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Kompost bauen: Anleitung vom Profi

Einen einfachen Kompost können Sie sich selber bauen. Lesen Sie hier alles nach, was Sie zu Material, Belüftung, Abdeckung und Grenzabstand wissen müssen.

Zwei Komposter aus Holz
Mit ein wenig Zeit lässt sich ein Kompost auch selbst bauen [Foto: Ket Sang/ Shutterstock.com]

Auch wenn das vielfältige Marktangebot es suggeriert: Sie müssen nicht viel Geld investieren, um einen qualitativ hochwertigen Komposter zu erhalten. Wenn Sie weniger Geld und dafür etwas Zeit investieren, können Sie in einem selbst gestalteten, einzigartigen Modell Ihren Kompost erzeugen. Abgesehen von Ihrer handwerklichen Befriedigung ist es zudem auch umweltfreundlich, Restmaterialien zu verwenden.

Kompost bauen

In diesem Artikel können Sie sich über verschiedene Modelle, die Standortwahl sowie Eigenschaften guter Komposter informieren. Anschließend finden Sie Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Bau einer Rottebox, eines Schnellkomposters, einer Wurmkiste und eines Bokashi-Eimers. Doch welcher Komposter ist für Sie am besten geeignet?

Welcher Komposter ist der beste?

Je nach Ihren individuellen Bedürfnissen gibt es auch den perfekten Komposter für Sie. Wenn Sie Akkuschrauber und Säge schwingen, können Sie diesen genau nach Ihren eigenen Wünschen bauen. Ein wichtiger Faktor ist dabei der Platz: Eine Stadtwohnung ohne Garten oder großen Balkon kann mit einer Wurmkiste oder zwei Bokashi-Eimern platzsparend Abfall verwerten. Im Bokashi-Eimer findet allerdings eigentlich keine Kompostierung statt – näheres dazu finden Sie auch im entsprechenden Abschnitt unten. Ein kleiner Garten ist mit einem platz- und zeitsparenden Schnell- oder Thermokomposter am besten versorgt. In größeren Gärten findet sich eher Raum für eine umzäunte oder einfache Kompostmiete und sehr weitläufige Gärten sind für einen oder mehrere rollende Komposter gut geeignet. Natürlich spielt auch die Menge der produzierten Abfälle eine Rolle: Wenn fast nur Küchenabfälle anfallen, können Sie damit kaum einen ganzen Komposthaufen betreiben. Für kleinste Mengen empfehlen wir daher den Bokashi, eine Wurmkiste, einen kleinen Schnell- oder Thermokomposter oder einen einzigen Rollkomposter. Für mittelgroße Mengen sind normale bis große Komposter und umgrenzte Kompostmieten – sogenannte Rotteboxen – am besten geeignet. Wenn Sie viel Material verwerten wollen, ist nur noch die Verwendung mehrerer Rotteboxen oder einer einfachen, langen Miete praktikabel. Kurze Beschreibungen zu den einzelnen Varianten finden Sie im nun folgenden Abschnitt. Genauere Informationen zum richtigen Kompostieren finden Sie in diesem Spezialartikel.

Schnellkomposter im Garten
Im Garten kann man beispielsweise Rotteboxen verwenden [Foto: Alzbeta/ Shutterstock.com]

Komposter im Garten

Nachfolgend finden Sie, was es für Möglichkeiten für Komposter im Garten gibt:

