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Trockenmauer im Garten: 5 Tipps zur richtigen Bepflanzung

Eine Trockenmauer im Garten ist nicht nur dekorativ, sondern bietet auch einen wichtigen Lebensraum für Nützlinge. Was man beim Bepflanzen einer Trockenmauer beachten sollte, erfahren Sie hier.

Natursteinmauer mit verschiedenen Kräutern
Im Gegensatz zur Gartenmauer werden Trockenmauern nicht verfugt [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

Trocken- und Natursteinmauern haben in der Gartengestaltung eine lange Tradition: Früher wurden sie besonders zur Abgrenzung von Viehweiden, zum Terrassieren oder zur Befestigung eines Hanges eingesetzt. Heute dagegen sind sie ein beliebtes Gestaltungsmittel im Gartenbau. Doch nicht nur optisch machen die Pflanzen einiges her. Wussten Sie, dass Natursteinmauern auch ökologisch eine große Bedeutung haben? Mit der richtigen Bepflanzung verwandelt sich die Trockenmauer nämlich nicht nur in einen echten Hingucker, sondern sie bietet auch zahlreichen Nützlingen einen geeigneten Lebensraum. Wir geben Ihnen fünf Tipps, wie auch Sie eine beeindruckende Trockenmauer in Ihrem Garten anlegen können.

Was ist eine Trockenmauer?

Eine Trockenmauer ist ein Gartenelement zur optischen Strukturierung oder Begrenzung des Gartenbereichs oder zur Befestigung von Hängen. Als Baumaterial kommt aufgrund seines optischen Charmes vor allem Naturstein zum Einsatz. Daher wird die Bezeichnung „Natursteinmauer“ häufig synonym zum Begriff „Trockenmauer“ verwendet. Der Unterschied zur herkömmlichen Gartenmauer liegt jedoch nicht im Material, sondern in der Bauweise der Trockenmauer. Bei dieser sind die geschichteten Steine weder mit Mörtel verfugt noch anderweitig verklebt. Die offenen Fugen der Natursteinmauer können daher mit geeigneten Pflanzen bestückt werden, sodass die Mauer ein häufig verwendetes, gestalterisches Mittel im Garten darstellt.

Trockenmauer mit gelben Blüten
Trockenmauern können ein schöner Blickfang im Garten sein [Foto: LianeM/ Shutterstock.com]

Trockenmauer bepflanzen: Unsere 5 Tipps

1. Geeignete Pflanzen für die Trockenmauer

Wer seine Trockenmauer bepflanzen möchte, stellt rasch fest, dass nicht alle Pflanzen hierfür geeignet sind. Tatsächlich kommen nur solche Pflanzen in Frage, die winterhart, trockenheitsverträglich und extrem robust sind. Besonders Sukkulenten wie Mauerpfeffer (Sedum) und Hauswurz (Sempervivum) bieten sich deshalb gut für die Bepflanzung einer Natursteinmauer an. Doch nicht alle Trockenmauern sind gleich: Während freistehende Trockenmauern häufig schnell abtrocknen, sind solche mit Bodenkontakt (beispielsweise zur Befestigung eines Hanges) deutlich feuchter. Deshalb können sie auch von der Polsterglockenblume (Campanula portenschlagiana) oder sogar kleinen Farnarten bewachsen werden. An sonnigen Mauerstellen wachsen Blaukissen (Aubrieta), Teppich-Phlox (Phlox subulata) und Ehrenpreis (Veronica) sehr gut. Hier kann man sogar mediterrane Kräuter wie Rosmarin (Rosmarinus officinalis) oder Thymian (Thymus) anpflanzen, die von der Wärme, welche die aufgeheizten Steine in der Nacht abgeben, sogar profitieren. In schattigen Bereichen sollte man dagegen auf Lerchensporn (Corydalis), Waldsteinie (Waldsteinia) oder Zimbelkraut (Cymbalaria muralis) setzen.

Polster-Phlox auf einer Trockenmauer
Die Polster-Phlox eignet sich perfekt für eine Trockenmauer [Foto: speakingtomato/ Shutterstock.com]

Doch auch die Höhe spielt eine Rolle: Auf der Mauerkrone fühlen sich nur robuste Sorten wie das Berg-Steinkraut (Alyssum montanum) wohl, die mit Trockenheit und Temperaturschwankungen umgehen können. Im Sockelbereich ist es dagegen wichtig, dass die Pflanzen trittfest und flachwachsend sind, wie es beispielsweise das Sternmoos (Mnium ornum) ist.

