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Mykorrhiza-Dünger: Eigenschaften, Wirkung & Anwendung

Mykorrhizen werden immer öfter im Garten eingesetzt. Wir zeigen, was es mit den Pilzen auf sich hat und wie man Mykorrhiza-Dünger richtig anwendet.

Person verteilt Bodenaktivator im Garten
Mykorrhiza-Dünger hat viele positive Auswirkungen auf Boden und Pflanzen [Foto: SIM ONE/ Shutterstock.com]

Im Herbst, wenn sich das Laub in den schönsten Farben verfärbt und die Sonne tiefer am Himmel steht, ist die Zeit der Pilze gekommen. Doch was machen die eigenartigen Zeitgenossen im Rest des Jahres? Und wie sieht eigentlich der unterirdische Teil eines Pilzes aus? Beide Fragen sind von hoher Bedeutung für Pflanzen, denn unterirdisch führen Pilze ein geheimnisvolles Leben. Lassen Sie sich überraschen, was es so alles mit Mykorrhiza-Dünger auf sich hat.

Mykorrhiza-Dünger

Wenn Sie sich mit dem Thema Bodenfruchtbarkeit auseinandersetzen, werden Sie früher oder später auch auf Mykorrhiza-Pilze stoßen, denn diese Pilze haben eine riesige Wirkung auf Boden und Pflanzen und spielen in der biologischen Landwirtschaft eine bedeutende Rolle. Doch auch im eigenen Garten erzielen sie durchaus nennenswerte Effekte. Mittlerweile sind sie unter der Bezeichnung „Mykorrhiza-Dünger“ sogar als Präparate im Handel zu finden.

Pilz mit Wurzeln und Moos wird gezeigt
Der sichtbare Pilz ist nur die Frucht des Pilzes, unterirdisch spielt sich das wahre Leben der Pilze ab [Foto: Alas_spb/ Shutterstock.com]

Was ist ein Mykorrhiza-Dünger?

Eigentlich ist Mykorrhiza-Dünger ja gar kein Dünger. Durch den sogenannten Mykorrhiza-Dünger wird die Erde lediglich mit einem bestimmten Pilz angeimpft. Dazu werden Sporen und Hyphen, das unterirdische Geflecht des Pilzes, in ein Substrat wie Blähton gemischt, das Sie dann bequem im Garten ausbringen können. Anschließend entwickelt sich unterirdisch und von Ihnen unbemerkt ein weitverzweigtes Pilzgeflecht. Und nun kommt der wesentliche Teil, denn die Pilze gehen eine Beziehung mit den Wurzeln Ihrer Pflanzen ein. Häufig sind Nährstoffe wie Phosphor und Magnesium zwar im Boden vorhanden, die Pflanzen selbst können diese aber oft nicht in ausreichendem Umfang aufnehmen. Das hängt damit zusammen, dass diese Nährstoffe nicht frei in der Bodenlösung verfügbar sind, sondern nur durch direkten Kontakt zur Wurzel aufgenommen werden können. Die Mykorrhiza-Pilze lösen dieses Problem, indem sie mit ihrem riesigen Geflecht die Oberfläche vergrößern und so Nährstoffe aufnehmen und an die Pflanze weitergeben. Mykorrhiza-Pilze sind teilweise sogar in der Lage, in Gestein gebundene Nährstoffe herauszulösen und der Pflanze zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug spendiert diese dem Pilz eine beträchtliche Menge Traubenzucker.

So wird der Boden zwar nicht direkt gedüngt, der Pflanze stehen aber dennoch viel mehr Nährstoffe zur Verfügung. Eine Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen ist im Übrigen in der Natur nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Forscher vermuten, dass überhaupt nur durch diese enge Verbindung zwischen Pilz und Pflanzen Letztere stark genug gewesen sind, um auch an Land zu bestehen.

Steinpilze wachen im Wald angestrahlt von der Sonne
Der Steinpilz (Boletus edulis) versorgt die Fichte (Picea) mit Nährstoffen [Foto: Brum/ Shutterstock.com]

Übrigens: Die Pilze, die Sie im Herbst im Wald sammeln können, sind lediglich die Spitze des Eisbergs. Auch sie verfügen unterirdisch über ein weites Netz an feinen Hyphen. Viele von unseren Speisepilzen versorgen somit unbemerkt ganze Bäume mit Nährstoffen und dienen als Bindeglied zwischen den Wurzeln verschiedener Pflanzen.