  • Bei der Kompostmiete, auch einfach Komposthaufen genannt, handelt es sich um die ursprünglichste Form der Kompostierung. Sie kann bis zu 2,5 m breit und 1,5 m hoch geschichtet werden. In einer Rottebox sind die Maße hingegen kompakter. Sie können mehrere Boxen zum Sammeln, Schichten und Umsetzen des Kompostgutes verwenden. Ein gutes abwechselndes Schichten von grobem und feinem Material kann dabei das Umsetzen des Komposthaufens sogar überflüssig machen.
  • Schnell- und Thermokomposter zeichnen sich durch kompakte Maße und die Entwicklung kompostierfreundlicher Bedingungen aus. In ihnen können auch kleinere Mengen gut kompostiert werden, die als Miete keine ausreichende Wärmeisolierung erreichen würden. Thermokomposter besitzen eine zusätzliche Dämmung und ermöglichen eine Verlängerung der effektiven Kompostierungsphase im Jahr. Das sorgfältige Schichten verschiedenen Materials und die Verwendung von Strukturmaterial ist bei der Benutzung von Schnell- oder Thermokompostern sehr wichtig, da sie nicht umgesetzt werden können.
  • Rollkomposter müssen hingegen weder geschichtet noch umgesetzt werden: Da sie ständig bewegt werden, wird das Kompostgut regelmäßig durchmischt und belüftet. Das Volumen ist hierbei begrenzt, um es Ihnen nicht zu schwer zu machen. Aus einem Rollkomposter können Sie immer nur ein Kompostgemisch entnehmen, während andere Komposter auch die Entnahme verschiedener Rottegrade ermöglichen.

Komposter für Balkon und Wohnung

Auch wenn kein Garten zur Verfügung steht, muss man nicht ganz auf einen Komposter verzichten. Die Möglichkeiten für Balkon und Wohnung finden Sie hier:

  • In einer Wurmkiste findet die Kompostierung durch den gezielten Einsatz von speziellen Kompostwürmern statt. Dabei fällt Wurmkompost an, der sehr nährstoffreich ist. Während der Kompostierung verringert sich das Volumen Ihres Kompostgutes um bis zu 90 % und eine große und gut eingefahrene Wurmkiste kann die Abfälle eines Vierpersonenhaushaltes gut verwerten. Da es sich um ein sehr kleines und empfindliches Ökosystem handelt, sollten Sie die Wurmkiste etwas intensiver beobachten und betreuen als einen Komposter im Garten.
  • Im Bokashi-Eimer findet eigentlich gar keine Kompostierung, sondern vielmehr eine Fermentierung statt. Diese wird von Milchsäurebakterien durchgeführt, die in der Milchsäuregärung aus Einfachzuckern die Milchsäure erzeugen, um Energie zum Leben zu gewinnen. Die Gärung kann nur unter aeroben Bedingungen – also unter Sauerstoffabschluss – gelingen. Während der Fermentierung entsteht auch der sogenannte Bokashi-Tee, der als Flüssigdünger verwendbar ist. Nach zwei bis drei Wochen ist aus einem vollen Eimer Bioabfall fertiges Bokashi geworden. Es kann dann flach in Beete oder Kübel eingearbeitet oder im Komposter kompostiert werden. Für einen Haushalt mit vier Personen genügt es, zwei bis drei Eimer im Wechsel zu betreiben.
Bokashi-Eimer
Im Bokashi-Eimer werden die Abfälle fermentiert [Foto: Peter Ferm/ Shutterstock.com]

Kompost: Idealer Standort und Grundstücksgrenze

Der Standort des Kompostes wirkt sich auf die Geschwindigkeit der Kompostierung aus, er kann aber auch Streitpunkt mit dem Nachbarn sein oder schnell in die Beine gehen – wenn er sehr weit weg von Haus und Garten gelegen ist.

Kompost und Grundstücksgrenze

Allerdings haben wir hier gute Nachrichten: Ein Komposter oder Komposthaufen gilt in Deutschland nicht als bauliche Einrichtung und kann daher so nah an die Grundstücksgrenze gestellt werden, wie es Ihnen beliebt. Bis zu einem Tagesdurchsatz von 10 Tonnen Kompostgut ist jede Kompostierungsanlage genehmigungsfrei. Wir möchten Ihnen aber sehr ans Herz legen, sich mit Ihren Nachbarn abzusprechen. Da bei unsachgemäßer Kompostierung auch unangenehme Gerüche entstehen können oder eventuell sogar Ratten den Kompost für sich entdecken, sind Sie letzten Endes sehr wohl auf sein Wohlwollen angewiesen. Auch kann gegen die Belästigung mit Gerüchen und Ungeziefer durchaus geklagt werden.

