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Mischkultur: Welche Pflanzen passen ideal zusammen?

Eine erfolgreiche Mischkultur bringt viele Vorteile mit sich. Was Sie wissen müssen, um die passenden Pflanzen im Beet zu pflanzen, erfahren Sie hier.

Mischkultur in einem Beet im Garten
In einer Mischkultur wirken die Einflüsse verschiedener Pflanzen positiv aufeinander [Foto: Irina Fischer/ Shutterstock.com]

Erfunden wurde die Mischkultur auf Bauernhöfen des frühen 19. Jahrhunderts. Denn anders als es uns der „Bauerngarten“ in vielen botanischen Gärten vermittelt, waren Bauerngärten vor dem 20. Jahrhundert keineswegs feinsäuberlich durch Buchsbaumhecken aufgeteilt, nach ästhetischen Gesichtspunkten sortiert und ordentlich gepflegt. Vielmehr handelte es sich um Äcker, auf denen Nutzpflanzen für Mensch und Tier unsepariert beieinander wuchsen und so eine vielfältige Lebensgemeinschaft bildeten. Auf diese Weise wurden positive Einflüsse der Pflanzen aufeinander genutzt und es wurde Platz, Wasser und Dünger gespart. Insgesamt wurde so der Ertrag der Fläche erhöht, während die Ausgaben für die entstandenen Nahrungs- und Futtermittel gering blieben. Im Gegenzug musste eine solche Fläche etwas intensiver betreut und gepflegt werden, damit sie nicht vollständig verwilderte. Heute wird diese Art des Anbaus „Mischkultur“ genannt und findet sich in ökologischen Anbau-Richtlinien, z.B. beim Demeter-Anbau, wieder. Wir führen Sie in die geheimnisvolle Welt der Mischpflanzungen ein.

Was sind die Vorteile von Mischkulturen?

Kein Wunder, dass auch die Natur eine einzige Mischkultur ist. Durch Konkurrenz und Selektion entwickeln sich in der Natur hocheffiziente Ökosysteme. Wer sich einmal in unberührter Natur umsieht, wird keine Rein- oder Monokulturen entdecken. Tatsächlich wimmelt es nur so von Mischkulturen, denn je vielfältiger ein System, desto besser kann jede verfügbare Ressource genutzt werden. Mischkulturen auch in den eigenen Garten einzuführen, bietet jede Menge Vorteile:

