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Hortensiendünger: Alles, was Sie wissen sollten im Überblick

Hortensien haben einen hohen Nährstoffbedarf. Hier erfahren Sie, ob und warum Hortensiendünger wirklich notwendig sind und welche Unterschiede es gibt.

Hortensien
Verschiedene Hortensien-Arten ähneln sich stark in ihren Nährstoff- und Standortansprüchen [Foto: soo007/ Shutterstock.com]

Die Gattung Hydrangea umfasst 70 bis 80 Arten, von denen mehrere in unseren Gärten sehr beliebt sind. Sie erfreuen mit ihren charakteristischen Blütenständen zwar fast jeden Betrachter, allerdings sind einige Arten echte Diven, wenn es um ihren Standort, die Pflege und Nährstoffversorgung geht.

Hortensiendünger

Hortensien zeigen sich nicht immer und überall von ihrer allerschönsten Seite. Wir erklären, warum Hortensien von einem speziellen Dünger profitieren, woraus dieser besteht und wie sich organische, mineralische, blau-färbende und Bio-Hortensiendünger unterscheiden.

Warum brauchen Hortensien einen speziellen Dünger?

Der Nährstoffbedarf von Hortensien ist insgesamt sehr hoch. Dabei werden von den drei Hauptnährelementen vor allem Stickstoff (N) und Kalium (K) in größeren Mengen benötigt, Phosphor hingegen weniger. Außerdem ist der Bedarf an Eisen bei vielen Arten erhöht. Einige Hortensien-Arten – etwa die Samt-Hortensie (Hydrangea sargentiana) und die Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) – reagieren auf eine suboptimale Pflege und Nährstoffversorgung schnell mit einem Ausfall der Blüte oder Frostschäden.

Neben der passenden Nährstoffzufuhr sind die Eigenschaften des Bodens oder der Topferde für die erfolgreiche Pflege von Hortensien ausschlaggebend. Ihr hoher Wasserbedarf verlangt beispielsweise nach einem humosen Boden, der viel Wasser speichern kann. Zugleich darf es nicht zu Staunässe kommen, denn auch darunter leiden die Pflanzen. Beinahe alle Hortensien-Arten benötigen auch einen recht niedrigen Boden-pH-Wert. Dieser beeinflusst nämlich nicht nur die Färbung der Blüte der Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla), sondern insbesondere die Fähigkeit zur Nährstoffaufnahme aller Hortensien. Ein unpassender pH-Wert des Bodens kann also eine Mangelernährung auslösen. Da die Bodeneigenschaften von der Art der Düngung beeinflusst werden, ist die Wahl eines speziellen Hortensiendüngers eine praktische Möglichkeit, gesunde und gut blühenden Pflanzen zu fördern.

Samthortensie
Die Samthortensie zählt zu den anspruchsvollen Hortensien-Arten [Foto: haraldmuc/ Shutterstock.com]

Woraus besteht Hortensiendünger?

Hortensiendünger können mineralisch, organisch oder organisch-mineralisch sein. Während mineralischer Dünger nur die rohen Nährstoffe als schnell lösliche Düngesalze enthält, sind die Nährstoffe in organischen Düngern in natürlichen Strukturen gebunden, die erst durch biologische und chemische Prozesse des Bodenlebens freigesetzt werden. Die organische Düngung erhält und ernährt das Bodenleben und kann so die Bodeneigenschaften verbessern. Organisch-mineralische Hortensiendünger kombinieren beide Düngetypen und habe deshalb sowohl eine hohe Wirkgeschwindigkeit als auch eine natürliche Langzeitwirkung bei gleichzeitiger Erhaltung von Bodenqualitäten.

