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Etagenzwiebel pflanzen, pflegen & ernten

Die Etagen- oder Luftzwiebel ist eher selten anzutreffen. Mit ihrem markanten Aussehen, den vielseitig verwendbaren Pflanzenteilen und der einfachen Pflege ist sie jedoch eine Bereicherung für jeden Garten.

Etagenzwiebel
Luftzwiebeln sind lustige Hingucker in jedem Garten [Foto: Olha Solodenko/ Shutterstock.com]

Die Etagenzwiebel (Allium x proliferum oder Allium cepa var. viviparum) ist schon etwas eigenartig anzusehen: Die kleinen Zwiebelchen bilden sich nicht unter der Erde, sondern oberirdisch an Stängeln, wo sie direkt austreiben und so mehrere „Etagen“ bilden. Dieser Tatsache hat die Etagenzwiebel ihren Namen zu verdanken. Doch nicht nur optisch hat die Luftzwiebel einiges zu bieten. Auch in der Küche können Teile der Pflanze fast das ganze Jahr über verwendet werden. In diesem Artikel erfahren Sie alles über den Anbau von Etagenzwiebeln, vom Pflanzen bis zur Ernte und Verwendung.

Etagenzwiebel: Herkunft und Eigenschaften

Die Etagenzwiebel, auch Luft- oder Ägyptische Zwiebel genannt, ist ein eher unbekannter Vertreter der Gattung Allium. Die wohl ursprünglich aus Sibirien stammende Zwiebelart ist auch bei uns winterhart und in milden Wintern sogar immergrün. Dann können die runden, hohlen Blätter von Luftzwiebeln ganzjährig geerntet werden. Die Pflanzen können bis zu 80 cm hoch werden und bilden ab Juni bis in den September hinein statt Blüten kleine Brutzwiebeln (Bulbillen). Es passieret nicht selten, dass diese am Stiel austreiben und so eine zweite, manchmal sogar eine dritte Etage bilden. Neigt sich der Sommer dem Ende zu, knicken die Stängel ab und die Brutzwiebeln sinken zu Boden. Dort wurzeln sie an und stellen so die Vermehrung der Mutterpflanze sicher. Das schlägt sich auch in einer der lateinischen Bezeichnungen nieder: Viviparum” bedeutet in etwa „lebend gebärend“.

Brutzwiebeln der Etagenzwiebel
Statt über Samen vermehren sich Etagenziebeln über kleine Brutzwiebeln. [Foto: sonnee101/ Shutterstock.com]

Etagenzwiebel pflanzen

Etagenzwiebelpflanzen können im Spezialitätenhandel erworben werden. Oft werden aber auch die kleinen Brutzwiebeln von Gärtner zu Gärtner weitergereicht. Aus Samen können Etagenzwiebeln nicht gezogen werden, da die Pflanze nicht blüht und somit auch kein Saatgut bildet.

Etagenzwiebeln sind Schwachzehrer und haben sehr geringe Ansprüche an den Standort. Sie bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte auf kalkhaltigen, humosen und lockeren Böden, deren pH über 6,5 liegen sollte.

Wichtig: Halten Sie eine mindestens 4-jährige Anbaupause zwischen der Pflanzung der Etagenzwiebel und anderen Lauchgewächsen wie Zwiebel, Lauch und Frühlingszwiebeln ein, sonst kann es zu Fruchtfolgekrankheiten kommen.

Sie können Luftzwiebeln auch in einem Topf ab 10 Litern Volumen anbauen. Hierzu empfehlen wir unsere Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde, da sie eine lockere Struktur und einen hohen Kaliumgehalt hat – beides ist wichtig für gesunde, aromatische Zwiebelpflanzen. Zusätzlich ist die Erde torffrei und wird nachhaltig in Deutschland hergestellt. Die Erde sollte durch das Beimischen von 30 % Sand abgemagert werden, was auch für einen besseren Wasserablauf sorgt. Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen von Etagenzwiebeln ist entweder im Spätsommer ab August.

