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Mairübe: Experten-Tipps zu Anbau, Pflege & Ernte

Je nach Aussaatzeitpunkt kann die Mairübe zur Herbstrübe werden. Wir zeigen, was man beim Anbauen, Pflegen und Ernten von Mai- und Herbstrübe beachten muss.

Mairüben auf Holztisch
Ein altes Gemüse, das wieder Einzug in unsere Gärten findet: Mai- und Herbstrüben [Foto: STUDIO GRAND WEB/ Shutterstock.com]

Mairüben (Brassica rapa subsp. rapa var. majalis) und Herbstrüben (Brassica rapa subsp. rapa subvar.esculenta) ähneln sich sehr im Anbau. Nur ihre Pflanz- und Erntezeit unterscheiden sich voneinander. Lohnenswert ist der Anbau der Rübchen im eigenen Garten allemal: Sie sind pflegeleicht, wachsen schnell und stecken voller Vitamine und Mineralstoffe. Wir verraten Ihnen alles, was Sie über die Herkunft, die richtige Sortenwahl, den Anbau, die Pflege und die Ernte von Mai- und Herbstrüben wissen müssen.

Mairübe

An den verschiedenen botanischen Namen von Mai- und Herbstrüben lässt sich schon erkennen, dass es sich bei den beiden nicht um ein und dieselbe Pflanze handelt. Tatsächlich sind beide besondere Formen der Speiserübe (Brassica rapa subsp. rapa). Die beiden Namen deuten auf den Erntezeitpunkt der Rüben hin: Mairübchen werden im Frühjahr angebaut und im Mai geerntet – Herbstrüben hingegen erst später im Jahr. Beide gehören zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Beide sehen ähnlich aus wie Radieschen (Raphanus sativus var. Sativus), sind jedoch ein bisschen größer.

Sowohl Mai- als auch Herbstrüben besitzen eine unglaubliche Sortenvielfalt und unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Form und Farbe. In der Schweiz gibt es einen alten Brauch, der an Halloween-Kürbisse erinnert. Anstelle von Kürbissen (Cucurbita) werden dort Herbstrüben ausgehöhlt und geschnitzt. Die sogenannten „Räbenlichter“ erleuchten dann dunkle Herbstnächte. In Österreich wird aus Herbstrüben sogar ein Schnaps gebrannt, der sogenannte Krautinger. Die Rüben sind auch vor allem deshalb seit Jahrhunderten beliebt, weil sie sich durch ihre pflegeleichte Art auszeichnen und dabei recht unempfindlich gegenüber Frost sind.

Mairüben in Kiste
Herbst- und Mairüben können verschiedene Formen und Farben haben [Foto: STUDIO GRAND WEB/ Shutterstock.com]

Mairübe: Herkunft und Eigenschaften

Mai- und Herbstrüben wurden schon in der Antike angebaut. Vor der Einführung der Kartoffel (Solanum tuberosum), spielten sie eine wichtige Rolle als Hauptnahrungsmittel der Menschen in Europa. Stand aber erst einmal die Kartoffel auf dem Speiseplan, wurden die Rüben fast vollständig von den Tellern verdrängt. In der Nachkriegszeit wurden sie dann wieder vermehrt angebaut, sowohl als Hackfrüchte als auch als Futterpflanzen. Nach der überstandenen Notzeit wollten viele jedoch nicht mehr an die kargen Nachkriegsjahre erinnert werden, sodass Mai- und Herbstrüben verschmäht wurden und selten auf dem Teller landeten. Erst in den letzten Jahren gewinnen die Rüben als regionales und saisonales Gemüse wieder an Bedeutung.

