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Humus kaufen: Wo kauft man ihn & was kostet Humus?

Wie kann man Humus kaufen und was kostet Humus? Hier die Antworten für alle frischgebackenen Gartenbesitzer, Hochbeet-Anleger oder Blumenkästen-Bepflanzer.

Ein Haufen Hummus

Hummus kann gekauft oder selbst erzeugt werden [Foto: jocic/ Shutterstock.com]

Wer schnell qualitativ hochwertigen Humus braucht, um zum Beispiel ein Pflanzloch für Sträucher oder Stauden zu füllen, Blumenkäste oder -töpfe zu bestücken oder einfach ein ganzes Beet zu verbessern, der kann Humus kaufen, statt ihn, wie hier beschrieben, selbst zu erzeugen. Humus kaufen kann man auf vielerlei Art, die Humusherkunft kann bei Ihrer Wahl dabei ganz entscheidend sein: Sie wirkt sich darauf aus, was Humus kostet, wie gut seine Qualität ist und ob es ökologisch sinnvoll ist, ihn zu verwenden. In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick zu Humus-Eigenschaften und Humus-Preisen, aber auch zur richtigen Anwendung, also der Humus-Ausbringung.

Humus-Herkunft: Alles wichtige auf einen Blick

Bekanntlich wird Humus aus organischem Material gebildet. Wie genau das passiert, können Sie hier nachlesen. Als Ausgangsstoff für Humus können diverse Materialien dienen. Im Folgenden listen wir die Materialien auf, die zur industriellen Erzeugung von Humus genutzt werden.

Recycelte Abfälle:

Eine Möglichkeit sind Abfälle, die auf Recycling- und Wertstoffhöfen landen. Diese Abfälle setzen sich aus dem Inhalt Ihrer Biotonne und dem Grünschnitt aus Garten- und Landschaftsbau, Grünflächen- oder Großbaumpflege zusammen. Das Ausgangsmaterial ist also bunt durchmischt und stellt eine Wiederverwendung unserer Abfälle dar, ganz ähnlich als würde man selbst einen Komposthaufen betreiben. Im Hinterkopf sollte man behalten: Das Ausgangsmaterial, aus dem der Kompost auf Wertstoffhöfen hergestellt wird, variiert. Folglich ist auch die Beschaffenheit des Endprodukts nicht einheitlich. Zusammensetzung und Nährstoffgehalt können bisweilen stark schwanken. Die Erzeugung von Kompost unterliegt jedoch Kontrollen, sodass man erwarten kann, weder „zu fetten“ noch „zu mageren“ Kompost zu erhalten. Trotzdem kann es nötig werden, zu düngen oder zu verdünnen, je nachdem, welche Qualität man erhält.

Kompostierung

Bei der Kompostierung entstehen durch die Aktivität der Mikroorganismen Temperaturen von bis zu 70 °C. Bereits 60 °C genügen, um Krankheitskeime und Unkrautsamen unschädlich zu machen [Foto: Derek Yamashita/ Shutterstock.com]

Einige Anwender machen – insbesondere bei zu frischem Kompost – schlechte Erfahrungen mit Schädlingen. Wegen der großen Hitzeentwicklung bei der Kompostierung handelt es sich hierbei aber eher um die Ausnahme als die Regel.

Tipp: Auf manchen Wertstoffhöfen werden nährstoffarme Grünabfälle von den nährstoffreichen Bioabfällen getrennt kompostiert. Das Ergebnis sind Komposte, mit völlig unterschiedlichen Nährstoffgehalten: Der Grünkompost ist nährstoffarm, der Biokompost ist sehr nährstoffreich.

Torf:

Ein weitverbreiteter Ausgangsstoff ist Torf. Bei Torf handelt es sich bereits um einen sogenannten „Feucht-Humus“. Er kann durch weitere Zersetzung und durch Zuschlagstoffe noch in seinen Eigenschaften verändert werden. Mit Torf als Ausgangsstoff wird die übliche torfhaltige Blumenerde hergestellt. Echter Humus ist das natürlich noch nicht: Blumenerde setzt sich aus Humus und schwach bis gar nicht zersetztem Material sowie Düngemitteln und Zuschlagsstoffen zusammen. Das Material wird jedoch mit der Zeit in Humus umgewandelt. Durch die industrielle Herstellung der Blumenerden ist eine gleichbleibende, definierte Qualität garantiert.