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Brutzwiebeln pflanzen Schritt für Schritt:

  • Bereiten Sie den Boden des Beetes gut vor, indem Sie ihn von Unkraut befreien und durch Hacken auflockern.
  • Böden in unseren Regionen versauern natürlicherweise mit der Zeit. Ein Faktor, der diesen natürlichen Prozess noch verstärkt, ist zum Beispiel das Düngen. Daher kann es hilfreich sein, vor der Pflanzung etwas Kalk, wie unseren Plantura Bio-Rasen- & Gartenkalk, in den Boden einzuarbeiten. Sind Sie sich unsicher, ob ein Kalkung nötig ist, sollten Sie zunächst den pH-Wert Ihres Bodens bestimmen
  • Legen Sie die Brutzwiebeln im Abstand von 30 – 40 cm auf die Erde und drücken Sie die Zwiebeln leicht an. Alternativ kann man die Zwiebeln auch ungefähr 5 cm tief in den Boden stecken.
  • In der folgenden Zeit ist es wichtig darauf zu achten, dass der Boden nicht austrocknet. Doch auch zu nass sollte es um die Zwiebel nie sein, denn dann kann es passieren, dass die Zwiebel zu faulen beginnt und nicht austreibt.
Brutzwiebeln in der Erde
Die Brutzwiebeln können entweder etwas in die Erde gesteckt oder nur angedrückt werden [Foto: DedovStock/ Shutterstock.com]

Tipp: Verwenden Sie zum Pflanzen am besten Brutzwiebeln, die noch nicht ausgetrieben haben und gesund aussehen. So sind die Chancen für ein gutes Anwachsen größer.

Die richtige Pflege

Etagenzwiebeln sind pflegeleicht. Wie alle Zwiebeln gehören sie zu den Schwachzehrern und benötigen normalerweise keinen Dünger. Vor allem bei stickstoffbetonten Düngern sollte man aufpassen: Zu viel Stickstoff verstärkt unter anderem das vegetative Wachstum, somit wird weniger Zwiebelmasse gebildet. Gegebenenfalls kann im Frühjahr jedoch ein kalihaltiger Dünger ausgebracht werden. Kalium ist ebenfalls ein wichtiger Pflanzennährstoff, der zum Beispiel im Wasserhaushalt eine wichtige Rolle spielt und die Pflanzen standfester, krankheits- und frostfester macht.
Auch gegossen werden müssen Luftzwiebeln nur während länger anhaltenden Trockenperioden.
Vor allem zu Beginn des Wachstums kann es noch nötig sein, ab und an um die wachsenden Zwiebelpflanzen Unkraut zu entfernen.

Tipp: Altes und verwelktes Laub kann regelmäßig entfernt werden, um neuen Stängeln genug Platz zu schaffen. Ein wichtiger Schädling der Etagenzwiebel ist die Zwiebelfliege (Delia antiqua), der Larven an den unterirdischen Pflanzenteilen fressen. Die Schloten können hierdurch instabil werden und umknicken. Befallene Pflanzen sollten sie entfernen und über einen neuen Standort für die Etagenzwiebel nachdenken.

Etagenzwiebel vermehren

In der Natur vermehren sich Etagenzwiebeln über die Brutzwiebeln, die an den Stängeln der Pflanze sitzen. Irgendwann ist das Gewicht der kleinen Zwiebelchen so hoch, dass der Stängel umknickt und die Zwiebeln zu Boden sinken. Dort wurzeln sie, treiben aus und bilden neue Pflanzen.
Da die Etagenzwiebel keine Blüten und Samen bildet kann man sie nur vegetativ vermehren – entweder durch Teilung der Mutterzwiebel oder über die Brutzwiebeln. Dabei kann man einfach der Natur freien Lauf und die Pflanze sich selbst vermehren lassen oder man erntet die Zwiebeln und steckt sie selbst in den Boden. Hierfür ist der beste Zeitpunkt der August, wenn die Brutzwiebeln reif und stark geworden sind.
Eine weitere Methode zur Vermehrung von Etagenzwiebeln ist das Teilen der Mutterzwiebel. Die Pflanze bildet im Zuge der Einlagerung von Reservestoffen mehrere Nebenzwiebeln. Diese können im Herbst ebenfalls ausgegraben und einzeln an neuen Standorten eingepflanzt werden.

