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Erdbirne: Pflanzen & Pflege von Apios americana

Die amerikanische Erdbirne wird auch als Indianerbirne bezeichnet und bildet unterirdisch essbare, braune Knollen aus. Bei uns erfahren Sie alles zu der Erdbirne, ihrem Anbau und der Verwendung.

Knollen der Erdbirne
Die winterharte, mehrjährige Erdbirne bildet unterirdisch zahlreiche schmackhafte Rhizomknollen aus [Foto: Danny Hummel/ Shutterstock.com]

Die wüchsige Erdbirne bildet zahlreiche unterirdische Rhizomknollen mit köstlichem Geschmack aus. Wir stellen Ihnen die Schlingpflanze vor und geben Tipps zu Anbau, Ernte und Zubereitung der Erdbirne.

Erdbirne: Herkunft und Eigenschaften

Die Erdbirne (Apios americana), auch Indianerbirne, Zimtwein oder Apios genannt, gehört, genau wie Bohne (Phaseolus vulgaris) und Erbse (Pisum sativum), zu den Schmetterlingsblütlern (Fabaceae). Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika und ist dort auch weit verbreitet. Die Ureinwohner Nordamerikas, aber auch die ersten Übersiedler aus Europa nutzten die Erdbirne als proteinreiche Nahrungsquelle.

Die etwa 300 cm hoch wachsende, rankende Pflanze erinnert im Wuchs an Stangenbohnen. In Ausnahmefällen kann die Erdbirne sogar 600 cm Wuchshöhe erreichen. Sie treibt im April aus und stirbt im Spätherbst ab. Die Blätter der Erdbirne werden bis zu 20 cm lang, sind unpaarig gefiedert und aus fünf oder sieben ovalen bis lanzettförmigen Blättchen zusammengesetzt. Die würzig duftenden Blüten der Indianerbirne erscheinen recht spät im Jahr ab Juli bis in den September. Die typisch geformten Schmetterlingsblüten sitzen in Trauben zusammen und zeigen sich in zartroter, rötlich brauner, rosafarbener oder burgunderroter Färbung. Auch die in langen, dünnen Hülsen angeordneten Samen erinnern an Stangenbohnen. Sie sind rundlich bis nierenförmig, dabei braun bis violett gesprenkelt und reifen im Herbst heran.

Die Erdbirne ist mehrjährig und winterhart, sie stirbt im Spätherbst oberirdisch ab und überwintert in Form von fleischigen Rhizomknollen, welche wie Perlen nacheinander aufgereiht entlang der Wurzeln gebildet werden. Diese Überdauerungsorgane sind die eigentlichen Erdbirnen. Sie werden im Schnitt etwa so groß wie eine Kastanie, können aber vereinzelt auch bis zu 20 cm Durchmesser erreichen. Außen besitzen die ovalen bis zitronenförmigen Knollen eine rotbraun gefärbte Schale, das Innere ist weiß. Der überaus aromatische und süßliche Geschmack der Erdbirne lässt sich am besten als eine Mischung aus Haselnuss, Esskastanie und gerösteter Süßkartoffel beschreiben.

Erdbirne und Topinambur: Auch Topinambur (Helianthus tuberosus) wird im Volksmund als „Erdbirne“ bezeichnet. Die hohe Staude ist allerdings eng mit der Sonnenblume (Helianthus annuus) verwandt und gleicht der Erdbirne äußerlich überhaupt nicht. Die unterirdischen Speicherknollen des Topinamburs hingegen sehen der Erdbirne recht ähnlich, werden oft jedoch deutlich größer und besitzen meist mehrere knubbelige Verzweigungen.

Knolle des Topinamburs
Die Knollen des Topinamburs werden im Volksmund auch als Erdbirnen bezeichnet [Foto: Chatham172/ Shutterstock.com]

Erdbirne pflanzen

Erdbirnen eignen sich aufgrund ihres rankenden Wuchses besonders für die Begrünung von Zäunen, Pergolen und Spalieren. Sie bevorzugen einen mäßig feuchten, durchlässigen und lockeren sowie leicht sandigen bis lehmigen Boden. Bezüglich des pH-Werts ist der Schmetterlingsblütler sehr anpassungsfähig, sogar äußerst saure Böden verträgt er. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig liegen. Es können entweder die Knollen oder Samen der Erdbirne gepflanzt werden. Die Samen der Apios sind Kaltkeimer, keimen also erst nach einer längeren Kälteperiode. Nach der Kältebehandlung werden sie ab Februar im Haus vorgezogen und als Jungpflanze ab April ins Freie gesetzt. Die Rhizomknollen werden im Herbst ab Oktober oder im zeitigen Frühjahr ab Anfang März etwa 5 cm tief und mit einem Pflanzabstand von 80 bis 100 cm in die Erde gesetzt und gut gewässert. Erdbirnen können auch auf Terrasse und Balkon in einem mindestens 5 Liter fassenden Topf kultiviert werden. Wichtig ist hierbei ein guter Wasserablauf, um Staunässe zu vermeiden. Im April beginnt die Pflanze mit dem Austrieb. Frisch gepflanzte Erdbirnen blühen zumeist erst im zweiten Standjahr. Die Knollen sollten im ersten Jahr noch nicht geerntet werden, um die Pflanze nicht zu schwächen.

