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Frühlingszwiebeln: Schneiden, Vermehren & Steckbrief

Frühlingszwiebeln sind pflegeleichte Gemüsepflanzen, die nahezu das ganze Jahr über geerntet werden können. Wir stellen die Lauchzwiebel im Steckbrief vor und geben Tipps zur richtigen Pflege.

Frühlingszwiebel-Blüten
Die Frühlingszwiebel oder Winterheckenzwiebel kann einjährig oder als mehrjährige Gemüsepflanze angebaut werden [Foto: Frank Bach/ Shutterstock.com]

Die Frühlingzwiebel (Allium fistulosum) ist eine besonders im asiatischen Raum verbreitete und beliebte Gemüseart. Wie Sie das mehrjährige Zwiebelgewächs auch bei uns erfolgreich kultivieren und pflegen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Frühlingszwiebeln: Herkunft und Eigenschaften

Die Frühlingszwiebel wird auch als Winterheckenzwiebel oder Lauchzwiebel bezeichnet. Sie gehört zur großen Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae), genauer in die Unterfamilie der Lauchgewächse (Allioideae). Ursprünglich stammt die Winterheckenzwiebel aus Asien, wo sie dank ihrer Winterhärte von Russland aus nach Mitteleuropa gelangte. Berichten zufolge wurde die Lauchzwiebel schon 2 000 Jahre vor unserer Zeitrechnung in China kultiviert. Bis heute ist die Frühlingszwiebel dort das wichtigste Zwiebelgewächs. Sie wird sogar in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Heilpflanze verwendet. In Europa ist die Nutzung dieser Zwiebelpflanze als mehrjährige Winterhecke üblich. Währenddessen wird die Pflanze in Asien eher einjährig als Lauchzwiebel angebaut und als Ganzes geerntet. Eine Auswahl der besten Frühlingszwiebel-Sorten für den mehr- oder einjährigen Anbau finden Sie in unserem Spezialartikel.

Die Winterheckenzwiebel wächst zu einer 50 – 80 cm hohen, mehrjährigen und horstigen Pflanze heran. Ihre röhrenförmigen Blätter sind gras- bis dunkelgrün gefärbt und können das ganze Jahr über geerntet werden. An der Basis bildet die Frühlingszwiebel keine richtige, rundliche Speicherzwiebel aus. Stattdessen geht die längliche Zwiebel direkt in die Blätter über und bildet so einen zylindrischen Schaft, der je nach Sorte weiß oder rötlich-pink gefärbt ist. Im zweiten Standjahr erscheint zwischen Juni und August die Blüte der Frühlingszwiebel. Sie ist ebenso essbar wie der Rest der Pflanze. Die runden Blütenstände der Lauchzwiebel bestehen aus vielen Einzelblüten, die endständig auf einem röhrenartigen Blütenstiel thronen. Allerlei Insekten, allen voran Bienen (Apis), bestäuben im Sommer emsig die Blüten. Nach der Bestäubung bilden sich zahlreiche, abgeflachte und kantige schwarze bis dunkelbraun-graue Samen aus. Diese sitzen in dreifächrigen Kapseln, welche bei Reife trocken werden und aufreißen, sodass die Samen herausfallen.

Winterzwiebel-Blüten
Die Blüten der Lauchzwiebeln werden gerne von Bienen und anderen Insekten besucht [Foto: Roman_Efimovich/ Shutterstock.com]

Unterschiede zwischen Frühlingszwiebeln, Lauchzwiebeln & Co.

Da es für die Lauch- und Zwiebelgewächse oftmals viele Synonyme gibt, ist manchmal nicht ganz klar, um welche Art es sich nun handelt. Die wichtigsten Vertreter der Allioideae neben der Frühlingszwiebel sind die Küchenzwiebel (Allium cepa), der Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Knoblauch (Allium sativum) und Porree (Allium ampeloprasum).

