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Linsen: Profi-Tipps zu Anbau, Pflege & Ernte des gesunden Gemüses

Mittlerweile landen Linsen wieder öfter auf unseren Tellern. Hier erfahren Sie, wie Sie die gesunden Linsen im eigenen Garten anpflanzen können.

verschiedene Linsensorten in Säcken auf Tisch
Wie Sie die Linse als regionales Superfood selbst anbauen können, erfahren Sie in diesem Artikel [Foto: Saurav Bahuguna/ Shutterstock]

Die Linse (Lens culinaris) gehört wohl zu den ältesten Kulturpflanzen weltweit. Vor etwa 10 000 Jahren wurde sie bereits im Fruchtbaren Halbmond im Nahen Osten kultiviert. Von dort verbreitete sich der nahrhafte Hülsenfrüchtler (Fabaceae) in alle Welt. Er spielte dabei nicht nur im alten Ägypten eine bedeutende Rolle, sondern auch in der Nahrung der Steinzeitmenschen. Eine veraltete Frucht, könnte man da vielleicht sagen. Aber nein, weit gefehlt, denn die Linse ist erfrischend vielseitig und äußerst gesund.

Linsen

Die Linse hat seit jeher die Geschichte der Menschheit geprägt, doch langweilig wird sie deshalb nie. Zwar wurde sie in den letzten Jahrzehnten in Europa zurückgedrängt, da nun Fleisch einer der Hauptproteinquellen des Menschen war, doch mittlerweile ändert sich der Trend wieder. Die Linse befindet sich erneut auf einem neuen Siegeszug durch den deutschsprachigen Raum, und das zu Recht.

Linsen: Herkunft und Eigenschaften

Die Linse wurde vor Urzeiten von unseren Vorfahren aus den zwei wilden Linsen Lens nigrans und Lens orientalis gezüchtet. Beide Arten sind im Mittelmeerraum beheimatet und lassen sich noch immer mit der Küchen-Linse kreuzen. Die einjährige Linsenpflanze wird bis zu 50 Zentimeter hoch und rankt sich dabei gern an anderen Pflanzen empor. Ihre Blätter sind fein gefiedert und zarte Ranken zieren das Gewächs. Sie war lange Zeit ein wichtiges Grundnahrungsmittel des Menschen und ist dies in Teilen der Welt sogar noch immer. Früher wurde sie in Regionen mit ungünstigen Böden angepflanzt, da sie nicht viele Nährstoffe zum Wachsen benötigt.

Linsenarten und -sorten

Bei der Einteilung der Linsen herrscht ein wenig Chaos. Zwar wird nur eine der sechs Arten tatsächlich genutzt, doch diese hat eine Unzahl an verschiedenen Sorten vorzuweisen. Eine grobe Unterteilung lässt sich nach der Größe der Linsenkörner machen: Kleine Linsen haben einen Durchmesser von maximal fünf Millimetern, während große Linsen über sieben Millimeter groß sein können. Bekannte Linsensorten sind beispielsweise die Teller-Linse oder die Beluga-Linse. Alles zum Thema Linsensorten erfahren Sie hier.

Linsenpflanzen kaufen: Das sollten Sie beachten

Linsen-Setzlinge lassen sich nur schwerlich im Laden finden. Möchten Sie also Linsen anpflanzen, müssen Sie wohl oder übel auf Samen zurückgreifen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Linsensamen frei von Schädlingen sind.

Grüne Linsenpflanze
Die Linse ist zwar ein anspruchsloses Gewächs, bringt aber leider auch nur mäßigen Ertrag [Foto: Mathia Coco/ Shutterstock]

Linsen anpflanzen

Linsen sind äußerst anspruchslos und gedeihen ohne viel Zutun. Wenn Sie einen kalkigen Boden, der nicht sonderlich nährstoffreich ist, in Ihrem Garten haben, dann könnte die Linse genau das Richtige für Sie sein. Die pflegeleichte Pflanze wird im Frühjahr ausgesät und ist bereits im Hoch- oder Spätsommer erntereif. Eine Anleitung zum Pflanzen von Linsen erhalten Sie hier.

