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Kürbis: Anpflanzen, pflegen und ernten

Hokkaido, Butternut und Co – Kürbisse sind momentan sehr beliebt in Beet und Küche. Mit diesen Tipps klappt das Anpflanzen von Kürbissen wie von alleine.

Gesunde Kürbispflanze im Beet Garten

Der Anbau von Kürbis wird in heimischen Gärten immer beliebter [Foto: Waldo JaquithCC BY-SA 2.0]

Der Anbau von Kürbis (Cucurbita) wird in Deutschland immer beliebter. Vor allem im Herbst ist das exotische Gemüse in allen Farben und Formen zu kaufen. Der Kürbis stammt ursprünglich aus Amerika und ist eine der sortenreichsten Gemüse überhaupt. Neben ihren großen Früchten werden die ausladenden Kürbispflanzen auch für die auffallenden, gelben Blüten sowie die Kürbiskerne geschätzt. Auch in unseren Breiten gelingt das Anpflanzen von Kürbissen mit den richtigen Maßnahmen kinderleicht.

Kürbis anpflanzen

Trotz seiner exotischen Herkunft gelingt der Kürbisanbau bei uns in der Regel gut und es können hohe Erträge erwartet werden. Damit alles optimal läuft, sollten einige Hinweise beachtet werden:

Der ideale Standort

Beim Kürbis handelt es sich um eine Pflanze mit hohem Flächenanspruch. Je nach Art und Sorte breitet sich die Kürbispflanze 1,5 bis 2 Quadratmeter über das Beet aus. Viele Sorten ranken auch wie zum Beispiel der beliebte Hokkaido Kürbis (Cucurbita maxima). Eine Rankhilfe kann bei kleineren Kürbissorten hilfreich sein. Beim Anpflanzen eignet sich beispielsweise ein Platz nah am Gartenzaun, an dem die Kürbispflanze hochklettern kann. Größere Kürbisse sollten aufgrund ihres Gewichts eher am Boden bleiben.

Kürbisse sind äußerst wärmeliebende Pflanzen. Der Standort für die Pflanze sollte deshalb sonnig und windgeschützt sein. Wichtig ist auch, dass der Boden sich früh erwärmt. Es eignen sich daher leichte bis mittelschwere Böden wie sandiger Lehm mit einer guten Wasserhaltefähigkeit und hohem Humusanteil. Saure Böden bieten keine guten Bedingungen zum Wachstum; der pH-Wert sollte bei mindestens 6 liegen. Besonders wichtig bei der Auswahl des Standortes ist die Beachtung der Fruchtfolge: Kürbis sollte niemals direkt nach anderen Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae) am gleichen Platz gepflanzt werden. Zu den Kürbisgewächsen zählen neben dem Kürbis auch Zucchini, Gurke und sogar die Melone. Als gute Vorfrüchte eignen sich dagegen Kartoffeln, Leguminosen (Hülsenfrüchte) und Kohl.

Diese Tipps sollten bei der Auswahl des Standorts beachtet werden:

  • Viel Platz (1,5-2 m2), am besten Möglichkeit zum Ranken
  • Sonnige und windgeschützte Lage
  • Leichte bis mittelschwere Böden (z.B. sandiger Lehm/ lehmiger Sand)
  • Hoher Humusanteil und Wasserhaltfähigkeit
  • Kein saurer Boden (pH-Wert > 6)
  • Als Vorfrüchte keine Kürbisgewächse (Cucurbitaceae), stattdessen Kartoffeln, Leguminosen oder Kohl

Wenn diese Hinweise beachtet werden, gestaltet sich der Kürbisanbau recht leicht und der großblättrigen Pflanze kann man dann beim Wachsen regelrecht zusehen.

Kürbissorten – Eine riesige Vielfalt

Die Variationen an Kürbissen sind bemerkenswert – mittlerweile sind über 800 Kürbisarten bekannt in den unterschiedlichsten Formen, Farben und Geschmäckern. Die in Europa kultivierten Arten beschränken sich allerdings größtenteils auf drei Arten: Die Riesenkürbisse (Curcurbita maxima), zu denen auch der beliebte Hokkaido-Kürbis zählt, Moschuskürbisse (Curcurbita moschata), die auch die Sorten Butternut und Muscat de Provence umfassen sowie die Gartenkürbisse (Cucurbita pepo). Eine riesige Kürbis-Auswahl finden Sie in unserer Sortenübersicht.