Lauch und Frühlingszwiebel besitzen ein ähnliches Aussehen, jedoch gibt es einen deutlichen Unterschied: Der Lauch bildet abgeflachte statt röhrenförmiger Blätter sowie einen deutlich dickeren Stamm aus. Der Name Lauchzwiebel ist nur ein Synonym für Allium fistulosum, da bei der Frühlingszwiebel genau wie bei Lauch die gesamte Pflanze geerntet wird.

Bei der Sortenauswahl kann es schnell zu Verwirrung kommen, denn auch Küchenzwiebelsorten, die erst sehr spät eine richtige Speicherzwiebel bilden, können als „Frühlingszwiebel“ angebaut werden. Diese Sorten der Art Allium cepa werden dabei frühzeitig als Jungzwiebel komplett abgeerntet. Sie sind nicht winterhart und bilden keinen Horst mit Tochterpflanzen aus. Ein solcher Horst ist eine Ansammlung vieler genetisch identischer Pflanzentriebe, wobei jeder Trieb eine eigenständige Pflanze bilden kann. Die Lauchzwiebel hingegen ist gar nicht in der Lage, eine dicke Zwiebel zu bilden. Es bleibt bei der leichten, typischen, zylindrischen Verdickung. Mehr Wissenswertes zur Unterscheidung der Zwiebelgewächse finden Sie hier.

Ein Bund Frühlingszwiebeln
Lauchzwiebeln bilden röhrenartige Blätter und einen langen Schaft statt einer Zwiebel aus [Foto: Maly Designer/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege

Beim Anbau von Frühlingszwiebeln sollte neben optimalen Standortbedingungen und der richtigen Pflanzung oder Aussaat auch auf die Pflege geachtet werden. Wir stellen die wichtigsten Maßnahmen vor.

Gießen und Düngen

Bei der Wasserversorgung ist die Frühlingszwiebel nicht besonders anspruchsvoll, sofern der Standort stimmt. Frisch gesäte oder gepflanzte Frühlingszwiebeln benötigen jedoch regelmäßige Wassergaben, bis sie ein ausreichend großes Wurzelsystem gebildet haben. Vermeiden Sie dabei in jedem Fall Staunässe. In heißen Sommern sollten auch mehrjährige, bereits etablierte Pflanzen bewässert werden.

Zwiebelgewächse wie die Lauchzwiebel zählen zu den Mittel- bis Schwachzehrern. Eine Düngung im Frühjahr mit reifem Kompost oder einem vorwiegend organischen Langzeitdünger, wie unserem Plantura Bio-Tomatendünger, reicht in der Regel für das ganze Jahr aus. Das Granulat wird rund um die Pflanzenhorste ausgebracht und oberflächlich eingearbeitet. Bodenorganismen setzen im Laufe von Wochen die Nährstoffe schonend und gleichmäßig frei. Eine Überdüngung oder Bodenbelastung, wie sie bei mineralischen Düngemitteln schnell entsteht, wird somit effektiv vermieden. Kultivieren Sie Ihre Frühlingszwiebel nur einjährig, wird der Dünger direkt bei der Aussaat oder Pflanzung vorgezogener Jungpflanzen zugegeben.

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Frühlingszwiebeln schneiden

Lauchzwiebeln sollten Sie nur dann schneiden, wenn Sie die Blätter ernten oder um die Selbstaussaat zu vermeiden. Wichtig bei der Ernte der Frühlingszwiebeln ist, dass Sie sie nicht zu tief abschneiden. Das Wachstumszentrum der Pflanze muss erhalten bleiben, damit sie erneut austreiben kann. Lassen Sie beim Schneiden der Frühlingszwiebeln daher mindestens 5 cm des Schafts stehen. Ein weiterer Grund, die Lauchzwiebeln zu schneiden, ist das Aussamen. Denn die reifen Samen fallen leicht herab und bilden Sämlinge. Um dem vorzubeugen, sollten Sie die Blütenstände nach der Blüte Anfang August mit einer Gartenschere oder einem Messer von ganz unten herausschneiden.

