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Naturnahe Gartengestaltung: Was gilt es zu beachten?

Ein naturnaher Garten bietet Schutz für Tiere und hilft dabei, die Artenvielfalt zu erhalten. Doch wie wird ein naturnaher Garten gestaltet?

Garten naturnah gestaltet
Paradies für kreative Köpfe: Ein vollkommen „roher“ Garten bietet etliche Möglichkeiten [Quelle: Nagesh Badu on Unsplash]

Der Kauf eines Hauses, die ersten Tage im eigenen Schrebergarten oder auch Lust auf etwas vollkommen Neues: Gartengestaltung kann in vielen Lebenssituationen zu einem wichtigen Thema werden. Hand in Hand geht sie heute für die meisten Menschen mit dem Wunsch, eine lebendige Oase zu schaffen, in der sich Flora und Fauna prächtig entwickeln können. Das ist gut für die Umwelt und erhält die Artenvielfalt. Worauf aber kommt es bei einem solchen Garten an?

Naturnahe Gartengestaltung

Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie Sie einen naturnahen Garten gestalten können und worauf es dabei zu achten gilt.

Hecken: Bunt und wild statt schnurgerade

Bei der Gartengestaltung spielen Sichtschutz und räumliche Trennung wichtige Rollen. Das ist im wilden Naturgarten nicht anders als in piekfeinen Parks mit englischem Rasen. Wer sich jedoch einen möglichst naturnahen Garten wünscht, sollte auf Schnitthecken ohne besondere Vorzüge verzichten und lieber eine bunte Hecke anlegen. Bei solchen Wildhecken liegt der Vorteil darin, dass mehrere Pflanzengattungen nebeneinander gedeihen können und somit für ein sehr abwechslungsreiches Gesamtbild sorgen. In eine wilde Hecke gehören daher folgende Aspekte.

Was gehört zu einer wilden Hecke?

  • Gehölze mit Fruchtschmuck
  • Blütentragende Gehölze
  • Immergrüne Gehölze
  • Eine passende Unterpflanzung

Welche Sträucher genau in einer bunten Hecke miteinander kombiniert werden, obliegt den Vorlieben des Gartenbesitzers. Es gibt zahlreiche, pflegeleichte Gewächse wie Kornelkirsche, Bauernjasmin, Feuerdorn oder auch Forsythie, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten blühen und den Garten somit über das Jahr hinweg immer wieder in ein neues Licht tauchen.

Wichtig: Der Fruchtschmuck und auch andere Bestandteile mancher Pflanzen können giftig sein. Nutzen auch Kinder oder Haustiere den Garten, sollten in einer bunten Hecke ausschließlich unbedenkliche Gewächse ein Zuhause finden.

Nützlinge anlocken mit passenden Lebensräumen

Die bereits erwähnte bunte Hecke ist ein wahrer Magnet für allerlei nützliche Insekten. Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele weitere Tierchen laben sich während der Blütezeit am leckeren Nektar und finden zwischen den Zweigen ideale Möglichkeiten, ein wenig zu rasten. Ganz nebenbei verbessern all diese Nützlinge auch den Ertrag im eigenen Naschgarten, denn sie helfen fleißig bei der Bestäubung.

Biene auf Blüte
„Hallo, kleiner Freund!“ – Insekten sind nützlich und sehr schutzbedürftig [Quelle: J Williams on Unsplash]

Nützlinge in den Garten zu locken, ist jedoch auch in Bezug auf den Schutz vor Schädlingen ein guter Tipp. Mit Marienkäfern, die sich gerne über Blattläuse her machen und Ohrenkneifern, denen sogar Mehltau schmeckt, können Mitbewohner im Garten erheblich zu dessen Gesundheit und Widerstandskraft beitragen.

Zusätzlich zur bunten Hecke können weitere einladende Details im Garten platziert werden. So lieben einige Nützlinge beispielsweise Tontöpfe, die mit Holzwolle ausgestopft werden. Nützlingshotels, an Mauern oder Zäunen befestigt, stellen sichere Behausungen dar. Gerade in Gärten, die nicht nahe an Naturschutzgebieten liegen, können solche Heime entscheidend für das Überleben der Nützlinge sein. Nur hier finden sie noch eine artgerechte Umgebung und durch die natürliche Gartengestaltung ausreichend Nahrung.

