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Wasser sparen im Garten: 6 wertvolle Tipps

Wasser ist eine knappe Ressource und seine Verfügbarkeit war in den vergangenen Sommern nicht überall optimal. Wir zeigen, wie man im Garten Wasser spart.

Pflanzen im Garten gegossen
Auch ein wassersparender Garten kann saftig grün aussehen [Foto: DUSAN ZIDAR/ Shutterstock.com]

Manch ein Landkreis war in den beiden vergangenen Jahren von einer erschreckenden Meldung betroffen: Die Trinkwasseraufbereitung komme mit der Bereitstellung von Trinkwasser nicht mehr nach, es müsse dringend Wasser eingespart werden, insbesondere die Bewässerung der Gärten sei stark einzuschränken. In einigen deutschen Städten wurden die Bürger um Mithilfe gebeten: Sie sollten die Stadtbäume durch Bewässerung vor dem Austrocknen bewahren. Das Umweltbundesamt schätzt, dass mit voranschreitendem Klimawandel die Konkurrenz um die Ressource Wasser zunehmen wird. Gründe genug, sich einmal über das Wassersparen im Garten Gedanken zu machen.

Wasser sparen im Garten

Wir stellen Ihnen im Folgenden sechs wertvolle Tipps vor, mit denen Sie im Garten Wasser sparen können. Angelehnt an die Gestaltungspraxis „Xeriscaping“ kann Einsparung über die richtige Gartenplanung, Pflanzenwahl, Verbesserung des Bodens, die richtige Bewässerungstechnik und natürlich durch die Nutzung von Regenwasser erfolgen. Vor allem auf Rasenflächen lässt sich viel Wasser einsparen.

Xeriscaping

Als Xeriscaping („xerós“ = griechisch für „trocken“, „scaping“ von englisch „landscaping“ = Landschaftsgestaltung), manchmal substitutiv auch Zero-scaping oder Xeroscaping genannt, wird ein Prinzip der Landschafts- und Gartengestaltung bezeichnet, die auf das Einsparen von Bewässerung ausgelegt ist. Der Grund für die Entwicklung lag darin, dass auch in Regionen mit geringem oder nicht regelmäßigem Niederschlag eine Gartengestaltung möglich sein sollte, ohne dass eine Bewässerung nötig ist – denn diese ist nicht nur teuer, sondern belastet in Trockenphasen auch die Trinkwasseraufbereitung oder das Grundwasser. Dieses Prinzip besteht aus sieben Bausteinen.

7 Bausteine des Xeriscaping:

  1. Planung und Gestaltung
  2. Bodenentwicklung: Anpassung an die Bedürfnisse der Pflanzen
  3. Effiziente Bewässerung
  4. Angemessene Pflanzen- und Standortwahl
  5. Mulchen
  6. Reduzierte/angepasste Rasenflächen
  7. Richtige Pflege

Einige der nun folgenden Tipps bilden auch einen Teil des Xeriscapings, wobei wir sie für den Bedarf im Hausgarten angepasst und erweitert haben.

1. Wassersparende Gartenplanung

Bereits bei der Planung kann der zukünftige Wasserverbrauch eines Gartens entscheidend beeinflusst werden. So ist die Schaffung schattiger Bereiche durch großkronige Bäume ein Pluspunkt für das Wassersparen. Der Schattenwurf reduziert die Verdunstung aller Pflanzen, die unter dem Baum wachsen. Die Bedeckung des Bodens führt grundsätzlich zum Einsparen von Wasser, da unbedeckter Boden sehr viel mehr Wasser verdunstet als die meisten Pflanzen. Von vornherein Bodendecker in Beetflächen einzuplanen oder das Verteilen von Rindenmulch festzulegen, sorgt dafür, dass später seltener gegossen werden muss. Da Rasenflächen sehr viel Wasser benötigen, ist ihre Reduzierung auf den tatsächlichen Bedarf sinnvoll. Rasenflächen sollten als Nutzflächen für Freizeitaktivitäten wie Ballsport, Sonnen oder Lesen dienen, doch kein gestalterisches Element sein, das niemand betritt.