Fläche in Wald Torfabbau

Torf ist ein Naturprodukt, dessen Eigenschaften ihn zum optimalen Kultursubstrat machen. Leider ist sein Abbau mit diversen ökologischen Problemen verbunden und sollte aus diesem Grund dringend eingeschränkt werden [Foto: Andreas Krumwiede/ Shutterstock.com]

Alternativen zu Torf:

Als umweltverträgliche Alternative zu Torf wird inzwischen häufig auf andere Materialien zurückgegriffen: Kokosfaser, Holzfaser, Rindenhumus und Reisspelzen sind mögliche Ausgangsstoffe für Humus. Auch bei Pflanzerden auf torffreier Basis gilt: Sie bestehen aus Humus sowie schwach oder gar nicht zersetztem Material, Düngemitteln und Zuschlagsstoffen. Auch fertiger Kompost wird beigemischt. Der organische Anteil kann mit der Zeit gänzlich in Humus umgewandelt werden. Die verwendeten Düngemittel sind aufgrund des nachhaltigen Ansatzes der torffreien Erden in der Regel organisch.

Zuschlagsstoffe:

Mit Zuschlagsstoffen sind Materialien gemeint, die den Erden beigemischt werden, um ihre Eigenschaften in verschiedener Weise zu verbessern. Sie machen nicht den Löwenanteil des Gemisches aus, haben aber häufig einen großen Einfluss.

Sowohl in torfhaltigen als auch in torffreien Blumenerden kommen unter anderem diese Zuschlagsstoffe vor:

  • Kokosmehl (zur Erhöhung der Wasserkapazität)
  • Sand, Perlite oder Bims (zur Verbesserung von Belüftung und Stabilität)
  • Ton (auch in Form von Granulaten; zur Verbesserung von Wasser- und Nährstoffspeicherung).
  • Xylit (weist als Ersatzstoff ähnliche Eigenschaften wie Torf auf)

Humus kaufen und Humus-Preise

Kompost oder Humus aus Gartenabfällen erhält man an örtlichen Recycling- oder Wertstoffhöfen. Je nach Angebot ist eine Lieferung möglich oder nicht. Informieren Sie sich vorab über das Volumen, das die von ihnen benötigte Menge einnimmt, sodass Sie abschätzten können, wie Sie den Humus transportieren können. Die Kosten beginnen bei überschaubaren 10 Euro/m3, also einem Euro pro 100 Liter.

Humus kaufen als Blumenerde

Humus in Form von torfhaltiger oder torffreier Blumenerde ist in jedem Baumarkt und Gartencenter erhältlich. Die Grün-erleben-Gartencenter, die Bellandris- Kette, Hagebau-, Obi-, Hornbach- und Raiffeisen-Märkte führen alle torffreie Blumenerden. Je nach Produkt können der pH-Wert, der Nährstoffgehalt, die Form der Nährstoffe und auch der Zersetzungsgrad schwanken. Es lohnt sich sehr, die Warendeklaration zu studieren. Um die Qualität dieser Blumenerden einzuschätzen, sollte man insbesondere die Ausgangsstoffe betrachten: Je stabiler diese sind, umso langsamer wird das Material abgebaut und umso wahrscheinlicher entsteht Humus. Eine Tabelle und eine Erklärung dieses Umstandes finden Sie hier. Einigen Produkten ist überhaupt kein Dünger beigemischt, sodass sie nach eigenem Bedarf gedüngt werden können. Ein Beispiel hierfür sind „Humusziegel“ , die nur aus Kokosfaser bestehen und mit Wasser zum Aufquellen gebracht werden.

Hat man eine Vorstellung von den Bedürfnissen der Pflanzen, die man plant mithilfe der Blumenerde anzubauen, kann man unter Zuhilfenahme der angegebenen Daten das passendste Produkt auswählen. Insbesondere bei günstigen Produkten werden oft minderwertige Düngemittel verwendet, achten Sie darauf, ob organische oder mineralische Dünger enthalten sind. Organische Dünger sind den mineralischen vorzuziehen, da sie langsamer freigesetzt werden und so eher zur Humusbildung führen. Die Kosten liegen bei etwa 8 bis 25 Euro für 70 Liter Blumenerde, die torffreien Alternativen sind inzwischen nicht mehr sehr viel teurer, als ihre umweltbelastenden Vorgänger.

 Wie Humus verwenden und wann Humus aufbringen?

