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Bockshornklee: Alles zu Anbau, Ernte & Verwendung der Heilpflanze

Die Pflanze wird in vielen Ländern gezielt kultiviert und als Heilmittel verkauft. Wir verraten, wie man Bockshornklee auch im eigenen Garten anbauen kann.

Bockshornklee-Samen neben seinen Blättern
Der Bockshornklee ist nicht nur ein wunderbares Gewürz, sondern auch eine äußerst vielseitige Heilpflanze [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

Die Wirkkraft des Bockshornklees (Trigonella foenum-graecum) ist seit tausenden von Jahren nicht gebrochen. Schon in der Antike fand die Heilpflanze breite Anwendung und auch aus der Ayurveda-Küche ist Bockshornklee nicht wegzudenken. Weitreichender Beliebtheit erfreut sich das schmackhafte Gewürz auch unter dem Namen Kuhhornklee und sein charakteristischer Duft trug ihm den Titel Griechisches Heu ein. Bockshornklee vereint unglaublich viele positive Eigenschaften: Die nussige Note der Samen lässt so manch altbekannte Speise zu einem neuen Geschmackserlebnis werden. Die schmackhaften Blätter hingegen liefern frisches Grün und können in der Küche vielseitig angewendet werden. Und dabei ist der Anbau der gesundheitsfördernden Pflanze alles andere als schwer. Lassen Sie sich überraschen von den Kräften der alten Heilpflanze.

Bockshornklee: Eigenschaften und Herkunft

Die Verwandtschaft zu anderen Klee-Arten ist dem Bockshornklee sofort anzusehen. Und so gehört auch diese Pflanze zu den Schmetterlingsblütlern (Faboideae). Im Unterschied zu den anderen Arten verströmt Bockshornklee einen intensiven Geruch von Kumarin, sehr ähnlich dem von getrocknetem Heu. Die Pflanze ist einjährig und wird über ihre kräftige Pfahlwurzel mit Wasser und Nährstoffen versorgt. So erreicht sie Höhen von bis zu 60 Zentimetern. Zwischen April und Juli erscheinen in den Blattachseln die zart gelben bis leicht bläulichen Schmetterlingsblüten, die zahlreiche Hummeln und Bienen anlocken. Erkennen können Sie die Pflanze auch an der dreikantigen Blattform, der die Art ihren wissenschaftlichen Namen Trigonella verdankt.

Bockshornklee-Blätter im Garten
Charakteristisch für den Bockshornklee sind seine Blätter mit dreikantiger Form [Foto: Unclescrooch/ Shutterstock.com]

Der Ursprung der Pflanze liegt wohl irgendwo in Westasien und im Mittelmeerraum, wo auch heute noch die Wildform vorkommt. Von dort breitete sich der Bockshornklee aus, denn er erfreute sich unter den Menschen bis tief ins Mittelalter hinein großer Beliebtheit. Heutzutage erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet daher über den gesamten amerikanischen Kontinent bis nach China und von Nordafrika bis Frankreich und Griechenland. Einst wurde der Klee selbst in Deutschland in großem Stile angebaut. Noch heute findet man aus diesem Grund vor allem im Süden Deutschlands bei genauerem Hinschauen ab und an verwilderten Bockshornklee.

Die besten Bockshornklee-Sorten

Bockshornklee kann in zwei Unterarten unterteilt werden. Zum einen ist da die Wildform gladiata. Sie ist besonders im Mittelmeerraum weit verbreitet und fällt durch ihre starke Behaarung auf. Vollkommen glatt und unbehaart hingegen gibt sich die zweite Unterart culta. Sie ist vermutlich eine reine Kulturform und stammt wohl von der behaarten Wildform ab.

Bockshornklee kaufen: Das ist zu beachten

Wollen Sie nur die Samen als Gewürz erwerben, so sollten Sie darauf achten, dass diese luftdicht verpackt sind. Nur so hält sich das Aroma über einen längeren Zeitraum. Zur Produktion von Sprossen sollten Sie Saatgut in Bioqualität erwerben. Nur so kann verhindert werden, dass die Samen mit gesundheitsschädlichen Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden. Wollen Sie die Pflanzen hingegen erst im späteren Stadium ernten, so können Sie je nach Wunsch auch auf konventionell erzeugtes Saatgut zurückgreifen.

Bockshornklee anbauen

Der Anbau von Bockshornklee ist ziemlich simpel. Dass die Pflanze verwildert auch in Deutschland vorkommt, zeigt ihre Anpassung an hiesige Verhältnisse. Gedüngt werden muss in der Regel nicht und auch ein Wässern ist nur in sehr trockenen Sommern vonnöten. Da die Pflanze jedoch nur einjährig ist, wird jährlich ausgesät.

Kleine Sprösslinge des Bockshornklees
Die Aussaat des Bockshornklees sollte direkt ins Freiland erfolgen [Foto: yogesh_more/ Shutterstock.com]

Wann Bockshornklee pflanzen?

