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Erdnüsse: Anbau & Pflege der Erdnuss im eigenen Garten

Viele wissen nicht, dass Erdnüsse auch in unseren Breiten wachsen können. Wir zeigen, wie man Erdnüsse selber anbauen kann und was man dabei beachten muss.

Erdnusspflanze

Die kleine Erdnuss kann auch im eigenen Garten angebaut werden [Foto: NIKS ADS/ Shutterstock.com]

Die kleine Erdnuss (Arachis hypogeae) ist so alltäglich, dass sich kaum noch jemand Gedanken um ihre Herkunft und Eigenschaften macht – obwohl sie doch einen recht seltsamen Namen trägt. Im Folgenden finden Sie spannende Informationen rund um die Erdnuss und lernen, wie Sie diese auch im eigenen Beet oder Topf anbauen, vermehren, pflegen und schließlich ernten können.

Erdnüsse

Diese knackigen Nüsschen werden gern vor dem Fernseher geknabbert und geben vielen asiatischen Gerichten das gewisse Etwas. Die Fette der Erdnuss sind ungesättigt und sehr gesund. Auch optisch hat die Pflanze viel zu bieten: Während der Blütezeit ist sie übervoll mit leuchtend gelben Schmetterlingsblüten und im Anschluss ist die kuriose Wanderung der Fruchtstiele in den Boden zu beobachten. Gründe genug, den Anbau daheim einmal auszuprobieren.

Erdnüsse in einer Schüssel

Als gesunder Snack oder in asiatischen Gerichten macht sich die Erdnuss besonders gut [Foto: kram9/ Shutterstock.com]

Erdnüsse: Herkunft und Eigenschaften

Erdnüsse stammen aus den mäßig trockenen Zonen Südamerikas. Es existieren insgesamt 69 verschiedene Arten mit lokaler Bedeutung, aber nur eine Art davon begegnet uns im Supermarkt. Die Anbaugebiete liegen heute in verschiedenen tropischen und subtropischen Zonen der Welt.

Die Erdnuss ist eine Pflanze voller Überraschungen. Zunächst einmal ist sie botanisch betrachtet gar keine Nuss, sondern zählt wie Bohnen und Erbsen zu den Hülsenfrüchten (Fabaceae). Auf diese Verwandtschaft deutet auch der englische Name „peanut“ hin, der so viel bedeutet wie „Erbsen-Nuss“. Der deutsche Name Erdnuss und der Artname hypogeae (lat. unterirdisch) deutet auf eine weitere Besonderheit der Pflanze hin: Die unterirdische Entwicklung der Nüsse.

Erdnusspflanze

Die Erdnuss ist eigentlich keine Nuss; Sie zählt zu den Hülsenfrüchten [Foto: nednapa/ Shutterstock.com]

Die Erdnusspflanze ist krautig und einjährig. Sie bildet in der Regel eine ausgeprägte Pfahlwurzel und zahlreiche Seitentriebe, die je nach Subspezies eher aufrecht oder kriechend angesetzt sind. Die Entwicklung und Fruchtbildung dauert etwa 180 Tage. In der ein- bis zweimonatigen Blütezeit öffnen sich in den Blattachseln beständig neue gelbe Blüten oder Blütenbüschel.

Wie kommt die Erdnuss in die Erde?

Sehr bald nach dem Erscheinen einer gelben Blüte verwelkt diese schon wieder. Anschließend wölbt sich die Basis des Fruchtblattes vor und bildet das 1 bis 20 Zentimeter lange Karpophor. Dieses krümmt sich abwärts, bis es den Boden erreicht, und bohrt sich in dessen oberste, lockere Schicht. Die Entwicklung des Samens im Boden wird Geokarpie genannt und hat den Zweck, die Samen vor Fressfeinden zu schützen und den Standort der Mutterpflanze zu übernehmen. Anders als andere Pflanzen zielt die Erdnuss also nicht auf eine weite Verbreitung ab, vielmehr sollen die offenbar guten Wuchsbedingungen eines lokalen Standortes genutzt werden.

Erdnusspflanzen mit Blüten

Die gelben Blüten verwelken bald schon wieder und das Karpophor wird gebildet [Foto: Ema L/ Shutterstock.com]

Erdnüsse kaufen: Darauf ist zu achten

Erdnüsse werden zwar gelegentlich als vorkultivierte Pflanzen verkauft, üblich ist jedoch die Anzucht aus Samen. Wenn Sie eine keimfähige, rohe Erdnuss bestellen möchten, werden Sie in diversen Samen-Online-Shops fündig. Auch im Zoo-Handel und in einigen Vogelfuttersorten sind rohe Erdnüsse zu finden. Hierbei handelt es sich natürlich nicht um ausgesuchte Sorten und auch die Toleranz gegenüber dem gemäßigten Klima ist unklar. Die Anzucht aus Supermarkt-Erdnüssen wird leider nicht glücken. Denn zum Verzehr sind in Deutschland nur geröstete Erdnüsse verkäuflich, da sie durch pflanzeneigene Abwehrstoffe im rohen Zustand nicht in größeren Mengen verzehrbar sind. Würde man sie dennoch essen, käme es zu erheblichen Verdauungsbeschwerden.