Wassersparende Gartenplanung
Xeriscaping erschafft blühende Gärten in trockenen Regionen – ohne Bewässerung [Foto: Kathryn Roach/ Shutterstock.com]

2. Wassersparende Pflanzen

Es gibt eine breite Palette von pflegeleichten Pflanzen, die sehr gut mit nur wenig Wasser zurechtkommen. So sind alle Steingartenpflanzen sehr trockenheitsverträglich und ihre Verwendung hilft, viel Wasser einzusparen. Das bedeutet aber nicht, dass nur noch genügsame Gewächse in Ihren Garten Einzug halten dürfen: Vielmehr geht es darum, die Pflanze nach dem bestehenden Boden auszuwählen. Ist Ihr Boden reich an Humus und eher lehmig, kann er sehr viel Wasser speichern. Sie können also auch durstigere Pflanzen auswählen. Ist Ihr Boden eher sandig und arm an Humus, sollten Sie die Wahl entsprechender Pflanzen vorziehen, um nicht mehrmals täglich mit der Gießkanne ums Haus gehen und im Sommer tausende Liter von Wasser ausbringen zu müssen.

Lavendel im Garten gepflanzt
Eine dem Boden und dem Standort angepasste Bepflanzung spart Wasser und Arbeit zugleich [Foto: On the Move/ Shutterstock.com]

Gruppieren Sie die Pflanzen in den Beeten streng nach ihren Bedürfnissen: trockenheitsliebende Sonnenanbeter in ein Beet, schattenbedürftige und feuchtigkeitsliebende in ein anderes. Sie können auch in Teilen des Gartens den Boden so verbessern, dass durstigere Pflanzen sich einrichten können. So vermeiden Sie unnötige Wassergaben an Stellen, wo sie gar nicht benötigt werden, und nehmen sich selbst viel Arbeit ab.

3. Wasserspeicherung des Bodens verbessern

Viel Wasser geht verloren, wenn Regen oder gegossenes Wasser nicht im Boden gehalten wird und einfach in den Untergrund in unerreichbare Tiefen abfließt. Durchlässige Böden mit vielen Grobporen können Wasser nicht gut festhalten – das gilt für Böden mit hohem Sandanteil. Ton- und Lehmböden besitzen einen hohen Anteil quellfähiger Tonminerale, die Wasser aufnehmen und speichern können. Das Einbringen von Ton kann also die Wasserhaltefähigkeit verbessern. Noch viel effektiver in der Wasserspeicherung ist allerdings Humus, der sehr viel Wasser aufnimmt. Den Humusgehalt des Bodens zu erhöhen ist zudem einfacher als das Verteilen großer Mengen Ton im Freiland. Mit der richtigen Humuswirtschaft können Sie Humus im Boden anreichern. So wird mehr Regenwasser im Boden gespeichert, Sie müssen seltener gießen und der Wasserverlust ist geringer. Ein besonders guter Tipp ist hier das Mulchen aller unbepflanzten Flächen mit Rindenmulch oder vergleichbarem Material. Diese „Flächenkompostierung“ führt zum Humusaufbau und beschattet den Boden, sodass weniger Wasser verdunstet.

TippHacken spart gießen: Wer zum Beispiel im Gemüsebeet nicht mulchen kann oder möchte, sollte dort regelmäßig hacken. So wird der Wassersog in den vertikal verlaufenden Bodenporen unterbrochen und es wird weniger Wasser verdunstet.

Unkraut hacken im Gemüsebeet
Das Hacken im Gemüsegarten entfernt Unkräuter und spart Wasser [Foto: Vaclav Mach/ Shutterstock.com]

4. Regenwasser nutzen

Regenwasser ist aufgrund seines pH-Wertes und der Kalkarmut das bessere Gießwasser. Es aufzufangen und zu speichern macht also hochwertiges Wasser verfügbar, für das Sie nicht einmal bezahlen müssen. Zudem wird die Trinkwasseraufbereitung geschont. Eine ausreichend große Dimensionierung der Auffangbehälter kann Ihnen über so manche Trockenphase hinweghelfen. Wer einen großen Garten hat und nicht etliche Regentonnen aufstellen möchte, sollte das Sammeln von Regenwasser in einem unterirdischen Reservoir anstreben. In diesem kann in den kühleren, regenreicheren Jahreszeiten Wasser gesammelt werden, das dann im Sommer mit einer Pumpe nach oben befördert und genutzt wird. Der Bau einer solchen Drainage mit Regenwassernutzung ist allerdings schon ein größeres Projekt, bei dem Sie sich Rat und Hilfe bei Experten erbitten sollten.

