Rasenneuanlage: So gelingt es garantiert auch ohne teuren Rollrasen

Auf der Suche nach einer Anleitung für die Neuanlage von Rasen? Bei Plantura erfahren Sie alles über das Saatgut, Mähen, Wässern, Düngen und weitere Pflege.

Rollrasen Rasen Garten

Ein satt grüner Rasen, ohne Unkraut – Der Traum eines jeden Gartenbesitzers [Foto: Sir Mildred Pierce]

Spielen Sie vielleicht auch gerade mit dem Gedanken, einen neuen Rasen anzulegen? Dann sind Sie hier genau richtig! Es muss nicht immer der extrem teure Rollrasen sein, damit zum Schluss ein perfekter Rasen ihr Grundstück ziert. Mit unseren Tipps rund um die Rasenneuanlage kann jeder mit etwas Geduld eine geschlossene und saftig grüne Rasenfläche sein Eigen nennen.

Die Saatgutwahl bildet die Basis für einen Bilderbuchrasen

Bevor überhaupt an die Vorbereitung der Aussaatfläche gedacht werden kann, sollten Sie sich erstmal Gedanken über den Zweck des Rasens machen. Ob eine Grasfläche später nur als Zierrasen dient, oder ob dieser durch spielende Kinder beansprucht wird, macht einen großen Unterschied bei der Saatgutwahl. Sie sollten sich übrigens auch im Klaren sein, dass ein falsch gewähltes Saatgut auch durch die besten Pflegemaßnahmen nie einen perfekten Rasen hervorbringen wird. Deswegen empfehlt Ihnen das Plantura-Team, Rasensaatgut mit dem Regelsaatgutmischungs-Label (kurz: RSM) zu verwenden. Das Regelsaatgut bietet in vielerlei Hinsicht Vorteile: Unter anderem werden alle benutzen Gräsersorten wissenschaftlich überprüft und ein Besatz mit Unkrautsamen geht gegen Null. Natürlich hat das Label auch seinen Preis und das zertifizierte Saatgut ist deswegen auch teurer als billiges Saatgut, allerdings muss dieser Preis nur einmal bezahlt werden. Billige Saatgutmischungen können falsche Gräser wie Futtergräser enthalten. Diese sind völlig ungeeignet für einen schönen und pflegeleichten Rasen. Auch wohlklingende Namen wie „Englischer Rasen“ sind kein Garant für ein qualitativ hochwertiges Saatgut, das speziell für eine Rasenfläche gezüchtet wurde.

Rasen im Schlosspark

In Schlossparks ist der Rasen optimal in Szene gesetzt [Foto: Pixelteufel]

Tipp: Auch bei Regelsaatgutmischungen gibt es Preisunterschiede – vergleichen Sie also verschiedene Angebote. Zierrasen wird bei dem Label übrigens mit Typ 1.1 abgekürzt. Falls ein belastbarer Hausrasen gekauft werden soll, dann müssen Sie nach Typ 2.2 – 2.4 suchen. Für Rasen in Schattenlagen eignet es sich am besten, spezielles Saatgut mit der Lägerrispe (Poa supina) zu verwenden.

Folgende Rasensamen haben sich bei uns im Garten bewährt:

Bodenvorbereitung für eine traumhaft schöne Rasenanlage!

Nachdem die Nutzung der Rasenfläche geklärt ist und das richtige Saatgut parat liegt, kann die Bodenvorbereitung losgehen. Dafür wird zuallererst der Boden für die spätere Rasensaat begutachtet. Handelt es sich um einen schweren, lehmigen Boden, sollte großzügig Sand eingearbeitet werden. Dadurch kann später Regenwasser besser versickern, Rasen mag nämlich überhaupt keine Staunässe. Ist der Boden allerdings sehr sandig, dann empfehlen wir das Einarbeiten von reifen Grünkompost. Der Kompost reichert den leichten Sandboden mit Nährstoffen an und es wird langfristig mehr Wasser im Boden gespeichert. Egal, ob Sie nun einen leichten oder schweren Boden haben, nach einer umfangreichen Bodenbearbeitung sollten Sie dem Boden mehrere Wochen Zeit geben, damit er sich setzten kann. Dadurch werden spätere Unebenheiten vermieden. Das Setzen des Bodens kann durch eine Walze zwar beschleunigt werden, allerdings kann der Walzeneinsatz den Boden auch zu stark verdichten.

