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Mönchsbart oder Agretti: Anbau, Pflege & Verwendung des Salzkrauts

Mönchsbart, der im Italienischen Agretti genannt wird, ist ein in der Küche gern verwendeter Vertreter der Salzkräuter. Auch wenn man nicht am Meer wohnt und keinen Salzsee im Garten hat, lassen sich Salzkräuter einfach selbst anbauen.

Agretti
Agretti ist ein Salzkraut, das auch in unseren Gärten angebaut werden kann [Foto: A_Lein/ Shutterstock.com]

Der Name Salzkraut deutet schon auf die charakteristische Eigenschaft der Pflanzengruppe hin: Auf die Vorliebe für salzige Böden. Damit verbunden erinnert der leicht salzige Geschmack von Salzkraut-Arten an Meer und Urlaub. Dieses Urlaubsfeeling können Sie sich nach Hause holen, indem Sie Mönchsbart selbst anpflanzen. Alles, was man dafür wissen muss– vom Säen der Agretti-Samen über die Pflege bis hin zur Ernte und Zubereitung – findet sich in diesem Artikel.

Was ist der Unterschied zwischen Mönchsbart, Agretti und Salzkraut?

Als Salzkräuter werden mehrere Arten aus der Unterfamilie der Salsoloideae bezeichnet, die den Fuchsschwanzgewächsen (Amaranthaceae) untersteht. Ein bekannter und gern angebauter Vertreter ist Mönchsbart (Salsola soda). Ursprünglich stammt dieses Kraut aus Eurasien und Nordafrika, ist aber mittlerweile an vielen Küsten bis hin nach Skandinavien und Japan zu finden. Während Mönchsbart hier noch eine Rarität ist und man ihn nur selten auf gut sortierten Wochenmärkten findet, ist er zum Beispiel in der italienischen Küche etabliert. Dort wird das Kraut aber nicht Mönchsbart, sondern Agretti oder Barba di Frate genannt. Ein weiterer bekannter Vertreter der Salzkräuter ist das Japanische Salzkraut (Salsola komarovi), das in Japan auch als Landalge bezeichnet und häufig für Sushi verwendet wird.

Tipp: Auch eine Pflanze namens Eisblume wird Salzkraut genannt. Diese gehört aber einer völlig anderen Familie, den Aizoaceae, an und ist daher nicht verwandt mit den hier beschriebenen Salzkräutern.

Mönchsbart-Anbau
Beim Anbau von Mönchsbart in salzigen Böden werden die Stängel meist rot [Foto: Gurcharan Singh/ Shutterstock.com]

Die bei uns angebauten Salzkräuter sind nicht mehrjährig und müssen daher jedes Jahr neu im Garten gesät oder gepflanzt werden. Salzkräuter haben stark verzweigte Stängel, die trotz der Einjährigkeit schwach verholzen. Die Farbe des Sprosses ist unterschiedlich. Ist das Salzkraut unter normalen Umständen grünlich-weiß, färbt es sich bei Trockenstress, Nährstoffmangel oder erhöhtem Salzgehalt oft rötlich.
Mönchsbart kann eine Höhe von bis zu 70 cm erreichen. Seine Blätter sind rundlich und lang, womit sie an Nadeln erinnern. Agretti blüht ungefähr von Juni bis September. Jedoch sind die Blüten grünlich, sehr klein und sitzen unscheinbar in Blattachseln. Daraus entwickeln sich Früchte, die in der Natur vor allem über Wind verbreitet werden. Sie können bei den meisten Sorten auch geerntet und für den eigenen Nachbau verwendet werden.

Salzkraut-Pflanzen
Die Blüten vieler Salzkrautarten sind eher klein und unscheinbar [Foto: arousa/ Shutterstock.com]

Anbau von Mönchsbart, Agretti und Salzkraut

Die Ansprüche von Mönchsbart an seinen Standort sind relativ hoch. Natürlicherweise findet man Agretti eher in feuchten Gebieten, beispielsweise Salzsümpfen, -marschen oder an Küstenstandorten. Außerdem handelt es sich bei Salzkraut um einen Halophyten. Das bedeutet Mönchskraut toleriert Salz nicht nur, sondern benötigt Natriumchlorid im Boden, um zu gedeihen.
Agretti benötigen viel Licht, weshalb der Anbau am besten an Standorten mit viel Sonne gelingt.
Zum Pflanzen von Salzkrauz können Sie zum Beispiel unsere Plantura Bio-Universalerde verwenden, die der Umwelt zuliebe torffrei ist und dabei trotzdem eine sehr gute Wasserspeicherfähigkeit aufweist. Mit etwas Kochsalz vermischt, kann diese Erde für Mönchsbart vorbereitet werden.

Tipp: Verwenden Sie maximal zwei Teelöffel Salz pro Liter Topfvolumen oder im Freiland einen bis zwei Teelöffel pro Pflanze. Mönchsbart verträgt Salzkonzentrationen bis elf Gramm pro Liter. Er akkumuliert Natrium, lagert dieses also in den Pflanzenkörper ein. Die Salzgabe führt zu kompakten Pflanzen und aromatischen Blättern.