Keimende Erdnüsse

Da die Erdnüsse aus dem Supermarkt behandelt sind, können sie nicht so wie hier auskeimen und eignen sich nicht zum Anpflanzen [Foto: vfhnb12/ Shutterstock.com]

Tipp: Die Erdnuss ist eine der am stärksten mit Mykotoxinen (griech. mykes = Pilz) belasteten Kulturen weltweit. Mykotoxine werden von Schimmelpilzen gebildet, die auf rohen Erdnüssen leicht wachsen können. Einige dieser Toxine rufen auch in kleinen Dosierungen Schäden hervor, die bis zum Tod führen können. Die zügige Zubereitung durch Rösten oder Kochen verhindert Pilzbefall, indem Sporen abgetötet werden. Bereits gebildete Mykotoxine lassen sich so jedoch nicht zerstören.

Erdnüsse anbauen

Erdnusspflanzen benötigen mindestens 180 frostfreie Tage, um neue Samen zu entwickeln. Gerade im kühleren Norddeutschland ist die Kultur im Freiland nicht sehr erfolgsversprechend, während die Bedingungen in südlicheren Gefilden deutlich geeigneter sind. Wir erklären alles rund um Standort, Aussaat und Pflege der Erdnuss.

Wann Erdnüsse anpflanzen?

Erdnüsse mögen es warm, sonst keimen sie nicht. Im Haus wird Anfang April ausgesät, ab Mitte Mai werden die vorgezogenen Pflanzen dann an ihren Endstandort versetzt. Die Aussaat im Freiland erfolgt zwischen Ende Mai und Anfang Juni.

Der richtige Standort für Erdnusspflanzen

Grundsätzlich kann die Erdnuss im Innenraum sehr gut kultiviert werden. Sie liebt dort einen warmen, vollsonnigen Platz und kommt in der Regel auch mit direkter Sonneneinstrahlung zurecht.

Erdnusspflanze

Die Erdnusspflanze bevorzugt einen warmen und sonnigen Standort [Foto: shinja jang/ Shutterstock.com]

Im Freiland sollte die Lage ebenfalls geschützt, warm und sonnenexponiert sein. Ein lockerer, humusreicher und dunkler Boden, der nicht zu stark gedüngt wurde, ist am besten für die Erdnusspflanze geeignet, denn er erwärmt sich schnell und führt Wasser gut ab. Optimal sind Temperaturen von 25 bis 28 °.

Erdnüsse ins Beet pflanzen

Für die Kultur im Beet haben Sie zwei Möglichkeiten: Die Vorkultur im Haus oder die Direktsaat. Die Vorkultur erfolgt ab Anfang April im Haus. Pro 10 Zentimeter großen Topf können vier bis fünf Samen ausgesät werden. Lassen Sie den Samen über Nacht in einem Wasserbad quellen, um die Keimwilligkeit zu verbessern. Anschließend wird die Erdnuss etwa einen Zentimeter tief in nährstoffarmes Anzuchtsubstrat abgelegt und dünn mit Sand bedeckt. Von nun an sollte der Samen stets leicht feucht gehalten werden. Der Anzuchttopf sollte bei 20 bis 25 °C und hell aufgestellt werden. Bis zur Keimung können fünf bis acht Tage vergehen. Sobald die Keimlinge eine Höhe von fünf Zentimetern erreicht haben, können sie gelegentlich ins Freie gestellt werden – allerdings nur bei Temperaturen über 15 °C. Sobald sie etwa 10 Zentimeter groß sind, pflanzen Sie die Erdnusspflanzen in leicht gedüngtes Substrat in Töpfe mit 30 Zentimeter Durchschnitt. Sie sollten die Erdnuss solange im warmen Haus kultivieren, bis die Außentemperaturen regelmäßig über 20 °C liegen. Frühestens Mitte Mai können die Erdnusspflänzchen dann im Abstand von etwa 25 Zentimetern in beinahe jeden Gartenboden gepflanzt werden – nur Staunässe ist ein Ausschlusskriterium.

Keimling einer Erdnusspflanze

Von der Aussaat bis zur Keimung benötigt die Erdnuss ca. 5 bis 8 Tage [Foto: Stock2You/ Shutterstock.com]

Erdnüsse können in sehr milden Regionen Deutschlands auch direkt ins Beet ausgesät werden. Da die Keimung erst ab Temperaturen über 18 °C überhaupt stattfinden kann, sollten Sie jedoch besser den Mai verstreichen lassen, ehe Sie die Erdnuss ins Beet säen. Hier kann ein Frühbeet nützlich sein, um Feuchtigkeit und Wärme an den Samen zu halten.