  • Der Gesamtertrag pro Fläche steigt: Bei Mischkulturen werden Pflanzen nebeneinander gepflanzt, die verschiedene Ansprüche haben. So kann unter eine hochwüchsige, sonnenliebende Tomate (Solanum lycopersicum) ein kleiner und schattentoleranter Kopfsalat (Lactuca sativa) gepflanzt werden, wodurch der Platz optimal ausgenutzt wird und die Beschattung durch die höhere Art die andere begünstigt. Dieses Prinzip wird übrigens auch in Agroforstsystemen genutzt. So werden beispielsweise sonnenliebende Bananenstauden zwischen eher schattenliebenden Kaffeepflanzen angebaut. Jedoch sollte man dabei nicht nur die oberirdische Form berücksichtigen, sondern auch die Wurzel. Während einige Arten tief wurzeln und so ihre Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten beziehen, bleiben andere eher oberfächennah. Sie nebeneinander zu pflanzen bringt den Vorteil, dass sie gegenseitig nicht konkurrieren. Der Raum kann somit in alle Richtungen optimal ausgenutzt werden.
  • Die Schädlingsanfälligkeit wird verringert: Mischkulturen beschränken sich längst nicht nur auf den Platzbedarf und die Ansprüche der Pflanzen, sondern nutzen auch die pflanzlichen Abwehrstrategien. Viele Pflanzen riechen besonders intensiv, beispielsweise Kohlarten (Brassica), Rosmarin (Rosmarinus officinalis) oder Salbei (Salvia). Diese Gerüche stammen von Inhaltstoffen der Pflanzen, die Schädlinge und Pathogene abwehren sollen. So sind ätherische Öle von Kräutern nichts anderes als pflanzliche Abwehrstoffe. Kombiniert man nun bestimmte Pflanzen miteinander, kann man diese geniale Entwicklung der Gewächse nutzen. Eine effektive Kombination ist hier zum Beispiel, Tomate mit Basilikum (Ocimum basilicum) oder Erdbeeren (Fragaria) mit Knoblauch (Allium sativum) gegen Mehltau zu kombinieren oder sogar Rosen (Rosa) mit Lavendel (Lavandula), um den Blattlausbefall zu vermindern. Außerdem werden durch Mischkulturen Schädlinge weniger stark angelockt und durch diversere Lebensräume mehr Nützlinge gefördert.
Mischkultur im Garten mit Kräutern
Pflanzen mit starken ätherischen Ölen – wie der Lavendel – halten Schädlinge aus dem Beet fern [Foto: Katarzyna Mazurowska/ Shutterstock.com]
  • Das Gemüse schmeckt besser: Tatsächlich können sich bei richtiger Kombination eben jene zusätzlichen Inhaltsstoffe, die oft der Pflanzenabwehr dienen, auf den Geschmack von Früchten auswirken. Warum das so ist, lässt sich nicht pauschal begründen. Fest steht jedoch, dass zum Beispiel Bohnenkraut (Satureja) einen positiven Effekt auf den Geschmack von Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris) ausübt, wenn es darunter wächst.
  • Es ist weniger Dünger vonnöten: Weil in einer eng gepflanzten Mischkultur weniger nackter Boden vorliegt und dieser zudem mit einem dichten Netz an Pflanzenwurzeln in verschiedenen Tiefen durchwachsen ist, sind die Düngeverluste sehr viel geringer. Nach unten ausgewaschene Nährstoffe können von tieferliegenden Wurzeln aufgenommen werden. Es kommt kaum zum „Ausgasen“ von Nährstoffen, weil jene Verbindungen, die sich verflüchtigen könnten, sofort aufgenommen werden. Außerdem besitzen alle Pflanzenarten unterschiedliche Strategien der Nährstoff-Aquirierung. Das heißt, dass sie verschiedene Taktiken haben, um Nährsalze aus dem Boden zu lösen und verfügbar zu machen. Wachsen nun Pflanzen mit unterschiedlichen Taktiken zusammen, erhöht das ebenfalls die Düngeausnutzung. Der Grund dafür ist, dass jeder einzelnen Pflanze sozusagen ein viel größeres Arsenal von Möglichkeiten zur Lösung von Nährstoffen aus dem Boden zur Verfügung steht.
  • Mehr Artenvielfalt: Eine höhere Vielfalt an Nutzpflanzen und eine besser Durchmischung nützen nicht nur den Pflanzen selbst. Auch zahlreiche Tiere profitieren davon, denn auf diese Weise bieten sich ihnen viel mehr Lebensräume und Nahrungsquellen.
  • Verbesserte Bodenaktivität: Durch die neue Vielfalt an Pflanzen und dadurch auch die erhöhte Diversität an Pflanzenüberresten wird der Boden nicht einseitig mit organischem Material versorgt. Was einseitige organische Überreste im Extremfall zur Folge haben können, wird in reinen Nadelforsten deutlich, wo der Boden durch die unzähligen Nadeln versauert. In einem Mischwald sind anfallende Nadeln hingegen kein Problem. Die vielfältigen Überreste gleichen sich gegenseitig in ihren Extremen aus. Nicht nur chemisch gesehen hat das einen positiven Effekt, sondern es steigt auch die Biodiversität an Bodenlebewesen, da sich mehr Nahrungsquellen bieten. Durch die erhöhte Dreidimensionalität und Dichte der Pflanzen wird zudem der Raum unmittelbar am Boden besser genutzt und somit die Bodenbedeckung erhöht. Dies hat zur Folge, dass Erosion vermindert wird und der Boden feucht bleibt, wodurch ebenfalls das Bodenleben gefördert wird, was im Endeffekt zu einer höheren Bodenfruchtbarkeit führt.
Mischkultur aus verschiedenen jungen Gemüsepflanzen
Mischkulturen verhindern die zu starke einseitige Belastung des Bodens [Foto: Vadym Zaitsev/ Shutterstock.com]

Was muss man bei der Mischkultur beachten?