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Die Aussaat von Salzkraut kann ab Mitte April bis Mai direkt ins Freiland geschehen. Da die Samen von Mönchsbart aber nur kurz lagerfähig sind und eine relativ geringe Keimrate haben, kann die Aussaat auch einmal fehlschlagen. Außerdem sind junge Salzkraut-Pflanzen noch anfällig für Spätfröste. Aus diesen Gründen bietet es sich an, Salzkraut ab Februar bis April im Haus auf der Fensterbank vorzuziehen.

Vorgehen zur Voranzucht:

  1. Bereiten Sie eine Anzuchtschale zum Beispiel mit unserer gut angefeuchteten Plantura Bio-Kräuter- und Aussaaterde und maximal 2 TL Salz pro Liter Erde vor.
  2. Verteilen Sie die Mönchskraut-Samen relativ dicht, mit ungefähr 3 cm Abstand, darauf und bedecken Sie das Saatgut mit circa 1 cm Erde. Gießen Sie im Anschluss alles gut an.
  3. Achten Sie auf eine Bodentemperatur von 15 bis 20 °C. Außerdem sollte die Erde stets feucht, aber keinesfalls nass gehalten werden.
  4. Bei guten Bedingungen keimt das Saatgut von Mönchskraut innerhalb von 7 bis 10 Tagen. Es kann aber auch etwas länger dauern.
  5. Wenn die Pflanzen ungefähr 3 bis 4 cm hoch sind, können sie mit einem Abstand von 20 x 20 cm an ihren endgültigen Standort, entweder im Topf oder im Garten, pikiert werden.
  6. Achten Sie vor allem in der Zeit nach dem Umpflanzen des Salzkrauts auf eine ausreichende Wasserversorgung.
Agretti-Anbau
Nach gelungener Aussaat wächst Salzkraut meist schnell [Foto: Bene_A/ Shutterstock.com]

Tipp: Der Anbau von Agretti im Gewächshaus als Winterkultur bei ungefähr 15 °C kann ebenfalls funktionieren. Dafür werden die Samen des Salzkrauts bis Oktober im Gewächshaus direkt in das endgültige Substrat gesät.

Pflege von Salzkraut und Co.

Viel muss bei der Pflege von Salzkraut nicht beachtet werden. Salsola soda sollte regelmäßig gegossen werden und wächst mit einer Düngung alle zwei Wochen noch besser. Ein geeigneter Dünger ist zum Beispiel unser flüssiger Plantura Bio-Tomaten- und Gemüsedünger. Er besteht zu 100 % aus natürlichen, pflanzlichen und tierfreien Inhaltsstoffen und wird so ressourcenschonend wie möglich hergestellt. Davon sollten alle zwei Wochen 10 ml in einen Liter Gießwasser gerührt und zum Gießen der Pflanze verwendet werden.

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Tipp: Schnecken mögen Salzkraut glücklicherweise überhaupt nicht.

Ernte und Verwendung

Salzkraut wächst relativ schnell und kann schon nach circa zwei Monaten geerntet werden. Bei ausreichend guter Nährstoffversorgung treiben die Pflanzen auch nach der Ernte noch einmal kräftig aus, sodass kontinuierlich geerntet werden kann. Je jünger die Triebe sind, desto knackiger und frischer schmecken sie. Zögern Sie mit der Ernte also nicht zu lange und schneiden Sie einfach Triebspitzen ab. Dabei sollte darauf geachtet werden, mindestens fünf Zentimeter des ursprünglichen Triebs stehen zu lassen, sodass die Pflanze wieder neu austreiben kann. 

Vor allem aus der italienischen Küche sind viele Rezepte mit Agretti zu uns herübergekommen, darunter Pasta mit Mönchsbart. Frisch beigegeben verleiht Salzkraut Salaten ein frisches, an Meer und Urlaub erinnerndes Aroma. Weitere Rezepte mit Agretti sind Ravioli mit Salzkraut-Füllung oder die einfache Zugabe zu Omelett oder Rührei.

Salzkraut-Verwendung
Spaghetti mit Mönchsbart sind ein altes italienisches Rezept [Foto: bonchan/ Shutterstock.com]

Kann man Mönchsbart roh essen? Dem rohen Verzehr von Mönchskraut steht nichts entgegen. Im Gegenteil: Da Salzkräuter viele Vitamine enthalten, die durch Hitze zerstört werden, ist es sogar am besten, sie roh zu essen. So gestaltet sich auch die Zubereitung von Mönchsbart als einfach. Er kann zum Beispiel direkt zu Salaten frisch hinzugegeben oder kurz in etwas Öl angedünstet werden, ähnlich wie Spinat.

Wie gesund ist Mönchsbart? Zu den Inhaltsstoffen von Mönchsbart zählen neben Calcium, Kalium und Natrium auch viele Vitamine, vor allem Vitamin C und E sowie verschiedene B-Vitamine. So gilt Mönchsbart als gesund, auch wenn keine speziellen Heilwirkungen für Salzkraut dokumentiert sind.

Mönchsbart
Mönchskraut wird am besten roh verzehrt [Foto: Gurcharan Singh/ Shutterstock.com]

Ein weiteres Gemüse, das ziemlich in Vergessenheit geraten ist und ebenfalls auf salzigen Standorten gut gedeiht, ist der sogenannte Meerkohl. Alles zum Pflanzen und Pflegen des Strandkohls finden Sie in unserem Spezialartikel.

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