Indianerbirne
Die etwa 300 cm hoch wachsenden Erdbirne benötigt ein gutes Rankgerüst [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung: Erdbirne pflanzen

  • Boden: Mäßig feucht, durchlässig, locker, leicht sandig bis lehmig
  • Standort: Sonne bis Halbschatten
  • Samen pflanzen: Ab Februar im Haus vorziehen und ab April ins Freie setzen
  • Knollen pflanzen: Ab Oktober (oder ab Anfang März); 5 cm tief in die Erde setzen; Pflanzabstand 80 – 100 cm

Apios americana pflegen

Die Erdbirne benötigt bis auf regelmäßige Wassergaben kaum Pflege. Wichtig ist der Schlingpflanze vor allem ein gutes Rankgerüst. Im Herbst stirbt der oberirdische Teil der Pflanze ab und kann im Frühjahr vor dem Neuaustrieb zurückgeschnitten werden. Da die Erdbirne winterhart ist, müssen auch ihre Knollen nicht ausgegraben werden, sondern können den Winter im Boden verbleiben. Erdbirnen im Topf sollten den Winter über einen frostfreien, kühlen Standort beziehen und in dieser Zeit nur äußerst sparsam gewässert werden.

Wie alle Schmetterlingsblütler versorgt sich auch die Erdbirne selbst mit Stickstoff. An ihren Wurzeln sitzen kleine, rundliche Knöllchen, in welchen sich stickstofffixierende Bakterien einnisten, die in Symbiose mit der Pflanze leben. Eine Düngung ist dennoch sinnvoll, da nicht nur Stickstoff, sondern auch weitere Nährstoffe, wie Phosphor und Kalium, für ein gesundes Wachstum nötig sind. Zusätzlich kann bei mehrjährigen Pflanzen der Bodennährstoffvorrat nach einigen Jahren erschöpft sein. Erste Anzeichen dafür sind ein spärlicher Blütenansatz, sehr kleine oder wenige Erdbirnen-Knollen oder akute Mangelsymptome wie eine Gelbfärbung der Blätter. Wir empfehlen für einen guten Ertrag und gesunde Pflanzen die regelmäßige Verwendung eines vorwiegend organischen Langzeitdüngers – wie unseres Plantura Bio-Tomatendüngers. Das Düngegranulat wird zum Austrieb im April um die Pflanze herum oberflächlich eingearbeitet und bietet eine langfristige Versorgung mit essenziellen Nährstoffen.

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Erdbirne vermehren

Erdbirnen können über Samen oder Rhizomknollen vermehrt werden. Die Samen bilden sich nach der Blüte in langen, dünnen Hülsenfrüchten. Sobald die Pflanze abstirbt, können die Hülsen geerntet und im Haus einige Wochen lang nachgetrocknet werden. Können Sie die Samen darin bereits rascheln hören, befreien Sie sie von den Hülsen und bewahren sie trocken, dunkel und kühl auf.

Alternativ können die Kaltkeimer auch direkt im Herbst ausgesät werden, um den Winter über die keimhemmenden Stoffe abzubauen. Mancherorts bilden Erdbirnen jedoch keine Samen, hier muss auf die vegetative Vermehrung zurückgegriffen werden. Die Vermehrung der Erdbirne über ihre schmackhaften Knollen erfolgt wesentlich schneller und einfacher. Hierzu graben Sie im Herbst oder Frühjahr bei frostfreiem Boden die Knollen aus und setzen sie an einen neuen Standort um.

Apios Americana
Aus der auffälligen Blüte der Erdbirne entstehen im Herbst längliche Hülsenfrüchte mit zahlreichen Samen darin [Foto: Danny Hummel/ Shutterstock.com]

Ernte und Zubereitung der Erdbirne

Erdbirnen können den ganzen Winter über geerntet werden.

Belassen Sie für die künftige Ernte jedoch immer ein paar Knollen im Boden. Ungeerntete Erdbirnen wachsen weiter und werden dabei immer größer. Eine einzige Erdbirnen-Pflanze kann auf dem Höhepunkt der Entwicklung etwa 2 kg an Ertrag bringen. Frostfreies Wetter und eine Grabgabel sind für die Ernte der Erdbirnen ideal. Die Knollen können ungewaschen, kühl und trocken mehrere Wochen lang gelagert werden, verlieren dabei jedoch zunehmend an Feuchtigkeit. Erdbirnen werden zunächst gut gewaschen, wenn nötig geschält und nach Belieben zubereitet.

Sie können sie roh oder gegart verzehren. Alle Zubereitungsarten für Kartoffeln lassen sich leicht in Erdbirnen-Rezepte umwandeln. Apios können gekocht, frittiert oder gebraten werden, sie lassen sich zu Reibekuchen oder Aufläufen verarbeiten. Gänzlich getrocknete Erdbirnen können Sie zermahlen und ähnlich wie Erdmandeln (Cyperus esculentus) zum Eindicken von Suppen oder als einen nahrhaften Zusatz in Müslis und Porridge verwenden. Der hohe Proteingehalt von etwa 17 % macht die Erdbirne zu einer sättigenden Beilage. Außerdem können auch die Samen der Erdbirne gekocht und wie Bohnen zubereitet werden.

Auch die Erdnuss (Arachis hypogeae) gehört zu den Schmetterlingsblütlern und ist mit der Erdbirne verwandt. Wie Sie die Hülsenfrucht im eigenen Garten anbauen können, erfahren Sie bei uns.

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