Mai- und Herbstrübchen sind zweijährige Pflanzen. Im ersten Jahr bilden sie eine Knolle im Boden und oberirdisch eine Blattrosette aus. Fast immer werden die Rüben nur einjährig angebaut. Kultiviert man sie im zweiten Jahr, bilden Herbst- und Mairüben einen verzweigten Blütenstand mit gelben Blüten aus. Bei den essbaren Rüben handelt es sich genau genommen um den verdickten, untersten Teil der Sprossachse – des Hypokotyls – und um den obersten Teil der Wurzel. Je nach Sorte bilden Mai- und Herbstrüben weiße, violette, rote oder gelbe Rüben mit weißem oder gelbem Fruchtfleisch.

Mairüben- und Herbstrüben -Sorten

Die einzelnen Sorten der Mai- und Herbstrüben unterscheiden sich vor allem in der Form und Farbe der Rüben. Wir stellen Ihnen einige bewährte Sorten der beiden Rüben vor.

Mairüben-Sorten

  • ˈMünchner Treibrübeˈ: Diese Sorte zeichnet sich durch eine platte, runder Form und einen zart roten Kopf aus. Sie bildet nicht zu üppiges Laub aus.
  • ˈSchneeballˈ: Die Rüben dieser Sorte sehen wirklich wie Schneebälle aus: Sie sind rund und ganz weiß. 
  • ˈMailänderˈ: Die Rüben dieser Sorte sind eher platt und haben einen roten Kopf.
  • ˈPrimeraˈ: Diese Mairübchen-Sorte hat einen besonders zarten Geschmack, der an Kohlrabi erinnert. Die Rüben sind rotköpfig und platt.
Gelbe Mairüben
Auch in Gelb können die beliebten Rüben erstrahlen [Foto: ZygiStudio/ Shutterstock.com]

Herbstrüben-Sorten

  • ˈBortfelderˈ: Diese Herbstrüben-Sorte bildet längliche, gelbfleischige Rüben aus. Sie ist sehr gut lagerfähig.
  • ˈGoldkugelˈ: Wie der Name schon vermuten lässt, ist diese Sorte rund und gelbfleischig. Außerdem zeichnet sie sich durch eine besonders kurze Wachstumszeit von nur zwei Monaten aus.
  • ˈUlmer Ochsenhornˈ: Diese Sorte bildet längliche, leicht gebogene Rüben mit weiß-violetter Farbe. 
  • ˈZüricherˈ: Mit einer runden Rübe und einem violetten Kopf überzeugt diese Sorte. Sie ist sehr gut lagerfähig. 

Mairübe kaufen: Das sollte man beachten

Mai- und Herbstrüben lassen sich ganz einfach selbst vorziehen oder noch besser direkt im Beet ansäen. Daher ist der Kauf von schon vorgezogenen Jungpflanzen nicht empfehlenswert. Beim Kauf vom Mai- beziehungsweise Herbstrüben-Saatgut sollten Sie auf die richtige Sorte achten. Je nachdem, ob Sie die Rüben im Frühjahr oder im Herbst anbauen möchten, müssen Sie zu unterschiedlichen Sorten greifen. Sollten Sie sich trotzdem für den Kauf von vorgezogenen Jungpflanzen entscheiden, so achten Sie auf einen gesunden und vitalen Zustand der Pflänzchen. Saatgut und Jungpflanzen für Mai- und Herbstrüben können Sie in Baumärkten, Gartencentern, Gärtnereien oder im Internet kaufen.

Vorgezogene Mairüben
Bei vorgezogenen Jungpflanzen muss man besonders auf einen vitalen Zustand der Pflänzchen achten [Foto: Lubo Ivanko/ Shutterstock.com]

Mairübe und Herbstrübe anbauen

Der Anbau von Mai- und Herbstrüben unterscheidet sich vor allem im Anbauzeitpunkt. Bei der Pflege und Ernte gibt es keine großen Unterschiede. Wir verraten Ihnen im folgenden Abschnitt, worauf beim Anbau der beiden Rüben besonders zu achten ist.

