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Frühlingszwiebel: Überblick und Informationen zur gesunden Mini-Zwiebel

Frühlingszwiebeln gehören zu den gesündesten Gemüsesorten und sind vielseitig in der Küche einsetzbar. Wir geben Tipps zum Anbau, Ernten und Lagern.

Frühlingszwiebeln im Bund

Frühlingszwiebeln sind auf Grund ihres feinen Aromas in der Küche sehr beliebt [Foto: Tim SacktonCC BY-SA 2.0]

Ein Gemüse, das fast auf der ganzen Welt bekannt ist, ist die Zwiebel. Und das auch zurecht! Denn Zwiebel sind nicht nur lecker und geben jedem herzhaften Gericht den letzten Pfiff, sie sind auch sehr gesund. Eine Zwiebelform, mit einem besonders feinen Zwiebelaroma, ist die Frühlingszwiebel (Syn.: Lauchzwiebel, Winterhecke, Allium fistulosum). Diese besonders im asiatischen Raum verbreitete Zwiebelform gehört zur großen Familie der Lauch-Gewächse (Allium). Den Ursprung soll das Zwiebelkraut im Orient haben. Die winterharte Frühlingszwiebel begann ihren Einzug nach Europa allerdings von Russland aus. Es gibt aber auch Berichte, dass die Zwiebel schon 2.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung in China kultiviert wurde. Je nach Region unterscheidet sich auch das Erscheinungsbild der Frühlingszwiebeln. Im asiatischen Raum wird meistens eine Form angebaut, die eher an Schnittlauch erinnert und sehr fein im Geschmack ist. Bei uns werden hingegen kräftigere Frühlingszwiebeln bevorzugt, die es mittlerweile auch in Rot (Sorten: Red Toga und Rote von Florenz) oder anderen Farben gibt.

Unterschied: Frühlingszwiebel, Lauchzwiebel, Lauch und normale Zwiebel

Da es für die Lauch- und Zwiebelgewächse viele irreführende Namen gibt, ist es manchmal nicht ganz klar, welche Bezeichnung für welches Gemüse nun richtig ist. Wichtigste Vertreter der Allium-Familie (neben der Frühlingszwiebel) sind unter anderem die Küchenzwiebel (Allium cepa), Schnittlauch (Allium schoenoprasum), Knoblauch (Allium sativum), Porree (Allium ampeloprasum) und der Bärlauch (Allium ursinum). Manchmal kriegt man zu hören, dass die Frühlingszwiebel nur eine früh geerntete Küchenzwiebel sei – das stimmt so aber nicht. Denn die Frühlingszwiebel, von Fachleuten auch Winterzwiebel genannt, ist nicht in der Lage, eine dicke Zwiebel zu bilden. Es bleibt bei der typischen zylindrischen leichten Verdickung. Trotzdem sind auch die Blätter der normalen Küchenzwiebel essbar und können genauso gut in der Küche verwendet werden. Beim echten Lauch (Syn.: Porree) handelt es sich zwar um eine nah verwandte Pflanze der Frühlingszwiebel, aber auch hier gibt es einen deutlichen Unterschied: Der echte Lauch bildet abgeflachte Blätter und keine röhrenförmigen Blätter, wie es die Zwiebel und die Frühlingszwiebel machen. Der Name Lauchzwiebel ist nur ein Synonym für Frühlingszwiebeln, daher handelt es sich um die gleiche Pflanze.

Mehr Wissenswertes zur Unterscheidung dieser Vertreter finden Sie hier.

Frühlingszwiebeln: Aussaat und Anbau im eigenen Garten

Frühlingszwiebeln sollten in keinem Garten fehlen, denn die Kultur ist nicht besonders schwierig und frische Frühlingszwiebeln aus dem eigenen Garten schmecken einfach am besten. Sie können außerdem große Mengen von ein und derselben Pflanze über mehrere Jahre ernten.

