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Komposterden selber mischen: Dosieranleitung & Tipps

Ihren eigenen oder gekauften Kompost können Sie durch Mischung mit weiteren Zutaten zu Komposterden verarbeiten. Wir liefern passende Tipps und Anleitungen.

Hände graben in Substrat
Ihre eigenen Komposterden können Sie je nach Bedarf flexibel herstellen [Foto: TippyTortue/ Shutterstock.com]

Wer einen Komposthaufen sein Eigen nennt oder günstig Kompost beziehen kann, der kann Komposterden flexibel und ganz nach Bedarf selber herstellen. Wir geben Ihnen nachfolgend Anleitungen für Pflanzenerden auf Kompostbasis für Sommerblumen, Gemüse, Stecklinge und Samen sowie Kräuter und Gehölze. Hier finden Sie außerdem noch weitere Vorteile eines eigenen Komposthaufens und in diesem Artikel erfahren Sie alles über die Eigenschaften von Kompost.

Komposterden selber mischen

Sie haben eigenen Kompost und möchten daraus gern Pflanzerden mischen? Wir haben mit Blick auf die Bedürfnisse verschiedener Pflanzengruppen einige Mischungen für Sie zusammengetragen, die Sie leicht auch selbst herstellen können. Eigenen Kompost können Sie vor der Verwendung sterilisieren, um Krankheitserreger und Unkrautsamen abzutöten. Dies kann entweder im vorgeheizten Backofen geschehen (10 bis 20 Minuten bei 200 °C) oder auch in der Mikrowelle (10 Minuten, 800 Watt). Erhitzen Sie allerdings nur jeweils drei bis fünf Liter Kompost mit einem Mal, damit die gesamte Menge gleichmäßig sterilisiert wird. Wenn Ihnen die Sterilität nicht ungemein wichtig ist – etwa für die Jungpflanzenanzucht –, können Sie diesen Schritt getrost übergehen. Schließlich töten Sie mit diesem Vorgehen auch jedwedes andere, nützliche Leben im Kompost ab.

Alle Angaben im Folgenden sind als Volumenprozent zu verstehen, sodass Sie mit einem sehr großen Messbesser oder einfach mit dem grünen Daumen und einem Gefühl für Mengen mischen können.

Komposterde für Sommerblumen mischen

Sommerblumen auf Beeten und Rabatten sind in der Regel einjährig und aus ihrer Anzucht eine gleichbleibend hohe Nährstoffzufuhr gewohnt, die ihnen das Substrat bieten sollte. Dieses können Sie vor der Aussaat oder dem Einpflanzen flächig ausbringen und/oder jeder einzelnen Pflanze mit ins Pflanzloch geben.

Tagetes, Ziersalbei und Chrysanthemen
Tagetes, Ziersalbei und Chrysanthemen werden als Saisonbepflanzung oft nur einjährig verwendet [Foto: dvoevnore/ Shutterstock.com]
  • 60 % Fertigkompost
  • 20 % Frischkompost
  • 10 % zerkleinertes Laub von Moorbeetpflanzen
  • 10 % Bentonit oder Vermiculite
  • Etwas Hornmehl

Komposterden für Gemüse mischen

Komposterden für Gemüse sollten nicht zu stickstoffhaltig sein, um den Fruchtansatz nicht durch zu starkes vegetatives Wachstum zu behindern. Da vor allem Tomaten (Solanum lycopersicum) und Gurken (Cucumis sativus) einen hohen Wasserbedarf haben, ist auch ein gutes Wasserhaltevermögen nützlich, um heiße Sommertage besser zu überstehen.

  • 70% Fertigkompost (alternativ: 50% Fertigkompost, 20% Frischkompost bei Kulturen mit hohem Nährstoffbedarf)
  • 20% Xylit (alternativ: 10% Kokosfaser und 10% Nadelholzspäne oder zerkleinertes Laub von Moorbeetpflanzen)
  • Etwas organischer Langzeitdünger (falls der Kompost aus nährstoffarmem Material entstanden ist, dann etwas mehr)

Komposterden für Sommerblumen im Kübel mischen

Kübelpflanzenerde sollte Wasser lange speichern und gut verfügbar halten, ohne dass an der Wurzel zu wenig Sauerstoff verfügbar ist. Auch Nährstoffe sollten langfristig und gleichmäßig verfügbar sein, um den Pflegeaufwand zu minimieren.

