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Gurken ausgeizen: Anleitung & Erklärung

Wenn man einige Dinge beachtet, ist das Ausgeizen von Gurken kein Hexenwerk. Es kann zum Beispiel dabei helfen, Krankheiten an Gurken vorzubeugen und für eine gleichmäßige Ernte sorgen.

Mehrere Gurken
Wachsen zu viele Früchte an einer Stelle reicht die Energie meist nicht für alle. Hier kann Ausgeizen helfen [Foto: Leo Pakhomov/ Shutterstock.com]

Jeder hat schon einmal davon gehört, dass man Tomaten (Solanum lycopersicum) ausgeizen muss. Doch wie sieht es bei Gurken (Cucumis sativus) aus? Muss man auch Gurkenpflanzen ausgeizen und wenn ja, wie geht man dabei vor? Dieser Artikel liefert Antworten auf Fragen zu diesem Thema und eine Anleitung zum Ausgeizen von Gurken. Außerdem wird darauf eingegangen, welche Arten von Gurken ausgegeizt werden sollten.

Muss man Gurken ausgeizen?

An der Frage, ob man Gurken ausgeizen muss, scheiden sich die Geister, und ob man durch das Ausgeizen der Gurkenpflanzen wirklich höhere Erträge einfährt, ist wissenschaftlich nicht belegt. Trotzdem gibt es auch unabhängig von der Frage nach dem Ertrag einige gute Gründe, die für das Ausgeizen sprechen.

  • Wachstumskontrolle: Vor allem im Gewächshaus, wo Platz oft knapp ist, will man nicht nach allen Seiten wuchernde Gurken. Ausgeizen kann dabei helfen, die Pflanzen kontrolliert an Rankhilfen nach oben zu leiten.
  • Krankheitsvorbeugung: Viele Krankheiten befallen die Pflanze vom Boden aus. Außerdem fühlen sich die meisten Krankheitserreger, zum Beispiel Mehltau, in warmem und feuchtem Klima am wohlsten. Wenn man die unteren Seitentriebe entfernt und das Blattwerk durch ausgeizen etwas lichtet, sorgt man für bessere Durchlüftung und eine schnellere Abtrocknung der Pflanzen. Damit hat man schon viel getan, um seine Pflanzen vor Krankheiten zu schützen.
  • Lenkung der Wachstumsenergie in die Früchte: Was man von der Gurkenpflanze ernten will, sind viele Früchte und keine langen Seitentriebe. Deshalb kann es sich lohnen, das Wachstum zu vieler Seitentriebe zu unterbinden, sodass die Pflanze mehr Energie in das Ausbilden von Früchten steckt.
Gurkenpflanzen im Gewächshaus
Durch Ausgeizen kann das Kleinklima innerhalb des Bestandes positiv beeinflusst werden [Foto: Iakov Filimonov/ Shutterstock.com]

Nachteile des Ausgeizens

Den Vorteilen des Ausgeizens stehen jedoch auch einige Nachteile gegenüber.

  • Man könnte eventuell fruchtbare Seitentriebe entfernen.
  • Da der Pflanze durch ausgeizen immer auch Wunden zugefügt werden, ergeben sich jedoch auch Eintrittspforten für Krankheitserreger. Daher sollte man, wenn möglich morgens und bei trockenem Wetter ausgeizen. So trocknen die Wunden schnell ab und ohne Wasser haben es die meisten Krankheitserreger schwer.

Schlussendlich muss man selbst herausfinden, ob der Nutzen den Zeitaufwand des Ausgeizens überwiegt. Eine gute Nachricht gibt es jedoch, denn anders als bei Tomaten bildet sich in jeder Blattachsel von Gurken nur ein Seitentrieb. Das bedeutet: Einmaliges Ausgeizen genügt.

Ausgegeizte Gurkenpflanze
Wurde ein Seitentrieb einmal entfernt, wächst an dieser Stelle kein neuer mehr [Foto: krolya25/ Shutterstock.com]

Gurken ausgeizen: Anleitung

Hat man sich einmal für das Ausgeizen entschieden, ist das weitere Vorgehen nicht weiter schwierig. Sie brauchen dafür nur ihre Finger und eventuell ein scharfes Messer für Seitentriebe, die schon etwas größer gewachsen sind. Am besten beginnt man mit dem Ausgeizen von unten. Doch welche Triebe sollte man bei Gurken entfernen?