Der richtige Kompost-Standort

Der ideale Standort für Ihren Kompost liegt geschützt vor zu starker Sonneneinstrahlung, kaltem Wind und starkem Frost. Ein halbschattiger Ort in windabgewandter Lage und zum Beispiel von Hecken oder Gebäuden umgeben ist also optimal. Eine gleichbleibende Temperatur und Feuchte im Kompost wird auf diese Weise am ehesten erreicht. Der Boden unter dem Kompost sollte offen, möglichst belebt und locker sein. Aus dem Boden wandern die kompostierenden Mikroorganismen ins Kompostgut ein – und wenn sie fertig sind, verweilen sie in ihm. Zu guter Letzt ist auch der vorhandene Platz wichtig: Haben Sie genügend Bewegungsfreiheit, um Ihren Kompost gegebenenfalls umzusetzen? Haben Sie Raum zur Sortierung des Kompostgutes? Wollen Sie anbei vielleicht noch einen Schredder aufstellen, um Kompostgut zu zerkleinern? Natürlich gibt es den perfekten Kompoststandort selten. Sie können die gegebenen Umstände jedoch modifizieren – zum Beispiel durch das Pflanzen einer windbrechenden Hecke oder eines schattenspendenden Kleinbaumes – oder eine verlangsamte Kompostierung in Kauf nehmen. Schließlich kann auch Ihr Weg zum Kompost entscheidend sein, denn kurze Wege werden von vielen in der Regel bevorzugt.

Kompost
Der Kompost sollte geschützt stehen, eventuell auch nah an der Grundstücksgrenze [Foto: Elena Elisseeva/ Shutterstock.com]

Tipp: Wenn Sie einen sehr unfruchtbaren, kargen Boden unter Ihrem Komposter haben, sollten Sie über das Impfen des angesetzten Kompostes mit Mikroorganismen nachdenken. Dies ist zum Beispiel mit Kompost von einem anderen Haufen oder mit den als „Kompost-Starter“ verkauften Produkten möglich. Achten Sie aber darauf, ein Produkt mit Mikroorganismen zu kaufen und keines, das lediglich Düngemittel und Kalk enthält. Auch der Einsatz von Kompostwürmern kann sich anbieten, wenn diese nicht natürlich zuwandern können.

Zusammenfassung Standort des Kompostes und Grundstücksgrenze:

  • Ein Kompost gilt nicht als Bauwerk und kann daher ohne Abstand zur Grundstücksgrenze stehen
  • Um Streit zu vermeiden, ist es häufig dennoch ratsam, sich mit den Nachbarn abzusprechen
  • Der perfekte Standort für einen Kompost ist windgeschützt, halbschattig, vor starkem Frost geschützt und liegt über einem fruchtbaren, lockeren und offenen Stück Boden sowie nah am Ort der Erzeugung von Kompostgut
  • Sie sollten dort auch ausreichend Platz zum Arbeiten und Sortieren des Kompostgutes haben