Je nachdem, zu welchem Zweck Sie Humus erwerben, benötigen Sie ein anderes Produkt. Nachstehend finden Sie die häufigsten drei Anwendungsmöglichkeiten für Humus und unsere Anwendungsempfehlung.

Beetverbesserung:

  • Im Frühjahr empfiehlt sich die Ausbringung von Biokompost oder gedüngten Blumenerden in Kombination mit schwer zersetzbarem Material. Organische Düngung ist immer möglich.
  • Im Herbst sollte nährstoffärmerer Humus in Form von Grünkompost verwendet werden. Auch die Verwendung von nährstofffreien Materialien (Humusziegel, Stecklingserde) mit etwas organischem Dünger ist möglich − gut geeignet ist zum Beispiel der kaliumbetonte Tomatendünger von Plantura.
  • Verteilen Sie den Humus auf der gesamten Fläche und arbeiten Sie ihn oberflächlich ein, graben Sie aber nicht zu tief um.

Kübel und Kästen:

 

Blühende Hornveilchen in Blumentopf als Kübelpflanze

Einjährige Kübelpflanzen wie Hornveilchen vertragen höhere Nährstoffkonzentrationen gut [Foto: photolike/ Shutterstock.com]

  • Bei der Kübelbepflanzung richtet sich die Wahl der humushaltigen Erde nach der Pflanze.
  • Pflanzen mit hohem Bedarf können in Biokompost und pure, gedüngte Blumenerde gepflanzt werden. Sollte eine spätere Düngung nötig werden, ist unser Bio-Blumendünger eine gute Wahl.
  • Pflanzen mit geringem Bedarf sollten in Grünkompost-Mischungen oder Mischungen aus nährstofffreier Blumenerde gepflanzt werden. Die Verwendung von organischen Düngern ist immer möglich. Wir empfehlen den eher kaliumbetonten Tomatendünger von Plantura


Pflanzung:

  • Der Nährstoffbedarf von Sträuchern und Stauden ist verhältnismäßig gering,Saisonbepflanzungen mit einjährig verwendeten Pflanzen können allerdings einen höheren Nährstoffbedarf haben. Sie können ebenfalls mit dem Bio-Blumendünger versorgt werden.
  • Pflanzungen im Frühjahr können mit nährstoffreichem Humus vorgenommen werden: Biokompost oder gedüngte Blumenerden bieten sich an. Zusätzlich empfehlen wir immer den Einsatz organischer Dünger, auch in diesem Fall ist unser Universaldünger eine gute Wahl.
  • Pflanzungen im Herbst sollten mit nährstoffarmem Humus vorgenommen werden: Grünkompost, nährstofffreie Blumenerden oder Humusziegel. Auch in diesem Fall empfehlen wir den Einsatz des Tomatendüngers. Er enthält mehr Kalium, welches Ihre Pflanzen durch Steigerung der Frosthärte besser auf den Winter vorbereitet.
Staudendüngung im Herbst

Bei Pflanzungen von ausdauernden Pflanzen wie Sträuchern oder Stauden sollte insbesondere im Herbst mäßig gedüngt werden [Foto: MIND AND I/ Shutterstock.com]

Humus erhalten

Wenn Sie Humus käuflich erworben haben, haben Sie umso länger Freude daran, wenn er auch dort bleibt, wo er benötigt wird. Was die Bildung oder auch den Abbau von Humus fördert, können Sie in unserem Spezial-Artikel zur Humuswirtschaft nachlesen.

Wie empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Kompost-Erde: Feine Mischung aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten.
  • Plantura Universaldünger: 100% bio-zertifizierter und tierfreier Dünger für ein gesundes Bodenleben.
  • Floragard Torfhumus: Bietet Schutz vor Frost und verhindert das Verkrusten der Bodenoberfläche, lockert den Boden auf und sorgt für eine nachhaltige Wasser-, Wärme- und Luftzirkulation.

Kati

Ich bin Gärtnerin im Fachbereich Garten- und Landschaftsbau und studiere an der Universität Hannover Gartenbauwissenschaften. Für mich ist der gesamte grüne Bereich wahnsinnig spannend, besonders liegen mir aber der Boden und ein nachhaltiger Umgang mit diesem am Herzen.
Lieblingsobst: Heidelbeere, Apfel
Lieblingsgemüse: Schmorgurke, Grünkohl, grüne Paprika

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