Da Bockshornklee einjährig ist, müssen Sie ihn alle Jahre wieder aussäen. Die Aussaat sollte irgendwann zwischen April und Anfang Juni liegen und direkt ins Freiland erfolgen. Sie brauchen die Pflanzen anschließend nicht zu pikieren.

Der perfekte Standort für Bockshornklee

Bockshornklee stammt aus eher mediterranem Klima, braucht also einiges an Sonnenlicht. Es muss nicht gerade die pralle Sonne sein, aber zu schattig darf das Gewächs auch nicht gepflanzt werden. Der perfekte Boden ist dabei lehmhaltig, aber dennoch wasserdurchlässig. Bockshornklee toleriert trockene Standorte und kommt sogar auf salzigen Böden gut zurecht.

Vorgehen beim Anbauen von Bockshornklee

Da die Aussaat direkt ins Beet erfolgt, ist schon jetzt der Pflanzabstand von Bedeutung. Da Bockshornklee recht groß und krautig wächst, ist ein Abstand zwischen den Pflanzen von etwa 20 Zentimetern ratsam. Nach dem Keimen sollten die Pflänzchen nämlich nicht mehr versetzt werden. Bei Bockshornklee handelt es sich um einen Dunkelkeimer. Deshalb sollten Sie die Samen ungefähr einen Zentimeter tief in die Erde legen und anschließend wieder mit Erde bedecken. Da Bockshornklee Trockenheit Nässe bevorzugt, sollten Sie das Saatgut bis zur Keimung zwar feucht, aber keinesfalls zu nass halten.

Bockshornklee pflegen: Das richtige Düngen und Gießen

Als Vertreter der Schmetterlingsblütler (Faboideae) lebt der Bockshornklee in Symbiose mit sogenannten Knöllchenbakterien (auch Rhizobien genannt). Diese Bakterien binden Stickstoff aus der Luft und stellen dem Klee diesen durch Umwandlung zur Verfügung. Im Gegenzug versorgt dieser die Bakterien mit Zucker, den er aus der Photosynthese gewinnt. Bockshornklee sollte aus diesem Grund nicht mit Stickstoff gedüngt werden. Wichtig hingegen ist eine ausreichende Versorgung mit Eisen, Molybdän und Schwefel, da diese Nährstoffe für die Zusammenarbeit von großer Bedeutung sind. Guter Gartenboden enthält diese Nährstoffe aber in der Regel zu genüge, und so müssen Sie eigentlich nicht düngen. Achten Sie auch darauf, vor der Aussaat keinen Mist oder Kompost in die Erde einzubringen.

Tipp: Sie können die Zusammenarbeit von Pflanze und Bakterien auch ganz leicht selbst entdecken. Graben Sie dazu eine Pflanze aus und untersuchen Sie die Wurzeln auf kleine dicke Knöllchen. Diese Knöllchen beherbergen die Bakterien.

Bockshornklee mit Wassertröpfchen
Bockshornklee ist auch an das deutsche Klima angepasst und braucht aus diesem Grund nur wenig Pflege [Foto: Govind Jangir/ Shutterstock.com]

Bezüglich des Gießens ist Bockshornklee ebenfalls nicht sehr anspruchsvoll. Wichtig ist, dass er nie im Stauwasser steht. Die Bedingungen sollten also eher trocken sein, denn Bockshornklee verträgt eher ein bisschen zu viel Trockenheit als zu viel Wasser. Beginnen die Blätter allerdings schlaff zu werden, sollten Sie dringend zur Gießkanne greifen.

Bockshornklee ernten und lagern

Hierzulande ist hauptsächlich die Nutzung der Samen bekannt. Diese reifen zwischen Juli und September. Wenn die Hülsen getrocknet sind und beginnen aufzuplatzen, dann ist es Zeit, die Samen zu ernten. Nach der Ernte sollten Sie die Samen vorsichtshalber sorgfältig trocknen, ehe Sie diese luftdicht einpacken. An einem kühlen und vorzugsweise dunklen Ort erhalten die Samen ihr volles Aroma so etwa ein Jahr. Das Kraut des Bockshornklees wird schon zuvor geerntet. Am besten schmeckt es noch früh im Jahr, wenn das Kraut noch jung und frisch ist. Dann können Sie es entweder direkt in der Küche verwenden, oder trocknen und luftdicht lagern, ebenso wie die Samen.

