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Meerkohl: Pflanzen & Pflegen des Strandkohls

Der Meerkohl ist eine fast vergessene Nutzpflanze, die jedoch in einigen Ländern Delikatessen-Status erlangt hat. Wir stellen den ungewöhnlichen Kohl vor und geben Tipps zum Anbau im eigenen Garten.

Der Meerkohl wächst am Strand
Meerkohl gedeiht wild entlang der nördlichen Küsten und gehört mittlerweile zu den geschützten Arten [Foto: Vitalii uduhunt/ Shutterstock.com]

Der wildwachsende Meerkohl (Crambe maritima), auch Strandkohl genannt, gedeiht auch auf sehr salzigen Böden direkt am Meer und wurde früher gerne als Viehfutter gesammelt. Dass der Meerkohl anspruchslos und pflegeleicht ist und zugleich früh im Jahr als Gemüse gegessen werden kann, machte ihn mit der Zeit auch zu einem Gartenbewohner. In diesem Artikel erfahren Sie alles zur Herkunft, zum Anbau und zur Pflege des Meerkohls.

Meerkohl: Herkunft und Eigenschaften

Der Meerkohl kommt wild entlang der Ost- und Nordseeküsten, an der Atlantikküste Westeuropas sowie am Schwarzen Meer vor und wurde in Deutschland und in allen angrenzenden Ländern früher gern als Nahrungsmittel für Mensch und Vieh gesammelt. Heutzutage sind die wild vorkommenden Pflanzen streng geschützt und dürfen nicht mehr gesammelt werden. Meerkohl ist zwar ein Kreuzblütler (Brassicaceae), er ist jedoch nur sehr entfernt mit unseren altbekannten Kohlgemüsen wie Brokkoli (Brassica oleracea var. italica) oder Palmkohl (Brassicaoleracea var. palmifolia) verwandt.

Meerkohl wächst auf Steinen
Der Meerkohl kann unter harten Lebensbedingungen gedeihen [Foto: Danny Hummel/ Shutterstock.com]

Meerkohl ist eine winterharte und teils wintergrüne, mehrjährige Staude mit tiefer Pfahlwurzel. Im Winter sterben die Blätter und Sprosse in der Regel ab und treiben im nächsten Frühjahr wieder frisch durch. Der auch als Strandkohl bezeichnete Meerkohl besitzt gekräuselte, türkis bis grün-violett gefärbte Blätter, die eine grundständige Rosette bilden. Die stark verzweigte Pflanze wird etwa 20 bis (seltener) 70 Zentimeter hoch. Von Mai bis Juli reicht die Blütezeit, in welcher der Meerkohl tausende weiße Blüten an langen Blütenständen bildet. Nach der Befruchtung entwickeln sich rundliche Schötchen, in deren Inneren je ein einziger Samen des Meerkohls heranreift. Diese Samen schwimmen an der Wasseroberfläche und werden somit auch durch die Gezeiten und die Strömung des nahen Meeres verbreitet. Der Meerkohl ist äußerst tolerant gegenüber Versalzung und wird deshalb auch als Halophyt (Salzpflanze) bezeichnet. Als Delikatesse gilt der im Frühjahr austreibende Spross, der mithilfe eines Tongefäßes gebleicht und später wie Spargel zubereitet wird.

Meerkohl-Arten und -Sorten

Die Gattung Meerkohl (Crambe) besteht aus etwa 37 Arten, von denen zehn in Europa beheimatet sind. Kulinarisch genutzt werden in Europa jedoch nur der Echte Meerkohl (Crambe maritima) und in Afrika der Hispanische Meerkohl (Crambe hispanica). Die wenigen Sorten des Echten Meerkohls verdanken wir dem sporadischen Anbau des Gemüses in Frankreich, Holland, Nordamerika und England. So unterscheidet man die Sorten ‘Lily White‘, ‘Ordinary Pink-Tipped‘ und ‘Ivory White‘, die sich vor allem in ihrer Laubfarbe und damit in ihrem Zierwert unterscheiden.

