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Mischkultur: Welche Pflanzen passen ideal zusammen?

Eine erfolgreiche Mischkultur bringt viele Vorteile mit sich. Was Sie wissen müssen, um die passenden Pflanzen im Beet zu pflanzen, erfahren Sie hier.

Mischkultur in einem Beet im Garten

In einer Mischkultur wirken die Einflüsse verschiedener Pflanzen positiv aufeinander [Foto: Irina Fischer/ Shutterstock.com]

Wer einen alten Bauerngarten betrachtet, dem fällt eines auf: Die verschiedenen Nutzpflanzen sind nicht etwa in Reih und Glied geordnet, nein, eigentlich sieht es mehr nach einem bunten Durcheinander aus. Das hat seine Gründe, denn mit dieser Technik des Durchmischens machten sich die Menschen die positiven Einflüsse verschiedener Pflanzen aufeinander und ihre verschiedenen Ansprüche zunutze. Dieses System wird gemeinhin als Mischkultur bezeichnet. Was rein zufällig aussieht, birgt jede Menge Wissen in sich und wird oft erst heute wissenschaftlich ergründet. Fest steht jedoch, dass sich durch Mischkulturen nicht nur der Ertrag pro Fläche steigern lässt, sondern dass sich sogar Düngemittelbedarf und Krankheitsanfälligkeit reduzieren.

Kein Wunder, dass auch die Natur eine einzige Mischkultur ist. Durch Konkurrenz und Selektion entwickeln sich in der Natur hocheffiziente Ökosysteme. Wer sich einmal in unberührter Natur umsieht, wird keine Rein- oder Monokulturen entdecken. Tatsächlich wimmelt es nur so von Mischkulturen, denn je vielfältiger ein System, desto besser kann jede verfügbare Ressource genutzt werden.

Mischkultur im eigenen Garten

Mischkulturen gehören nicht nur in alte Bauerngärten. Aufgrund der vielen Vorteile befinden sie sich gerade wieder auf dem Vormarsch – sowohl in der Landwirtschaft als auch im eigenen Garten. Was das mit sich bringt, erfahren Sie nachfolgend.

Mischkultur im Hochbeet

Auch in einem Hochbeet kann eine Mischkultur angelegt werden [Foto: AlexBuess/ Shutterstock.com]

Was sind die Vorteile von Mischkulturen?

Mischkulturen auch in den eigenen Garten einzuführen, bietet jede Menge Vorteile.

  • Der Gesamtertrag pro Fläche steigt: Bei Mischkulturen werden Pflanzen nebeneinander gepflanzt, die verschiedene Ansprüche haben. So kann unter eine hochwüchsige, sonnenliebende Tomate (Solanum lycopersicum) ein kleiner und schattentoleranter Kopfsalat (Lactuca sativa) gepflanzt werden, wodurch der Platz optimal ausgenutzt wird und die Beschattung durch die höhere Art die andere begünstigt. Dieses Prinzip wird übrigens auch in Agroforstsystemen genutzt. So werden beispielsweise sonnenliebende Bananenstauden zwischen eher schattenliebenden Kaffeepflanzen angebaut. Jedoch sollte man dabei nicht nur die oberirdische Form berücksichtigen, sondern auch die Wurzel. Während einige Arten tief wurzeln und so ihre Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten beziehen, bleiben andere eher oberfächennah. Sie nebeneinander zu pflanzen bringt den Vorteil, dass sie gegenseitig nicht konkurrieren. Der Raum kann somit in alle Richtungen optimal ausgenutzt werden.
  • Die Schädlingsanfälligkeit wird verringert: Mischkulturen beschränken sich längst nicht nur auf den Platzbedarf und die Ansprüche der Pflanzen, sondern nutzen auch die pflanzlichen Abwehrstrategien. Viele Pflanzen riechen besonders intensiv, beispielsweise Kohlarten (Brassica), Rosmarin (Rosmarinus officinalis) oder Salbei (Salvia). Diese Gerüche stammen von Inhaltstoffen der Pflanzen, die Schädlinge und Pathogene abwehren sollen. So sind ätherische Öle von Kräutern nichts anderes als pflanzliche Abwehrstoffe. Kombiniert man nun bestimmte Pflanzen miteinander, kann man diese geniale Entwicklung der Gewächse nutzen. Eine effektive Kombination ist hier zum Beispiel, Tomate mit Basilikum (Ocimum basilicum) oder Erdbeeren (Fragaria) mit Knoblauch (Allium sativum) gegen Mehltau zu kombinieren oder sogar Rosen (Rosa) mit Lavendel (Lavandula), um den Blattlausbefall zu vermindern. Außerdem werden durch Mischkulturen Schädlinge weniger stark angelockt und durch diversere Lebensräume mehr Nützlinge gefördert.
Mischkultur im Garten mit Kräutern

Pflanzen mit starken ätherischen Ölen – wie der Lavendel – halten Schädlinge aus dem Beet fern [Foto: Katarzyna Mazurowska/ Shutterstock.com]