Kompost aus Holz, Metall, Beton oder Paletten bauen

Einen Kompostbehälter können Sie aus verschiedenen Materialien bauen; wenn Sie nach ökologischen Prinzipien handeln wollen, dann bietet sich die Verwendung von Restmaterialien oder das Recyceln an. Holz lässt sich am leichtesten verarbeiten und richtig konstruiert kann auch eine Rottebox aus Holz lange haltbar sein. Sogar der Bau aus Paletten ist möglich. Zudem ist Holz das günstigste Material. Der Bau aus Metall, etwa aus alten Zaunelementen, Streckmetall oder gar verzinkten Elementen, ist sehr haltbar. Wenn Sie das Material und das nötige Werkzeug besitzen, werden Sie kurz- und langfristig sicherlich Freude daran haben. Auch gemauerte Komposteinfassungen sind möglich, wenn auch etwas aufwendig. Insbesondere die Belüftung sicherzustellen erfordert hier etwas Geschick, da in regelmäßigen Abständen Löcher im Mauerwerk entstehen müssen. Selbstverständlich sind auch Kombinationen verschiedener Materialien häufig sinnvoll. Kommen Sie aber bitte nie auf die Idee, für Ihren Kompost eine Untergrundversiegelung aus Pflastersteinen oder gegossenem Beton zu erstellen. Diese Vorstellung stammt häufig aus der Erinnerung an bäuerliche Misthaufen, behindert die Kompostierungsvorhänge jedoch nachhaltig.

Kompost aus Steinen
Ein Kompost lässt sich auch aus Steinen bauen [Foto: Eag1eEyes/ Shutterstock.com]

Tipp: Misthaufen auf Viehwirtschaft betreibenden Höfen sollen auf den versiegelten Flächen nicht kompostiert, sondern nur gelagert werden. Da es sich bei Mist um sehr nährstoffreiches Material handelt, muss der Untergrund vor allem vor den hohen Stickstoffkonzentrationen geschützt werden. Der gelagerte Mist soll dann in der Regel zur Düngung verwendet werden. Da eine zu lange Kompostierung zur Abnahme der pflanzendüngenden Effekte führen kann, wird sie hier unterbunden.

Was ein guter Komposter können sollte

Ein guter Kompost sollte …

  • … unten offen, doch gegen das Eindringen von Wühlmäusen geschützt sein
  • … zu mindestens drei Seiten durch gut luftdurchlässige Elemente begrenzt sein
  • … auf der vierten Seite einfaches Entnehmen und Umsetzen von Kompostgut ermöglichen
  • … haltbar und belastbar im Boden befestigt sein – sofern er nicht mobil ist
  • … eine Isolierung besitzen
  • … eine Abdeckung besitzen

Kompost selber bauen: Anleitung

Zum Bau einer einfachen Rottebox aus Holz und etwas Drahtzaun benötigen Sie folgende Materialien:

  • Maßband oder Zollstock
  • Holz- oder Plastikhammer (groß) zum Einschlagen von Holzpflöcken (oder eine Pfahlramme)
  • 4 angespitzte Holzpfosten, Durchmesser mindestens 10 cm, 150 cm hoch
  • Wasserwaage
  • Nägel, etwa 3,1 mm x 70 mm
  • Maschendrahtzaun, Rastergröße etwa 2,5 cm, 1 m x 4,5 m groß
  • Handtacker oder Akku-Tacker und Drahtklammern (oder Metallkrampen)
  • 4 Holzleisten, etwa 3 cm x 3 cm, etwa 100 cm lang
  • Robuste Plastikplane, die lange UV-beständig sein muss, 1 m x 4,5 m groß
  • Kükendraht, 180 cm x 180 cm
  • Holzbretter, etwa 10 cm x 2 cm, etwa 150 cm lang
  • Seitenschneider
  • Holzsäge
  • Hammer (300 – 500 g)
Holzbretter
Zum Bau einer Rottebox aus Holz benötigt man einige Bretter [Foto: Unkas Photo/ Shutterstock.com]

Nachfolgend haben wir alle Arbeitsschritte für Sie zusammengefasst:

