüngung sollte man allerdings die Pflanzenfamilien nicht aus den Augen verlieren. So gehören zum Beispiel die beliebten Gründüngungskulturen Senf und Ölrettich zu den Kreuzblütlern und sollten deshalb eher nicht in Beeten gesät werden, wo künftig Kohlgewächse geplant sind. Wer sowieso schon einen komplizierten Pflanzplan und Schwierigkeiten mit der Vereinbarung von Pflanzenfamilien hat, dem sei Phazelie als Gründüngung empfohlen. Deren Pflanzenfamilie gehört keine bekannte Gemüseart an, weshalb es nicht zu negativen Einflüssen kommen kann. Oft wird die Gründüngungskultur erst recht spät ausgesät und erreicht deshalb nicht ihre volle Größe. Wenn sie jedoch schon zeitig im Sommer ausgesät wird, sollte man beim Hochbeet darauf achten, keine hochwachsende Kultur wie zum Beispiel Buchweizen auszuwählen.

Tipps zu Standort und Fruchtfolge zusammengefasst:

  • Für stickstoffarme Böden eignen sich besonders Leguminosen wie die Ackerbohne, Lupine, Wicke und Klee, da diese den Boden mit Stickstoff anreichern. Im darauffolgenden Jahr sollten dann weder Erbsen noch Bohnen gepflanzt werden.
  • Für stickstoffarmen Lehmboden sind Platt-Erbse, Inkarnat-Klee und Lupine ausgezeichnete Bodenverbesserer.
  • Wenn Sie aus Geschmacksgründen keine Kohlgewächse anbauen, eignen sich die Kreuzblütler Ölrettich und Senf ideal als Gründüngung. Sie wachsen sehr schnell, unterdrücken dadurch ideal Unkraut und wirken durch ihre Senföle gegen Nematoden.
  • Bei saurem Boden wird gelbe Lupine empfohlen.
  • Bei komplizierter Fruchtfolge (Kohlarten und Hülsenfrüchte) am besten Phazelie (Bienenfreund) als Gründüngung wählen.

Im Falle späträumender Gemüsearten (zum Beispiel Kürbis) kann es sein, dass keine Zeit mehr bleibt, um eine Gründüngung zu säen. Dann kann das Hochbeet mit Laub oder Grasschnitt bedeckt werden. Am besten dazu eignet sich Obstbaumlaub. Eichenlaub hingegen sollte wegen seiner wachstumshemmenden Tannine nur in begrenzten Mengen verwendet werden. Die Bodenbedeckung fördert das Bodenleben und trägt zum Humusaufbau bei.

Vorteile der Winterbepflanzung zusammengefasst:

  • Verhinderung von Nährstoffauswaschung
  • Bodenlockerung
  • Nährstoffanreicherung
  • Unkrautunterdrückung
  • frische Vitamine (Salate, Spinat)

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Theresa Babucke

Studentin der Nutzpflanzenwissenschaften, hat ihre ersten eher missglückten Versuche im Garten bereits als Kind gemacht. Im zweiten Anlauf, mit der passenden Expertise aus dem Studium, entwickelte sie sich zur passionierten und erfolgreichen Hobbygärtnerin. Besonders interessiert ist sie an Mischkultur, Hochbeeten und Kompostierung.
Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen, Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold, Erbsen