Mairübe und Herbstrübe anbauen: Der perfekte Standort

Sowohl Mai- als auch Herbstrüben sind Schwachzehrer und stellen keine besonders hohen Ansprüche an ihren Standort. An einem sonnigen bis halbschattigen Plätzchen mit leichtem, humosen Boden sind die Rübchen schon ganz zufrieden. Weniger glücklich machen Sie die Rüben mit Staunässe, da sie dort zu schimmeln anfangen und abfaulen. Ebenfalls ungünstig sind zu saure Böden – der optimale pH-Wert sollte über 6,5 liegen.

Zusammenfassung Standortansprüche der Mairübe und Herbstrübe:

  • Sonniger bis halbschattiger Standort
  • Leichter, humoser Boden
  • pH-Wert über 6,5
  • Keine Staunässe

Tipp: Wie bei allen Pflanzen, die zur Familie der Kreuzblütler gehören, sollte nach dem Rübenanbau eine Anbaupause von drei Jahren eingehalten werden, da sonst Krankheiten wie Kohlhernie Einzug halten können.

Beet rechen
Die Mai- oder Herbstrübe freut sich über ein gut aufgelockertes Saatbeet [Foto: Polin/ Shutterstock.com]

Mairüben aussäen und anbauen

Mairübchen können zwar auch vorgezogen werden, allerdings gelingen sie auch bei einer Direktsaat ins Gartenbeet ausgezeichnet und auch die Zeit von der Aussaat bis zur Ernte ist sehr kurz. Möchten Sie Ihre Mairübchen lieber vorziehen, so können Sie damit schon im Februar auf der warmen Fensterbank oder im beheizten Gewächshaus beginnen. Ab Temperaturen über 5 °C fangen Mairübchen an zu keimen, die optimale Keimtemperatur liegt zwischen 15 und 18°C. Mit der Aussaat direkt ins Gartenbeet können Sie ab März beginnen.

Für die Aussaat ins Freiland bereiten Sie das Beet vor, indem Sie den Boden gut auflockern, Unkraut entfernen und gegebenenfalls Kompost einarbeiten. Alternativ können Sie auch einen organischen Langzeitdünger mit in den Boden einarbeiten, um die Bodenstruktur zu verbessern und die Erde mit Nährstoffen anzureichern. Hierzu empfehlen wir unseren Plantura Bio-Universaldünger mit organischer Langzeitwirkung.

Die Mairübchen werden zwei Zentimeter tief gesät, mit einem Reihenabstand von 20 bis 25 Zentimetern. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte dabei 10 bis 15 Zentimeter betragen. Alternativ können Sie die Mairübchen breitwürfig aussäen und diese dann später vereinzeln, sobald sie sich im Zweikeimblattstadium befinden. Danach wird die Aussaat angegossen und auch weiterhin feucht gehalten. Nach sieben bis zwölf Tagen sollten Ihre Mairübchen dann keimen.

Zusammenfassung Mairüben aussäen und anbauen:

  • Vorziehen ab Februar
  • Aussaat ins Gartenbeet ab März
  • Saatbett auflockern, von Unkraut befreien, ggf. Kompost oder organischen Langzeitdünger einarbeiten
  • Optimale Keimtemperatur: 15 – 18 °C
  • Saattiefe: 2 cm
  • Pflanzabstand: 10 ­– 15 cm
  • Reihenabstand: 20 – 25 cm
  • Keimung nach 7 ­– 12 Tagen
Mairübenpflänzchen
Der Pflanzabstand für Mairübchen sollte 10 bis 15 Zentimeter betragen [Foto: Ruud Morijn Photographer/ Shutterstock.com]

Tipp: Gute Pflanznachbarn für die Mairübe sind Erdbeeren (Fragaria) oder Karotten (Daucus carota subsp. sativus). Eher ungeeignet sind Gurken (Cucumis sativus) und Zucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina).

