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Erdmandel: Anpflanzen, pflegen & verwenden

Die Erdmandel (Tigernuss) ist weder Nuss noch Mandel und begeistert mit ihrem einzigartigen, süßen Geschmack. Wir stellen die Erdmandel vor und geben Tipps zum Anbau im eigenen Garten.

geerntete Erdmandeln
Erdmandeln sind essbare, süße Wurzelknöllchen des Zyperngrases [Foto: K321/ Shutterstock.com]

Die Erdmandel findet man seit einigen Jahren vor allem in Bioläden und sie gilt als äußerst gesund. Die süßen Knöllchen wachsen auch bei uns, im Topf oder Garten. Erfahren Sie hier mehr zur Herkunft der Erdmandel, ihren Eigenschaften und Besonderheiten beim Anbau.

Erdmandel: Herkunft und Eigenschaften der Tigernuss

Die Erdmandel (Cyperus esculentus) wird auch als Tigernuss oder Chufa-Nuss bezeichnet und stammt ursprünglich aus Afrika. Sie gelangte erstmals im 8. Jahrhundert nach Spanien und von dort aus weiter gen Norden. In Deutschland ist die Erdmandel bereits seit langem bekannt und wurde hier auch mindestens seit dem 19. Jahrhundert angebaut. Im Jahre 1849 erschien das Buch „Der Erdmandel-Bau im Großen und das in ihm aufgefundene Geheimniß, schnell reich zu werden“ von Heinrich von Gerstenbergk, in welchem Landwirte eine Anleitung zum erfolgreichen Anbau der wertvollen und teuren Knöllchen fanden.

Die Erdmandel ist mit der Mandel nicht verwandt, sie gehört zu den Sauergräsern (Cyperaceae). Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 30 bis 60 Zentimetern. Ihre Blätter sind dreikantig, grasähnlich, spitz zulaufend und etwa 0,5 bis 1 Zentimeter breit. Im Spätsommer bilden sich vereinzelt gelbliche Blüten aus, meist aber blüht die Erdmandelpflanze bei uns nicht. Unterirdisch bilden sich an dicken weißen Wurzeln kleine hellbraune bis schwarze Knöllchen aus, die eigentlichen Erdmandeln. Je nach Sorte erreichen sie eine Länge von bis zu 3 Zentimetern. Zwischen der nur erbsengroßen Sorte ‘Prolific’, der großen schwarzen ‘Large Black’ und der wunderbar süßen ‘Long Sweet’ gibt es zahlreiche weitere Varietäten der Erdmandel. Alle Sorten besitzen einen süßen und nussigen Geschmack, dem sie den Namen Erdmandel verdanken.

Tigernuss-Pflanze
Die Erdmandel oder auch Zyperngras-Tigernuss gedeiht auch in unseren Breiten [Foto: art kitchen/ Shutterstock.com]

Tipp: In vielen Regionen findet sich die Erdmandel als invasiver Neophyt, der wild auf Äckern wächst und schnell einheimische Pflanzen verdrängt. Im eigenen Garten sollte man daher umsichtig mit ihr umgehen, damit sie sich nicht von dort aus verbreitet. Dazu gehört es, eine Wurzelsperre zu verwenden und die Blüte zu unterbinden, indem man Knospen direkt abschneidet.

Erdmandel anpflanzen

Erdmandeln lieben Wärme, vertragen aber keine starke Trockenheit. Sie benötigen daher einen sonnigen Standort auf lockeren Böden, die eine gute Wasserspeicherung besitzen und nie ganz austrocknen. Die schmackhaften Tigernüsse werden ausschließlich über ihre unterirdischen Knöllchen vermehrt. Im Handel erhält man sogenannte Erdmandel-Samen, es handelt sich dabei aber um die Wurzelknöllchen. Ab Ende Mai kann die Erdmandel ins Freie gepflanzt werden, denn dann ist der Boden warm genug für das aus Afrika stammende Gewächs. Schon früher im Jahr ab März können die Pflanzen im Haus in Töpfen vorgezogen und später nach draußen gestellt oder gepflanzt werden. Legen Sie die Knöllchen hierfür über Nacht in lauwarmes Wasser ein, um sie vorzutreiben. Füllen Sie nun Töpfe für die einzelnen Erdmandeln mit einer nährstoffarmen Pflanzerde, wie unserer Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Das torffreie, kompostreiche Substrat speichert Feuchtigkeit für die optimale Pflanzenentwicklung und sorgt trotzdem für eine ausreichende Belüftung der jungen Wurzeln. Die einzelnen Erdmandeln werden in die Töpfe gelegt, mit etwa 2 cm Erde bedeckt und einmal kräftig gewässert. Bei 20 bis 25 °C treiben die Knöllchen bald die ersten Wurzeln und beginnen mit der Bildung des Sprosses. Nach dem Austrieb lassen Sie die Pflänzchen bis zur Pflanzung kühler und hell weiterwachsen. Ende Mai dürfen die Erdmandeln nun ins Freie wandern. Für den Anbau der Erdmandel im Beet sollte man die Pflanzen auf 30 x 30 cm Abstand in die Erde setzen, rundherum etwas vorwiegend organischen Langzeitdünger, wie unseren Plantura Bio-Universaldünger, einarbeiten und nach der Pflanzung kräftig wässern. Das pflanzlich basierte Granulat wird mit der Zeit von Bodenorganismen zersetzt und gibt so langfristig die enthaltenen Nährstoffe für die Erdmandelpflanze frei.