Stromversorgung: Schluss mit dem Kabelsalat

Naturnähe ist also zweifellos ein wichtiger Aspekt in modernen Gärten, denn Berichte über das Insektensterben und die damit verbundenen Verluste im Bereich der Vogelarten bereiten vielen Gartenbesitzern und Naturfreunden Sorge. Selbstverständlich erfordert aber auch ein solcher Garten etwas Pflege, denn ein regelmäßiger Schnitt der Sträucher in der bunten Hecke, Säuberungsmaßnahmen im Nutz- und Naschgarten oder auch großangelegte Arbeiten beim Baumschnitt sind essenziell für die Vitalität des Außenbereichs.

Den Naturgarten ausschließlich stromfrei zu pflegen, kann jedoch mühsam und zeitaufwendig sein. Mit elektrischen Hecken- oder Baumscheren, Bewässerungsanlagen inklusive Zeitschaltuhr und Rasenmähern oder -trimmern ohne Benzinmotor gehen viele Aufgaben leichter von der Hand. Wer jedoch immer wieder Kabel quer durch den Garten ziehen muss, setzt sich nicht nur dem Risiko für gefährliche Stromunfälle oder Stürze aus, sondern hat auch den Ärger mit Verknotungen und Bewegungseinschränkungen durch das Kabel.

Selbst verlegte Erdkabel stellen hier eine ideale Lösung dar. Bei dieser wichtigen Aufgabe ist es unverzichtbar, mit größter Vorsicht vorzugehen und im gesamten Garten ausschließlich Kabel und Geräte zu verwenden, die für Nässe geeignet sind. Erleichterung beim Verlegen und Warten von Erdkabeln bieten Erdrohre. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Interessierte in diesem Ratgeber.

Da die intensive Gartenarbeit den Stromverbrauch des Haushalts ein wenig erhöht, sind auch Gedanken an die hiermit verbundenen Kosten nachvollziehbar. Und ist der Garten erst einmal naturnah gestaltet, erscheint möglicherweise auch der Wechsel zu einem Ökostromanbieter nur konsequent. Daher empfiehlt es sich, im Internet einen Anbietervergleich vorzunehmen und herauszufinden, ob sich mit einem Wechsel zu grünerer Energie auch Einsparpotenziale ergeben.

Tipps für den Naschbereich

Was gibt es Köstlicheres als Obst und Gemüse frisch aus dem eigenen Garten? Wer ohnehin einen vollkommen neuen Außenbereich anlegt, sollte auch über die Gestaltung eines Naschbereichs nachdenken. Hier bietet sich die Kombination von Beeten auf Bodenniveau, Hochbeeten und Kübeln an.

Heidelbeeren im Garten geerntet
Heidelbeeren aus dem Garten: Ein großer Genuss im Sommer [Quelle: Markus Spiske on Unsplash]

Das hat teilweise sogar fachliche Gründe: Soll zum Beispiel ein Heidelbeerstrauch im Garten stehen und reiche Früchte tragen, muss der Boden sauer und nicht zu kalkreich sein. Viele Gartenböden können das jedoch nicht bieten, weswegen die Pflanzung in einem ausreichend großen Kübel mit Rhododendronerde die ideale Lösung darstellt. Weitere Obstsorten, die im Naschgarten gut ankommen, sind unter anderem folgende.

Obstsorten für den Naschgarten:

  • Erdbeere
  • Säulenapfel
  • Felsenbirne
  • Stachelbeere
  • Pfirsich
  • Johannisbeere
  • Himbeere
  • Brombeere

Wer ebenfalls Gemüse im Naschgarten ziehen will, sollte sich auf Sorten konzentrieren, die gut zum Naschcharakter passen.

Gemüsesorten für den Naschgarten:

  • Cherrytomate
  • Kleinfruchtige Paprika
  • Möhre
  • Radieschen
  • Landgurke

Wie immer gilt: Auch im eigenen Naschgarten sollten Früchte und Gemüse vor dem Genuss sorgfältig gewaschen werden. Ein hübscher Korb zum Sammeln bietet sich an, wenn die Ernte zunächst in der Küche gereinigt werden muss. Alternativ bietet sich auch ein schönes Waschbecken an, für das in den meisten Fällen ein extra Trinkwasseranschluss verlegt werden muss. Langfristig aber lohnt sich auch das, denn der Naschgarten benötigt ohnehin viel Wasser und ein Anschluss in direkter Nähe erleichtert das Hegen und Pflegen.

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