Vermehrung

Üblicherweise werden Frühlingszwiebeln durch Saatgut vermehrt. Wegen ihrer extremen Winterhärte kann die Frühlingszwiebel schon zeitig im Frühjahr ausgesät werden. Die Keimung dauert dann zwar etwas länger (bis zu 14 Tage), dafür können Sie sich schon früh in der Saison am ersten Gemüse erfreuen. Für eine noch frühere Ernte können die Frühlingszwiebeln auch schon im Herbst ausgesät werden. Die kleinen Frühlingszwiebeln haben nämlich kein Problem mit Frost und Schnee. Nach dem Winter können die Zwiebelgewächse direkt mit ihrem Wachstum beginnen und erreichen so schneller die Erntegröße. Für die Aussaat werden die feinen Samen einfach in Linien ausgestreut und leicht (0,5 cm) mit Erde bedeckt. Bedenken Sie dabei, dass die Frühlingszwiebeln später einen Abstand von 2 cm in der Reihe und 2,5 cm zwischen den Reihen haben sollten. Sähen Sie also lieber ein paar mehr Samen aus und wenn die Pflanzen etwas größer sind, werden die Sämlinge auf den entsprechenden Abstand vereinzelt.

Neben der Vermehrung über Samen ist auch die vegetative Vermehrung möglich. Frühlingszwiebeln bilden einen Horst, der einfach geteilt werden kann. Ein Horst ist eine Ansammlung vieler Pflanzentriebe, wobei jeder Trieb eine eigenständige Pflanze werden kann.  Nach der Teilung werden die Horststücke einfach wieder eingegraben und das Wachstum lässt nicht lange auf sich warten. Ein Horststück sollte nicht weniger als drei Triebe besitzen, damit es sicher wieder anwächst.

Frühlingszwiebel Hort

Aus diesem Hort können Teilstücke entnommen werden und zu neuen Pflanzen gedeihen [Foto: Eric ToensmeierCC BY 2.0]

Standort

Frühlingszwiebeln lieben leichte und sandige Erde. Ein schwerer Boden führt schnell zu Staunässe und die mögen Zwiebeln überhaupt nicht. Zusätzlich enthält ein schwerer Boden viele Nährstoffe. Frühlingszwiebeln sind aber Schwachzehrer und eine hohe Nährstoffversorgung führt zu einem faden Geschmack. Im Gegensatz dazu braucht die Frühlingszwiebel aber volle Sonne. Desto sonniger der Standort, desto intensiver wird später das Zwiebelaroma. Wenn dann noch Temperaturen zwischen 15 und 20 °C herrschen, hat die Zwiebel optimale Wachstumsbedingungen.

Frühlingszwiebel als Mischlutur mit Mangold im Beet

Die Frühlingszwiebel eignet sich hervorragend als Mischkultur [Foto: lebenswandel – VeränderungCC BY-SA 2.0]

Natürlich kann die Frühlingszwiebel auch in einem Hochbeet oder im Topf kultiviert werden. Allerdings bietet die Frühlingszwiebel im Topf keinen besonders schönen Zierwert und der Platz im Hochbeet sollte für Pflanzen reserviert werden, die mehr Pflege bedürfen. Der Lauchzwiebel genügt ein möglichst unkrautfreies Beet. Auch als Mischkultur eignet sich die Frühlingszwiebel gut. Da sie anfangs nur langsam wächst und auch nicht besonders groß wird, beschattet sie andere Kulturen nicht oder nur unmerklich. Andere kleine Pflanzen wie Spinat oder Radieschen können deswegen sehr gut neben dem Zwiebelgewächs gedeihen.

Gießen und Düngen

Bei der Wasserversorgung ist die Frühlingszwiebel nicht besonders anspruchsvoll. Nur bei längerer und warmer Witterung ohne Regen sollte zusätzlich gegossen werden. Vermeiden Sie dabei aber in jedem Fall Staunässe.

Auch bei der Nährstoffversorgung sollten Sie sich lieber zurückhalten. Vermeiden Sie frischen Kompost, da dieser den Befall durch die Zwiebelfliege begünstigt. Bei der Aussaat im Herbst sollte auch generell auf Stickstoff verzichtet werden. Düngen Sie nur leicht mit Kalium und Phosphat. Im Frühling darf dann auch mit etwas Stickstoff gedüngt werden. Es kann zudem sinnvoll sein, die Düngergabe auf viele kleine Gaben aufzuteilen. Denn aus leichter sandiger Erde werden Nährstoffe wie Nitrat besonders schnell ausgewaschen.