2. Trockenmauer vorbereiten

Wer seine Trockenmauer bepflanzen möchte, sollte bereits beim Bau auf einige Dinge achten. Idealerweise sollten die Pflanzen bereits beim Bau der Mauer eingesetzt werden, da sie so erfahrungsgemäß besser anwachsen und gedeihen. Dabei wird zwischen die Fugen etwas nährstoffarme Erde gefüllt und die Pflanzen werden an ihrem neuen Standort platziert. Nährstoffreiche Erde oder Humus eignen sich hingegen nicht für die Trockenmauer, da die meisten Pflanzen für den Steingarten einen geringen Nährstoffbedarf haben. Wer seine Trockenmauer erst nachträglich bepflanzen möchte, sollte darauf achten, dass schon beim Aufschichten der Steine genügend Platz für die Pflanzen gelassen wird. Empfohlen werden Fugen, die etwa zwei Finger breit sind.

3. Vorgehen beim Bepflanzen einer Trockenmauer

Der richtige Zeitpunkt für das Bepflanzen einer Trockenmauer liegt zwischen März und September. Das Frühjahr gilt jedoch als besonders geeignet, da die Pflanzen dann gerade mit ihrer Wachstumsperiode beginnen. Möchten Sie die Natursteinmauer nachträglich bepflanzen, sollten Sie die Fugen der Trockenmauer zunächst mit einem durchlässigen und nährstoffarmen Substrat bis zur Hälfte füllen. Ein zu schwerer oder nährstoffreicher Boden ist nicht geeignet, da die meisten Pflanzen für eine Trockenmauer empfindlich auf Staunässe und zu hohe Nährstoffkonzentrationen reagieren. Das geeignete Substrat ist locker in die Fugen zu füllen, besonders gut klappt dies mit einer kleinen Schaufel oder einem Löffel.

Mauerpfeffer wächst in einer Trockenmauer
Am besten gedeihen die Pflanzen, wenn man sie im Frühjahr einsetzt [Foto: Persuasivecomm.com/ Shutterstock.com]

Nun können Sie mit dem Bepflanzen beginnen: Stecken Sie die Pflanzen waagerecht mit dem Wurzelballen möglichst tief in die Fuge, sodass sie einen guten Halt haben. Füllen Sie die freien Stellen mit Substrat auf. Bei größeren Pflanzen kann es nötig sein, die Staude vorher zu teilen, damit sie problemlos in die Fugen passt. Am besten nutzen Sie hierfür ein scharfes Messer.

4. Trockenmauer-Bepflanzung pflegen

Nach dem Bepflanzen der Trockenmauer müssen die Pflanzen einmal gut gewässert werden. Ein Gartenschlauch mit hartem Wasserstrahl ist hier aber die falsche Wahl – zu groß ist die Gefahr, dass das Wasser die Erde aus den Fugen herausspült. Stattdessen sollten Sie mit einer Gießkanne oder einer Gartenbrause arbeiten, um möglichst schonend zu sein. In den ersten beiden Standjahren sollte die Trockenmauer noch hin und wieder gegossen werden, damit sich die Pflanzen gut etablieren können. Danach braucht die Trockenmauer im Regelfall aber keine Pflege mehr. Tatsächlich gedeihen die meisten Pflanzen in der Trockenmauer sogar am besten, wenn man sie in Ruhe lässt. Nur in besonders trockenen Zeiten kann eine Gießkanne mit Wasser vonnöten sein – ansonsten braucht man der Natursteinmauer kaum Beachtung schenken.

Vogel sitzt auf einer Steinmauer
Sogar Vögel nutzen Trockenmauern [Foto: Kennerth Kullman/ Shutterstock.com]

5. Trockenmauer als Lebensraum

Auch wenn es kaum zu glauben ist: Die Natursteinmauer ist ein wichtiger Lebensraum für allerlei Tiere. Besonders Insekten sind von den Trockenmauern angetan. Viele Wildbienen-Arten, aber auch Hummeln und Wespen nutzen die freien Ritzen als Unterschlupf. Gleichzeitig bietet ihnen die Trockenmauer bei einer insektenfreundlichen Bepflanzung auch noch ein gutes Nahrungsangebot. Wer den Nützlingen noch etwas mehr unter die Arme greifen möchte, kann in direkter Umgebung der Trockenmauer ein Beet mit insektenfreundlichen Pflanzen anlegen. Gemischtes Saatgut wie die Plantura Bienenweide oder der Plantura Nützlingsmagnet haben dabei den Vorteil, dass sie durch ihre Pflanzenvielfalt ein gleichmäßiges Nahrungsangebot über das ganze Jahr bieten. Doch nicht nur Insekten freuen sich über die Trockenmauer – Erd- und Wechselkröten nutzen größere Lücken gerne als Versteck. Für die selten gewordene Zauneidechse stellt die Trockenmauer einen der wichtigsten Überlebensräume dar. In alten Natursteinmauern mit besonders großen Lücken kann man sogar Vögel nisten sehen.

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