Tipp: Weil Hortensien saure Standorte lieben, enthalten einige Spezialdünger sogar Substanzen, die den Boden ansäuern. Die „Alaune“ sind eine Gruppe schwefelsaurer Verbindungen aus Metallionen, Sulfat und Wasser. Bei der Lösung von Alaun im Bodenwasser sinkt der pH-Wert durch die Freisetzung von Protonen (H+-Ionen). Dieser Effekt führt auch zur blauen Blüte bei der Bauernhortensie (Hydrangea macrophylla) – dies jedoch nur kurzzeitig. Nachhaltiger wirkt die Herstellung eines ständig sauren Milieus rund um die Hortensie. Ist der Boden-pH-Wert nicht stark sauer, zeigt die Bauernhortensie ihre Blüten in klassischem Rosa oder Weiß.

Hortensiendünger im Vergleich

Die Art der Düngung hat einen starken Einfluss auf die Vitalität Ihrer Hortensien. Dabei sind aber nicht nur die enthaltenen Nährstoffe entscheidend, wie Sie nachfolgend erfahren.

Hand mit Hortensie
Verschiedene Arten der Düngung haben unterschiedliche Effekte auf die Hortensie [Foto: Sunset.KIM/ Shutterstock.com]

Mineralischer Hortensiendünger

Mineralische Hortensiendünger in flüssiger wie fester Form liefern eine genau definierte Auswahl an Nährstoffen. Neben Stickstoff, Phosphor und Kalium enthalten sie manchmal noch eine Auswahl von Spurennährelementen. Die Versorgung Ihrer Hortensien ist mit einem solchen Dünger zwar möglich, allerdings kommt es bei regelmäßiger Anwendung unter anderem zu folgenden negativen Effekten:

  • Die Spurennährstoff-Vorräte des Bodens oder des Topfsubstrates können sich erschöpfen, schwer erkennbare Mangelsymptome an der Pflanze können die Folge sein.
  • Die hohe Nährstoffkonzentration fördert den Abbau von Humus, doch es wird kein neues Material zum Humusaufbau eingetragen. In der Folge sinkt der Humusgehalt des gedüngten Bodens und damit zugleich seine Qualität.
  • Bei falscher Anwendung kann es bei mineralischen Düngern außerdem zu Düngeschäden kommen: Frostanfälligkeit und Blühausfälle sind möglich.

Blauer Hortensiendünger

Weil die fast leuchtende Blaufärbung von Bauernhortensien viele Gartenbesitzer begeistert, sind sie bereit sogenannte „blaufärbende“ Hortensiendünger oder „Hortensiendünger blau“ zu kaufen. Diese säuern den Boden für kurze Zeit mit Aluminiumsulfat an. Es kann sogar auch pur erstanden werden, Sie können also blau-färbenden Hortensiendünger selber machen. Bei der Anwendung ist allerding Vorsicht geboten: Aluminium ist ein Zellgift, das Pflanzenwurzeln schädigt. Es wird erst bei niedrigen pH-Werten verfügbar und kann in zu hohen Dosen das Wurzelwachstum stark hemmen. Mehr zur Blaufärbung von Hortensien lernen Sie hier. 

Blaue Hortensie
Blaumacher für Hortensien ist fast immer Aluminiumsulfat, das den pH-Wert des Bodens senkt [Foto: hasetetsu/ Shutterstock.com]

Hinweis: Wenn Sie mehr zum richtigen Düngen von Hortensien erfahren wollen, teilen wir hier unsere Profi-Tipps mit Ihnen.

Organischer Hortensiendünger

Ein organische Dünger für Hortensien düngt neben der Pflanze auch den Boden. Die Organismen im Wurzelraum der Hortensie werden ernährt und setzen die Dünger-Nährstoffe für die Hortensie frei. Außerdem wird eingebrachtes Material im Zuge der Humifizierung zu neuen Humusmolekülen aufgebaut. So wird eventuell abgebauter Humus wieder ersetzt und die für die Hortensie so wichtigen Bodenqualitäten – Wasserhaltevermögen, Bodenbelüftung und Nährstoffverfügbarkeit – werden gefördert. Ein Problem der organischen Hortensiendünger kann allerdings seine langsame Wirkgeschwindigkeit sein. Eine Vorausschauende Düngung ist nötig, denn die Freisetzung kann – je nach Witterung und der damit verbundenen Mikroorganismen-Aktivität – bis zu einen Monat Zeit benötigen.