Noch mehr Tipps zum Anbau im eigenen Garten finden Sie hier.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Anzuchttöpfe:Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • NATUREN BIO Hornspäne: Hornspäne mit kombinierter Sofort- und Langzeitwirkung für alle Garten- und Balkonpflanzen. Gut pflanzenverträglich.

Frühlingszwiebelsorten: neue, altbewährte und robuste

Die Sortenauswahl bei den Frühlingszwiebeln ist relativ groß, allerdings sind die Unterschiede zwischen den meisten Sorten auch nicht besonders deutlich. Sorten wie Freddy, Tonda Musona, Pal, Ishikura, Negaro oder Totem (F1) sind Frühlingszwiebelsorten mit weißen Schaft und grünen Blättern, wobei die Sorte Freddy die gängigste und auch bekannteste ist. An dieser Stelle möchten wir Ihnen auch die Sorte Da Mazzi Bunching vorstellen. Bei dieser Sorte werden nur kleine Blätter ausgebildet, die meiste Energie geht in die Schaftbildung. Da der weiße Schaft sehr mild ist, eignet sich Da Mazzi Bunching insbesondere für Freunde des milden Zwiebelgeschmacks. Eine Sorte, die ebenfalls besonders erwähnt werden sollte, ist die Sorte Feast. Sie ist sehr hitzetolerant und eignet sich deswegen insbesondere für den Sommeranbau oder für Hobbygärtner mit schlechter Wasserversorgung.

Schauen Sie auch in unserer Sortenübersicht vorbei!

Die Blüte lockt so manch Insekt an – Ein wahres Naturschauspiel! [Foto: belgianchocolateCC BY 2.0]

Es gibt aber auch zwei Sorten mit einer außergewöhnlichen Färbung. Die Sorten Red Toga und Rote von Florenz haben einen (wie der Name schon vermuten lässt) roten Schaft. Das sieht nicht nur gut aus, sondern macht die Zwiebeln auch besonders gesund. Denn der rote Farbstoff (Anthocyane) fängt freie Radikale in unserem Körper ein.

Daneben sind auch Frühlingszwiebeln im Angebot, die einfach nur mit „Lauch“ oder „weiße Frühlingszwiebel“ bezeichnet werden. Unserer Meinung nach eignen sich solche Angebote genauso für einen erfolgreichen Frühlingszwiebelanbau, wie Frühlingszwiebeln mit bekannten Sortennamen. Häufig werden auch „Frühlingszwiebeln“ angeboten, die eine richtige Zwiebel bilden sollen. Dahinter verbirgt sich aber in den meisten Fällen die normale Küchenzwiebel. Zu diesen falschen Frühlingszwiebeln zählt zum Beispiel die Sorte De Vaugirard. Bei angeblichen Frühlingszwiebeln, die eine richtige Zwiebel bilden, sollten Sie daher immer skeptisch sein. Steht auf der Verpackung der lateinische Name Allium cepa, dann handelt es sich um die normale Küchenzwiebel und nicht um die richtige Frühlingszwiebel Allium fistulosum.

Frühlingszwiebeln: Ernte, Lagerung und haltbar machen

Bei warmen Wetterverhältnissen und einem guten Standort erfolgt die Ernte drei Monate nach der Aussaat. Zu diesem Zeitpunkt sollten die Blätter eine Höhe von ungefähr 25 cm erreicht haben. Da die Frühlingszwiebel keinen fixen Aussaatzeitpunkt hat, gibt es auch keinen festen Erntezeitpunkt in der Saison. Bei der Ernte bleibt es Ihnen überlassen, ob die ganze Pflanze oder nur die Schlotten (grüne Blätter) abgeerntet werden sollen. Wenn die ganze Pflanze geerntet wird, ist das Beet frei für eine neue Kultur und zudem sind die ganzen Pflanzen länger lagerfähig. Wenn nur die Blätter abgeschnitten werden, ist eine Ernte über das ganze Jahr möglich. Sogar eine Dauerkultur über mehrere Jahre hält die Frühlingszwiebel aus, denn die Blätter wachsen immer wieder nach.