Eigenschaften und Wirkung von Mykorrhiza-Dünger

Fast schon zauberhaft muten all die Wirkungen an, die Mykorrhiza-Pilze auf Pflanzen haben. Die wichtigste ist wohl die Versorgung mit Nährstoffen. Insbesondere Phosphor, das für Pflanzen zwar schwer verfügbar, aber meist mehr als ausreichend im Boden vorhanden ist, wird durch den Pilz geliefert. Doch Mykorrhiza-Pilze können noch mehr. Pflanzen, die eine Symbiose mit den Pilzen eingehen, sind gesünder und kräftiger sowie deutlich widerstandsfähiger. Besonders bei Trockenheit oder in mit Schwermetallen oder Salz belasteten Böden profitieren diese Pflanzen. Selbst bei so manchem Schädling oder so mancher Krankheit können Pilze helfen. Einige der geheimnisvollen Pilze haben sich beispielsweise darauf spezialisiert, Nematoden-Würmer zu fangen und zu verspeisen, während wieder andere quasi das Immunsystem der Pflanze stärken. Wirklich sonderbar wird es, wenn Sie das Ganze auf einer höheren Ebene betrachten. Mykorrhiza-Pilze verbinden sich in der Regel nicht nur mit einer Pflanze, sondern gleich mit mehreren. Das macht sie zu wichtigen Bindegliedern zwischen diesen. Über dieses Bindeglied sind Pflanzen in der Lage, Informationen auszutauschen. Neben all diesen Wirkungen auf die Pflanze sorgen die Pilze durch ihr feines Geflecht ganz nebenbei dafür, dass sich die Struktur des Bodens stark verbessert – dies wiederum ist natürlich ideal für Ihre Pflanze.

Fliegenpilz und Steinpilze im Wald
Pflanzen, die eine Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen eingehen, wachsen gesünder, sind kräftiger und widerstandsfähiger [Foto: sigur/ Shutterstock.com]

Die Pilze können in zwei Gruppen eingeteilt werden: Zum einen sind dies die Ekto-Mykorrhiza, die ein dichtes Geflecht um die Wurzeln der Pflanzen legen und nicht in die Wurzelzellen eindringen. Diese Pilzgruppe ist besonders in Symbiose mit Bäumen zu finden. Krautige Pflanzen werden hauptsächlich von sogenannten Endo-Mykorrhizen besiedelt. Diese Gruppe der Mykorrhiza-Pilze dringt in die Wurzelzellen ein, um einen guten Austausch zwischen Nährstoffen und Kohlenstoff zu gewährleisten. Als Dünger werden Vertreter dieser Gruppe gezüchtet und verkauft.

Was können Mykorrhiza-Pilze?

  • Pflanze mit wichtigen Nährstoffen versorgen, insbesondere mit Phosphor
  • Pflanze stärken und gesund erhalten
  • Schutz vor Schwermetallen, Salz und Trockenheit
  • Informationsaustausch zwischen Pflanzen ermöglichen
  • Bodenstruktur verbessern und Erosion vermindern

Vor- und Nachteile von Mykorrhiza-Dünger

Als Dünger der besonderen Art hat das Animpfen von Mykorrhiza-Pilzen diverse Vorteile für Sie als Gärtner und Ihre Pflanzen.

Erde umgegraben in einem Garten mit Spaten und Schaufel
Umgraben der Gartenerde zerstört das feine Pilzgeflecht, besser ist es auf eine vorsichtige Bodenbearbeitung zu setzten, um das Bodenleben zu schonen [Foto: Georgy Dzyura/ Shutterstock.com]

Welche Vorteile hat Mykorrhiza-Dünger?