Damit das feine Rasensaatgut nicht austrocknet und guten Kontakt zum feuchten Boden bekommt, muss die obere Bodenschicht komplett von kleinen Steinen, Wurzelresten etc. befreit werden. Nach all diesen Arbeitsschritten ist die Aussaatfläche fertig und bereit für die Grassamen.

Der beste Zeitpunkt für die Rasenaussaat? Ja den gibt es!

Hier wird neben der falschen Saatgutwahl häufig ein weiterer großer Fehler begangen. Denn die meisten Hobbygärtner sähen ihren Rasen im Frühling aus. Das ist aber nicht richtig! Die richtige Jahreszeit ist vielmehr der Herbst. In dieser Jahreszeit hat der Boden viel Wärme durch den Sommer gespeichert und es fällt relativ viel Niederschlag. Rasensamen brauchen diese gespeicherte Wärme zum Keimen und ebenfalls eine konstante Wasserversorgung. Im Frühling ist der Boden durch den Winter oft noch einfach viel zu kalt. Die Ausbringung der Samen erfolgt übrigens am besten mit einem Streuwagen. Dadurch wird eine gleichmäßige Verteilung des Saatguts erreicht. Wir raten dringend davon ab, das Saatgut per Hand auszubringen! Als Faustregel reichen ungefähr 25 Gramm Rasensamen pro Quadratmeter, trotzdem sollten sie sich immer an die Aufwandmenge des Saatgutherstellers halten. Danach empfehlen wir, einen Rasenlangzeitdünger speziell für Rasen-Neusaaten zu verwenden. Dieser spezielle Dünger zeichnet sich vor allem durch seinen hohen Phosphatgehalt aus. Die Anfangsdüngung ist extrem wichtig, da die kleinen Grassamen kaum Nährstoffreserven enthalten.

Folgende Dünger haben sich auf unserem Rasen bewährt:

  • COMPO Rasendünger: Mit 2-3 Monate Langzeitwirkung für widerstandsfähige und grüne Spiel-, Sport- und Zierrasenflächen.
  • SUBSTRAL Rasendünger: Qualitätsrasendünger mit bis zu 3 Monaten Langzeitwirkung. Für einen dichten und widerstandsfähigen Rasen.
  • GARDENA Comfort Streuwagen: Zum präzisen Düngen, Verteilen und Säen.

Für perfekte Keimergebnisse der Rasensamen den Boden aufrauen

Das Bodenaufrauen ist ein wichtiger Arbeitsschritt und erhöht die Keimrate der Samen extrem. Ohne die Bearbeitung liegen die Samen nur auf dem Boden und trocknen extrem schnell aus. Deswegen unbedingt das Saatgut leicht mit einem Rechen in den Boden einarbeiten. Die Samen sollten dabei aber nicht tiefer als 1 cm im Boden verschwinden. Neben der besseren Wasserversorgung der Samen kann der aufgeraute Boden auch Regenwasser besser aufnehmen. Somit können die Samen auch durch stärkere Regenfälle nicht so schnell weggeschwemmt werden.

Übrigens: Die Grassamen brauchen kein direktes Sonnenlicht zum Keimen. Werden die Samen allerdings zu tief eingegraben, dann kann die Keimung ausbleiben.