  1. Legen Sie eine Fläche von 150 cm x 150 cm fest.
  2. Schlagen Sie an jeder Ecke der Fläche einen Holzpfosten senkrecht etwa 50 cm tief ein und kontrollieren Sie mit der Wasserwaage, ob die Pfosten lotrecht stehen.
  3. Nageln Sie hinten, links und rechts je ein Brett knapp über dem Boden waagerecht von außen an zwei Pfosten an. Die Vorderseite bleibt offen.
  4. Schneiden Sie den Maschendraht auf Pfostenhöhe zu und tackern Sie ihn rund um die drei hinteren Seiten von außen an den Pfosten fest. Wenn das Tackern nicht gelingt, können Sie auch Krampen nageln.
  5. Sägen Sie die vier Holzleisten auf Höhe der Pfosten ab und nageln Sie diese so an die beiden vorderen Pfosten, dass sie links und rechts eine senkrechte Schiene zum Einschub der verwendeten Bretter bilden. Der Abstand zwischen den Leisten sollte etwas mehr als die Brettstärke betragen, damit sie sich leicht schieben lassen. (Abstand etwa 2,4 cm bei 2 cm starken Brettern)
  6. Schlagen Sie die Innenseite der drei Drahtwände mit Plastikfolie aus und nageln Sie die Folie innen an die Pfosten.
  7. Legen Sie den Boden mit Kükendraht aus, biegen Sie ihn an den Seiten hoch und tackern Sie ihn hinten, links und rechts am bodennah waagerecht verlaufenden Brett (Schritt 3) fest.
  8. Sägen Sie die Holzbretter zu und schieben Sie diese vorn zwischen die Leisten, sodass die vordere Seite geschlossen wird.
  9. Durchstechen Sie die Folie von außen durch den Maschendrahtzaun, sodass viele Luftkanäle zur Belüftung entstehen.
  10. Sie können einen ausreichend großen Folienrest später als Abdeckung des Kompostgutes verwenden.

Ihre Rottebox ist nun einsatzbereit und kann befüllt werden. Sorgen Sie stets für eine beschattende Abdeckung des Kompostes.

Tipp: Langlebiger wird diese Konstruktion, wenn Sie für die Pfosten jeweils ein Loch ausheben, es zur Hälfte mit Kies füllen und darin die Posten einschlagen. Anschließend müssen Sie das Loch verfüllen und kräftig antreten. Auf diese Weise kann das Wasser besser ablaufen und der Pfosten wird weniger schnell morsch. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Verwendung von Pfostenschuhen, in welche Sie die Pfosten einschrauben können. Der Pfostenschuh wird einbetoniert oder eingeschlagen und der Pfosten berührt auf diese Weise den feuchten Boden gar nicht. Auch die Art des verwendeten Holzes spielt eine große Rolle: Ist es imprägniert, lasiert oder handelt es sich um Lärche oder Eiche, wird die Konstruktion haltbarer.

Loch ausgraben
Werden die Pfosten in vorbereitete Löcher gestellt, so sind sie stabiler und halten länger [Foto: Yunava1/ Shutterstock.com]

Schnellkomposter selber bauen: Anleitung

Zum Bau eines Schnellkomposters aus einem Plastik- oder Metallfass benötigen Sie Folgendes:

  • Ein großes, sauberes Kunststoff- oder Metallfass mit Deckel, mindestens 75 Liter
  • Maschendraht
  • Gewindeschrauben und Muttern, passend für die Wandstärke des verwendeten Fasses
  • Akkuschrauber und Bohrer für das Fassmaterial (einer zum Bohren großer Löcher, einer in der Stärke der verwendeten Gewindeschrauben)
  • Stichsäge mit Kunststoff/Metallblatt
  • Scharnier(e)
  • Einen Verschluss (z.B. Schossriegel)

Dies sind die nötigen Arbeitsschritte:

