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Stickstoffdünger für Rasen: Anwendung & Wirkung

Stickstoffdünger sorgt für einen sattgrünen Rasen. Wie man seinen Rasen optimal mit Stickstoff versorgt und was es zu beachten gilt, erklären wir hier.

Blauer Dünger in einer Hand

Bei der Verwendung von Stickstoffdünger gibt es einiges zu beachten [Foto: Wathana/ Shutterstock.com]

Stickstoff wird von allen Pflanzen in großen Mengen benötigt und gerade Rasen hat einen besonders hohen Bedarf. In diesem Artikel können Sie erfahren, wie und wann Stickstoff am besten ausgebracht wird und woran sich ein Stickstoffmangel oder -überschuss erkennen lässt. Außerdem erhalten Sie Tipps zur Wahl des richtigen Düngers. Wollen Sie sich über Rasen im Allgemeinen informieren, werden Sie zudem hier fündig.

Stickstoffdünger für Rasen

Eine Rasenfläche kann nur dann die gewünschten Eigenschaften zeigen, wenn sie ihrem Bedarf entsprechend mit Nährstoffen versorgt wird. Der Rasen ist ein Starkzehrer, er benötigt alle Nährstoffe in verhältnismäßig großen Mengen. Stickstoff (N) ist für alle Pflanzen – und auch den Rasen – von enormer Wichtigkeit. Er ist Bestandteil von Chlorophyll, der DNA und vieler Proteine, die für das Leben und die Entwicklung von Pflanzen vonnöten sind.

Wozu braucht der Rasen Stickstoff?

Als „Motor des vegetativen Wachstums“ wird er von Rasenflächen in besonders großen Mengen benötigt, weil diesen durch die immer wiederkehrende Mahd laufend Stickstoff in Form von Rasenschnitt entzogen wird. Wer nun schlussfolgert, dass das Weglassen der Stickstoffdüngung zu einem schönen Rasen bei weniger Mäharbeit führt, ist aber leider auf dem Holzweg. Denn allein durch das häufige Mähen wird die ständige Verzweigung der Rasenpflänzchen angeregt, was zu einer dichten und trittfesten Grasnarbe führt – während Wildkräuter wirksam unterdrückt werden.

Zellstruktur des Rasens

Stickstoff wird zum Aufbau von Chlorophyll benötigt, das in den Chloroplasten die Photosynthese ermöglicht [Foto: Rattiya Thongdumhyu/ Shutterstock.com]

Stickstoffdünger: Wann düngen?

Stickstoff als „Motor des vegetativen Wachstums“ befeuert den Rasentrieb. Dies ist im Frühjahr und Sommer sehr willkommen, wenn ein Rasen viel gemäht und genutzt wird. Auch bedeutet ein starker Austrieb eine starke Konkurrenzkraft gegenüber Wildkräutern. Doch es gibt Zeitpunkte, zu denen kein oder wenig Stickstoff gebraucht wird und sogar Schaden anrichtet: Im beginnenden Frühjahr lässt sich der Rasen bei milder Witterung mit einer schnell wirkenden, stickstoffbetonten Rasendüngung aus dem Winterschlaf reißen. Problematisch wird dies, wenn nach einigen milden Tagen wieder starker Frost einsetzt. Die angetriebenen Halme besitzen noch eine geringe Frosttoleranz und können daher leicht erfrieren. Sie sterben ab, liegen gelb verfärbt auf dem restlichen Rasen, beschatten ihn und behindern so den weiteren Austrieb. Sie können sich hier in unserem Spezialartikel darüber informieren, ob Ihr Rasen überhaupt eine sehr frühe Düngung benötigt, um auszutreiben.

Im frühen Herbst sollte der Rasen auf die kalten Temperaturen des Winters vorbereitet werden. Wird zu spät im Jahr noch stickstoffbetont gedüngt und sind die Nährstoffe schlagartig verfügbar, passiert dasselbe, wie oben für das Frühjahr beschrieben wurde. Die treibenden Halme sind nicht ausreichend frosthart und der Rasen geht mit höherer Wahrscheinlichkeit geschädigt in den Winter. Wir empfehlen daher, die letzte Rasendüngung nicht zu spät durchzuführen. In diesem Artikel können Sie sich über die richtige Rasendüngung im Herbst informieren.

Ein organischer Rasendünger kann auch im Herbst noch bedenkenlos angewendet werden

Tipp: Verwenden Sie alternativ besser einen organischen Rasendünger wie unseren Plantura Bio-Rasendünger. Diesen können Sie ab dem Monat Februar ausbringen und seine Freisetzung ist witterungsabhängig. Nur langsam werden die Nährstoffe pflanzenverfügbar, sodass es nicht zu einem plötzlichen Schub frostempfindlicher Halme kommt. Daher können organische Rasendünger auch im Herbst noch bedenkenlos angewendet werden.