Häufige Schädlinge und Krankheiten

Winterheckenzwiebeln sind robuste und widerstandsfähige Zwiebelgewächse. Sie werden nur selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Bei anhaltender Feuchtigkeit kann aber gelegentlich Falscher Zwiebelmehltau (Peronospora destructor) auftreten. Auch die Zwiebelfliege (Delia atiqua) kann größere Schäden verursachen. Vermeiden Sie frischen Kompost, da dieser den Befall mit der Zwiebelfliege begünstigt. Die beste Prävention ist eine Mischkultur mit Doldenblütlern (Apiaceae) wie Karotten (Daucus carota) oder Pastinaken (Pastinaca sativa).

Sind Lauchzwiebeln winterhart?

Die meisten erhältlichen Sorten der Frühlingszwiebel sind winterhart. Jedoch sind manche asiatische Lauchzwiebel-Sorten deutlich wärmebedürftiger. Achten Sie beim Kauf auf die Winterhärte oder Nutzung der jeweiligen Sorte, denn nicht winterharte werden häufig nur zum einjährigen Anbau empfohlen. Empfindlichere asiatische Sorten sollten entweder im geschützten Gewächshaus oder Folientunnel überwintert oder im Freiland mit einer schützenden Mulchschicht aus Laub vor Frost geschützt werden.

Frühlingszwiebeln vermehren

Um Lauchzwiebeln zu vermehren, müssen die Pflanzen mindestens zwei Jahre angebaut werden, denn erst im zweiten Jahr bilden sich Blütenstände aus. Wählen Sie im Herbst vier bis fünf gesunde, kräftige Pflanzen oder einen Horst aus, von welchen Sie im Folgejahr Saatgut erhalten möchten. Da sich Frühlingszwiebeln mit Küchenzwiebeln kreuzen können, sollte ein Pflanzabstand von 200 Metern zwischen blühenden Zwiebeln und auch anderen Lauchzwiebel-Sorten eingehalten werden. Nur so können sortenechte Frühlingszwiebel-Samen geerntet werden. Zwischen Juni und August blühen die Winterheckenzwiebeln und bilden anschließend zahlreiche Samen aus. In unseren Klimaten reifen sie bis etwa Ende August aus und fallen dann leicht aus dem Blütenstand heraus. Daher sollten Sie die Samenstände ernten, wenn sich die Hüllblätter sich braun verfärben. Die ersten schwarzen Samen sind dann bereits sichtbar. Zur Samengewinnung stülpt man eine Tüte über den Samenstand, biegt ihn nach unten und schneidet den Stängel dann ab. Herausfallende Samen werden hierbei direkt aufgefangen. Im Haus bei Zimmertemperatur sollten die Samenstände luftig in einer Kiste oder Ähnlichem nachtrocknen, wobei die meisten Samen bereits herausfallen. Zwiebelsamen sind bei trockener, dunkler und kühler Lagerung etwa ein bis zwei Jahre lang haltbar.

Tipp: Bei selbstgeernteten Frühlingszwiebel-Samen können viele taube, also keimunfähige, Samen dabei sein. Diese lassen sich in einer Schüssel mit Wasser leicht herausfiltern, da sie oben aufschwimmen. Die restlichen Samen sollten anschließend vor dem Einlagern gut getrocknet werden.

Anbau von Frühlingszwiebeln
Horste der Frühlingszwiebeln können geteilt werden [Foto: Vanatchanan/ Shutterstock.com]

Neben der Saatgutvermehrung ist das Vermehren von Frühlingszwiebeln auch über die Stockteilung möglich. Die Winterheckenzwiebel bildet einen Horst, der im Herbst oder Frühjahr geteilt werden kann. Zur Teilung gräbt man ihn gänzlich aus und teilt ihn per Hand vorsichtig in passend große Teilstücke auf, ohne die Wurzeln zu schädigen. Anschließend werden die Pflanzen an einem passenden Standort eingesetzt und gewässert. Ein Horststück sollte nicht weniger als drei Triebe besitzen, damit es sicher wieder anwächst.

Die Etagenzwiebel (Allium x proliferum beziehungsweise Allium cepa var. viviparum) bildet statt Blüten junge Zwiebeln aus. Wir stellen die kuriose Zwiebelpflanze vor und geben Tipps zum erfolgreichen Anbau.

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