Frühlingszwiebeln in Korb

Am besten schmecken Frühlingszwiebeln frisch geerntet [Foto: Tim SacktonCC BY-SA 2.0]

Abgeschnittenen Blätter sind allerdings nur ein oder zwei Tage im Kühlschrank wirklich frisch. Die ganze Frühlingszwiebel ist dagegen 1 bis 2 Wochen im Kühlschrank haltbar. Einige Leute schwören auch darauf, die geernteten Frühlingszwiebeln in ein Wasserglas zu stellen. Dadurch sollen sie besonders lange haltbar sein. In jedem Fall werden die grünen Zwiebeln aber von Tag zu Tag an Aroma verlieren. Deswegen sollte immer frisch geerntet werden. Denn genau hier liegt unserer Meinung nach der größte Vorteil von selbstangebauten Frühlingszwiebeln: Sie können frisch vom Beet geerntet werden.

Frühlingszwiebel in Wasserglas

Viele schwören darauf die Pflanze in ein Glas Wasser zu stellen, allerdings mit großen Aromaverlusten [Foto: JoyCC BY 2.0]

Tipp: Sollte die Ernte doch mal zu üppig ausgefallen sein, dann frieren Sie die Frühlingszwiebel am besten ein. Dafür gründlich waschen und ab in die Kühltruhe.

Mehr zur Ernte und Lagerung finden Sie hier.

Krankheiten und Schädlinge von Frühlingszwiebeln

Die Frühlingszwiebel besitzt bereits viele Resistenzen. Bei anhaltender Feuchtigkeit kann aber gelegentlich falscher Mehltau auftreten. In manchen Regionen machen außerdem Zwiebelminierfliegen und andere Gemüsefliegen größeren Schaden, dagegen hilft nur ein sehr feinmaschiges Kulturschutznetz. In der Regel werden Frühlingszwiebeln aber von Schädlingen verschont, sodass keine besonderen Pflanzenschutzmaßnahmen nötig sind. Allerdings sollte beim Anbau von Zwiebeln die Fruchtfolge eingehalten werden. Das heißt auf demselben Beet sollten nur alle 4 Jahre Zwiebelgewächse angebaut werden.

Inhaltsstoffe und Verwendung in der Küche

Frühlingszwiebeln sind (wie alle Zwiebeln) sehr kalorienarm. Das liegt unter anderem an einer bestimmten Zuckerform, die die Frühlingszwiebel bildet. Das in Zwiebeln gespeicherte Fructan ist für den Menschen unverdaulich. Allerdings freut sich unsere Darmflora sehr über diesen Stärkeersatz. Weiterer besonderer Inhaltsstoff sind die charakteristischen Schwefelverbindungen. Sie sorgen nicht nur für den unverwechselbaren Zwiebelgeschmack und das Tränen in den Augen, sondern sind auch stark antibakteriell und sollen gegen Krebs vorsorgen. Dazu enthält die Zwiebel viele Mineralstoffe und Vitamin C.

Frühlingszwiebel klein geschnitten in der Küche

Klein geschnitten entfaltet die Frühlingszwiebel ihr wunderbares Aroma [Foto: Tamaki SonoCC BY 2.0]

Die Frühlingszwiebel kann in der Küche überall dort eingesetzt werden, wo auch die Küchenzwiebel genutzt wird. Der weiße Teil der Lauchzwiebel ist nicht sehr geschmacksintensiv im Gegensatz zum grünen Laub. Gerade in Salaten kann das rohe grüne Laub sein volles Aroma entfalten. Bei warmen Gerichten sollten Sie das grüne Laub erst kurz vor dem Servieren hinzugeben, ansonsten ist die Konsistenz sehr weich. Der weiße Anteil kann hingegen länger mitgekocht werden.

Gebratener Tofu mit Frühlingszweibeln Rezept

Rezept: Gebratener Tofu mit Frühlingszwiebeln [Foto: Rooey202CC BY 2.0]

Tipp: Probieren Sie doch mal die Samen als Gewürz. Diese haben ein super Aroma, welches allerdings recht flüchtig ist. Deswegen sollten die Samen immer im Ganzen aufbewahrt werden.

 

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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