  1. Auf den untersten 50 cm können sie alle Seitentriebe komplett entfernen. Früchte, die dort wachsen würden, lägen auf dem Boden. Sie sollten also schon ihre Jungpflanzen regelmäßig auf Geiztriebe kontrollieren und diese bei Bedarf entfernen. Wächst Ihre Gurkenpflanze gut und kräftig kann es nach einiger Zeit Sinn machen, auch die unteren Blätter zu entfernen. Denn je größer der Abstand zwischen Boden und erstem Blatt, desto schwieriger ist es für Krankheitserreger in die Pflanze einzudringen.
  2. Ab 50 cm sollten Sie regelmäßig die Blattachseln auf Seitentriebe kontrollieren und diese hinter den ersten ein bis zwei Fruchtansätzen kappen.
  3. Wächst Ihre Gurke Ihnen buchstäblich über den Kopf und wissen Sie nicht, wohin Sie die Pflanze noch leiten können, kann es sich am Ende der Saison lohnen, an der Spitze den Haupttrieb zu kappen. Früchte, die die Pflanze jetzt noch ansetzten würde, kämen ohnehin nicht mehr zur Reife und so kann die verbleibende Wachstumsenergie in die restlichen noch an der Pflanze befindlichen Früchte gesteckt werden.

Tipp: Sind die Seitentriebe noch klein und frisch können sie einfach mit den Fingernägeln ausgebrochen werden. Ab einer Länge von ungefähr 5 cm empfiehlt es sich jedoch ein scharfes Messer zu verwenden. Denn je größer die Wunde, desto mehr wird die Pflanze dadurch geschwächt und desto größer ist die Eintrittspforte für Krankheitserreger, die man zurücklässt. Wichtig ist auch, dass das Messer im besten Fall nach jeder Pflanze desinfiziert wird, so kann verhindert werden, dass man selbst Krankheiten in seinem Gurkenbestand überträgt.

Gurkenblatt mit braunen Stellen
Viele Krankheiten befallen Gurkenpflanzen vom Boden aus [Foto: Oksana Zavadskaya/ Shutterstock.com]

Welche Gurken man ausgeizen muss ist weniger von der Gurkensorte, sondern mehr von der Art der Kultivierung abhängig. Grundsätzlich kann man sagen, dass das Ausgeizen von Gurken erfolgen kann, sobald irgendeine Art von Rankhilfe angeboten und der Platz eng wird. Gurken im Gewächshaus auszugeizen ist daher eigentlich immer sinnvoll. Auch empfiehlt es sich, Salat- und Schlangengurken auszugeizen, da diese in der Regel aufgeleitet werden. Das Ausgeizen von Freilandgurken ist auf der anderen Seite meist nicht nötig. Essig- und Einlegegurken wachsen ohnehin auf dem Boden und haben draußen mehr Platz. Ob Mini- und Snackgurken ausgegeizt werden sollten, hängt ebenfalls von der Kultivierung ab. Werden sie im Topf auf dem Balkon angebaut, wird Ausgeizen meist nicht als Pflegemaßnahme genannt, wie schon gesagt, kann es aber im engen Gewächshaus durchaus Sinn machen.
Oft werden Gurken auch zweitriebig aufgeleitet. Dabei wird der unterste Seitentrieb ebenfalls als Haupttrieb ausgewählt und aufgeleitet. Bei dieser Methode können dann alle weiteren Seitentriebe entfernt und nur die Fruchtansätze in den Blattachseln der Haupttriebe belassen werden, da zwei Fruchttriebe vorhanden sind.

Freilandgurken
Freilandgurken breiten sich aus, sodass man Haupt- und Seitentrieb bald nicht mehr unterscheiden kann [Foto: Animaflora PicsStock/ Shutterstock.com]

Tipp: Gurken gehören zu den Starkzehrern. Deshalb ist für eine reiche Gurkenernte vor allem auch eine ausreichende Düngung wichtig. Neben verschiedenen Hausmitteln wie Brennnesseljauche oder Kaffeesatz eignet sich zum Beispiel auch unser Plantura Bio-Tomaten & Gemüsedünger hervorragend dafür, die Gurkenpflanze ausreichend zu versorgen. Er hat des Weiteren einen erhöhten Kaliumgehalt, was optimal an die Ansprüche von Gurken angepasst ist und wird ressourcenschonend produziert und verpackt.

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Gurken muss man also nicht unbedingt ausgeizen. Ganz anders sieht es jedoch bei den meisten Tomatensorten aus. Wenn man hier hohe Erträge einfahren will, sollten die Pflanzen unbedingt ausgegeizt werden. Wie das geht, wird genauer in unserem Artikel Tomaten ausgeizen erklärt.

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