Brutzwiebel
Natürlicherweise werden die Brutzwiebeln irgendwann so schwer, dass der Stängel umknickt. [Foto: avoferten/ Shutterstock.com]

Sind Luftwiebeln winterhart?

Etagenzwiebeln sind winterhart und mehrjährig. Das bedeutet, dass sie den Winter im Beet gut überstehen und im neuen Jahr wieder austreiben. Ist der Winter mild, bleibt die Pflanze sogar grün und man kann weiter die schlotenartigen Stängel ernten.
Hat man die Etagenzwiebel im Topf angebaut, sollte dieser jedoch vor Frost geschützt werden, indem man ihn isoliert und windgeschützt platziert.

Ägyptische Zwiebel
Auch die kalte Jahreszeit überstehen Etagenzwiebeln meist ohne Probleme [Foto: Orest lyzhechka/ Shutterstock.com]

Etagenzwiebeln ernten und verwenden

Bei der Luftzwiebel sind alle Pflanzenteile essbar. Sowohl die Brutzwiebeln, die grünen Schloten, als auch die Mutterzwiebeln in der Erde. So kann fast das ganze Jahr über etwas von der Etagenzwiebel verwendet werden. Die grünen Schloten sollten nicht übermäßig geerntet werden, vor allem wenn die Pflanze noch Brutzwiebeln ausbilden soll. Die zwischen Juni und September gebildeten Brutzwiebeln können geerntet werden, sobald sie die gewünschte Größe erreicht haben. Erst im Herbst, ab Ende September können die restlichen Zwiebeln geerntet und direkt verwertet oder gelagert werden. Diese können unter geeigneten Bedingungen – also kühl, dunkel und vor allem sehr trocken – bis zum nächsten Frühjahr eingelagert werden. Dafür eignen sich jedoch nur Zwiebeln, die noch nicht ausgetrieben sind.

In der Küche können die Brutzwiebeln der Etagenzwiebel vielfältig eingesetzt werden, eignen sich aber aufgrund ihrer Größe zum Beispiel hervorragend zum Einlegen als Silberzwiebeln, aber auch roh, gebraten oder als Zwiebel-Gewürz. Ihr Geschmack wird als fein aromatisch, scharf und zwiebelig beschrieben, sodass Luftzwiebeln auch gerne in Pasta oder als Beilage zu Fleisch und Fisch Verwendung finden.
Die grünen Schloten eignen sich hervorragend als Schnittlauch- oder Frühlingszwiebelersatz. Von den Inhaltsstoffen stehen Etagenzwiebeln gewöhnlichen Zwiebeln in nichts nach. Die Verwendung von Etagenzwiebeln kann sich aufgrund der ätherischen Öle positiv aus Gefäßleiden wie Arteriosklerose und Bluthochdruck auswirken.

Zusammenfassung: Etagenzwiebeln ernten und verwenden

  • Alle Teile der Etagenzwiebel sind in der Küche verwendbar
  • Schloten ganzjährig ab dem Austrieb ernten und wie Frühlingszwiebel oder Schnittlauch nutzen
  • Zwiebelchen ab Juli erntereif, ab Ende September können sie zum Einlagern geerntet werden. Die Zwiebelchen können als ganzes verwendet und eingelegt, gebraten oder roh im Salat verzehrt werden.
Eingelegte Brutzwiebeln
Die kleinen Brutzwiebeln können wie Silberzwiebeln eingelegt werden. [Foto: neil langan/ Shutterstock.com]

Tipp: Wir empfehlen, im Sommer nicht alle Bulbillen an einer Schlotte zu entfernen, sondern ein paar an der Pflanze zu belassen, die dann eventuell eine nächste Etage bilden.

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