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Rasen kostengünstig und ohne Umgraben erneuern? Das geht auch ohne Rollrasen!

Ist Ihr Rasen verwahrlost, verunkrautet und vermoost? Wir zeigen, wie Sie ohne Umgraben und geringen Kosteneinsatz einen neuen und prächtigen Rasen anlegen.

Rasen mit Morgentau

An den Spitzen der Grashalme hat sich der Morgentau gesetzt. [Foto: Sam DeLongCC BY-SA 2.0]

Es kann verschiedene Gründe haben, warum eine Rasenfläche mit der Zeit immer unansehnlicher wird. Gerade bei mangelnder Pflege oder einer falsch eingestellten Schnitttiefe kann sich auf Dauer Moos und Unkraut ansiedeln. Wenn dann auch noch unschöne Lücken in den Gräsern auftreten, wird es höchste Zeit, den Rasenbestand zu erneuern. Leider ist es nicht einfach damit getan, ein paar neue Rasensamen auszubringen. Wir teilen aber gerne eine relativ unbekannte Technik mit Ihnen, die eine wunderschöne neue Rasenfläche ohne Umgraben beschert. Diese Methode ist übrigens auch noch sehr günstig! Die Kosten belaufen sich (auch bei dem Einsatz von Qualitätssaatgut) nur auf ungefähr 30 bis 40 Cent pro Quadratmeter. Beim Kauf von Rollrasen muss mit ca. 5 Euro für den Quadratmeter gerechnet werden, was noch nicht mal die Lieferung durch eine Spedition beinhaltet. Mit unserer Anleitung werden Ihre grünen Halme bald wieder lückenlos sprießen.

Nur geprüfte Rasensamen kaufen!

Damit die Neuanlage Ihres Rasens erfolgsversprechend ist, sollten Sie unbedingt nur auf Qualitätssaatgut zurückgreifen. Nur Rasensamen mit dem Label Regelsaatgutmisschung (RSM) erfüllt höchste Qualitätsansprüche. Die dort enthaltenen Grassorten sind speziell für die Bedürfnisse von Zierrasen oder dem wiederstandsfähigeren Gebrauchsrasen gezüchtet. Das Label RSM hat eigene Abkürzungen für Zier- und Gebrauchsrasen. Legen Sie mehr Wert auf widerstandsfähigen Rasen, dann suchen Sie nach dem Typ 2.2 – 2.3. Für repräsentative Zwecke eignet sich eher der Typ 1.1. Für trockene und schattige Standorte gibt es außerdem spezielles Saatgut. Wenn bei der Saatgutwahl Unsicherheiten auftreten, ist es immer ratsam, sich an einen Fachmann zu wenden. Denn die Wahl des Saatgutes ist die wichtigste Grundlage für eine schöne und langanhaltende Rasenpracht.

Folgende Rasensamen haben sich bei uns im Garten bewährt:

Rasen genau nach dieser Anleitung mähen

Der Zeitpunkt für die Erneuerung der Rasenfläche sollte in den warmen Monaten gewählt werden, also von Mai bis September. Dann bietet der Boden die besten Keimbedingungen für die Rasensamen. Damit die neuen Gräser aber überhaupt eine Chance haben, muss der alte Rasenbestand geschwächt werden. Dafür ist der Mäher auf die tiefst mögliche Schnitttiefe einzustellen und anschließend sollte der ganze Rasen dann gemäht werden. Dabei ist es wichtig, dass das komplette Schnittgut vom Rasen entfernt wird. Bei größeren Problemen mit Unkräutern dient dieser Arbeitsschritt ebenfalls dazu, die unliebsamen Kräuter zu schwächen.

Das Vertikutieren darf auch hier nicht fehlen

Mit der Zeit sammeln sich abgestorbene Grashalme an und bilden einen Rasenfilz. Eine Entfernung des Rasenfilzes gehört zu den wichtigsten Arbeitsschritten. Würden die neuen Rasensamen einfach auf den Filz gestreut werden, wäre eine extrem niedrige Keimrate die Folge. Für die Entfernung eignet sich ein handelsüblicher Vertikutierer. Mit diesem wird wie sonst auch in Quer- und in Längsrichtung mehrmals die Fläche abgefahren. Selbstverständlich muss auch der danach freigelegte Rasenfilz gründlich mit einem Rechen entfernt werden.

Wir empfehlen Ihnen folgende Vertikutier-Produkte:

Tipp: Bei besonders stark verunkrauteten Flächen ist ein Herbizideinsatz vor der Aussaat sinnvoll. Es gibt auch gut wirksame biologische Herbizide, wie Finalsan von Neudorff. Dort sorgt der natürliche Wirkstoff, die Pelargonsäure, für ein schnelles Absterben aller Pflanzen. Ein weiterer Vorteil dieses Mittels ist, dass es sehr schnell abgebaut wird. Dadurch kann bereits nach kurzer Wartezeit die Rasenaussaat erfolgen.

