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Gute Nachbarn für Paprika: Mischkultur, gute & schlechte Nachbarn

Eine üppige Paprikaernte aus dem eigenen Garten ist nicht ganz einfach zu erreichen. Ein Faktor auf dem Weg dorthin sind gute Nachbarn, die Paprikapflanzen positiv beeinflussen.

Paprika 'Violettes Goldstückchen'
Baut man Paprika im eigenen Garten an, stellt sich schnell auch die Frage nach guten Nachbarn

Die Mischkultur gehört zu den natürlichsten Gartenbewirtschaftungsmethoden. Doch was sich in der Natur über viele Jahre hinweg etabliert, ist im Garten nur schwer nachzuahmen. Die Vorgänge zwischen den Pflanzen in einer Mischkultur sind vielfältig und werden immer noch nicht komplett verstanden. So haben sich Vorschläge für gute und schlechte Nachbarn für Paprika (Capsicum annuum) vor allem aus vielen Jahren Anbauerfahrung ergeben. Das ist auch der Grund dafür, dass manche Angaben von Quelle zu Quelle verschieden sind. Man kann sich nur sicher sein, ob etwas in seinem Garten gut funktioniert oder nicht, nachdem man es selbst ausprobiert hat.

Gute Nachbarn für Paprika: Mit diesen Pflanzen klappt die Mischkultur

Paprika zählt zur Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), zu der auch weitere im Garten häufig gesehene Pflanzen wie zum Beispiel Tomaten (Solanum lycopersicum), Kartoffeln (Solanum tuberosum) und Physalis (Physalis peruviana) gehören. Gute Mischkulturpartner für Paprika sind bestenfalls Mitglieder einer anderen Pflanzenfamilie und haben ähnliche Standort-, aber geringere Nährstoffansprüche. Im Idealfall haben sie noch weitere positive Einflussfaktoren:

So ist ein guter Pflanzpartner für Paprika zum Beispiel Knoblauch (Allium sativum). Die in ihm enthaltenen, scharf schmeckenden ätherischen Öle können unter anderem einem Blattlausbefall vorbeugen.
Wollen Sie andere Gemüse zusammen mit Paprika anbauen, bieten sich zum Beispiel Karotten (Daucus carota subsp. sativus) oder Zwiebeln (Allium cepa) an. Auch Salate, vor allem Sorten, die auch im Halbschatten gut wachsen, sind geeignete Mischkulturpartner für Paprika.
Oft werden auch die verschiedenen Kohlsorten als gute Nachbarn für Paprikapflanzen empfohlen. Es kann zwar gut sein, dass sich die Pflanzen nicht negativ beeinflussen, aber man muss immer bedenken, dass Kohl dem Boden viele Nährstoffe entzieht. So kann es passieren, dass die Paprikapflanzen zu kurz kommen. Deshalb muss man bei der Mischkultur von Paprika mit Kohl sehr auf eine ausreichende Düngung achten.

Pflanzen, die Insekten anlocken und damit auch die Bestäubung von mehr Paprikablüten ermöglichen, sind zum Beispiel Borretsch (Borago officinalis), Kamille (Matricaria), Ringelblume (Calendula officinalis) und Studentenblume (Tagetes). Zusätzlich haben Kamille und Studentenblume einen für viele Schadinsekten unangenehmen Geruch, sodass sich diese von Ihren Paprikapflanzen fernhalten. Ringelblumen und Tagetes haben eine abschreckende Wirkung gegenüber Nematoden und tragen so zur chemiefreien Bekämpfung von Nematoden im Garten bei. Zu den Kräutern, die gute Nachbarn für Paprika sind, zählen zum Beispiel Basilikum (Ocimum basilicum), Petersilie (Petroselium crispum) und Dill (Anethum graveolens).

Paprika, Gurken und Tomaten im Gewächshaus
Oft werden Paprika, Gurken und Tomaten zusammengepflanzt