Die folgende Übersicht gibt einen kleinen Überblick über die beliebtesten Sorten:

  • Uchiki Kuri: Sorte vom Typ Hokkaido mit kleinen zwiebelförmigen Früchten; glatte, leuchtend orange gefärbte Schale; das orangerote Fruchtfleisch schmeckt köstlich nach Maronen.
  • Tiana: Sorte des Butternutkürbisses mit birnenförmiger Gestalt und hellgelbem Farbton; festes und schmackhaftes Fruchtfleisch; widerstandsfähig gegen Echten Mehltau; definitiv anbauwürdig!
  • Muscat de Provence: besonders aromatischer Speisekürbis; besitzt flachrunde, tief gerippte Früchte mit helloranger/bräunlicher Schale; das feste Fruchtfleisch ist kräftig orange gefärbt und sehr schmackhaft; Sorte zeichnet sich auch durch lange Lagerfähigkeit aus.
  • Vegetable Spaghetti: länglich-ovale Früchte mit blassorangener Farbe und hellem Fruchtfleisch; italienische Sorte.
  • Atlantic Giant: Riesen-Speisekürbis; kann Rekordgewichte erbringen (der Züchter Dill gewann mit dieser Sorte mehrere Rekorde z. B. Europarekord 2009 mit ca. 650 Kilo); gelbes Fruchtfleisch der hellorangenen Früchte ist sehr wohlschmeckend; gut zum Einmachen geeignet.

Kürbis pflanzen

Kürbispflanzen sind relativ unkomplizierte Gesellen – bei niedrigen Temperaturen sind sie durch ihre warme Herkunft trotzdem empfindlich. Beim Kürbisanbau gibt es zwei Methoden zum Pflanzen:

Direktsaat: Die Kürbiskerne bzw. Samen werden bei der Direktsaat erst ab Mitte Mai gesät, nachdem die letzten Nachfröste der Eisheiligen vorüber sind. Unter 5 °C wird es sonst gefährlich für die kleinen Pflanzen. Für die Keimung sind Temperaturen ab 14 °C nötig. Die Saattiefe ist 2-4 cm. Gesät wird im Abstand von 0,5-1,5 m und einem Reihenabstand von 1,5 m.

Vorkultur: Eine sinnvolle Alternative ist die Vorkultur im Topf. Dort kann bereits im April gesät werden, um die Jungpflanzen dann ebenfalls ab Mitte Mai ins Beet zu pflanzen. Bei der Anzucht im Topf sollte ein Samen pro Topf 2-4 cm tief gesetzt werden. Die ideale Keimungstemperatur liegt bei 20-24 °C. Sobald sich die ersten ein bis zwei Laubblätter (nicht die Keimblätter) gebildet haben und die Eisheiligen vorüber sind, werden die Pflänzchen mit dem gleichen Abstand wie bei der Direktsaat ins Beet gepflanzt.

Ob man die Direktsaat oder eine Vorkultur vorzieht, sollte man vom Standort abhängig machen. In eher kühleren Gegenden lohnt sich die Anzucht im Haus auf jeden Fall! Außerdem kann bei dieser Methode mit einer früheren Ernte gerechnet werden. Es lohnt sich zudem, die jungen Kürbispflanzen am Anfang mit Vlies abzudecken, um sie vor späten Nachfrösten zu schützen. Dieser Schutz sollte nur rechtzeitig vor Ausbildung der Blüten abgedeckt werden, damit es zur Bestäubung kommen kann.

Pflege der Kürbispflanzen

Insgesamt ist die Pflege beim Kürbis nicht sehr aufwändig. Einige Hinweise sollten trotzdem beachtet werden:

Kürbis richtig gießen

Es ist wichtig, dass die Kürbispflanzen regelmäßig gegossen werden. Das ist insbesondere bei der Fruchtbildung zu beachten, sonst fällt die Ernte geringer aus. Beim Gießen gilt: Immer direkt auf den Boden gießen und nicht über die Blätter – es droht sonst Fäulnis. Diese kann zudem auch bei den Früchten entstehen, die direkt auf dem Boden liegen. Hier empfiehlt es sich, eine Unterlage wie z.B. ein Brett darunter zu schieben.