  • Gesundes Wachstum der Pflanzen ohne viel Zutun
  • Höhere Trockenheitstoleranzder Pflanzen
  • Einsparung von Dünger, denn Mykorrhiza-Pilze müssen in der Regel nur einmal angeimpft werden. Von da an versorgen sie Ihre Pflanzen mit wertvollen Nährstoffen

Wie so vieles haben aber leider allerdings auch Mykorrhiza-Pilze ein paar – wenn auch wenige – Nachteile.

Welche Nachteile hat Mykorrhiza-Dünger?

  • Die Pilze müssen von der Pflanze mitversorgt werden. Dabei geht natürlich etwas von der Energie verloren, die die Pflanze durch Photosynthese gewinnt. Zum Glück wird der Verlust durch die positive Wirkung der Mykorrhiza-Pilze mehr als ausgeglichen
  • Sie müssen Ihren Anbaustil eventuell verändern. Mykorrhiza-Pilze sind Lebewesen und haben ihre Ansprüche. Umgraben ist von nun an unerwünscht

Mykorrhiza-Dünger kaufen: Unsere Empfehlung

In einem gesunden Boden mit aktivem Bodenleben sind Mykorrhiza-Pilze ganz natürlich vorhanden. Gerade in Städten, wo Gärten oft aus Bauaushub aufgeschüttet sind, oder auf vormals intensiv genutzten und umgegrabenen Flächen sind die Pilze allerdings oft Mangelware. Um ihre Ausbreitung zu beschleunigen und den Boden zu verbessern, kann ein wenig Mykorrhiza-Dünger einen großen Effekt haben.

Qualität der Erde und des Boden wird getestet
Fruchtbare Erde ist das A und O für gesundes Pflanzenwachstum [Foto: sharon kingston/ Shutterstock.com]

Statt eines einfachen Mykorrhiza-Düngers sind auch Bodenaktivatoren mit Mykorrhiza-Sporen eine sehr gute Möglichkeit, um den eigenen Gartenboden wieder fit zu machen. Diese bringen nicht nur Mykorrhiza-Pilze in den Boden, sondern sorgen zugleich dafür, dass sie sich wohlfühlen. Unser Plantura Bio-Bodenaktivator entspricht diesen Kriterien und kommt dazu noch ohne tierische Bestandteile aus. Er sorgt für einen höheren Humusgehalt im Boden und unterstützt die Bodenfruchtbarkeit. Er kann sowohl im Gemüsebeet, als auch auf Rasenflächen oder zur Neuanlage verwendet werden.

Plantura Bio-Bodenaktivator
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Mykorrhiza-Dünger richtig anwenden

Anders als bei gewöhnlichem Dünger ist es mit der puren Anwendung nach der Packungsbeilage nicht getan. Pilze sind Lebewesen. Die Bedingungen müssen also stimmen, sonst ist der Pilz genauso schnell wieder weg, wie Sie ihn unter die Erde gebracht haben. Das Wichtigste, was Sie zur Anwendung von Mykorrhiza-Pilzen wissen sollten, ist Folgendes.

Was sollte man bei der Anwendung von Mykorrhiza-Pilzen beachten?

  • Es gibt manche Familien von Pflanzen, in denen viele Arten keine Verbindung mit Mykorrhiza-Pilzen eingehen. Die wichtigste dieser Familien sind die Kreuzblütler (Brassicaceae), zu denen etwa Schleifenblume (Iberis), Raps (Brassica napus) und Kohlgewächse (Brassica) aller Art gehören. Auch Lupinen (Lupinus) wollen mit den Pilzen nichts zu tun haben.
  • Nicht jeder Pilz ist für jede Pflanze geeignet. Manche Pilze sind spezifisch auf eine Pflanze abgestimmt.
  • Eine große Gabe an mineralischem Dünger schadet den Pilzen. Insbesondere Phosphor sollte nicht gedüngt werden.
  • Da das fein verzweigte Pilzgeflecht sich durch den Boden zieht, ist jedes Umgraben schädlich für den Mykorrhiza-Pilz. Schonen Sie Ihren Boden und versuchen Sie, ihn möglichst unangetastet zu lassen. Das nützt nicht nur den Mykorrhiza-Pilzen, sondern allen nützlichen Bodenlebewesen.

Mehr Informationen zu unserem Plantura Bio-Bodenaktivator mit Mykorrhizen finden Sie hier.

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