Weiß blühender Meerkohl
An dicken Blütenstielen erblühen die weißen kreuzförmigen Blüten des Meerkohls von Mai bis Juli [Foto: olenaa/ Shutterstock.com]

Meerkohl pflanzen

Meerkohl kann gesät oder gepflanzt werden. Auch die Vermehrung gelingt über eigene Samen oder Stecklinge der Pflanze. Die mehrjährigen Stauden müssen aber nicht jährlich neu gesät oder gepflanzt werden.

Die Aussaat des Meerkohls sollte im März erfolgen, entweder geschützt auf einer hellen Fensterbank oder in sehr warmen, frostgeschützten Lagen direkt in den Boden. Lässt man die Samen einen Tag lang im Wasser vorquellen und setzt sie anschließend etwa 2 cm tief in den Boden, dann keimen die Meerkohl-Samen deutlich besser und schneller. Die Samen besitzen leider nur eine sehr kurze Haltbarkeit, nach einem Jahr lässt die Keimfähigkeit bereits merklich nach. Selbst gewonnene Samen sollten daher möglichst rasch gesät werden. Nach ein paar Wochen werden die Keimlinge ausgepflanzt und auf etwa 30 cm Abstand vereinzelt. Einfacher gestaltet sich die vegetative Vermehrung über Wurzel- oder Kopfstecklinge bereits vorhandener Pflanzen. Nach nur wenigen Tagen beginnt das Wurzelwachstum frisch geschnittener Stecklinge in einer nährstoffarmen Anzuchterde, wie unserer Plantura Kräuter- und Anzuchterde. Bei der Auspflanzung sollte der Meerkohl einen vollsonnigen Standort auf lehmig-sandigem, durchlässigem Boden mit ausreichend Nährstoffen bekommen. Jungpflanzen oder Samen des Meerkohls werden mittlerweile bei vielen Raritätenhändlern vor allem online angeboten. Die Sammlung wilder Meerkohl-Pflanzen ist aber artenschutzrechtlich verboten.

Pflege von Meerkohl

Direkt nach der Pflanzung sollte der Meerkohl einige Male gewässert werden, um die Wurzelbildung zu fördern. Im Garten wächst er zwar nie so üppig wie an seinen salzigen Strandküsten, doch kann er auch bei uns ordentliche Größen erreichen. Nach dem ersten Standjahr sind die Wurzeln gut genug angewachsen, um den Strandkohl selbst mit Wasser zu versorgen. Nur in extrem langen Dürreperioden benötigt auch der Meerkohl zusätzliche Bewässerung. Der Nährstoffbedarf des Strandkohls ist mittel bis hoch, besonders wenn immer wieder Sprosse oder Blätter geerntet werden. Eine regelmäßige Düngung mit einem vorwiegend organischen Langzeitdünger, wie unserem Plantura Bio-Tomatendünger, füllt die Bodenvorräte an Nährstoffen langfristig und gleichmäßig wieder auf. Er kann übrigens bereits bei der Pflanzung des Meerkohls mit ausgebracht werden.

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Strandkohl ernten

Die ersten Sprosse und Blätter des Strandkohls können bereits ab April geerntet werden – sie werden hierfür einfach mit einem scharfen Messer abgeschnitten. Im Sommer besitzen die Blätter nun schon ein deutliches Kohlaroma und lassen sich dann für deftige Gerichte verwenden.

Essbare Blätter des Meerkohls
Der Meerkohl bildet hübsche und leckere Blätter [Foto: Love all this photography/ Shutterstock.com]

Meerkohl essen und zubereiten

Meerkohl wird normalerweise unter einem lichtundurchlässigen Tongefäß gebleicht und anschließend wie Spargel zubereitet. Aber auch ungebleichte, zarte, junge Triebe bereichern im April und Mai den Speiseplan. Beim Strandkohl kann man jedoch auch die Blätter wie gewöhnliche Kohlblätter kochen und verwenden.

Eine weitere fast vergessene Gemüseart aus früheren Zeiten ist die Kerbelrübe. Alles zur Botanik, zum Anbau und zur Verwendung dieses Wurzelgemüses finden Sie in unserem Spezialartikel.

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