Für die Kultur im Topf setzen Sie zwei bis drei Pflänzchen zusammen in ein mit nährstoffreicher Pflanzerde gefülltes, mittelgroßes, etwa 10 Liter fassendes Gefäß, geben etwas Langzeitdünger hinzu und gießen kräftig an. Stellen Sie den Topf anschließend an einen warmen, sonnigen Standort. Um das Austrocknen des Bodens an heißen Tagen zu verhindern, sollte die Erdoberfläche regelmäßig gemulcht werden, beispielsweise mit Rasenschnitt oder Rindenmulch.

Tipp: Besonders in wärmeren Gegenden wuchert die Erdmandel gern und breitet sich schnell unkontrolliert aus. Eine etwa 30 cm tiefe Wurzelsperre um das Beet herum verhindert dies effektiv.

Plantura Bio-Universaldünger
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Erdmandel pflegen

Die Pflege der Erdmandel gestaltet sich recht einfach, denn im Sommer muss lediglich regelmäßig gewässert werden, damit sich auch viele Wurzelknöllchen bilden und die Pflanzen nicht unter Trockenheit leiden. Neben einer Dünger-Gabe bei der Pflanzung benötigt die Erdmandel keine zusätzliche Nährstoffversorgung.

Nach der Ernte geht es daran, Knöllchen für die nächste Saison zu überwintern. Die Tigernuss kann entweder im Haus in Form getrockneter Knöllchen oder im Freien überwintert werden. Die Pflanze selbst stirbt oberirdisch im Herbst ab, jedoch sind die Knöllchen der Erdmandel bedingt winterhart und treiben nach milden Wintern im nächsten Frühjahr wieder aus. Eine dicke Mulchschicht aus Laub schützt die im Boden sitzenden Erdmandeln zusätzlich in der kalten Jahreszeit.

Erdmandeln ernten und haltbar machen

Die Ernte der Erdmandel beginnt ab Oktober, wenn sich das Laub der grasähnlichen Pflanzen braun verfärbt und abstirbt. Mithilfe einer Grabgabel heben Sie die Wurzelgeflechte mitsamt den köstlichen Knöllchen aus der Erde. Die Erdmandeln können nun einfach abgesammelt werden, waschen sollten Sie sie allerdings nur kurz vor der Verwendung. Frisch aus der Erde, nur sanft gewaschen und mit Schale schmecken die Erdmandeln besonders fein. Die Tigernüsse können aber auch schonend und langsam bei 50 – 60 °C im Ofen oder Dörrapparat getrocknet und so bis zu zwei Jahre lang haltbar gemacht werden.

Erdmandel-Mehl und -Milch
Erdmandeln werden getrocknete, gemahlen oder zu Erdmandel-Milch (Horchata de Chufa) verarbeitet [Foto: Oksana_Slepko/ Shutterstock.com]

Verwendung und Inhaltsstoffe von Erdmandeln

Die Erdmandel ist eine echte Alternative für alle Nussallergiker und besonders gut verträglich. Erdmandeln sind äußerst gesund, sie enthalten viele Mineralien und Vitamine, wie Biotin, Calcium, Kalium und Magnesium. Sie bestehen zu etwa einem Viertel aus Fett, knapp einem Drittel aus Kohlenhydraten und circa 7 % aus Eiweiß. Besonders sättigend und verdaulich sind die hohen Ballaststoffgehalte zwischen 14 und 24 %. Daher wirken Erdmandeln auf den Darm besonders positiv. Die Wurzelknöllchen können roh verzehrt werden, meist aber findet man sie in Form von Erdmandel-Mehl oder geröstet und gehobelt als Zutat für Erdmandel-Müslis oder Porridge. Ganze, getrocknete Tigernüsse können als sättigender, gesunder Snack für zwischendurch dienen. In Spanien verarbeitet man die Erdmandel zu Horchata de Chufa, einem Erfrischungsgetränk aus Zucker sowie gemahlenen und eingeweichten Tigernüssen.

Erdmandel und Erdnuss verbindet bis auf den Ort ihrer Entwicklung kaum etwas. Doch auch die aus Südamerika stammende Erdnuss kann bei uns kultiviert werden. Erfahren Sie in unserem Spezialartikel mehr zur Botanik und dem Anbau der beliebten Hülsenfrucht.

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