  1. Bohren Sie in die Seiten des Fasses viele Luftlöcher und durchlöchern Sie die Unterseite des Fasses ebenfalls gründlich oder sägen Sie mit der Stichsäge Schlitze hinein. Versehen Sie den Deckel mit zwei Luftlöchern.
  2. Legen Sie den Boden mit Maschendraht aus und biegen Sie ihn an den Seiten um, sodass er mindestens 20 cm senkrecht an den Fasswänden anliegt. Sparen Sie den Maschendraht an der Stelle der späteren Entnahmeklappe aus.
  3. Zeichnen Sie in Bodennähe eine große Klappe an, durch die später fertiges Kompostgut entnommen wird. Zeichnen Sie die Lage von Scharnieren, Verschluss und allen Schrauben ein. Sägen Sie die Klappe sorgfältig aus.
  4. Entgraten Sie die Ränder von Klappe und Öffnung, um die Verletzungsgefahr zu verringern.
  5. Bohren Sie Löcher an den eingezeichneten Stellen, um Scharniere und Verschluss zu befestigen. Bringen Sie beides mit Gewindeschrauben und Muttern an.
  6. Erstellen Sie ggf. einen Anschlag für die Klappe, zum Beispiel durch das Anschrauben zweier Holzriegel in der Öffnung.
  7. Verschließen Sie das Fass mit dem Deckel.

Ihr Schnellkomposter ist nun einsatzbereit. Er wird von oben befüllt und unten können Sie nach Ablaufen der Kompostierung das Kompostgut entnehmen.

Tipp: Färben Sie den Komposter schwarz, um die Erwärmung bei Sonneneinstrahlung zu verstärken. Kleiden Sie die Wände des Fasses von außen nach innen mit isolierendem Material, feinem Drahtzaun und dünnem Gartenvlies aus. Das Isolationsmaterial und das Vlies müssen sehr gründlich gelöchert sein. Die Isolation sorgt dann für eine gleichmäßig warme Temperatur im Inneren des Komposters.

Fass mit Kompost
Aus einem großen Fass kann ein Schnellkomposter gebaut werden [Foto: Jakkrit Laipaet/ Shutterstock.com]

Wurmkiste selber bauen: Anleitung

Für den Bau einer Wurmkiste ist es sehr wichtig, die richtige Dimensionierung zu wählen. Pro 500 g wöchentlich anfallendem Kompostgut benötigt Ihre Wurmkiste 1000 cm2 Grundfläche. Diese Grundfläche können Sie natürlich auf mehrere gestapelte Kisten aufteilen. Drei Kisten mit den Maßen 17 cm x 20 cm haben gemeinsam eine Grundfläche von über 1000 cm2.

Zum Bau einer Wurmkiste für den Innengebrauch benötigen Sie:

  • Mehrere saubere, nicht lichtdurchlässige, ineinander stapelbare Kisten aus Holz, Plastik oder Metall
  • Akkuschrauber mit einem dem Material entsprechenden Bohrer (7 mm)
  • Hahn zum Ablassen des Wurmtees, mit Dichtung
  • Einen zum Hahn passenden Bohrer oder eine Handfräse
  • Deckel für die oberste Kiste
  • Zwei Blumentöpfe aus dickem Plastik, die später als Abstandshalter dienen

Dies sind die Arbeitsschritte:

  1. Bringen Sie das Ablassventil möglichst tief an der später ganz unten sitzenden Kiste an. Bohren oder fräsen Sie hierzu ein entsprechend großes Loch in die Seite der Kiste und schrauben Sie den Hahn samt Dichtung ein. In dieser Kiste wird sich später der Wurmtee sammeln, sie dient als Auffangkiste.
  2. Bohren Sie in die Böden aller später darüber sitzenden Kisten Löcher im Abstand von etwa 8 cm. Durch diese Löcher können sich Feuchtigkeit und auch Würmer später bewegen.
  3. Stellen Sie die beiden Abstandshalter verkehrt herum in die untere Kiste. Das verhindert, dass die darüber gestapelte Kiste ganz in die unterste hineinrutscht, und es kann sich eine größere Menge Wurmtee sammeln, ehe Sie diesen ablassen.
  4. Stapeln Sie die restlichen Kisten in die Auffangkiste hinein und verschließen Sie die oberste mit dem Deckel.
Wurmkiste
Würmer sind sehr effektiv in der Verwertung Ihrer Bioabfälle [Foto: Alexandr Grant/ Shutterstock.com]