  • Das Gemüse schmeckt besser: Tatsächlich können sich bei richtiger Kombination eben jene zusätzlichen Inhaltsstoffe, die oft der Pflanzenabwehr dienen, auf den Geschmack von Früchten auswirken. Warum das so ist, lässt sich nicht pauschal begründen. Fest steht jedoch, dass zum Beispiel Bohnenkraut (Satureja) einen positiven Effekt auf den Geschmack von Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris) ausübt, wenn es darunter wächst.
  • Es ist weniger Dünger vonnöten: Durch das Durchmischen von Pflanzen mit verschiedenen Ansprüchen und Wurzeltiefen verringert sich die Konkurrenz und dadurch der Düngemittelbedarf. Um langfristig den Boden nicht auszulaugen, müssen natürlich trotzdem irgendwoher neue Nährstoffe kommen, da durch das regelmäßige Ernten dem Boden Nährstoffe entzogen werden. Der Bedarf an Stickstoff kann jedoch durch einen einfachen Trick minimiert werden.
  • Mehr Artenvielfalt: Eine höhere Vielfalt an Nutzpflanzen und eine besser Durchmischung nützen nicht nur den Pflanzen selbst. Auch zahlreiche Tiere profitieren davon, denn auf diese Weise bieten sich ihnen viel mehr Lebensräume und Nahrungsquellen.
  • Verbesserte Bodenaktivität: Durch die neue Vielfalt an Pflanzen und dadurch auch die erhöhte Diversität an Pflanzenüberresten wird der Boden nicht einseitig mit organischem Material versorgt. Was einseitige organische Überreste im Extremfall zur Folge haben können, wird in reinen Nadelforsten deutlich, wo der Boden durch die unzähligen Nadeln versauert. In einem Mischwald sind anfallende Nadeln hingegen kein Problem. Die vielfältigen Überreste gleichen sich gegenseitig in ihren Extremen aus. Nicht nur chemisch gesehen hat das einen positiven Effekt, sondern es steigt auch die Biodiversität an Bodenlebewesen, da sich mehr Nahrungsquellen bieten. Durch die erhöhte Dreidimensionalität und Dichte der Pflanzen wird zudem der Raum unmittelbar am Boden besser genutzt und somit die Bodenbedeckung erhöht. Dies hat zur Folge, dass Erosion vermindert wird und der Boden feucht bleibt, wodurch ebenfalls das Bodenleben gefördert wird, was im Endeffekt zu einer höheren Bodenfruchtbarkeit führt …
Mischkultur aus verschiedenen jungen Gemüsepflanzen

Mischkulturen verhindern die zu starke einseitige Belastung des Bodens [Foto: Vadym Zaitsev/ Shutterstock.com]

Was muss man bei der Mischkultur beachten?

Da Mischkulturen ein unglaublich komplexes System sind, weil Pflanzen sich in vielfältigster Weise gegenseitig beeinflussen – positiv wie auch negativ –, scheint das Ganze zunächst nur recht schwer zu durchschauen. Glücklicherweise haben wir Menschen durch jahrhundertelange Erfahrung herausgefunden, welche Pflanzen am besten zueinander passen. Hierfür gibt es Pflanztabellen, die zeigen, wie gut eine Pflanze zur anderen passt. Sich an diese zu halten, bietet Ihnen daher eine gute Möglichkeit, sich zu orientieren. Für die Grundstruktur lässt sich Folgendes sagen:

  1. Die dreidimensionale Struktur des Raumes sollte optimal genutzt werden, es sollten also hohe und sonnenliebende Arten mit kleineren und schattentoleranten kombiniert werden. Gleiches gilt für die Kombination von tief- und flachwurzelnden Arten.
  2. Pflanzen mit einem intensiven Geruch – wie verschiedene Kräuter, Zwiebelgewächse, aber auch zum Beispiel Tagetes (Tagetes) – haben meist eine abschreckende Wirkung auf verschiedene Schädlinge und Pathogene. Diese Arten können mit anfälligen Arten kombiniert werden.

Die gewählten Kombinationen sollten mit den Pflanztabellen abgeglichen werden, um mögliche Unverträglichkeiten zwischen den Pflanzen auszuschließen.

Welche Pflanzen passen zusammen?

Pflanzen können sich gegenseitig sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Wir verraten Ihnen, welche Pflanzen sich als Pflanznachbarn gegenseitig begünstigen und welche Sie lieber nicht nebeneinander pflanzen sollten.

Abwehrende Pflanzen

Einige Pflanzen können durch intensiv riechende Inhaltsstoffe Nachbarpflanzen vor Schädlingen und Pathogenen schützen. In der folgenden Tabelle haben wir für Sie einige günstige Kombinationen zusammengestellt.

Wirkung gegen / Schutz vorBetroffene KulturartWirksame Art
BlattläuseAllgemeinTagetes, Gartenkresse, Petersilie, Minze
Salat und KohlKerbel
RosenLavendel und Salbei
BohnenBohnenkraut
KohlweißlingKohlSchnittsellerie, Salbei, Rosmarin, Thymian
NematodenKartoffeln, KohlRingelblume
DiversesKartoffeln, Kohl, Tomaten, ErdbeerenTagetes
SchneckenRandbepflanzung mit Ysop, Rainfarn, Kerbel
Bakterien und PilzeKnoblauch und andere LauchartenErdbeeren, Rosen
MehltauTomaten, Gurken, KohlBasilikum
SäulenrostJohannis- und JostabeerenWermut
MoniliaKirsch- und PfirsichbäumeMeerrettich

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn

Welche Pflanzen positive Effekte aufeinander haben und welche Kombinationen sich eher negativ auswirken, erfahren Sie in der folgenden Übersicht.

Tabelle Gute und Schlechte Pfalnznachbarn

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