Herbstrüben aussäen und anbauen

Herbstrüben werden ähnlich ausgesät und angebaut wie Mairübchen. Lediglich der Saatzeitpunkt ist anders: Herbstrüben werden Anfang August ausgesät. Auch hier ist ein Vorziehen von Jungpflanzen nicht notwendig. Die Saattiefe für Herbstrüben beträgt ebenfalls zwei Zentimeter. Der Reihenabstand von Herbstrüben sollte etwas größer sein als bei Mairübchen: 20 bis 25 Zentimeter sollten ausreichen. Auch der Abstand zwischen den Pflänzchen ist etwas größer; er liegt bei 20 bis 30 Zentimetern.

Zusammenfassung Herbstrüben anbauen:

  • Aussaat ins Beet ab Anfang August
  • Saattiefe: 2 cm
  • Pflanzabstand: 20 – 30 cm
  • Abstand zwischen den Reihen: 20 – 25 cm

Sowohl Mai- als auch Herbstrüben können Frost bis zu -10 °C überstehen.

Tipp: Gute Nachbarn für Herbstrüben sind Endivien (Cichorium endivia) oder Feldsalat (Valerianella locusta).

Mairüben pflegen

Mai- und Herbstrüben sind sehr genügsam im Anbau und benötigen wenig Pflege. Sie sollten lediglich darauf achten, dass die Pflanzen nicht austrocknen und sie daher bei Trockenheit regelmäßig gießen. Außerdem sorgt regelmäßiges Hacken dafür, dass sich kein Unkraut ausbreiten kann und der Boden schön aufgelockert wird. Eine feinkrümelige Oberfläche des Bodens ist bei den Rüben besonders wichtig. Sie befördert ein gleichmäßiges Wachstum und ein gutes Ausbilden der Rüben. Da es sich bei Mai- und Herbstrüben um Schwachzehrer handelt, ist ein zusätzliches Düngen nicht notwendig. Es genügt, wenn Sie beim Einpflanzen den Boden mit Kompost oder organischem Langzeitdünger, wie unserem Plantura Bio-Universaldünger, angereichert haben.

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Mairüben ernten und lagern

Schon sechs bis acht Wochen nach der Aussaat kann geerntet werden. Bei der Ernte sollten die Rüben einen Durchmesser von maximal zehn Zentimetern haben. Denn je kleiner sie sind, desto zarter und feiner ist ihr Geschmack. Zum Ernten werden die Rüben vorsichtig am Laub aus der Erde gezogen. Sollen die Rüben eingelagert werden, müssen die Herzblätter an der Rübe bleiben. Möchten Sie die Rüben gleich verzehren, dann wird das Laub abgedreht. Frische Rübchen lassen sich im Kühlschrank für gut vier Wochen lagern. Für größere Mengen an Rübchen bietet sich die Lagerung im Keller oder in Erdmieten an. Das ist vor allem für Herbstrüben interessant, die über den Winter eingelagert werden sollen. Aber auch Mairübchen lassen sich auf diese Weise lagern. Im Keller können die Rüben in einer Kiste mit leicht feuchtem Sand gelagert werden. Im Keller oder in der Erdmiete halten sich Herbstrüben so bis zum nächsten Frühjahr und versorgen Sie den ganzen Winter über mit frischen Vitaminen.

Geerntete Mairüben
Schon nach sechs bis acht Wochen nach der Aussaat können die ersten Rüben geerntet werden [Foto: Garsya/ Shutterstock.com]

Mairüben: Verwendung und Inhaltsstoffe

In Mairübchen stecken Kohlehydrate, Eiweiß, Kalzium, Kalium, Phosphor, Eisen, Natrium, Provitamin A, sowie die Vitamine B1, B2, B6 und C – eine echte Vitaminbombe also. Geschmacklich lassen sich die Rüben, je nach Sorte, mit Kohlrabi oder milden Rettichen vergleichen und haben ein kräftig-würziges Aroma. Verwenden können Sie die Rüben frisch als Rohkost oder in Salaten. Man kann die Rüben auch schmoren, dünsten oder zu Eintöpfen verarbeiten.

Wenn Sie noch nicht genug von Rüben haben, finden Sie hier alles zum Anbau und der Pflege von Steckrüben.

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