In vielen Gemüsegärten stehen Paprika, Tomaten und Gurken (Cucumis sativus) zusammen – aus dem einfachen Grund, dass alle ungefähr gleichzeitig ins Beet kommen, ähnliche Standortansprüche haben und meist an Stecken oder Rankhilfen emporwachsen dürfen. Doch kann man Paprika, Gurken und Tomaten wirklich zusammen pflanzen? Daran scheiden sich die Geister. Die drei werden sowohl als gute, neutrale und schlechte Nachbarn bezeichnet. Im Hinterkopf sollte man auf jeden Fall behalten, dass Paprika und Tomaten zur selben Pflanzenfamilie der Nachtschattengewächse gehören. Die beiden werden also wahrscheinlich um Nährstoffe konkurrieren und können von den gleichen Krankheiten und Schädlingen heimgesucht werden. Bei guter Pflege und Kulturführung funktioniert es dennoch meist gut, Paprika und Tomaten zusammen zu pflanzen, und auch bei Gurken gibt es selten Probleme – einzig, dass Gurken schnell von Mehltau befallen werden können, der dann leicht weiter auf Ihre Paprikapflanzen wandern kann. Um dem nach dieser Kultur stark beanspruchten Boden etwas Gutes zu tun, kann man nach dem Entfernen der Pflanzen im Herbst eine Gründüngung einsäen. Die Bodenbedeckung, Durchwurzelung und eventuelle Stickstofffixierung wirken sich positiv auf viele Bodeneigenschaften aus.

Tipp: Gute Nachbarn allein garantieren noch keine üppige Paprikaernte. Die richtige Pflege und Versorgung Ihrer Paprikapflanzen ist hier von entscheidender Bedeutung. Dazu gehört auch angepasstes Düngen, vor allem wenn Sie Paprika zusammen mit Tomaten und Gurken pflanzen. Optimal versorgt werden Paprikapflanzen zum Beispiel mit unserem Plantura Bio-Tomatendünger mit Langzeitwirkung. Zusätzlich zu seiner optimalen Nährstoffzusammensetzung ist er vornehmlich organischer, tierfrei und wirkt über drei Monate hinweg.

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Gute Nachbarn für Paprika im Hochbeet sind verschiedene Kräuter wie Basilikum, Petersilie oder Dill. Auch Salate, Karotten und Zwiebeln machen sich im Hochbeet als Paprikanachbarn gut.

Schlechte Nachbarn für Paprika: Diese Pflanzen vertragen sich nicht

Neben vielen guten Nachbarn für Paprika gibt es auch einige Pflanzen, bei denen sich die Mischkultur mit Paprika nicht bewährt hat. So zählen zu den schlechten Nachbarn für Paprika zum Beispiel Erbsen (Pisum sativum), Fenchel (Foeniculum vulgare), Rote Beete (Beta vulgaris subsp. vulgaris var. conditiva), Aubergine (Solanum melongena), Kartoffeln (Solanum tuberosum), Zucchini (Cucurbita pepo subsp. pepo convar. giromontiina) und Sellerie (Apium graveolens). Vielen dieser Gemüsesorten wird nachgesagt, dass sie das Wachstum von Paprikapflanzen hemmen oder mit ihnen um Nährstoffe konkurrieren. Außerdem kann es sein, dass sie von den gleichen Krankheiten befallen werden.

Paprikas und Zucchinis
Man sollte Paprika und Zucchini nicht zusammenpflanzen, auch wenn sie in der Küche harmonieren [Foto: Andrew S/ Shutterstock.com]

Gute Nachbarn für Paprika auf einen Blick:

  • Borretsch
  • Basilikum
  • Petersilie
  • Dill
  • Zwiebel
  • Knoblauch
  • Karotte
  • Salat
  • Kamille
  • Studentenblume

Schlechte Nachbarn für Paprika:

  • Erbsen
  • Fenchel
  • Rote Beete
  • Aubergine
  • Kartoffeln
  • Zucchini
  • Kürbisse
  • Sellerie

Fruchtfolge bei der Paprika

Da Paprikapflanzen wärmebedürftig sind, kommen sie erst ab Mai ins Beet. So ist davor noch Zeit für einige schnellwachsende Kulturen. Die ersten Fuhren Salat und Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) haben das Beet meist schon verlassen, bis die Paprikapflanzen im Mai dazukommen. Wenn die Pflanzen ungefähr im September das Beet räumen, ist noch Platz für einige schwachzehrende, kälteverträgliche Kulturen, wie zum Beispiel Spinat (Spinacia oleracea). Auch eine Gründüngung wie Senf (Brassica) oder Kleegras bietet sich nach Paprika an, um den Boden zu unterstützen. Bei Paprika sollten Sie eine Anbaupause am selben Standort von mindestens drei bis vier Jahren einhalten. So wird die Auslaugung und Ermüdung des Bodens sowie ein wiederholter Krankheitsbefall vermieden.

Kohlrabi
Frühe Kohlrabisorten stellen eine geeignete Vorkultur für Paprika dar [Foto: giedre vaitekune/ Shutterstock.com]

Wer tiefer in die Vor- und Nachteile von Mischkulturen einsteigen und mehr über passende Mischkulturpartner und Kombinationen lernen möchte, kann in unserem Artikel zu Mischkultur weiterlesen.

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