Erdnüsse im Topf pflanzen

Die reine Topfkultur ist in der Regel erfolgversprechender als die Freilandkultur. Bei sonnigem Wetter auf den Balkon gestellt und bei kühlen Temperaturen ins Haus geholt, genießt die Erdnuss im Topf optimalere Wuchsbedingungen als im Freiland. Bei der Vorkultur gehen Sie ebenso vor, als würden Sie die Pflanzen später ins Beet pflanzen. Benutzen Sie Gemüseerde und mischen Sie diese mit Perlit oder Sand, um die Drainage zu verbessern. Der Abfluss aus dem Topf muss mit Tonscherben oder Kieseln am Boden des Topfes gewährleistet sein, um Staunässe zu verhindern. Bedenken Sie, dass der Topf gemäß dem Pflanzabstand mindestens 25 Zentimeter Durchmesser haben muss, wenn eine Erdnuss darin Platz finden soll.

Erdnusspflanzen im Topf

Auch in einem großen Topf können die Erdnüsse gezogen werden [Foto: BabyRhino/ Shutterstock.com]

Erdnüsse pflegen

Halten Sie den Boden rings um die Pflanze stets locker, sodass die Karpophore gut eindringen können. An diesen bilden sich im Boden die Erdnüsse. Sobald alle Karpophore in den Boden eingesenkt sind und keine neuen Blüten mehr gebildet werden, können Sie die Pflanzen leicht anhäufeln und mit einer schützenden Mulchschicht umgeben.

Erdnüsse gießen

Beim Wässern sollten Sie nicht zu großzügig sein, befeuchten Sie stets nur die oberen Zentimeter der Erde und lassen Sie diese auch gelegentlich trockenfallen. Welkeerscheinungen sollten Sie natürlich vermeiden. Dank ihrer langen Pfahlwurzel kann die Erdnuss sich gut mit Wasser versorgen.

Erdnüsse düngen

Erdnüsse stellen keine besonderen Ansprüche an den Boden, in dem sie wachsen. Eine Düngung kann dennoch unterstützend für die Fruchtbildung wirken. Nach einer Vorkultur im Haus kann am Endstandort ab Juni alle zwei Wochen eine kleine Menge organischen Düngers verteilt werden, bis die Ernte im September beginnt. Auch unser Plantura Bio-Tomatendünger wäre zum Düngen der Erdnuss hervorragend geeignet.

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Erdnüsse vermehren

Erdnüsse als einjährige Samenpflanzen lassen sich über die neu entstehenden Samen vermehren. Dies ist auch die übliche Vermehrungsweise am Naturstandort. Würden die Samen nicht ausgegraben, sondern im Boden belassen, würden sie dort auch keimen. Da Erdnüsse zur Selbstbefruchtung neigen, ist sogar nur eine einzige Pflanze nötig, um Samen zu erzeugen.

Tipp: Die Erdnuss hat noch eine weitere Besonderheit: Die Erdnussfrucht ist in der Lage, Wasser und Nährstoffe aus dem umgebenden Substrat aufzunehmen. Auf diese Weise kann sie auch dann noch weiter reifen und wachsen, wenn sie vom Karpophor der Mutterpflanze getrennt .

Erdnüsse ernten und lagern

Von der Aussaat bis zur Ernte braucht die Erdnuss etwa sechs Monate. Wurde also Anfang April im Haus ausgesät, kann im September geerntet werden. Sobald die Erdnüsse bereit für die Ernte sind, welkt die Mutterpflanze und wird gelb. Zum Beispiel mit einer Grabegabel können Sie nun die gesamte Pflanze aus dem Boden heben, anschließend wird die Erde abgeschüttelt und die gesamte Pflanze für zwei Wochen zum Trocknen aufgehängt. Nach Ablauf dieser Zeit können die Hülsen vom Karpophor gelöst werden, sie werden nun noch weitere zwei Wochen getrocknet.

Ernte einer Erdnusspflanze

Von der Aussaat bis zur Ernte benötigt die Erdnuss etwa sechs Monate [Foto: benjamas11/ Shutterstock.com]

Bedenken Sie bitte, dass rohe Erdnüsse nicht gut bekömmlich sind und dass auf ihnen leicht gesundheitsschädliche Schimmelpilze Fuß fassen können. Gehen Sie daher bald nach dem Trocknen zur Verarbeitung über. Das Rösten der geschälten Erdnüsse in der Pfanne erfolgt bei mittlerer Hitze ohne Öl und dauert etwa 15 bis 25 Minuten, je nach Füllhöhe der Pfanne. Das Rösten im Ofen geschieht bei 150 °C auf einem Backpapier und dauert etwa eine Stunde. So zubereitet können Erdnüsse in einem luftdichten Behälter kühl, trocken und dunkel einige Zeit gelagert werden. Wer die Erdnüsse einfriert, kann bis zu einem Jahr lang immer wieder Teile seiner schmackhaften Ernte auftauen, um sie für Soßen und andere Rezepte zu verwenden.

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