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Hochbeet im Herbst bepflanzen

Der Herbst ist da und das Hochbeet ist leer? Das muss nicht sein – wir zeigen Ihnen, wie Sie auch noch im Herbst Ihr Hochbeet bepflanzen können.

Mann pflanzt Salat

Auch im Herbst kann ein Hochbeet noch bepflanzt werden [Foto: Rawpixel.com/ Shutterstock.com]

Hochbeete sind zurzeit auf dem Vormarsch. Kein Wunder, schließlich sind die praktischen Beete nicht nur rückenschonend, sondern bieten auch zahlreiche Vorteile für den Gemüseanbau. Doch wussten Sie, dass man auch im Herbst noch problemlos zahlreiche Gemüsesorten im Hochbeet anbauen kann? Tatsächlich lassen sich manche Gemüsesorten im Hochbeet auch dann noch wunderbar kultivieren, wenn es im normalen Beet schon zu kalt wäre. Wir zeigen Ihnen, warum der Herbstanbau im Hochbeet so gut gelingt und welche Gemüsesorten sich besonders für den Anbau im Herbst eignen.

Hochbeet im Herbst bepflanzen: Das steckt dahinter

Nicht nur die kürzeren Tage machen unseren Pflanzen im Herbst zu schaffen: Besonders Frost und Nässe sorgen bei vielen Pflanzen für ein frühzeitiges Ende. Doch hier hat das Hochbeet einen entscheidenden Vorteil: Zum einen fließt durch die Drainageschicht im Hochbeet das Wasser deutlich schneller ab, sodass Gemüse und Co. keine nassen Füße bekommen. Zum anderen verrotten die verschiedenen Bodenschichten auch im Herbst weiter und setzen dabei Energie in Form von Wärme frei – das Hochbeet hat also quasi eine eingebaute Heizung für die kalten Tage. Diese sorgt dafür, dass die Pflanzen erst viel später von Frost und Kälte betroffen sind als ihre Kollegen im Freiland und deutlich länger wachsen können.

Zeichnung von Hochbeet

Die verschiedenen Schichten wirken wie eine natürliche Heizung [Foto: M. Kirchner/ Shutterstock.com]

Hochbeet im Herbst bepflanzen: Tipps und Tricks, um die Saison zu verlängern

Doch auch im Hochbeet wird es für die Pflanzen irgendwann zu kalt – glücklicherweise gibt es ein paar Tipps und Tricks, wie man die Saison etwas verlängern kann: Eine hervorragende Möglichkeit, um auch noch bei den ersten Nachtfrösten im Herbst wohlige Temperaturen im Hochbeet zu behalten, ist dieses mit einem Folientunnel abzudecken. Unter der Folie sammelt sich dabei die Wärme so effektiv, dass man bis in den Winter hinein Gemüse anbauen kann. Nur regelmäßiges Lüften an sonnigen Tagen ist Pflicht, da sonst die Gefahr einer Pilzinfektion steigt. Auch ein Frühbeet- oder Gewächshausaufsatz funktioniert nach diesem Prinzip und eignet sich hervorragend für den Herbstanbau (viele Hersteller haben bereits passende, schnell und einfach zu montierende Lösungen für ihre Hochbeete im Sortiment). Aber auch das Mulchen einzelner Gemüsesorten oder das Auslegen von Vlies kann eine Temperatursteigerung von bis zu 5 °C bewirken: Allein dieser kleine Temperaturunterschied wirkt sich enorm aus das Pflanzenwachstum aus und sorgt für eine bessere Ernte.

Hochbeet mit Petersilie mit Frühbeetaufsatz

Ein Frühbeetaufsatz kann die Vegetationsperiode verlängern [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Hochbeet im Herbst bepflanzen: Geeignete Gemüsesorten