Ihre Wurmkiste ist jetzt einsatzbereit. Bei der Befüllung arbeiten Sie sich von unten nach oben und tauschen die verschiedenen Stockwerke dabei durch: Zuerst wird die untere Kiste mit Kompostgut und Kompostwürmern bestückt. Ist sie zu zwei Dritteln gefüllt, befüllen Sie die darauf sitzende Kiste. So verfahren Sie, bis alle Kisten voll sind. Wenn Ihre Wurmkiste die für Ihre Bedürfnisse richtige Größe hat, dann ist der Wurmkompost in der untersten Kiste reif, wenn die oberste gefüllt ist. Sie können die unterste Kiste nun leeren, säubern und nach ganz oben setzen. Sollte der Kompost in der untersten Kiste noch nicht reif sein, setzen Sie besser ein weiteres Stockwerk oben auf, denn Ihre Wurmkiste ist offenbar zu klein für die von Ihnen produzierten Abfallmengen. Dass der Kompost reif ist, erkennen Sie daran, dass die Würmer die Kammer verlassen haben und keine Strukturen des vorherigen Abfalls mehr erkennbar sind.

Bokashi selber bauen: Anleitung

Ein Haushalt mit vier Personen benötigt in der Regel zwei Bokashi-Eimer, um den entstehenden Bioabfall verarbeiten zu können.

Zum Bau eines Bokashi-Eimers benötigen Sie:

  • 2 x 20-Liter-Eimer, die genau ineinanderpassen
  • Einen Luftdicht verschließenden Deckel für den Eimer
  • Hahn mit Dichtung zum Ablassen des Bokashi-Tees
  • Dichtband
  • Akkuschrauber mit Bohrer
  • Cuttermesser oder Handfräse

Das sind dir erforderlichen Arbeitsschritte:

  1. Bohren Sie in den Boden eines der beiden Eimer viele Löcher. Durch diese wird später der Bokashi-Tee in den unteren Eimer laufen.
  2. Stecken Sie den durchlöcherten Eimer in den Auffangeimer und legen Sie die Position des Hahns fest. Wenn der obere Eimer zu tief in den unteren rutscht, legen Sie etwas als Abstandshalter auf den Boden des unteren Eimers.
  3. Ziehen Sie den oberen Eimer wieder aus dem Auffangeimer und installieren Sie den Hahn im unteren Eimer: Bohren Sie hierzu erst ein kleines Loch und schneiden Sie dann einen passenden Kreis für den Hahn mit dem Cuttermesser aus. Sie können auch eine passende Handfräse verwenden.
  4. Verschrauben Sie den Hahn samt Dichtung im unteren Eimer.
  5. Setzen Sie den oberen Eimer wieder in den Auffangeimer und legen Sie die Höhe fest, auf der Sie den Hohlraum zwischen den Eimerwänden abdichten wollen. Diese hängt davon ab, wie tief die Eimer ineinandergeschoben werden können.
  6. Dichten Sie den Spalt zwischen den Eimern mit mehreren Lagen Dichtband ab, bis die Eimer fest und luftdicht ineinander sitzen.

Ihr Bokashi-Eimer ist nun einsatzbereit. Wie er betrieben wird, haben wir in diesem Spezialartikel beschrieben.

Kati

Ich bin Gärtnerin im Fachbereich Garten- und Landschaftsbau und studiere an der Universität Hannover Gartenbauwissenschaften. Für mich ist der gesamte grüne Bereich wahnsinnig spannend, besonders liegen mir aber der Boden und ein nachhaltiger Umgang mit diesem am Herzen.
Lieblingsobst: Heidelbeere, Apfel
Lieblingsgemüse: Schmorgurke, Grünkohl, grüne Paprika

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