Auch in sehr heißen Sommern kann die Stickstoffdüngung problematisch sein, denn durch viel Stickstoff angeregter Rasenzuwachs ist auch gegenüber trockener Luft und Wassermangel nicht gut aufgestellt. Das Ergebnis können nun Trockenschäden sein, schließlich können die Halme ihre hohe Transpirationsrate nicht mehr mit einer Wasseraufnahme ausgleichen. Da dem Rasen in heißen Sommern auch zu häufiges Mähen schadet, sollten Sie daher während der wärmsten Monate auf mineralische Düngungen mit zu hohem Stickstoffanteil verzichten.

Stickstoffdünger gegen Moos im Rasen

Eine ausreichende Stickstoffversorgung ist immer die unverzichtbare Grundlage, um Mooswachstum zu verhindern. Denn sicher ist, dass ein unzureichend ernährter Rasen nicht konkurrenzfähig genug ist, um Moos in Schach zu halten. Doch Moos im Rasen kann weitere Ursachen haben: Lichtmangel, Sauerstoffmangel an der Wurzel durch Staunässe und/oder Bodenverdichtung kommen ebenso infrage wie ein zu niedriger Boden-pH-Wert (unter 6). Da diese verschiedenen Ursachen – auch in Kombination – für Moos im Rasen sorgen, ist eine kräftige Stickstoffdüngung also keinesfalls ein Patentrezept gegen Moos im Rasen. Wenn Sie erfahren wollen, wie Moos im Rasen bekämpft wird, können Sie auch einen Blick in diesen Spezialartikel werfen.

Moos im Rasen

Ein unzureichend ernährter Rasen ist nicht konkurrenzfähig genug, um Moos in Schach zu halten [Foto: GryT/ Shutterstock.com]

Stickstoffmangel beim Rasen erkennen

Da Rasen große Menge Stickstoff benötigt, macht sich ein Mangel schnell bemerkbar. Während der Wachstumsperiode und Mähzeit können Sie ihn am Nachlassen des Wachstums und an damit verbundenen selteneren Mähgängen erkennen. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, Stickstoff in Form einer Düngung nachzuliefern. Ein akuter Mangel lässt sich an der vollständigen Gelbfärbung der Gräser erkennen, denn Stickstoff wird zum Aufbau von Chlorophyll benötigt. Frisch gesprossene Halme sind aber häufig noch grün, denn Stickstoff kann von den alten Blättern in neue transportiert werden. Wenn Ihr Rasen chronisch unterversorgt ist, lässt sich das an einer dünnen Grasnarbe erkennen, durch die der Boden überall hindurchschimmert. Auch viele Unkräuter im Rasen deuten auf eine Mangelernährung hin: Einige von ihnen kommen mit weniger Nährstoffen zurecht als die Rasenpflanzen. Doch auch eine Überdüngung mit Stickstoff ist möglich: Dieser Spezialartikel beschäftigt sich mit der Überdüngung von Rasen.

Tipp vom Profi: Klee und Löwenzahn sind Zeigerpflanzen für Stickstoffmangel oder –überschuss. Weißklee (Trifolium repens) ist an magere, stickstoffarme Böden angepasst. Als Leguminose ist es in der Lage, eine Symbiose mit sogenannten Rhizobakterien einzugehen, die Stickstoff aus der Luft binden und pflanzenverfügbar machen. Aus diesem Grund zeigt das Vorkommen von Klee im Rasen eine Mangelernährung an Stickstoff an. Leider heißt das nicht, dass der Klee nach einer Düngung verschwindet: Hat er sich gut etabliert, hilft manchmal nur das großzügige Entfernen und neue Ansäen, um ihn loszuwerden. Löwenzahn (Taraxacum sct. Ruderale) bevorzugt das genaue Gegenteil: Er wächst bevorzugt auf nährstoffreichen Standorten und zeigt damit an, dass kein Mangel besteht.

weißer Klee im Rasen

Weißklee im Rasen ist ein Hinweis auf einen geringen Stickstoffgehalt im Boden [Foto: katiko.dp/ Shuttersatock.com]

Wie Sie Weißklee, Löwenzahn und andere Wildkräuter aus dem Rasen verbannen können, erfahren Sie hier.

Stickstoffdünger für Rasen: Anwendung und Ausbringung

Auch wenn Stickstoff für den Rasen von herausragender Bedeutung ist, muss eine alleinige Stickstoffdüngung nicht erfolgen. Der nötige Stickstoff wird in der Regel in Kombination mit den anderen Pflanzennährstoffen als Rasendünger ausgebracht. Der Stickstoffbedarf richtet sich dabei nach der Nutzung des Rasens: Ein stark genutzter, häufig gemähter Strapazierrasen benötigt 20 bis 30 Gramm reinen Stickstoffs pro Quadratmeter und Jahr. Einem typischen Gebrauchsrasen reichen hingegen bereits 10 bis 20 Gramm reinen Stickstoffs pro Quadratmeter und Jahr. Den Stickstoffgehalt in Prozent können Sie der Deklarierung des verwendeten Düngers entnehmen.