Da Mischkulturen ein unglaublich komplexes System sind, weil Pflanzen sich in vielfältigster Weise gegenseitig beeinflussen – positiv wie auch negativ –, scheint das Ganze zunächst nur recht schwer zu durchschauen. Glücklicherweise haben wir Menschen durch jahrhundertelange Erfahrung herausgefunden, welche Pflanzen am besten zueinander passen. Hierfür gibt es Pflanztabellen, die zeigen, wie gut eine Pflanze zur anderen passt. Sich an diese zu halten, bietet Ihnen daher eine gute Möglichkeit, sich zu orientieren. Für die Grundstruktur lässt sich Folgendes sagen:

  1. Die dreidimensionale Struktur des Raumes sollte optimal genutzt werden, es sollten also hohe und sonnenliebende Arten mit kleineren und schattentoleranten kombiniert werden. Gleiches gilt für die Kombination von tief- und flachwurzelnden Arten.
  2. Pflanzen mit einem intensiven Geruch – wie verschiedene Kräuter, Zwiebelgewächse, aber auch zum Beispiel Tagetes (Tagetes) – haben meist eine abschreckende Wirkung auf verschiedene Schädlinge und Pathogene. Diese Arten können mit anfälligen Arten kombiniert werden.

Die gewählten Kombinationen sollten mit den Pflanztabellen abgeglichen werden, um mögliche Unverträglichkeiten zwischen den Pflanzen auszuschließen.

Welche Pflanzen passen zusammen?

Pflanzen können sich gegenseitig sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Wir verraten Ihnen, welche Pflanzen sich als Pflanznachbarn gegenseitig begünstigen und welche Sie lieber nicht nebeneinander pflanzen sollten.

Abwehrende Pflanzen

Einige Pflanzen können durch intensiv riechende Inhaltsstoffe Nachbarpflanzen vor Schädlingen und Pathogenen schützen. In der folgenden Tabelle haben wir für Sie einige günstige Kombinationen zusammengestellt.

Wirkung gegen / Schutz vorBetroffene KulturartWirksame Art
BlattläuseAllgemeinTagetes, Gartenkresse, Petersilie, Minze
Salat und KohlKerbel
RosenLavendel und Salbei
BohnenBohnenkraut
KohlweißlingKohlSchnittsellerie, Salbei, Rosmarin, Thymian
NematodenKartoffeln, KohlRingelblume
DiversesKartoffeln, Kohl, Tomaten, ErdbeerenTagetes
SchneckenRandbepflanzung mit Ysop, Rainfarn, Kerbel
Bakterien und PilzeKnoblauch und andere LauchartenErdbeeren, Rosen
MehltauTomaten, Gurken, KohlBasilikum
SäulenrostJohannis- und JostabeerenWermut
MoniliaKirsch- und PfirsichbäumeMeerrettich

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn

Welche Pflanzen positive Effekte aufeinander haben und welche Kombinationen sich eher negativ auswirken, erfahren Sie in der folgenden Übersicht.

Tabelle Gute und Schlechte Pfalnznachbarn

Experten-Tipp: Zwar wird bei der Mischkultur – wie bereits erläutert – weniger Dünger benötigt, trotzdem sollte auf eine Düngung nicht gänzlich verzichtet werden. Der Grund dafür ist, dass beim Gemüseanbau dem Boden viele Nährstoffe entzogen werden. Ein hochwertiger Dünger wie der Plantura Bio-Universaldünger ist für Ihr Beet hervorragend geeignet.

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