Folgende Herbizide haben sich bei uns gegen Unkraut bewährt:

Rasensamen und Dünger ausbringen: Hier wird gezeigt, wie es richtig geht.

Nun sollten Sie mit einem Streuwaagen sowohl den Startdünger als auch die Rasensamen ausbringen. Dabei müssen allerdings einige Dinge beachtet werden: Neben einer hochwertigen Regelsaatgutmischung (RSM)ist auch der Einsatz eines speziellen Rasendüngers sehr sinnvoll. Für die Neuanlage von einem Rasen sollte ein Rasendünger mit erhöhten Phosphatanteil benutzt werden. Im Handel wird der Dünger oft als Rasen-Startdünger bezeichnet und wird unteranderem von der Firma WOLF-Garten vertrieben. Das Phosphat fördert unter anderem die Wurzel- und Seitentriebausbildung der Gräser. Außerdem ist es wichtig, dass die ausgebrachte Saatgut- und Düngemenge genau nach Herstellerangaben eingehalten wird. Aus diesem Grund raten wir auch dringend davon ab, die Samen und den Dünger mit der Hand auszubringen. Hier werden keine gleichmäßigen Ergebnisse erzielt und als Folge wird der Rasen ungleichmäßig wachsen. Ob erst der Dünger oder die Rasensamen ausgebracht werden, spielt eigentlich keine Rolle. Damit Fehlstreuungen vermieden werden, ist es aber sinnvoll, das Saatgut in Längsrichtung und den Dünger in Querrichtung auszubringen.

Folgende Dünger haben sich auf unserem Rasen bewährt:

  • COMPO Rasendünger: Mit 2-3 Monate Langzeitwirkung für widerstandsfähige und grüne Spiel-, Sport- und Zierrasenflächen.
  • SUBSTRAL Rasendünger: Qualitätsrasendünger mit bis zu 3 Monaten Langzeitwirkung. Für einen dichten und widerstandsfähigen Rasen.
  • GARDENA Comfort Streuwagen: Zum präzisen Düngen, Verteilen und Säen.

Rasensaatgut unbedingt abdecken

Die Rasensamen liegen nach dem Ausstreuen ungeschützt auf der Erdoberfläche. Dadurch können die Samen bei der Keimung schnell vertrocknen und absterben. Damit dieser ungünstige Umstand umgangen wird, empfiehlt sich das Ausbringen einer dünnen und schützenden Substratschicht (nicht dicker als ein halber Zentimeter). Üblicherweise wird dafür feiner, ungedüngter Torf genommen. Sie können dafür aber genauso gut auch biologische Alternativen wie zum Beispiel Kokosmark benutzen. Wichtig ist nur, dass die Streukomponente nur schwach oder gar nicht gedüngt ist. Durch diesen Arbeitsschritt werden Sie wesentlich bessere Keimerfolge erreichen.

Meerschweinchen auf Wiese mit Löwenzahnblüte

Auch Ihre Nagerfreunde erfreuen sich an einer schmackhaften Wiese [Foto: Andy Miccone]

Nicht das Bewässern des Rasens nach der Aussaat vergessen!

Nachdem die Rasenfläche fertig bearbeitet ist, haben Sie es fast geschafft. Nun heißt es abwarten und regelmäßig bewässern. Während der Keimphase der Rasensamen darf die Erdoberfläche nicht mehr austrocknen. Je nach Witterung muss die Fläche deswegen teilweise mehrmals täglich kurz gewässert werden. Dafür eignen sich Sprinkleranlagen mit feinen Wassertropfen am besten. Eine starke Bewässerung kann die kleinen Samen schnell wegschwemmen und die ganze vorherige Arbeit zu Nichte machen. Da einige Grasarten bis zu 4 Wochen für ihre Keimung benötigen, muss mindestens auch für diesen Zeitraum kontinuierlich bewässert werden.

Rasen mit Regentropfen

Gießen Sie selten, aber dafür durchdringend [Foto: Acid PixCC BY 2.0]

Wenn Sie diese Arbeitsschritte genau befolgen, dann steht einem prächtigen Rasen nichts mehr im Weg. Weitere Tipps und Tricks finden Sie in unserem Artikel Rasenpflege – 6 Tipps zum Erhalt einer perfekten Rasenfläche. Übrigens wird es Ihnen der Rasen sehr danken, wenn ungefähr nach 6 Wochen ein Rasenlangzeitdünger ausgebracht wird. Dadurch wird der Rasen in Windeseile alle noch vorhanden Lücken überwuchern.

Viel Spaß mit Ihrem neuen Rasen wünscht Ihnen Plantura!

Dominic

Ich studiere Gartenbauwissenschaften und gehöre natürlich den passionierten Hobbygärtnern an. Meine ersten Wassermelonen habe ich bereits im Alter von 7 Jahren geerntet. Momentan finde ich Themen in Bezug auf die Interaktion von Pflanzen mit anderen Lebewesen und der Umwelt besonders interessant.
Mein Lieblingsobst: Ganz klar Avocados
Mein Lieblingsgemüse: Eigentlich alles, außer Rosenkohl

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