Die Angabe „10 – 4 – 6 – 2“ zeigt an, dass 10 % Stickstoff, 4 % Phosphorverbindungen, 6 % Kaliumverbindungen und 2 % Magnesiumverbindungen enthalten sind. Wenn Sie ein Kilogramm von einem solchen Dünger ausbringen, haben Sie folglich 100 Gramm reinen Stickstoffs verteilt.

Bei der Dosierung von Stickstoff und Rasendüngern sollten Sie sich immer an die Empfehlungen des jeweiligen Herstellers halten. Beachten Sie, dass die Menge auf einmal ausgebrachten reinen Stickstoffes bei mineralischen Düngern nie die Grenze von 5 Gramm pro Quadratmeter überschreiten sollte, da es sonst zu Auswaschungen und Schäden am Rasen kommen kann. Um diese Grenze überall auf dem Rasen einzuhalten, empfehlen wir die Verwendung von Düngerstreuern, sofern die Größe der Rasenfläche es möglich macht. Unproblematisch ist das Ausbringen größerer Mengen als Langzeitdünger oder organischer Dünger.

weißer mineralischer Dünger in zwei Händen

Die Empfehlungen des Herstellers sind bei der Verwendung von Stickstoffdüngern unbedingt zu beachten [Foto: Singkham/ Shutterstock.com]

Organischer Stickstoffdünger

Einige organische Dünger enthalten vor allem Stickstoff und können für die Versorgung des Rasens genutzt werden. Bedenken Sie jedoch immer, dass auch die anderen Nährstoffe für den Erhalt eines gesunden Rasens nötig sind. Horndünger enthalten 10 bis 14 % Stickstoff. Je nach Grad der Zerkleinerung wirken sie unterschiedlich schnell: Hornmehl schneller als Horngrieß und dieser schneller als Hornspäne. Während der Wachstumszeit können Sie alle sechs Wochen 50 Gramm Hornmehl pro Quadratmeter ausbringen. Die Verwendung von gröberem Horndünger lässt größere Gaben und längere Düngeintervalle zu. Sofern der Boden unter Ihrem Rasen nicht einen nachgewiesenen Überschuss an Kalium, Phosphat und Magnesium aufweist, sollten Sie besser mit einem vollwertigen Rasendünger düngen. Wir haben zur nachhaltigen Düngung Ihrer Grünflächen unseren Plantura Bio-Rasendünger sowie unseren Plantura Bio-Herbstrasendünger entwickelt, die für eine schonende Versorgung des Rasens bei gleichzeitiger Aufwertung der Bodenqualität sorgen.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:
  • Plantura Bio-Rasendünger: BIO-Rasendünger mit Langzeitwirkung (3 Monate) für einen dichten und tiefgrünen Rasen ohne Unkraut und Moos.
  • Floragard Rasensand: Verbessert die Wasserdurchlässigkeit und erhöht die Belastbarkeit der Rasenfläche.
  • Plantura Bio-Herbstrasendünger: Organischer Dünger zur optimalen Nährstoffversorgung. Fördert einen robusten und dicht wachsenden Rasen.
 

Mineralischer Stickstoffdünger

Reine mineralische Stickstoffdünger werden im Privatbereich eigentlich nicht verwendet oder benötigt. Der Grund liegt in den zahlreichen Gefahren, welche die Verwendung in sich birgt: Überdüngungen, Auswaschungen und Frostschäden sind mit mineralischen Düngern und vor allem mit Stickstoff sehr viel häufiger als mit organischen oder organisch-mineralischen Düngern. Bei einem akuten Stickstoffmangel kann die Anwendung gewiss nützlich sein: Eine Blattdüngung mit Harnstoff oder die Ausbringung von Kalkammonsalpeter wirkt um ein Vielfaches schneller als jeder organische Stickstoffdünger. Da ein akuter Mangel bei der regelmäßigen Anwendung von lange wirkenden Rasendüngern jedoch vermieden werden kann, sollte ihre Verwendung die Ausnahme und nicht die Regel sein.

große gelbe Stellen im rasen

Die zu großzügige Verwendung von mineralischen Rasendüngern kann Rasenschäden mit sich bringen [Foto: SingjaiStock/ Shutterstock.com]

Mehr Informationen zu den verschiedenen Rasendüngern erhalten Sie hier. Alles Weitere zum Thema „Rasen düngen“ erfahren Sie zudem hier in unserem Übersichtsartikel.

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