Linsen pflegen: Richtig gießen und düngen

Linsen sind sehr trockentolerant und kommen mit sehr wenig Wasser zurecht. Gießen ist deshalb nicht notwendig. Auch das Düngen hält sich im Rahmen, denn Linsen sind sogenannte Leguminosen. Durch eine Symbiose mit einer Gruppe von Bakterien, sind sie in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu fixieren. Diesen sehr wichtigen Nährstoff brauchen Sie deshalb nicht. Durch die Fixierung verbessern sie sogar den Boden für nachfolgende Pflanzen.

Eine Düngung mit Phosphor oder Kalium ist zwar möglich, meist aber nicht erforderlich. Den Pflanzen reichen in der Regel die im Boden vorhandenen Nährstoffe völlig aus. Häufig ist in Gärten die Erde eher zu nährstoffreich für die Pflanzen, was für vermehrtes Wachstum und niedrigeren Ertrag sorgt.

Linsen vermehren

Linsen werden ausschließlich durch Samen vermehrt. Im Spätsommer, wenn die Linse Früchte trägt, können Sie einfach einen Teil der Ernte aufsparen und im nächsten Frühjahr wieder aussäen. Am besten funktioniert dies, wenn keine anderen Linsen-Sorten in der Nähe wachsen, denn so bleibt Ihre Linse sortenrein. Andernfalls kann es passieren, dass die Sorten sich miteinander kreuzen und eine Mischung das Ergebnis ist.

Linsen ernten, lagern und haltbar machen

Linsen sind von Natur aus lange haltbar. Nach der Ernte sollten Sie sie allerdings noch ein Weilchen trocknen, damit die Restfeuchtigkeit beseitigt wird. Dann sollten Sie die kleinen Samen luftdicht und dunkel aufbewahren, am besten in einem Schraubglas. So vermeiden Sie einen Befall mit Insekten. Während der Lagerung ändert sich die Farbe vieler Linsen. Besonders Teller-Linsen werden immer weniger grünlich und dafür immer gelblicher. So können Sie das Alter der Linsen erkennen. Obwohl Linsen prinzipiell nicht schlecht werden, sollten Sie sie nicht länger als zwei Jahre aufbewahren, da mit der Zeit der Geschmack darunter leidet.

Haben Sie versehentlich zu viele Linsen gekocht oder möchten schnell mal ein paar vorbereitete Linsen parat haben, dann können Sie diese auch einfrieren. In der Gefriertruhe halten sich die Linsen einige Monate lang. Sie können Linsen auch einmachen, etwa als fertige Linsensuppe. Achten Sie darauf, die Einmachgläser vor dem Abfüllen ausreichend bei 150 °C im Backofen zu sterilisieren.

Körner-Früchte unter anderem Linsen abgefüllt in Gläsern
Wie andere Körner-Früchte lassen Linsen auch sich hervorragend in Gläsern aufbewahren [Foto: Morinka/ Shutterstock]


Linsen: Inhaltsstoffe und Verwendung

Superfood muss nicht immer von der anderen Seite der Welt kommen: Mit der Linse haben wir eine wahre Gesundheitsbombe direkt vor Ort. Linsen sind nicht nur köstlich, sondern dabei auch noch äußerst sättigend. Sie versorgen den Körper auch mit den Vitaminen B und E und liefern wertvolle Aminosäuren wie Histidin und Lysin. Selbst wichtige Mineralstoffe wie Eisen und Magnesium sind ausreichend vorhanden. Außerdem sind Linsen ein hervorragender Proteinlieferant, denn sie bestehen bis zu 25 % aus Eiweiß. Gesundheitsorganisationen weltweit raten deshalb dazu, Linsen wieder mehr in den Speiseplan zu integrieren.

Hinweis: Vor dem Verzehr sollten Linsen gekocht werden, da sie den giftigen Stoff Phasin enthalten. Dieser bringt das Blut zur Gerinnung, wird aber beim Kochen zersetzt und damit unschädlich gemacht.

Linsen lassen sich auf die köstlichste Art und Weise zubereiten. Seien es klassisch schwäbische Linsen mit Spätzle, asiatisches Linsen-Curry, ein leichter Linsensalat oder Linsenbrotaufstrich.

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