Bockshornklee: Wirkung und Anwendung

Vermutlich sind Sie schon öfter als gedacht in den Genuss von Bockshornklee gekommen, ohne es direkt zu merken. Denn die Samen der vielseitigen Pflanze sind ein wichtiger Bestandteil von Currymischungen. Auch im Käse wird die Zugabe von Bockshornklee immer beliebter. Kein Wunder, denn die Liste an gesundheitsfördernden Wirkungen der Pflanze ist so lang, dass sie geradezu unübersichtlich wirkt. Aus diesem Grund haben wir einige Anwendungen für Sie zusammengefasst:

  • In Speisen als Gewürz oder Zutat (frische oder geröstete Samen, sowie Blattgrün): In der Küche lässt sich Bockshornklee vielseitig anwenden. Dies hat vielseitige positive Wirkungen auf die Gesundheit, wie etwa eine Senkung des Blutzuckerspiegels oder die Anregung des Verdauungstraktes. Nicht zuletzt ist Bockshornklee auch für Sportler sehr interessant, da er sich auf den Testosteronhaushalt auswirkt und so den Muskelaufbau fördert. Und selbst die Potenz soll Bockshornklee steigern.
  • Als Tee gegen chronischen Husten und als Stärkung nach Krankheiten und zur Beruhigung der Nerven: Überbrühen Sie dazu eine Portion Bockshornkleesamen mit heißem Wasser und genießen Sie bis zu drei Tassen täglich. Achtung: Auch Pflanzen entfalten starke Wirkungen. Wenden Sie diese deshalb in höherer Dosis nicht über mehr als sechs Wochen an, sondern wechseln Sie mit anderen Pflanzen ab oder machen Sie Anwendungspausen.
  • Gemahlene Samen in Kokosöl gegen Haarausfall und für eine reine Haut: Um Haarausfall vorzubeugen, das Haarwachstum zu fördern oder ein reines Hautbild zu erhalten, können Sie gemahlene Bockshornkleesamen in Kokosöl ziehen lassen. Anschließend wird das Öl in die (Kopf-)Haut einmassiert und für eine halbe Stunde dort belassen. Alle zwei bis drei Tage wiederholt, setzt nach einigen Wochen neues Haarwachstum ein und die Haut wird gereinigt. Auch als Spülung sorgen Bockshornkleesamen für gesundes Haar und bekämpfen Spliss und Schuppen. Übergießen Sie dazu die Samen mit heißem Wasser und lassen sie dieses abkühlen, bevor Sie es anwenden.
Bockshornklee-Samen neben Öl im Glas
Das frische Kraut des Bockshornklees lädt zu neuen Experimenten in der Küche ein [Foto: Swapan Photography/ Shutterstock.com]

Die Unzähligen Wirkungen des Bockshornklees, von denen die meisten mittlerweile sogar wissenschaftlich bewiesen sind, sind natürlich auf die Inhaltsstoffe zurückzuführen. Die Samen der Heilpflanze enthalten etwa zu 30 % Schleimstoffe. Diese Stoffe sind beispielsweise auch in Leinsamen enthalten und wirken sich beruhigend auf gereizte Schleimhäute aus. Der Verdauungsapparat wird dadurch sehr positiv beeinflusst. Des Weiteren enthalten die Samen des Bockshornklees rund 25 % Proteine. Für die Wirkung auf den menschlichen Hormonhaushalt verantwortlich ist hauptsächlich ein im Bockshornklee enthaltener Wirkstoff namens Foenugraecin. Dieser ist ein Ausgangsstoff für die Bildung von Steroidhormonen wie Testosteron und Östrogen. Abgesehen davon sind die Samen reich an verschiedenen wichtigen Spurenelementen wie etwa Eisen, Kalzium oder Magnesium. Auch Vitamin A, welches gut für die Sehkraft ist, ist in den Bockshornkleesamen vorhanden. Die reiche Fülle an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen führt deshalb zu einer breiten Palette an Wirkungen. Nebenwirkungen sind hingegen nicht bekannt. Lediglich in der fortgeschrittenen Schwangerschaft sollten Sie auf zu viel Bockshornklee verzichten, da dieser auch eine geburtseinleitende Wirkung haben kann. Bei übermäßiger Einnahme können außerdem Magen-Darm-Probleme auftreten. Wird Bockshornklee wiederholt äußerlich angewendet, kann es zu Rötungen und Juckreiz kommen.

Gelber Tee neben Bockshorrnklee-Samen
Der Samen des Bockshornklees kann auf verschiedenste Weise verwendet werden – ob nun frisch, geröstet oder gemahlen, in Tees, Ölauszügen oder als Gewürz [Foto: Alexander Pekour/ Shutterstock.com]

In der Küche können Sie Bockshornklee vielseitig einsetzen. Geeignet sind die Samen beispielsweise frisch als Gewürz für Brot oder Käse. Wem der Geschmack der frischen Samen zu intensiv ist, der kann sie durch Rösten etwas abmildern. Auch in der indischen Küche findet die Pflanze reichlich Anwendung, etwa in Chapati oder Naan-Broten. Auch das frische Kraut wird dabei zur Verfeinerung von herzhaften Pfannkuchen herangezogen. Als Sommergemüse eignen sich auch die frischen Sprossen. Hier finden Sie eine Anleitung dazu, wie Sie ganz leicht Sprossen selbst anbauen können.

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