Kürbis richtig düngen

Da es sich beim Kürbis um Starkzehrer handelt, ist eine regelmäßige Düngung sinnvoll. Vor der Saat bzw. dem Auspflanzen der Jungpflanzen sollte der Boden mit einer Kompostgabe vorbereitet werden. Während der Wachstumsperiode empfiehlt sich eine Düngung einmal die Woche mit stickstoffreichem Volldünger direkt im Gießwasser.

Die Kürbispflanze wächst schnell und ihre Blätter sind sehr groß, daher haben es Unkräuter nicht gerade leicht. Bevor die ausladenden Pflanzen aber den Boden fast komplett bedecken,  haben die Jungpflanzen noch mit Unkräutern zu konkurrieren. Deshalb sollte besonders am Anfang regelmäßig Unkraut entfernt werden, damit die Pflanze genügend Licht, Nährstoffe und Wasser zum Wachstum hat.

Kürbis schneiden und ausgeizen

Eine beliebte Methode in der Pflege von Kürbispflanzen ist das Ausgeizen, also das Entfernen von neuen Trieben. Beim Kürbisanbau gilt: Je mehr Früchte wachsen, desto kleiner werden diese. Es kann sich daher lohnen, nicht alle Früchte wachsen zu lassen, damit die Übrigen genug Energie und Nährstoffe bekommen. Es empfiehlt sich, das erste Mal im Juni auszugeizen. Dazu werden Triebe mit mehr als 3 bis 5 Blätter oberhalb des zweiten Blattes gekürzt. Im Juli kann das Schneiden noch einmal wiederholt werden, dann allerdings oberhalb des fünften Blattes. Nachdem alle weiblichen Blüten bestäubt wurden (diese sind am Fruchtansatz zu erkennen), sollten die männlichen Blüten entfernt werden. Dadurch hat die Pflanze ebenfalls mehr Energie für die Fruchtbildung.

Bei der Pflege sollten die folgenden Tipps beachtet werden:

  • Regelmäßig gießen
  • Beim Gießen nicht die Pflanze benetzen, um Fäule zu vermeiden
  • Vor dem Auspflanzen Kompost in den Boden einarbeiten
  • Düngung in der Wachstumsphase einmal wöchentlich mit stickstoffreichem Volldünger (direkt ins Gießwasser)
  • Regelmäßig Unkraut entfernen (besonders bei Jungpflanzen)
  • Ausgeizen von Trieben für größere Früchte

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:

  • Floragard Bio Tomaten- & Gemüseerde: Torffreie Spezialerde mit Kompost zur optimalen Nährstoffversorgung für Tomaten im Gemüsebeet, Gewächshaus sowie Balkon und Terrasse.
  • Floragard Bio-Erde: Bio-Allround-Erde aus natürlichen Rohstoffen und ohne Torf. Kräftige Pflanzen durch den besonderen Dünger Flora Bio-Mix. Auch für Hochbeete geeignet.
  • Cuxin Naturdünger Gemüse: Organischer Grunddünger mit Langzeitwirkung für die umfassende Versorgung von Nährstoffe aller Gemüse.

Krankheiten und Schädlinge beim Kürbis

Meist hat die Witterung den größten Einfluss auf den Ertrag beim Kürbis. Starke Schäden entstehen beispielsweise durch Hagel. Trotzdem können auch Krankheiten und Schädlinge den Kürbisanbau im eigenen Garten erschweren. Ein besonders unbeliebter Gast im Beet ist die Nacktschnecke, die sich neben anderen Gemüsesorten auch gerne über Kürbispflanzen hermacht. Speziell in nassen Frühjahren können sie ein Problem darstellen. Das Absammeln der kleinen Tiere hilft zwar, aber leider kommen die Plagegeister meist vor allem nachts zum Fressen heraus. Schützen kann man sich jedoch durch das Ausstreuen von Kaffeesatz zwischen den Pflanzen, da die Schnecken das Pulver meiden.

Nacktschnecke als Schädling Kürbis

Nacktschnecken haben Ihre Kürbispflanze auch zum Fressen gern [Foto: stachelbeerCC BY 2.0]

Eine weitere Gefahr für Kürbispflanzen geht von Pilzinfektionen aus. Ein Problem kann zum einen der Echte Mehltau werden, der an einem mehlig-weißen Belag auf der Blattoberfläche zu erkennen ist. Auch eine Infektion mit dem Schlauchpilz Didymella bryoniae kann bei sehr heißen Temperaturen auftreten. Der Pilz verursacht den sogenannten Stängelbrand, der sich durch braune Blattflecken, Nekrosen und gummiartige Stängel bemerkbar macht. Damit es erst gar nicht zu einer Infektion durch die beiden Pilzarten kommt, sollten diese Tipps beachtet werden:

  • Verletzungen der Pflanze unbedingt vermeiden
  • Beim Gießen nicht die Blätter benetzen
  • Stickstoff-Dünger nicht überdosieren
  • Den Bestand nicht zu dicht halten

Einen hundertprozentigen Schutz gibt es für die genannten Schädlinge und Krankheiten nicht. Bei einem Pilzbefall können betroffene Pflanzen mit einer Mischung aus Natron, Pflanzenöl und Kernseife besprüht werden. Bei einem fortgeschrittenen Stadium, insbesondere beim Stängelbrand, sollte die Pflanze komplett aus dem Beet entfernt werden, damit es zu keiner weiteren Verbreitung kommt. Werden diese Hinweise beachtet, kann das Risiko eingeschränkt werden und man kann sich über eine ordentliche Kürbisernte freuen.

Kürbis ernten und lagern

Wenn der Sommer sich dem Ende neigt, heißt es beim Kürbisanbau Zeit für die Ernte. Damit kann das gesunde Gemüse rechtzeitig zu Halloween und der kalten Jahreszeit verwendet werden.

Viele Hokkaidos orange Kürbisse

Hokkaidos sind nicht nur dekorativ, sondern auch Geschmacklich hervorragend [Foto: Hiltrud Möller-EberthCC BY 2.0]

Kürbis richtig ernten

Je nach Sorte beginnt die Reife der Kürbisse frühestens ab Mitte August. Die meisten Sorten werden aber zwischen September und Oktober geerntet. Empfehlenswert ist die Ernte vor den ersten Nachtfrösten. Ob der Kürbis schon reif zur Ernte ist, erkennt man an diesen Merkmalen:

  • Intensive Fruchtfärbung (gut zu erkennen v.a. bei orange-roten Sorten wie dem Hokkaido)
  • Verholzter und trockener Stiel
  • Absterben der Blätter
  • Kein Einritzen der Schale mit dem Fingernagel möglich
  • Hohler Klang beim Klopfen der Frucht (gilt nicht für alle Sorten!)

Geerntet wird am besten bei trockener Witterung. Die Kürbisse können in diesem Fall 2 bis 3 Tage draußen nachtrocknen. Zum Ernten vom Kürbis wird die Frucht mit einem scharfen Messer am Stiel abgetrennt. Aber Achtung: Der Stiel muss unbedingt am Kürbis bleiben! Schaderreger haben es somit schwerer in die Frucht einzudringen und der Kürbis ist somit länger haltbar. Generell gilt es, sehr vorsichtig bei der Kürbisernte vorzugehen, denn Beschädigungen an der Frucht können zu Fäule führen.

Kürbis lagern

Generell lassen sich die selbst angebauten Kürbisse bei richtiger Lagerung relativ lange aufbewahren. Zunächst sollten Kürbisse nach der Ernte für rund 3 Wochen bei 20 °C an einem hellen und trockenen Ort nachreifen. Wichtig dabei ist, dass der Kürbis auf einer trockenen Unterlage wie Holz oder Pappe aufliegt und regelmäßig gewendet wird. Das Nachreifen verbessert den Kürbisgeschmack und erhöht die Keimfähigkeit der Kürbiskerne, die im nächsten Jahr wiederverwendet werden können.

Anschließend können Kürbisse je nach Art und Aufbewahrung bis zu 6 Monate gelagert werden. Dazu bietet sich ein trockener und dunkler Ort an. Die Temperatur sollte idealerweise zwischen 12 und 15 °C liegen. Temperaturen unter diesen Werten können zu Fäule bei der Lagerung führen, Temperaturen darüber können den Geschmack negativ beeinflussen. Wenn diese Hinweise beachtet werden, lässt dich der Kürbis über die kalten Wintermonate hinweg genießen.

Leo

Ich bin Student der Geographie und außerdem Hobbybotaniker. Deshalb stecke ich viel Zeit in meinen eigenen Nutzgarten, in dem ich mit viel Erfolg verschiedene Gemüsesorten anbaue. Dabei ist mir ein nachhaltiger und ökologischer Anbau im Einklang mit dem Naturschutz sehr wichtig.
Lieblingsobst: Feigen
Lieblingsgemüse: Aubergine und verschiedene Kohlsorten

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