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Ollas: Traditionelle Pflanzenbewässerung mit Tongefäßen

Mit Ollas setzen Sie dem täglichen Gießen ein Ende: Mithilfe von Tongefäßen werden Ihre Gartenpflanzen für mehrere Tage gleichmäßig mit Wasser versorgt.

Bewässerung mit Ollas
Die Tongefäße werden bis zum Hals in die Erde eingegraben und dann mit Wasser befüllt [Foto: S.Matthews/ Shutterstock.com]

Pflanzenbewässerung mit Ollas ist eine schon seit Jahrtausenden bekannte Methode zur Arbeitserleichterung und Wassereinsparung im Garten. Wie Sie Ollas zur Bewässerung einsetzen, welche Vorteile sie bieten und wie Sie Ollas selber bauen, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Was sind Ollas und wie funktionieren sie?

Ollas (sprich „Ojas“) sind bauchige Tongefäße, die zur Bewässerung im Garten eingesetzt werden. Doch wie funktionieren Ollas? Die oft amphorenartigen Tongefäße werden bis zum Hals in die Erde eingegraben und können dann mit Wasser befüllt werden. Aufgrund der Porosität des Tones wird das Wasser langsam und kontinuierlich in den Boden abgegeben. Die Funktionsweise von Ollas hängt mit der Bodenwasserspannung, auch Saugspannung genannt, zusammen. Diese ist größer, je trockener der Boden ist, denn dann wird er „saugfähiger“. Nur wenn die Saugspannung im Substrat größer ist als die des Tongefäßes, verlässt Wasser die Olla. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass der Boden nur bei Trockenheit befeuchtet wird – und zwar ganz von allein, solange das Gefäß befüllt ist.

Tipp Tonkegel: Mit demselben Funktionsprinzip wie Ollas arbeiten Tonkegel, die man vor allem für die Bewässerung von Zimmerpflanzen einsetzt. Im Unterschied zu Ollas befindet sich das Wasserreservoir nicht unterirdisch im Tongefäß selbst. Stattdessen wird eine umgedrehte Flasche mit Wasser auf die etwa einen Finger großen Tonkegel gestellt. Wie Sie Tonkegel richtig einsetzen, lesen Sie hier.

Ollas
Die Anwendung von Ollas ist denkbar simpel [Foto: Naturally Curvy/ Shutterstock.com]

Was sind die Vorteile von der Bewässerung mit Ollas?

  • Reduzierter Arbeitsaufwand: Mit Ollas zur Bewässerung hat das tägliche Gießen ein Ende. Denn aufgrund der langsamen Wasserabgabe durch die Tonwände werden die Pflanzenwurzeln für eine längere Zeit mit Wasser versorgt. Ollas eignen sich somit auch für die Gartenbewässerung während eines kurzen Urlaubs.
  • Reduzierter Wasserverlust: Da es sich um eine sogenannte Unterflurbewässerung handelt, also eine unterirdische Bewässerung, wird die Evaporation verringert. Das bedeutet, dass weniger Wasser über die Bodenoberfläche verdunstet. So wird – verglichen mit der Gießbewässerung – bis zu 70 % Wasser eingespart. Die Flüssigkeit wird also um einiges effizienter genutzt.
  • Weniger Jäten: Weil die Bodenoberfläche trockener bleibt, keimen die Samen von Unkräutern schlechter. Die Wahrscheinlichkeit von sprießenden Unkräutern in Ihrem Beet sinkt.
  • Weniger Krankheiten und Schädlinge: Feuchtigkeitsliebende Pilzkrankheiten wie dem Falschen Mehltau oder der Kraut- und Braunfäule machen Sie mit der Bewässerung mit Ollas den Garaus, da die Blätter der Pflanzen beim Bewässern nicht nass werden. Auch Schnecken haben es schwerer, über die trockenen Bodenoberflächen zu kriechen.
  • Tiefere Wurzelbildung: Im Gegensatz zum konventionellen Gießen wird durch die Bewässerung mit Ollas nicht nur die obere Bodenschicht nass, sondern die Erde wird bis in die Tiefe durchfeuchtet. Ihre Gartenpflanzen werden so angeregt, tiefere Wurzeln zu bilden.
  • Weniger Kosten: Die Bewässerung mit Ollas ist eine preisgünstige Alternative, beispielsweise zu einem Tropfschlauchsystem. Das gilt vor allem, wenn Sie die Ollas selber bauen. Wie das funktioniert, erfahren Sie weiter unten im Artikel.
Tongefäß zur Bewässerung
In einigen südlichen Ländern werden die Tongefäße zum Wassertransport verwendet [Foto: Nishanth A/ Shutterstock.com]

Die vielen Vorteile der Bewässerung mit Ollas sind bereits seit Jahrtausenden bekannt. Schon in dem ältesten landwirtschaftlichen Ratgeber Chinas, dem „Book of Fan Shengzhi“, wurde diese Art der Bewässerung beschrieben. Auch in den alten Kulturen Südamerikas war die Bewässerung mit Ton bekannt: Das Wort Olla stammt aus dem Spanischen.

Tipp: Besonders für Beete in Hanglange bieten sich Ollas zur Bewässerung an. Denn dort läuft das Gießwasser schnell ab und kann so nicht tief in den Boden eindringen.