Unterirdische Wassertanks
Wer große Mengen Regenwasser speichern will, kann dies in Tanks im Untergrund tun [Foto: Hamik/ Shutterstock.com]

5. Pflanzen richtig bewässern

Auch beim Wässern lässt sich viel Wasser einsparen. Hierzu muss man dafür sorgen, dass möglichst wenig Flüssigkeit direkt verdunstet, statt in den Boden einzudringen und von Pflanzen aufgenommen zu werden. Das Gießen zu kühlen Tageszeiten, möglichst am Abend, ist vielen geläufig. Und auch das verwendete Gießgerät macht einen Unterschied: Sprenger und Kreiselregner, die das Wasser teils auch fein zerstäuben, lassen mehr Wasser verdunsten. Die effektivste Bewässerung wird mit Tropfschläuchen erreicht, die Wasser in Tropfen direkt über dem Boden abgeben. Über die Häufigkeit der Bewässerung können Sie zudem die Bewurzelung Ihrer Pflanzen fördern: Wer etwas seltener und dafür länger wässert, zwingt die Wurzeln dazu, tiefer im Boden nach Wasser zu forschen. Die so entstehende gute Bewurzelung macht die Pflanzen trockenheitsresistenter.

Tröpfchenbewässerung an Gurkenpflanzen
Tröpfchenbewässerung ist die effizienteste Bewässerungstechnik [Foto: Vadym Zaitsev/ Shutterstock.com]

Tipp: Auch bei Kübelpflanzen gibt es großes Potential, was die Wassereinsparung betrifft: Verwenden Sie nur glasierte Tontöpfe oder schlagen Sie unglasierte Tontöpfe mit wasserdichter Folie aus, um die Verdunstung über den Topf zu verhindern. Außerdem hilft das Einmischen von gebrochenem Blähton oder Bentonit dabei, das Bewässerungsintervall zu verlängern.

6. Rasen wassersparend bewässern

Wie oben bereits erwähnt, verbrauchen klassische Rasenflächen sehr viel Wasser, wenn sie auch in Trockenphasen saftig grün bleiben sollen. Eine Reduzierung der Rasenflächen bringt hier eine umfangreiche Wassereinsparung mit sich. Doch auch wer nicht auf große Rasenflächen verzichten möchte, findet Möglichkeiten: An trockenen Standorten sollten speziell zusammengesetzte Saatgutmischungen verwendet werden. Die Regelsaatgutmischung RSM 2.2.2 (Gebrauchsrasen für Trockenlagen) beispielsweise ist darauf ausgelegt, auch in trockenen Lagen zu bestehen. Erreicht wird dies, indem Gräsersorten enthalten sind, die teils mit nur einem Viertel des Wasserbedarfes klassischer Rasengräser auskommen und grün bleiben, wenn andere Pflanzen längst aufgeben.

Über die richtige Anpassung der Pflege im Sommer ist ebenfalls viel Wasser einzusparen. Wichtig ist die ausreichende Versorgung der Fläche mit Kalium, denn dieses ist entscheidend am Wasserhaushalt des Rasens beteiligt. Ein Rasendünger mit ausreichend hohem Kaliumgehalt ist also an trockenen Standorten Pflicht. Daher enthält unser Plantura Bio-Herbstrasendünger auch eine ordentliche Portion Kalium, um Ihren Rasen optimal zu versorgen.

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Trockener Rasen
Trockener Rasen im Sommer ist halb so wild: Die Pflanzen treiben bei Regen wieder aus [Foto: Marc Studer/ Shutterstock.com]

Mit dem Mähen sollten Sie in heißen, trockenen Sommern behutsam sein. Entfernen Sie nie mehr als die Hälfte der Halmhöhe in einem Mähgang und mähen Sie nicht unter vier Zentimeter Höhe. Der beste Zeitpunkt zum Mähen ist der Abend, wenn es etwas kühler und feuchter ist.

Tipp: Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Rasenflächen im Sommer vertrocknen oder „verbrennen“ und dabei absterben. Wird es Rasenpflanzen zu trocken und zu heiß, begeben sie sich in die sogenannte Sommer-Dormanz. Sie legen also – ebenso wie im Winter – eine Pause im Wachstum ein, weil die Bedingungen zu widrig sind. Sobald es kühler und feuchter wird, treiben die Gräser an der Basis neu aus. Wenn Sie also im heißen Hochsommer auf saftiges Grün verzichten können, ist es durchaus eine Option, den Rasen für ein paar Wochen gelb werden zu lassen.

Wenn Sie Ihren Garten nicht nur wassersparend, sondern auch umweltfreundlich gestalten möchten, finden Sie hier unseren Artikel zum nachhaltigen Gärtnern.

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