Das Gießen nach der Aussaat ist wichtig für gute Keimerfolge

Das A und O für ein gutes Keimergebnis ist eine konstante Wasserversorgung. Regnet es nach der Aussaat nicht regelmäßig, muss auf jeden Fall gewässert werden. Benutzen Sie dabei bitte keinen starken Wasserstrahl. Sie würden damit das komplette Saatbeet zerstören. Auch wenn die ersten Samen bereits keimen, muss die kontinuierliche Wasserversorgung fortgesetzt werden und das aus zwei Gründen: Erstens besitzen die kleinen Gräser nur ein sehr kleines Wurzelwerk für die Wasseraufnahme und können schnell vertrocknen. Zweitens besteht ein gutes Rasensaatgut immer aus mehreren Grassorten. Die Grassorten weisen unterschiedliche Keimzeiten von 1 bis zu 4 Wochen auf. Einige Sorten keimen also erst relativ spät und sind deswegen auf eine lange Wasserversorgung angewiesen. Bei hohen Temperaturen und anhaltender Trockenheit sollte die Rasenfläche mehrmals in kurzen Intervallen am Tag gewässert werden. So bleiben die Samen konstant feucht und schon bald werden die grünen Halme nur so sprießen.

Rasen mit Regentropfen

Gießen Sie selten, aber dafür durchdringend [Foto: Acid Pix]

Nicht den Zeitpunkt für das erste Rasenmähen verschlafen!

Haben Sie bis hierhin alles richtiggemacht, werden Sie eine zart grüne Rasenfläche vor sich sehen. Wirklich geschlossen ist der Rasenbestand zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht, denn dafür muss der Rasen gemäht werden. Erst durch diesen Arbeitsschritt werden vermehrt Grashalme gebildet und Ihr Rasen deutlich dichter wachsen. Bevor es aber soweit ist, steht noch die Frage im Raum, wann denn nun eigentlich der erste Schnitt erfolgen sollte? Warten Sie dafür unbedingt, bis die noch empfindlichen Gräser eine Höhe von ca. 10 cm erreicht haben. Der Rückschnitt sollte dann so ausfallen, dass maximal nur die Hälfte der Halmlänge eingekürzt wird.

Übrigens sind gerade beim ersten Mähen scharfe Klingen extrem wichtig. Die feinen Grashalme haben noch kein starkes Wurzelwerk und eine stumpfe Klinge kann die komplette Pflanze herausreißen. Machen sie sich übrigens keine Sorgen, wenn zu diesem Zeitpunkt das ein oder andere Unkraut den Rasen schmückt. Jeder Boden enthält Unkrautsamen, aber die meisten Unkräuter überstehen das häufige Mähen nicht und werden langsam aber sicher durch den konkurrenzstarken Rasen verdrängt werden.

Folgende Rasenmäher haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • GARDENA Elektro-Rasenmäher PowerMax 1200/32: Ideal zur Pflege von kleineren Rasenflächen. Optimale Schnittergebnisse durch speziell gehärtete Messer und zentrale Höhenverstellung der Schnitthöhe in 10 Stufen.
  • GARDENA Rasenmäher Elektro PowerMax 42 E: Hochleistungsmotor mit kraftvoller Übersetzung und Durchzugsstärke für den präzisen Rasenschnitt selbst bei hohem oder noch feuchtem Gras und optimiertem Grasfang. Optimale Schneidergebnisse und mit zentraler Schnitthöhenverstellung in 5 Stufen.
  • GARDENA Mähroboter R40Li: Das SensorCut Systems sorgt für einen streifenfreien, perfekt gepflegten Rasenteppich. Geeignet für eine Fläche bis 400 qm und bewältigt Steigungen bis 25 %.  Frei programmierbare Mähzeiten.

Viel Spaß mit Ihrer saftig grünen Rasenfläche wünscht Ihnen das Team von Plantura!

Ein besonderer Dank an die Photographen: Sir Mildred Pierce, Pixelteufel, Acid Pix, Matthias W., m01229 und Sven.

Dominic

Student der Gartenbauwissenschaften und seitdem ich denken kann gehört der eigene Gemüsegarten zum Sommer einfach dazu. Meine ersten Wassermelonen habe ich mit 7 Jahren geerntet. Besonders interessant finde ich die Interaktion von Pflanzen mit anderen Lebewesen und der Umwelt.
Mein Lieblingsobst: Definitiv Avocado!
Mein Lieblingsgemüse: Alles, nur Rosenkohl ist nicht mein Ding.