Wer im Herbst noch etwas ernten will, greift meistens auf die klassischen Herbstgemüsesorten zurück. Bereits im Sommer gesät, reifen diese Gemüsearten bis in den Herbst hinein und fühlen sich auch im Hochbeet pudelwohl. Vor allem Kohlarten wie Chinakohl, Brokkoli oder Rosenkohl sind perfekt für das Hochbeet geeignet, aber auch Karotten oder Fenchel profitieren von ihrem neuen Zuhause. Im Herbst können natürlich auch die typischen Wintergemüse angebaut werden, die sonst eigentlich im Beet einen festen Platz haben. Dazu züchtet man die Setzlinge am bestem im Haus an und pflanzt sie später als Jungpflanzen ein. Dies kann auch noch im September oder Oktober problemlos geschehen, allerdings müssen Sie damit rechnen, dass die Ernte dann erst im Frühjahr stattfindet. Grünkohl, Spinat und Co. sorgen im Winter so für volle Hochbeete, schließlich trotzen sie robust Kälte und Frost. Aber nicht nur Herbst- und Wintergemüse lässt sich so spät im Jahr noch einfach und unkompliziert ernten: Auch beinahe alle Salate, sowie Lauch und Radieschen sind für das Beet perfekt geeignet, da sie eine sehr kurze Wachstumsperiode haben. So können sie geerntet werden, bevor die Tage zu kurz werden und die ersten schweren Frösten auftreten. Bei allen Gemüsesorten gilt jedoch, dass sie niemals bei Temperaturen unter dem Nullpunkt geerntet werden sollten – dies kann nicht nur den Pflanzen schaden, sondern führt auch dazu, dass die Blätter beim Auftauen matschig werden.

Hochbeet mit Salat

Beinahe alle Salatsorten lassen sich auch im Herbst anbauen [Foto: riopatuca/ Shutterstock.com]

Hochbeet im Herbst bepflanzen: Übersicht der geeigneten Gemüsesorten

Hier finden Sie noch einmal eine Übersicht über alle Gemüsearten, die im Herbst einen Platz im Hochbeet verdient haben.

  1. Alle Kohlarten, darunter Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis), Brokkoli (Brassica oleracea var. italica), Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera), Kohlrabi (Brassica oleracea var. gonglyodes) und Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica)
  2. Alle Salatarten, besonders geeignet sind Rucola (Eruca vesicaria ssp. sativa), Radicchio (Cichorium intybus var. foliosum), Endivien (Cichorium endivia) und Frisée (Cichorium endivia var. crispum)
  3. Lauch (Alium ampeloprascum)
  4. Radieschen (Raphanus sativus subsp. sativus)
  5. Sellerie (Apium graveolens)
  6. Petersilie (Peterselinum crispum)
  7. Spinat (Spinacia oleracea)
  8. Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris)
  9. Karotten (Daucus carota subsp. sativus)
  10. Fenchel (Foeniculum vulgare)
Kohlsorten aus dem Garten

Kohlsorten eignen sich auch für eine späte Ernte [Foto: Bondar Illia/ Shutterstock.com]

Hochbeet im Herbst bepflanzen: Gründüngung statt Gemüse

Sie wollen Ihrem Hochbeet lieber etwas Gutes tun und brauchen im Winter nicht unbedingt frisches Gemüse? Dann ist eine Gründüngung genau das Richtige: Statt das Beet im Winter leer zu lassen oder Gemüse darin anzubauen, können Sie Ihr Hochbeet auch mit winterharte Leguminosen (Fabacea) als Gründüngung bepflanzen. Der Vorteil dieser Pflanzen besteht vor allem darin, dass sie mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden binden und so dem Boden eine natürliche Regeneration im Winter bieten. Gleichzeitig schützen sie den Boden auch vor Witterungseinflüssen und Erosion, welcher ein „nacktes“ Beet sonst ausgesetzt wäre. Besonders Klee (Trifolium) und Esparsette (Onobrychis) haben sich als gute Gründüngung bewährt und sind nicht nur nützlich, sondern sehen auch gut aus. Im zeitigen Frühjahr werden die angebauten Leguminosen dann untergegraben – hier dienen sie noch zusätzlich als wertvoller Dünger. Durch dieses Winterverwöhnprogramm ist Ihr Beet dann im Frühling perfekt auf die neue Gartensaison vorbereitet.

Esparsette als Gründüngung

Esparsette ist nicht nur eine gute Gründüngung, sondern auch dekorativ [Foto: Nikilev/ Shutterstock.com]

Weitere Inspiration zum Thema „Hochbeet“ finden Sie auf unserer Pinterest-Seite:

Frederike

Ich bin Studentin der Agrarwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Zuhause habe ich einen kleinen Gemüsegarten, den ich hege und pflege, und verbringe die Zeit am liebsten draußen. Wenn ich nicht gerade im Freien bin, schreibe ich leidenschaftlich gerne. Meine Liebe gilt aber nicht nur Pflanzen und dem Schreiben, sondern auch ganz besonders der Tierwelt.

Lieblingsobst: Johannis- und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzwurzeln, Wirsing und Kartoffeln.

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