  • 50 % Fertigkompost
  • 20 % Holzfaser, möglichst von Nadelhölzern
  • 20 % Kokosmehl (Cocopeat)
  • 10 % Bentonit oder Vermiculite
  • Etwas organischer Langzeitdünger (wenn der Fertigkompost vor allem aus Grüngut entstanden ist, dann etwas mehr – wenn der Fertigkompost vor allem aus Biomüll entstanden ist, dann etwas weniger)
  • Etwas Hornmehl

Komposterden für Stecklinge und zur Aussaat mischen

Komposterde für Jungpflanzen muss unbedingt nährstoffarm und gut luftdurchlässig sein. Zwar ist so häufigeres Gießen nötig, doch die entstehenden Wurzeln werden kräftig und faulen nicht.

Setzlinge auf einem Fensterbrett
Stecklinge und Samen entwickeln sich besser in einer speziellen Substrat-Mischung [Foto: Skeronov/ Shutterstock.com]
  • 50 % Reifekompost (alternativ: Kokosmehl (Cocopeat) und Rindenhumus)
  • 30 % Perlite (alternativ: Reisspelzen)
  • 20 % Xylit (alternativ: 10 % Kokosmehl (Cocopeat) und 10 % Nadelholzspäne oder zerkleinertes Laub von Moorbeetpflanzen)

Komposterde für Kräuter mischen

Die allermeisten Kräuter würden zwar auf einer einigermaßen guten, humusreichen Gartenerde zufriedenstellend wachsen. Optimal geeignet – vor allem für mediterrane Kräuter – ist jedoch ein gut durchlässiger, etwas nährstoffärmerer Boden.

  • 30 % Reifekompost
  • 40 % Sand
  • 30 % Kokosfasern (alternativ: Reifekompost und Sand jeweils zu 50 %)
  • Etwas Urgesteinsmehl
  • Etwas organischer Langzeitdünger

Komposterde für Gehölze mischen

Gehölze wie der Buchsbaum (Buxus) werden gelegentlich in Kübeln kultiviert. Auch für sie gibt es eine sehr gut geeignete und einfache Mischung mit Fertigkompost.

  • 60 % Fertigkompost
  • 40 % Ziegelbruch
  • Etwas organischer Langzeitdünger
Buchsbaumsetzlinge
Den Buchsbaum können Sie erst im Stecklingssubstrat vermehren und dann ins Gehölzsubstrat umtopfen [Foto: Martin Metsemakers/ Shutterstock.com]

Tipp: Kompost selber herstellen

Sie würden gern eigene Pflanzerden herstellen, besitzen aber gar keinen eigenen Kompost? Wenn Sie sich noch nicht ganz sicher sind, kann Ihnen dieser Artikel vielleicht weiterhelfen, der Vorteile und Arbeitsaufwand des Komposthaufens behandelt. Die Kompostierung ist ein uraltes Prinzip, das auch Sie mit ein wenig Hintergrundwissen, Übung und dem passenden Equipment durchführen können. Das Prinzip ist einfach: Die Kompostierung wird von kleinen und kleinsten Lebewesen – Würmern, Schnecken, Bakterien, Pilzen und Insekten – durchgeführt. Eine gute Kompostierung ist allerdings nur möglich, wenn deren Lebensbedingungen ausreichend gut sind. Hierzu sind die richtige Auswahl des Kompostgutes, eventuelle Hilfsstoffe, der richtige Komposter und der Standort ganz entscheidend. Und etwas Geduld werden Sie brauchen, denn die Rotte bis zum Reifekompost kann bis zu zwei Jahre dauern. Alles Wichtige zum Thema „Richtig kompostieren“ können Sie in diesem Spezialartikel nachlesen.

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