Ollas richtig anwenden

Als ersten Schritt gräbt man ein Loch in die Erde, dort, wo die Olla platziert werden soll. Dies macht man am besten am Anfang des Jahres, wenn die Gartenpflanzen noch klein sind und man weniger Wurzeln beim Graben zerstört. Die Olla wird in dem Loch platziert und bis zum Hals mit Erde zugeschüttet. Füllen Sie anschließend die Olla mit Wasser und legen Sie einen Deckel auf die Öffnung, um zu vermeiden, dass Dreck und kleine Tiere hineinfallen.

Blumentopfuntersetzer für Ollas
Ein Blumentopfuntersetzer eignet sich perfekt als Deckel für die Olla [Foto: Dan Shachar/ Shutterstock.com]

Wie oft muss man die Olla auffüllen? Als grober Richtwert zum Auffüllen der Ollas gilt, etwa ein bis zwei Mal pro Woche das Wasser nachzufüllen. Die Häufigkeit hängt stark vom Gartenboden, der Niederschlagsmenge, dem Wasserbedarf der Pflanzen und der Porosität des Bodens ab. Sandiger Untergrund kann beispielsweise Wasser weniger gut speichern als tonige und lehmige Böden, kann aber durch seinen geringen Feinporenanteil auch weniger Saugspannung aufbauen. Toniges Substrat hingegen entleert die Olla durch seine hohe Saugkraft effizienter. Auch durstige Pflanzen, Wind, eine hohe Sonneneinstrahlung und trockenen Böden beschleunigen die Entleerung der Olla.

Ollas mit Deckel
Je feiner der Boden, umso effizienter wird die Olla genutzt [Foto: Weronika Kozinska/ Shutterstock.com]

Welche Fläche lässt sich mit einer Olla bewässern? Auch diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn das hängt stark von der Größe der Olla und der Bodenart ab. Als ungefährer Richtwert gilt, dass Pflanzen im Umkreis von 50 bis 100 cm von der Bewässerung mit Ollas profitieren. In sandigen Böden versickert das Wasser schneller, als es sich lateral ausbreiten kann. Der Radius, in dem die Pflanzen Nutzen von der Olla ziehen, ist also kleiner. Daher muss bei sandigen Böden ein engerer Abstand zwischen den Ollas eingehalten werden. In schluffigen und tonreicheren Substraten ist die profitierende Fläche größer. Es bietet sich an, die Pflanzen kreisförmig um die Olla herum zu setzen. Besonders geeignet sind kriechende Gewächse wie zum Beispiel der Kürbis (Cucurbita maxima), denn diese werden von ganz allein um die Olla herumwachsen.

Tipp: Ollas eignen sich optimal für die Bewässerung von Hochbeeten. Meist genügt dafür eine Olla. Durch das geringere Erdvolumen in Hochbeeten trocknet der Boden hier besonders schnell aus. Dabei kann eine Bewässerung mit Ollas Abhilfe schaffen.

Blumen-Gießen
Verglichen mit klassischem Gießen sparen Ollas Arbeit und Wasser [Foto: AXL/ Shutterstock.com]

Die perfekte Ergänzung zur Bewässerung mit Ollas ist das Mulchen. Denn durch die Mulchauflage verdunstet noch weniger Wasser aus dem Boden und Sie müssen noch seltener gießen. Verwenden Sie beispielsweise Rasenschnitt, Laub oder eine beständige Variante wie unsere Plantura Bio-Pinienrinde. Sie ist durch regelmäßige Kontrollen schadstoffärmer als der häufig genutzte Rindenmulch und bleibt durch ihre grobe Struktur besonders lange auf dem Beet liegen, um den Boden zu schützen.

Plantura Bio-Pinienrinde
Plantura Bio-Pinienrinde
Dekorative & naturbelassene Pinienrinde
in grober Struktur von 25 bis 40 mm,
schützt vor Unkrautwuchs & Austrocknung

Ollas selber bauen: Anleitung

Statt die bauchigen Tongefäße zu kaufen, können Sie sich die Ollas zu Bewässerung auch einfach selber machen. Sie brauchen:

  • Zwei Terracotta-/Tontöpfe (unbedingt unglasiert)
  • Einen Blumentopf-Untersetzer
  • Heißkleber, Fliesenkleber eignet sich ebenso
  • Eine ungewölbte Tonscherbe
Blumentopf für Ollas
Aus einfachen Terracotta-Blumentöpfen lassen sich Ollas selber bauen [Foto: Nahhana/ Shutterstock.com]

In 3 einfachen Schritten können Sie Ollas selber bauen:

  1. Kleben Sie die beiden Tontöpfe mit der Öffnung aneinander. Es sollte kein Wasser mehr durch den Spalt gelangen.
  2. Nun kleben Sie die ungewölbte Tonscherbe auf eines der Abflusslöcher. Als Alternative zur Tonscherbe bietet sich zum Beispiel etwas Mörtel, Silikon, ein flacher Stein oder ein Korken an, den Sie mit etwas Kleber abdichten können.
  3. Über das nicht verschlossene Abflussloch des anderen Topfes können Sie die selber gemachte Olla mit Wasser (eventuell mit der Hilfe eines Trichters) befüllen. Der Topf-Untersatz dient als Deckel für die selbst gebaute Olla.

Fertig ist die Olla! Auch nur ein Tontopf mit verschlossenem Abflussloch, kann schon als Olla ausreichen. Er lässt sich leichter befüllen aber hat dafür ein geringeres Volumen.

Weitere Methoden zur Pflanzenbewässerung im Urlaub finden Sie in unserem Artikel über die besten Tipps für die Urlaubszeit.

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