Bio-Hortensiendünger

Bio-Dünger sind organisch-mineralische Dünger mit Bio-Zertifikat. Wie alle organisch-mineralischen Dünger vereinen sie die Vorteile der zwei gegensätzlichen Düngertypen, setzen jedoch zum allergrößten Teil auf organische Bestandteile. Die mineralischen Komponenten dienen der Ergänzung und Optimierung der Wirkung und müssen auch im Biolandbau zulässig sein. Unser Plantura Bio-Hortensiendünger trägt ein solches Bio-Zertifikat. Zusätzlich werden außerdem nur pflanzliche Rohstoffe verwendet. Die Herstellung ist damit um ein Vielfaches umweltverträglicher und die Anwendung ist einer breiteren Masse von Anwendern auch ohne ein schlechtes Gewissen möglich – denn mit ressourcenverschlingender Massentierhaltung hat dieser Dünger nichts zu tun. Der Nährstoffgehalt ist an den speziellen Bedarf von Hortensien angepasst und neben den enthaltenen Haupt- und Spurennährelementen ist außerdem Eisen in einer etwas höheren Dosis enthalten, um dem recht häufigen Eisenmangel der Hortensien vorzubeugen.

Mehr Informationen zu unserem tierfreien Bio-Hortensiendünger finden Sie hier.

Plantura Bio-Hortensiendünger
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Effektive Langzeitwirkung, gut für den Boden, unbedenklich für Mensch, Tier & Natur
€9,99
inkl.MwSt.

Hortensiendünger selber machen: Hortensien düngen mit Kaffeesatz und Co.

Sparfüchse können Dünger für Hortensien auch selber herstellen. Schnell wirksam und reich an allen drei Hauptnährelementen ist beispielsweise eine Stallmistjauche. Extra viel Eisen kann mit einer Brennnesseljauche eingebracht werden. Die Herstellung dieser Jauchen dauert jeweils einige Wochen. Neben etwas Geduld benötigen Sie nicht viel mehr als ein großes, wasserdichtes Gefäß – etwa einen Maurerkübel. Kompost ist für Hortensien nicht unbedingt geeignet: Er hat häufig einen zu hohen pH-Wert, was bei der Gattung Hydrangea zu Problemen mit der Nährstoffaufnahme führen kann. Doch Sie können Ihre Bioabfälle dennoch zur Hortensiendüngung nutzten: In einem Bokashi-Eimer findet keine Kompostierung, sondern eine Fermentierung statt. Die enthaltenen Milchsäurebakterien säuern Ihren Biomüll an. Das Ergebnis kann zum Beispiel rings um die Hortensien unter einer Mulchschicht versteckt werden. Durch die Gärung im Vorfeld läuft die Flächenkompostierung dann sehr schnell ab und Nährstoffe werden bereitgestellt.

Kaffeesatz in Kaffeekanne von oben
Kaffeesatz fördert die Humusbildung und trägt so zur Bodenverbesserung rund um die Hortensie bei [Foto: Radu Gheorghita/ Shutterstock.com]

Zu guter Letzt stellen wir Ihnen noch einen absolut alltagstauglichen, selbstgemachten Hortensiendünger vor: Kaffeesatz aus der French-Press oder dem Filter ist leicht sauer und liefert Nährstoffe eher in geringerem Maße. Gemeinsam mit einem nährstoffreichen Dünger bildet er jedoch die perfekte Grundlage zur Humusbildung und damit zur Bodenverbesserung rund um Ihre Hortensien. Präzisere Angaben zur Herstellung eigener Dünger finden Sie in unserem zugehörigen Spezialartikel.

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